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Polar Code: IMO-Richt­li­ni­en zum Schiffs­ver­kehr in den Polar­re­gio­nen

Nach mehr­jäh­ri­gen Ver­hand­lun­gen hat sich die IMO (Inter­na­tio­nal Mari­ti­me Orga­ni­sa­ti­on), die Schiff­fahrts­or­ga­ni­sa­ti­on der Ver­ein­ten Natio­nen, auf ihrer Sit­zung Mit­te Okto­ber in Lon­don auf ver­bind­li­che Richt­li­ni­en zum Schiffs­ver­kehr in den Gewäs­sern der Ark­tis und Ant­ark­tis ver­stän­digt. Ziel ist es, mit dem so genann­ten Polar Code ein inter­na­tio­nal aner­kann­tes Regel­werk zu schaf­fen, mit dem die Sicher­heit der Schiff­fahrt und der Schutz der Umwelt in den Polar­re­gio­nen ver­bes­sert wer­den soll.

Der Polar Code regelt Kon­struk­ti­on, (Sicher­heits-) Aus­stat­tung und Ein­satz­be­reich der Schif­fe, Qua­li­fi­ka­ti­on der Mann­schaft, Such- und Ret­tungs­ein­sät­ze und Fra­gen des Umwelt­schut­zes. Die Umwelt­schutz­re­ge­lun­gen ver­bie­ten bspw. das Ablas­sen von Öl, gif­ti­gen und gesund­heits­schäd­li­chen Flüs­sig­kei­ten, Abwas­ser und Müll in pola­ren Gewäs­sern. Ein von Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen gefor­der­tes, gene­rel­les Ver­bot von Schwer­öl als Fracht oder als Treib­stoff konn­te nicht durch­ge­setzt wer­den. Lokal gilt ein sol­ches Schweröl­ver­bot in der Ant­ark­tis bereits seit August 2011 und wur­de in meh­re­ren Schrit­ten auch in gro­ßen Tei­len Spitz­ber­gen ein­ge­führt.

Der Gel­tungs­be­reich des Polar Codes soll in der Ant­ark­tis pau­schal bei 60º süd­li­cher Brei­te begin­nen und in der Ark­tis bei 60º nörd­li­cher Brei­te, hier aller­dings mit eini­gen Aus­nah­men: Ein­ge­schlos­sen ist ein Bereich süd­lich von Grön­land, aus­ge­schlos­sen sind im Ein­fluss­be­reich des Nord­at­lan­tik­stroms die Gewäs­ser um Island, Nor­we­gen und die rus­si­sche Kola-Halb­in­sel, ein­schließ­lich der Zufahrt nach Arch­an­gelsk.

Der Polar Code baut auf zwei bereits bestehen­den, älte­ren Ver­ein­ba­run­gen der IMO auf: Die Inter­na­tio­nal Con­ven­ti­on for the Safe­ty of Life at Sea (SOLAS) regelt die Sicher­heit und die Inter­na­tio­nal Con­ven­ti­on for the Pre­ven­ti­on of Pol­lu­ti­on from Ships (MAR­POL) den Umwelt­schutz in der mari­ti­men Schiff­fahrt. Auf­bau­end auf die­sen all­ge­mein gül­ti­gen Ver­ein­ba­run­gen wur­den in den Jah­ren 2002 und 2009 spe­zi­el­le Richt­li­ni­en für den Schiffs­ver­kehr in den Polar­re­gio­nen for­mu­liert. Die­se hat­ten jedoch bis­lang ledig­lich den Sta­tus frei­wil­li­ger Leit­li­ni­en. Der neue Polar Code soll nun erst­mals ver­bind­lich und inter­na­tio­nal gül­tig den Schiffs­ver­kehr unter den beson­de­ren Bedin­gun­gen der Ark­tis und Ant­ark­tis regu­lie­ren.

Aus­ge­gan­gen war die Initia­ti­ve für eine all­ge­mein ver­bind­li­che Rege­lung von den Ark­tis-Anrai­ner­staa­ten USA, Nor­we­gen und Däne­mark (Grön­land). Da die viel­fäl­ti­gen Inter­es­sen der in der UN ver­tre­te­nen, Schiff­fahrt betrei­ben­den Natio­nen in Ein­klang gebracht wer­den muss­ten, hat­te sich der Pro­zess über meh­re­re Jah­re in die Län­ge gezo­gen. Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen bekla­gen die­se Ver­zö­ge­rung und wei­sen aktu­ell auf Defi­zi­te des Polar Codes in umwelt­schutz­re­le­van­ten Berei­chen hin. Auf der ande­ren Sei­te gibt es auch jetzt noch Wider­stän­de eini­ger Staa­ten, die an dem Pro­zess betei­ligt sind. So sieht ins­be­son­de­re Russ­land durch den Polar Code in der jet­zi­gen Form sei­ne Inter­es­sen in der Ark­tis gefähr­det. Russ­land pro­fi­tiert zur­zeit unter ande­rem vom zuneh­men­den Schiffs­ver­kehr in der Nord­ost­pas­sa­ge.

Der Zeit­plan der IMO sieht vor, dass der Polar Code im Mai 2015 ver­ab­schie­det wer­den kann und dass er, nach­dem er von den Unter­zeich­ner­staa­ten rati­fi­ziert wor­den ist, 2017 end­lich in Kraft tre­ten kann.

Sie­he auch Spitzbergen.de-Nachricht: Polar Code der IMO nicht vor 2015 vom März 2012.

Kreuz­fahrt­schiff, Expe­di­ti­ons­schiff und For­schungs­schiff in der Ant­ark­tis: der IMO Polar Code soll ab 2017 für alle gel­ten.

Schiffe, Antarktis

Quel­le: IMO, Sjøf­arts­di­rek­to­ra­tet

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Letzte Änderung: 08. November 2014 · Copyright: Rolf Stange
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