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Monats-Archiv: Oktober 2021 − News & Stories


Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps für den Novem­ber

Hier kom­men Mar­gas ark­ti­sche Fern­seh­tipps für den Novem­ber. Wenn’s drau­ßen nur noch trüb ist: Glot­ze an und die Ark­tis auf den Bild­schirm! 🙂

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Ark­tis Fern­seh­tipps: Der Fern­se­her in der Rit­ter­hüt­te auf Gråhu­ken.
Der Emp­fang ist dort mit­un­ter aller­dings eher schlecht.

Die Lis­ten wer­den bei Bedarf aktua­li­siert.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf Arte im Novem­ber

  • Sams­tag, 06.11., 22.35 Uhr: „42-die Ant­wort auf fast alles : Was, wenn es kein Eis mehr gäbe?“ (D 2021, EA)
  • Frei­tag, 12.11., 11.45 Uhr: „Leben mit Vul­ka­nen: West­män­ner­in­seln: die Wäch­ter Islands“ (F 2018)
  • Mon­tag, 15.11., 11.45 Uhr: „Island: Das König­reich des Feu­ers“ (F 2018)
  • Don­ners­tag, 18.11., 16.55 Uhr: „Unter­wegs am Polar­kreis: Auf dem Kystriks­vei­en in Nor­we­gen“ (D/N 2021)
  • Don­ners­tag, 18.11., 11.45 Uhr: „Ant­ark­ti­ka 1: Vom grü­nen zum wei­ßen Kon­ti­nent / Ant­ark­ti­ka 2: Der Schatz im Eis“ (D/NZ 2021)
  • Frei­tag, 19.11., 16.55 Uhr: „Nor­we­gen – Die Insel der Ren­tie­re“ (N 2018)
  • Sonn­tag, 20.11., 12.05 Uhr: „Wdhlg. Ant­ark­ti­ka 1 und 2“ (D/NZ 2021)

Alles auf Arte. EA = Erst­aus­strah­lung.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf ande­ren Pro­gram­men im Novem­ber

  • Diens­tag, 02.11., 20.15 Uhr, MDR: „Ren­tie­re auf dün­nem Eis“ (D 2020)
  • Don­ners­tag, 04.11., 21.00 Uhr, WDR: „Aben­teu­er Erde: Wale“ (2018)
  • Frei­tag, 05.11., 21.00 Uhr: „Wil­des Island“ (F 2019)

Wei­te­re sach­dien­li­che Hin­wei­se wer­den ger­ne ent­ge­gen­ge­nom­men. Alle Anga­ben wie immer ohne Gewehr.

Stren­ge­re Regeln in der Dis­kus­si­on

Seit es die­se Web­sei­te gibt (2006), beschäf­tigt sich die­se Abtei­lung in bemer­kens­wer­ter Regel­mä­ßig­keit mit Ver­schär­fun­gen des recht­li­chen Rah­mens, der für ver­schie­dens­te Akti­vi­tä­ten auf Spitz­ber­gen gilt. Dar­un­ter sind natür­lich manch­mal sinn­vol­le Neue­run­gen – so kann man sich natür­lich die Fra­ge stel­len, war­um es bis vor gar nicht lan­ger Zeit mög­lich war, dass mehr oder weni­ger alle sich in Lon­gye­ar­by­en eine schar­fe Waf­fe kom­mer­zi­ell genau so ein­fach mie­ten konn­ten wie andern­orts ein Fahr­rad. Auf ande­res war­tet man bis heu­te ver­geb­lich, etwa auf ein flä­chen­de­cken­des Schweröl­ver­bot für Schif­fe in der Zwölf­mei­len­zo­ne oder eine flä­chen­de­cken­de Decke­lung der Per­so­nen­zah­len auf gro­ßen Kreuz­fahrt­schif­fen, mit denen etwa im Fall einer Hava­rie kein Ret­tungs­dienst auch nur annä­hernd umge­hen könn­te.

Dann wie­der reibt man sich die Augen, wenn die Büro­kra­tie wie­der ein­mal mit tol­len Ideen kommt.

Aktu­ell scheint es eine Mischung aus bei­dem zu sein. Wie­der ein­mal sind Ver­schär­fun­gen des bestehen­den Regel­werks im Gespräch bezie­hungs­wei­se schon recht weit im büro­kra­ti­schen Pro­zess. Im Sep­tem­ber hat das nor­we­gi­sche Mil­jø­di­rek­to­rat (etwa: Umwelt­amt) Vor­schlä­ge in ein öffent­li­ches Hörungs­ver­fah­ren gebracht, das bis zum 03.02.2022 läuft. Bis dahin kön­nen sich alle äußern, wobei vie­le nach den Erfah­run­gen mit ähn­li­chen Ver­fah­ren in den letz­ten Jah­ren skep­tisch sind, inwie­weit Mei­nun­gen außer­halb derer, die in den den zustän­di­gen Ämtern gefes­tigt sind, tat­säch­lich Gehör fin­den.

Was steht also an? Die wich­tigs­ten Punk­te (nicht voll­stän­dig) kann man so zusam­men­fas­sen und kom­men­tie­ren. Wenn von „gro­ßen Schutz­ge­bie­ten“ die Rede ist, dann sind die Natio­nal­parks For­lan­det (Prins Karls For­land), Nord­west Spitz­ber­gen und Süd Spitz­ber­gen, Van Mijen­fjord und Ind­re Wij­defjord sowie die Natur­re­ser­va­te Nord­ost Sval­bard und Süd­ost Sval­bard gemeint. Letz­te umfas­sen den gesam­ten Osten der Insel­grup­pe und ers­te­re einen gro­ßen Teil der Süd-, West- und Nord­küs­te­küs­te Spitz­ber­gens.

  • Schif­fe sol­len in den gro­ßen Natio­nal­parks nicht mehr als 200 Pas­sa­gie­re an Bord haben dür­fen (Anmer­kung: das gilt so bis­lang in den Natur­re­ser­va­ten, also im Osten der Insel­grup­pe Sval­bard. Außer­halb der gro­ßen Schutz­ge­bie­te ist eine sol­che Decke­lung dem­nach auch jetzt nicht vor­ge­se­hen).
  • Einer der schwer­wie­gends­ten Punk­te ist die Umkeh­rung des Rechts­prin­zips in den gro­ßen Schutz­ge­bie­ten: bis­lang darf man an Land gehen und sich bewe­gen, soweit es nicht im loka­len Ein­zel­fall ver­bo­ten ist. Die­ses Prin­zip soll umge­dreht wer­den: kommt es wie vom Mil­jø­di­rek­to­rat geplant, dann ist es gene­rell ver­bo­ten, sich in den gro­ßen Schutz­ge­bie­ten an Land zu bewe­gen, es sei denn, es ist im Ein­zel­fall loka­le erlaubt. Hier­zu hat das Mil­jø­di­rek­to­rat eine Lis­te von 42 Orten vor­ge­se­hen. Ein Bei­spiel: dem­nach wäre es etwa auf der Insel Prins Karls For­land künf­tig nur noch erlaubt, bei Poole­pyn­ten an Land zu gehen. Davon abge­se­hen, wäre die über 80 Kilo­me­ter lan­ge Insel voll­stän­dig für Besu­cher­ver­kehr gesperrt. Was das bedeu­ten wür­de, kann man sich am kon­kre­ten Bei­spiel aus­ma­len, wenn man sich klar macht, dass wir mit den Rei­sen der letz­ten Jah­ren mit der Arc­ti­ca II und der Anti­gua auf dem Prins Karls For­land an min­des­tens neun Stel­len an Land unter­wegs waren. Ähn­lich lie­gen die Ver­hält­nis­se in allen ande­ren gro­ßen Schutz­ge­bie­ten. Die Grün­de dafür lie­gen nicht nur in der viel­fäl­ti­gen Land­schaft, die über­all ande­re Ein­drü­cke zu bie­ten hat, son­dern auch und vor allem in Sicher­heits­aspek­ten: oft las­sen Wind und Wet­ter Land­gän­ge an einer bestimm­ten Stel­le nicht zu, und dann ist es nahe­lie­gend und rich­tig, den Land­gang woan­ders hin zu ver­le­gen, wo die Ver­hält­nis­se bes­ser und siche­rer sind. Auch ein in der Nähe befind­li­cher Eis­bär zwingt regel­mä­ßig zu sol­chen kurz­fris­ti­gen Anpas­sun­gen der Plä­ne. Es geht also um die Sicher­heit von Mensch und Tier. Wäre es aus recht­li­chen Grün­den nicht mehr mög­lich, fle­xi­bel aus­zwei­chen, steigt der Druck, Din­ge zu tun, die man viel­leicht bes­ser las­sen soll­te.
    Von den geplan­ter­ma­ßen ver­blei­ben­den 42 Stel­len sind eini­ge auf eine Anzahl von maxi­mal 39 Per­so­nen gleich­zei­tig beschränkt.
  • Die bis­lang über­wie­gend sai­so­nal Jahr für Jahr neu aus­ge­spro­che­nen Ver­bo­te für moto­ri­sier­ten Ver­kehr (sprich: Motor­schlit­ten) auf dem Eis in bestimm­ten Fjor­den wird gesetzt­lich fest­ge­schrie­ben. Das ist die­ses Jahr bereits im Van Mijen­fjord und Van Keu­len­fjord gesche­hen und wird künf­tig ggf. den Tem­pel­fjord, den Bill­efjord und den Dick­son­fjord mit umfas­sen.
  • Das Ver­bot, sich Eis­bä­ren zu nähern, soll stren­ger for­mu­liert wer­den. Bis­lang ist es ver­bo­ten, sich Eis­bä­ren zu nähern, so dass Gefahr für Mensch oder Tier ent­steht. Eine Ent­fer­nung bist bis­land nicht genannt, und eine Annä­he­rung, bei der es nicht zu Gefahr oder rele­van­ten Stö­run­gen kommt, ist impli­zit erlaubt und mit Boo­ten auch übli­che Pra­xis. Nun wird eine Min­dest­ent­fer­nung fest­ge­legt: geht es nach dem Mil­jø­di­rek­to­rat, sind künf­tig min­des­tens 500 Meter Ent­fer­nung von Eis­bä­ren ein­zu­hal­ten.
  • Inner­halb von 500 Metern um bestimm­te Vogel­ko­lo­nien soll zu Was­ser eine maxi­ma­le Geschwin­dig­keit von 5 Kno­ten gel­ten. Wer könn­te da ewas gegen haben?
  • Schif­fe und Boo­te sol­len einen Min­dest­ab­stand von 300 Metern um Wal­ross­lie­ge­plät­ze hal­ten.
  • Der Gebrauch von Droh­nen soll weit­ge­hend ver­bo­ten wer­den.

Bemer­kens­wer­ter­wei­se sol­len ein paar exis­tie­ren­de Vor­schrif­ten auch außer Kraft gesetzt wer­den:

  • Besu­che in Virgo­ham­na sol­len kei­ner Geneh­mi­gung durch den Sys­sel­mes­ter mehr bedür­fen.
  • Die Ver­bots­zo­ne rund um die Res­te der alten Pomo­ren- und Wal­fang­sta­ti­on in der Habe­nicht­buk­ta auf der Edgeøya soll auf­ge­ho­ben wer­den.
  • Die gesetz­li­che For­de­rung an die Tou­ris­mus­bran­che, für bestimm­te, häu­fig ange­lau­fe­ne Lan­de­stel­len orts­spe­zi­fi­sche Richt­li­ni­en zu for­mu­lie­ren, soll auf­ge­ho­ben wer­den (dem Vor­schlag zufol­ge dürf­ten die meis­ten die­ser Stel­len gar nicht mehr besucht wer­den).

Der Ham­mer liegt im zwei­ten Punkt oben, in dem geplan­ten, im Grund­satz flä­chen­de­cken­den Ver­bot jeg­li­chen Besu­cher­ver­kehrs an Land in den gro­ßen Schutz­ge­bie­ten mit Aus­nah­me aus­ge­wähl­ter Loka­li­tä­ten. Das wäre eine Umkrem­pe­lung des bis­lang gel­ten­den Rechts und hät­te erheb­li­che Kon­se­quen­zen für schiffs­ba­sier­ten Tou­ris­mus in Spitz­ber­gen, so wie er bis­lang Pra­xis ist. Eine ähn­li­che Rege­lung war um 2008/09 bereits im Gespräch. Damals wur­de sie nach lan­gen, hef­tig geführ­ten Dis­kus­sio­nen schließ­lich als unver­hält­nis­mä­ßig und nicht aus­rei­chend begrün­det abge­lehnt.

Die fol­gen­den zwei Kar­ten­skiz­zen illus­trie­ren den Unter­schied zwi­schen der aktu­el­len Situa­ti­on und den Plä­nen des Mil­jø­di­rek­to­ra­tes:

Neue Regeln, Spitzbergen

Lan­de­stel­len auf dem Nord­aus­t­land und umlie­gen­den Inseln, die in den letz­ten Jah­ren von Tou­ris­ten besucht wur­den (nicht voll­stän­dig).

Neue Regeln, Spitzbergen

Lan­de­stel­len in die­sem Gebiet, die nach dem nun auf dem Tisch lie­gen­den Gesetz­vor­schlag ab 2023 noch erlaubt wären (voll­stän­dig).

Die­se Dar­stel­lung zeigt nur das Nord­aus­t­land und umlie­gen­de Inseln als Bei­spiel. Ähn­li­che Dar­stel­lun­gen mit dras­ti­schen Unter­schie­den zwi­schen bis­he­ri­ger Pra­xis und den künf­tig mög­li­cher­wei­se gel­ten­den Regeln lie­ßen sich für fast alle ande­ren Tei­le der Insel­grup­pe zei­gen.

Bis­lang han­delt es sich „nur“ um einen Geset­zes­vor­schlag. Das Hörungs­ver­fah­ren läuft bis Anfang Febru­ar 2022, und danach wird der Vor­schlag sei­nen Weg durch die Instan­zen gehen. Man darf auf das Ergeb­nis gespannt sein. Nach aktu­el­lem Stand sol­len die neu­en Rege­lun­gen 2023 in Kraft tre­ten.

Auch die neue Regie­rung hat übri­gens ange­kün­digt, an der wei­te­ren Erschlie­ßung von Öl- und Gas­vor­kom­men im Schelf­be­reich in der Barents­see fest­hal­ten zu wol­len. Auch die öko­lo­gisch ver­hee­ren­de Fische­rei mit Schlepp­net­zen am Mee­res­bo­den soll wie bis­lang selbst in den Natur­re­ser­va­ten, etwa in der Hin­lo­pen­stra­ße, mög­lich sein.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps für den Okto­ber

Hier kom­men nach einer Pau­se, wäh­rend der die Musik wie­der live und in Far­be im hohen Nor­den spiel­te, wie­der Mar­gas ark­ti­sche Fern­seh­tipps.

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Ark­tis Fern­seh­tipps: Der Fern­se­her in der Rit­ter­hüt­te auf Gråhu­ken.
Der Emp­fang ist dort mit­un­ter aller­dings eher schlecht.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf Arte im Okto­ber

Die Lis­te wird bei Bedarf aktua­li­siert.

  • Don­ners­tag, 14.10., 09.45 Uhr, Xeni­us: „Glet­scher­for­schung: Unter­wegs mit Motor­sä­ge und Dampf­kes­sel“ (D 2020)
  • Frei­tag, 15.10., 19.40 Uhr: „Grön­lands neue Rohstoffe:Eine Chan­ce für den Auf­schwung?“ (EA, D 2020)
  • Mon­tag, 18.10., 12.15 Uhr: Wdhlg. „Grön­lands neue Rohstoffe:Eine Chan­ce für den Auf­schwung?“ (D 2020)
  • Diens­tag, 19.10., ab 20.15 Uhr: Schwer­punkt Welt­kli­ma­kon­fe­renz 1: diver­se Dokus zum The­ma
  • Frei­tag, 22.10., 17.50 Uhr: „Island: Som­mer der Polar­füch­se“ (D 2017)
  • Sams­tag, 23.10., 18.20 Uhr: „Ant­ark­tis: Die Begehr­lich­kei­ten neh­men zu“ (F 2020)
  • Sams­tag, 23.10., ab 20.15 Uhr: Schwer­punkt Welt­kli­ma­kon­fe­renz 2: diver­se Dokus zum The­ma
  • Diens­tag, 26.10., ab 20.15 Uhr: Schwer­punkt Welt­kli­ma­kon­fe­renz 3: diver­se Dokus zum The­ma
  • Frei­tag, 29.10., 16.25 Uhr: „Spitz­ber­gen, Ny Åle­sund-Zen­trum der nor­we­gi­schen For­schung“ (F 2017)

Alles auf Arte. EA = Erst­aus­strah­lung.

Wei­te­re sach­dien­li­che Hin­wei­se wer­den ger­ne ent­ge­gen­ge­nom­men. Alle Anga­ben wie immer ohne Gewehr.

Ein­ge­schlepp­te Mäu­se brei­ten sich aus

Von Natur aus gibt es in Spitz­ber­gen kei­ne Nage­tie­re. Die Ost­eu­ro­päi­sche Feld­maus (Micro­tus levis) ist im 20. Jahr­hun­dert mit dem Men­schen ein­ge­reist, wahr­schein­lich mit Tier­fut­ter. Gehal­ten hat sich sich in einem Gebiet mit ver­gleichs­wei­se üppi­ger Vege­ta­ti­on, näm­lich unter den Vogel­fel­sen öst­lich der 1962 auf­ge­ge­be­nen rus­si­schen Sied­lung Grum­ant­by­en, zwi­schen Lon­gye­ar­by­en und Bar­ents­burg.

Von dort aus hat die Feld­maus sich immer wie­der bis weit ins Gelän­de ver­brei­tet: ihre Spu­ren wur­den zwi­schen Bar­ents­burg und Vin­dod­den (Sas­sen­fjord) schon über­all gefun­den. Bio­lo­gen des Nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tuts über­wa­chen die Popu­la­ti­ons­dy­na­mik der Feld­maus in Spitz­ber­gen mit spe­zi­el­len Wild­ka­me­ras für Nage­tie­re.

Mäuse, Spitzbergen

Feld­maus in einer zu For­schungs­zwe­cken auf­ge­stell­ten Fal­le in Lon­gye­ar­by­en.
Foto © Max Schwei­ger.

Das Ergeb­nis: nicht nur in Bar­ents­burg scheint die Feld­maus sich sta­bil eta­bliert zu haben, son­dern auch im Gebiet um den Dia­ba­sod­den und Hat­ten, zwei Fels­hü­gel mit Vogel­ko­lo­nien im Sas­sen­fjord. Das ist beson­ders bedenk­lich, da das zeigt, dass die Mäu­se in Spitz­ber­gen mitt­ler­wei­le unab­hän­gig vom Men­schen über­le­ben kön­nen. Das hat wie­der­um wahr­schein­lich mit dem mil­der wer­den­den Kli­ma vor allem im Win­ter zu tun.

Fach­leu­te hal­ten die Ent­wick­lung für das regio­na­le Öko­sys­tem soweit für unbe­denk­lich. Die zustän­di­gen haben sich gegen einen Ver­such der Aus­rot­tung ent­schie­den und begnü­gen sich wei­ter­hin mit der Über­wa­chung der Bestands­ent­wick­lung. Auf der Süd­halb­ku­gel, etwa auf den sub­ant­ark­ti­schen Inseln Neu­see­lands oder Aus­tra­li­ens oder auf Süd­ge­or­gi­en, pflegt man einen ande­ren Ansatz und hat dort ein­ge­schlepp­te Tier­ar­ten, dar­un­ter Mäu­se und Rat­ten, kon­se­quent aus­ge­rot­tet. Das ist aller­dings mit viel Auf­wand ver­bun­den.

Spitz­ber­gens ers­ter Coro­na-Pati­ent

Am Mitt­woch (6. Okto­ber) gab es in Spitz­ber­gen den ers­ten offi­zi­ell bestä­tig­ten Pati­en­ten, der posi­tiv auf Coro­na getes­tet wur­de. Es han­delt sich bei dem Mann aber nicht um einen Ein­woh­ner oder einen Tou­ris­ten, son­dern um ein Besat­zungs­mit­glied eines rus­si­schen Fische­rei­schif­fes, der aus medi­zi­ni­schen Grün­den per Hub­schrau­ber in der Nähe der Bjørnøya vom Schiff geholt und ins Kran­ken­haus nach Lon­gye­ar­by­en gebracht wur­de, wie NRK berich­tet. Eini­ge Stun­den spä­ter wur­de der Mann mit dem Ambu­lanz­flug­zeug ins Unver­si­täts­kran­ken­haus nach Trom­sø gebracht. In Lon­gye­ar­by­en gibt es nur ein Inten­siv­bett mit Beatmungs­ge­rät.

Es besteht kein Ver­dacht, dass es in Lon­gye­ar­by­en in die­sem Zusam­men­hang zu Anste­ckun­gen gekom­men ist, etwa beim Per­so­nal des Hub­schrau­bers oder im Kran­ken­haus. Zudem ist die Impf­quo­te unter der erwach­se­nen Bevöl­ke­rung in Lon­gye­ar­by­en mit über 90 % sehr hoch, so dass das The­ma vor Ort nicht viel Besorg­nis erregt.

Corona, Spitzbergen

Coro­na-Viren auf hoher See: ein Besat­zungs­mit­glied eines rus­si­schen Fische­rei­schif­fes wur­de zum ers­ten Pati­en­ten mit nach­ge­wie­se­ner Coro­na-Infek­ti­on in Lon­gye­ar­by­en.

Bis­lang gab es offi­zi­ell kei­nen Coro­na-Fall in Spitz­ber­gen, wenn man von den Infek­tio­nen an Bord des Hur­tig­ru­ten­schif­fes Roald Amund­sen im Som­mer 2020 absieht, wobei es jedoch kei­nen Kon­takt mit Spitz­ber­gens Sied­lun­gen gab. Das kann aber auch mit der bemer­kens­wer­ten Test-„Strategie“ in Lon­gye­ar­by­en zu tun haben, die von Betrof­fe­nen, die sich oder etwa ihre Kin­der wegen rele­van­ter Sym­pto­me tes­ten las­sen woll­ten, zusam­men­fas­send wie folgt geschil­dert wird: „Du hast Sym­pto­me? Bleib bloß zu Hau­se!“ Spä­ter dann: „Du hast kei­ne Sym­pto­me mehr? Dann brauchst du auch kei­nen Test mehr.“ So kann man sich natür­lich auch coro­nafrei hal­ten 🙂 zumin­dest auf dem Papier.

Ende Sep­tem­ber wur­den in Nor­we­gen die Coro­na-Beschrän­kun­gen weit­ge­hend auf­ge­ho­ben. Auch die Ein­rei­se­be­schrän­kun­gen für Rei­sen­de aus euro­päi­schen Län­dern sind weit­ge­hend ent­fal­len, und für Rei­sen­de aus außer­eu­ro­päi­schen Län­dern gibt es eine gan­ze Rei­he von Aus­nah­men, die die Ein­rei­se zumin­dest für man­che wie­der mög­lich machen, wie die nor­we­gi­sche Regie­rung Ende Sep­tem­ber mit­teil­te.

Stimm­rechts­ent­zug für nicht-Nor­we­ger bei Kom­mu­nal­wah­len in Lon­gye­ar­by­en?

Nach­dem der August und der Sep­tem­ber end­lich in der Abtei­lung „Rei­se­b­log“ mal wie­der eine gan­ze Men­ge schö­nen Stoff gebracht haben, ist die Spitz­ber­gen-Rei­se­zeit nun erst mal vor­bei. Dafür ist es Zeit, in der Abtei­lung „Nach­rich­ten“ etwas auf­zu­ho­len; es ist ja nicht so, dass im hohen Nor­den die Zeit ste­hen geblie­ben wäre. Ein paar Infor­ma­tio­nen der letz­ten Zeit kom­men nun noch rück­wir­kend.

Lei­der sind das nicht alles gute Nach­rich­ten.

Aus­län­dern in Lon­gye­ar­by­en droht Ent­zug des kom­mu­na­len Wahl­rechts

Auf die­ser Sei­te war im Juni ein­mal die Rede vom Vor­stoß der nor­we­gi­schen Regie­rung, in Lon­gye­ar­by­en leben­den Nicht-Nor­we­gern („Aus­län­dern“) das Stimm­recht für die Kom­mu­nal­wah­len zu ent­zie­hen. Der dahin­ter lie­gen­de Sach­ver­halt ist etwas kom­plex und hat mit dem Spitz­ber­gen­ver­trag zu tun. Die­ser stellt die Insel­grup­pe Spitz­ber­gen unter nor­we­gi­sche Ober­ho­heit und auf die­ser Grund­la­ge ist Spitz­ber­gen seit 1925 durch nor­we­gi­sches Gesetz „Teil des König­rei­ches Nor­we­gen“. Je nach Bedarf sucht man sich in Nor­we­gen aber im Ein­zel­fall aus, wie nor­we­gisch Spitz­ber­gen tat­säch­lich ist, oder eben auch nicht. Wenn es nor­we­gi­schen Inter­es­sen dient, Spitz­ber­gen als Aus­land zu behan­deln, wird das durch­aus gemacht.

In Nor­we­gen (Fest­land) leben­de Aus­län­der erwer­ben nach meh­re­ren Jah­ren auf kom­mu­na­ler (!) Ebe­ne das Stimm­recht und das Recht, sich zur Wahl zu stel­len. Das gilt bis­lang auch für Lon­gye­ar­by­en, seit es dort eine lokal gewähl­te Gemein­de­ver­wal­tung (Lokals­ty­re) gibt. Das ist erst seit 2002 der Fall.

Im Früh­jahr hat die nor­we­gi­sche Regie­rung den Vor­schlag gemacht, das kom­mu­na­le Wahl­recht in Lon­gye­ar­by­en dar­an zu knüp­fen, dass die betref­fen­den Bür­ger min­des­tens drei Jah­re in einer Gemein­de auf dem nor­we­gi­schen Fest­land gelebt hat. Ansäs­sig­keit in Lon­gye­ar­by­en, gleich wie lang, wür­de dem­nach nicht mehr zur Wahl des dor­ti­gen Gemein­de­ra­tes berech­ti­gen.

Der Vor­stoß stieß in Lon­gye­ar­by­en, zumal bei den Betrof­fe­nen, auf viel Ent­set­zen. Gro­ßen Tei­len der Bevöl­ke­rung das kom­mu­na­le (!) Wahl­recht zu ent­zie­hen, das ohne­hin erst nach einem Auf­ent­halt von min­des­tens 3 Jah­ren erwor­ben wird, ist im euro­pä­isch-demo­kra­ti­schen Kon­text für vie­le kaum vor­stell­bar.

Die nor­we­gi­schen Par­la­ments­wahl vom 13. Sep­tem­ber 2021 hat einen Regie­rungs­wech­sel gebracht: die Mit­te-Rechts-Regie­rung von Regie­rungs­chefin Erna Sol­berg wur­de abge­wählt, die sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Arbei­ter­par­tei wird die nächs­te Regie­rung füh­ren. Man darf gespannt sein, was dies für Fol­gen für die nor­we­gi­sche Spitz­ber­gen­po­li­tik haben wird. Für die Fra­ge des kom­mu­na­len Wahl­rechts scheint der Regie­rungs­wech­sel in Oslo bis­lang kei­ne Kon­se­quen­zen zu haben. Im Sep­tem­ber haben die in der Lon­gye­ar­by­en Lokals­ty­re ver­tre­te­nen Par­tei­en sich nach län­ge­rer Bedenk­zeit zu die­ser Fra­ge geäu­ßert.

Longyearbyen Wahlrecht

Lon­gye­ar­by­en hat heu­te eine ziem­lich inter­na­tio­nal Bevöl­ke­rung, wobei Nor­we­ger nach wie vor die größ­te Bevöl­ke­rungs­grup­pe bil­den. Der Gemein­de­rat (Lokals­ty­re) ist stark nor­we­gisch domi­niert.

Abge­ord­ne­te der Mit­te-Rechts-Par­tei­en schü­ren Angst­sze­na­ri­en

Bemer­kens­wert offen äußer­te sich ein loka­ler Ver­tre­ter der rechts­ge­rich­te­ten „Frems­kritts­par­ti“ („Fort­schritts­par­tei“), der die Sache laut Sval­bard­pos­ten so kom­men­tier­te (eige­ne Über­set­zung): „… Men­schen, die nicht in Nor­we­gen gewe­sen sind, kei­ne Ver­wand­ten in Nor­we­gen haben, kei­ne Zuge­hö­rig­keit zu Nor­we­gen haben, kein spe­zi­el­les Inter­es­se an Nor­we­gen haben, kön­nen nach Sval­bard kom­men, wäh­len und gewählt wer­den. Für vie­le ist es logisch, dass es so nicht sein kann. Das ist scha­de für die guten Bür­ger, die wir hier haben, von denen die meis­ten ver­nünf­ti­ge Men­schen sind, aber das ist eine Sicher­heits­fra­ge: man kann das ein­fach nicht ris­kie­ren.“

Bemer­kens­wert ist hier unter ande­rem, dass die­ser Abge­ord­ne­te damit Spitz­ber­gen indi­rekt die Zuge­hö­rig­keit zu Nor­we­gen abspricht, denn sonst hät­te man durch die Ansäs­sig­keit in Lon­gye­ar­by­en natür­lich Zuge­hö­rig­keit zu und Inter­es­se an Nor­we­gen.

Ähn­lich äußer­te sich ein Lokals­ty­re-Mit­glied der Par­tei „Høy­re“ („Rech­te“): „Wir ris­kie­ren, dass so vie­le Aus­län­der hier­her­kom­men, dass nicht eine ein­zi­ge nor­we­gi­sche Per­son im Gemein­de­rat sitzt“.

Die­se Befürch­tung wird bis­lang weder von der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung noch von der stark nor­we­gisch gepräg­ten Zusam­men­set­zung des Gemein­de­ra­tes in Lon­gye­ar­by­en gestützt, es han­delt sich um ein rea­li­täts­fer­nes Angst­sze­na­rio.

Sozi­al­de­mo­kra­ti­sche und lin­ke Abge­ord­ne­te äußern sich dif­fe­ren­ziert bis kri­tisch

Bür­ger­meis­ter Arild Olsen (Arbei­ter­par­tei) äußer­te sich sowohl aus prak­ti­schen als auch aus demo­kra­tie­theo­re­ti­schen Grün­den aus­ge­spro­chen kri­tisch zu dem Vor­schlag, Aus­län­dern Wahl­recht und Wähl­bar­keit zu ent­zie­hen. Auch Ver­tre­ter der Par­tei „Venst­re“ („Lin­ke“) äußer­ten sich zumin­dest dif­fe­ren­ziert.

Im Ergeb­nis stell­te der Gemein­de­rat fest, dass es bis­lang kei­ne gemein­sa­me Hal­tung zur Sache gibt. Um sich mög­lichst doch noch geschlos­sen äußern zu kön­nen, wur­de die Sache ver­tagt. Ende Okto­ber läuft die Hörungs­frist aus.

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News-Auflistung generiert am 27. Oktober 2021 um 09:47:34 Uhr (GMT+1)
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