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Irgend­wo im Nir­gend­wo zwi­schen Island und Jan May­en

Mon­tag Abend haben wir ja Isaf­jör­dur ver­las­sen, und mitt­ler­wei­le ist es … ich muss nach­den­ken … Don­ners­tag. Wäre der Wind etwas freund­li­cher gewe­sen, hät­ten wir Jan May­en nun schon vor dem Bug, aber nach Stand der Din­ge sind es noch etwa 150 See­mei­len. Der Wind war nun nicht all­zu stark (das war die gute Nach­richt), aber er kam direkt von vorn (das war die schlech­te). Das hat uns natür­lich nicht gera­de schnel­ler gemacht und das Leben an Bord nicht unbe­dingt bes­ser.

So sind nun also schon 3 Tage ins Land bezie­hungs­wei­se ins Meer gegan­gen. Am ers­ten Tag war das Gefühl laten­ter See­krank­heit nicht fern, und ich war froh, neu­lich auf der Anti­gua schon ein wenig Auf­wärm­trai­ning bekom­men zu haben. Ande­re, die die­sen Vor­teil nicht hat­ten, haben – nein, bes­ser kei­ne Details.

Nun lässt aber der Wind deut­lich nach, wir haben Fahrt auf­ge­nom­men, Jan May­en rückt per­spek­ti­visch deut­lich näher und die See­krank­heit ist für den Moment wohl eine Sache der Ver­gan­gen­heit. Jeden­falls erfreut das Früh­stück sich einer deut­lich erhöh­ten Beliebt­heit.

Weil nie­mand weiß, wann wer in der Lage und gewillt ist, etwas zu essen, gibt es kei­ne fes­ten Mahl­zei­ten. Wenn man Appe­tit ver­spürt, holt man sich was. Brot und Müs­li ste­hen den gan­zen Tag bereit, nach­mit­tags kocht Sig­gi, der Skip­per, etwas War­mes, was bis­lang mit Nudeln und kräf­tig gewürz­ter roter Soße zu tun hat­te, irgend­wo zwi­schen ita­lie­nisch und mexi­ka­nisch, gute Sache. Aber wenn jeder kommt, wann er will bezie­hungs­wei­se kann, dann sieht man man­che Leu­te, die ihre Koje nur zum Aller­nö­tigs­ten ver­las­sen, tage­lang nicht. Gemein­schaft­li­che Akti­vi­tä­ten rund um einen Tisch ver­bie­ten sich bei dem See­gang (Flucht­we­ge müs­sen für jeden immer frei­ge­hal­ten wer­den, man will ja kei­nen Eimer auf den Tisch stel­len), und so führt jeder der­zeit sein Leben für sich, döst oder lei­det vor sich hin, wie auch immer, man liest, hört Musik, unter­hält sich ein wenig. Seg­ler Franz (man kennt ihn von der Arc­ti­ca II im letz­ten August) hält uner­müd­lich die Stel­lung am Steu­er­rad. Ansons­ten haben wir übri­gens das vol­le Spek­trum ver­tre­ten, von 2 jun­gen Ame­ri­ka­nern, die erst vor ein paar Wochen wäh­rend eines Island-Törns von Sig­gi erfah­ren haben, dass Jan May­en exis­tiert, bis hin zu einem, der schon im zar­ten Jugend­al­ter eine Land­kar­te von Jan May­en an der Wand hän­gen hat­te und jetzt einen sehr lan­ge geheg­ten Traum wahr wer­den las­sen will.

Soviel für jetzt. Dafür, dass eigent­lich bis­lang nichts pas­siert ist, habe ich ja auch eine Men­ge geschrie­ben.

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Auf Jan May­en wird der Rech­ner auf dem Schiff blei­ben. Wahr­schein­lich folgt jetzt also eine gute Woche Funk­stil­le, mal schau­en.

Abschlie­ßend mein neu­es Ceter­um cen­seo: Mein neu­es Buch, das erzäh­len­de Foto­buch „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den (1): Spitz­ber­gen – vom Polar­licht bis zur Mit­ter­nachts­son­ne‟ ist nun end­gül­tig im Druck und kann ab sofort bestellt wer­den 🙂 (hier kli­cken)!

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Letzte Änderung: 27. Juni 2015 · Copyright: Rolf Stange
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