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Monats-Archiv: Januar 2013 − News & Stories


Ost Sval­bard Ver­wal­tungs­plan: Vor­schlag vom Sys­sel­man­nen liegt vor

Der mitt­ler­wei­le seit Jah­ren vor sich hin köcheln­de, sehr kon­tro­ver­se Pro­zess um einen neu­en Ver­wal­tungs­plan für die gro­ßen Natur­re­ser­va­te in Ost Sval­bard scheint in sei­ne abschlie­ßen­de Pha­se zu gehen: am 9.1. hat der Sys­sel­man­nen sei­nen neu­en Vor­schlag für das Gesetz ver­öf­fent­licht. Der Ent­wurf, der nach län­ge­rer inter­ner und öffent­li­cher Dis­kus­si­on und Anhö­rung zustan­de kam, wur­de bereits dem DN (Abtei­lung für Natur­ver­wal­tung im Oslo­er Umwelt­mi­nis­te­ri­um) über­sandt, das ihn abseg­nen muss, damit er dem Par­la­ment zum Beschluss und schließ­lich dem König zur Unter­schrift vor­ge­legt wer­den kann.

Die Prü­fung im DN ist aller­dings alles ande­re als For­ma­li­tät: Vor Jah­ren ist der gesam­te Vor­gang bereits ein­mal geplatzt, da sei­ner­zeit der Sys­sel­man­nen die ursprüng­li­chen Vor­ga­ben aus Oslo als zu dras­tisch und fach­lich unbe­grün­det zurück­ge­wie­sen hat­te. Im Gegen­zug bekommt der Sys­sel­man­nen in Lon­gye­ar­by­en mehr und mehr Gegen­wind aus der über­ge­ord­ne­ten Oslo­er Büro­kra­tie zu spü­ren, die mehr­fach klar gemacht hat, dass sie im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren die ent­schei­den­de Funk­ti­on inne­hat und der Sys­sel­man­nen eher eine „bera­ten­de“ Posi­ti­on ein­nimmt. Auch nach Inkraft­tre­ten wer­den wohl eini­ge admi­nis­tra­ti­ve Kom­pe­ten­zen von Lon­gye­ar­by­en nach Oslo wan­dern: Anschei­nend ist der Sys­sel­man­nen, dem immer­hin noch eine gewis­se Nähe zur Rea­li­tät und Pra­xis in Spitz­ber­gen nach­ge­sagt wer­den kann, der Oslo­er Minis­te­ri­al­bü­ro­kra­tie nicht strikt genug. Ent­schei­dend wird sein, wie der Ent­wurf aus­sieht, wenn er das nun anste­hen­de Ver­fah­ren im DN durch­lau­fen hat. Dort schreckt man nicht vor dras­ti­schen Ein­schrän­kun­gen zurück, ganz gleich ob die­se einen merk­ba­ren Nut­zen für Natur oder Wis­sen­schaft brin­gen oder nicht (sie­he auch die in die­ser Hin­sicht viel­sa­gen­den, seit 2010 gel­ten­den Vor­schrif­ten für Jan May­en).

Was nun auf dem Tisch liegt, ist zwar immer noch fach­lich kaum begründ­ba­rer und somit ärger­li­cher Kon­troll- und Absperr­wahn, aber über­wie­gend wohl wenigs­tens kein Welt­un­ter­gang für die­je­ni­gen, die wei­ter­hin auch in Spitz­ber­gens abge­le­ge­nen Regio­nen unter­wegs sein wol­len. Im Osten wer­den ins­ge­samt 6 Zonen aus­ge­wie­sen, die teils punk­tu­ell sind, teils groß­räu­mig. Für alle Zonen gel­ten ver­schie­de­ne Rege­lun­gen (sie­he unten­ste­hen­de Kar­te):

Zone A (gelb): wis­sen­schaft­li­che Refe­renz­ge­bie­te. Rei­sen dort­hin müs­sen vor­her dem Sys­sel­man­nen gemel­det wer­den, die­ser kann Ände­run­gen der Rei­se­plä­ne etc. ver­lan­gen (was schon immer in den gesam­ten Natur­re­ser­va­ten gilt). Anmer­kun­gen: Ver­mut­lich wird das DN ver­lan­gen, dass die Anmel­dun­gen von Akti­vi­tä­ten in den Refe­renz­ge­bie­ten über Oslo lau­fen müs­sen, und dann darf man auf die prak­ti­sche Hand­ha­bung gespannt sein, die poten­ti­ell auf eine fak­ti­sche Sper­rung hin­aus­lau­fen kön­nen. Die Refe­renz­ge­bie­te sind groß, umfas­sen aber über­wie­gend tou­ris­tisch wenig rele­van­te Gebie­te. Der wis­sen­schaft­li­che und sons­ti­ge Bedarf an sol­chen Gebie­ten ist unklar und umstrit­ten.

Zone B (oran­ge): Kein Zugang vom 15.05.-15.08. In der Pra­xis wären Lågøya und Tus­enøya­ne somit in der Sai­son gesperrt. Eine ähn­li­che Rege­lung galt bis­lang für die die Vogel­schutz­ge­bie­te, die aller­dings auf tat­säch­li­che Brut­ge­bie­te wie bestimm­te klei­ne­re Inseln beschränkt waren. Nun sol­len grö­ße­re Inseln und gan­ze Insel­grup­pen unter das sai­so­nal gel­ten­de Ver­bot fal­len.

Zone C (grü­ne Punk­te): hier sol­len orts­spe­zi­fi­sche Richt­li­ni­en gel­ten, wie sie mitt­ler­wei­le in Polar­ge­bie­ten, ins­be­son­de­re der Ant­ark­tis, mehr und mehr üblich wer­den.

Zone D (rote Punk­te): hier gel­ten rela­tiv klein­räu­mig ganz­jäh­ri­ge Betre­tungs­ver­bo­te an his­to­risch bedeut­sa­men Loka­li­tä­ten. Bereits seit 2010 in Kraft.

Zone E (rot): Ganz­jäh­ri­ge Sper­rung von Kong Karls Land. Dies gilt schon lan­ge.

Ost Svalbard Entwurf Sysselmannen_09 Januar 2013

Hier kli­cken für eine grö­ße­re Ver­si­on die­ser Kar­te.

Bemer­kens­wert ist, dass bis­he­ri­ge die Kom­pe­tenz des Sys­sel­man­nen, in den Natur­re­ser­va­ten per Ver­ord­nung loka­le Sper­run­gen zu erlas­sen, wenn dies für not­wen­dig erach­tet wird, nun an das Oslo­er ND gehen und auf die Mög­lich­keit zu weit­räu­mi­gen Sper­run­gen aus­ge­wei­tet wer­den soll. Dar­in liegt die Gefahr weit­ge­hen­der Sper­run­gen per Ver­ord­nung, ohne jeg­li­che öffent­li­che Dis­kus­si­on, die wenigs­tens ein Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren beglei­tet. Dar­in liegt ein kla­rer Miss­trau­ens­be­weis der Oslo­er Büro­kra­tie gegen­über dem Sys­sel­man­nen. War­um die­ser selbst den Pas­sus in sei­nen Ent­wurf geschrie­ben hat und dies nicht dem ND über­las­sen hat, ist nicht nach­voll­zieh­bar.

Die Lågøya soll nach dem vor­lie­gen­den Ent­wurf zwi­schen 15.5. und 15.8. nicht mehr betre­ten wer­den dür­fen.

Purchasneset, Lågøya

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Ark­tis-Fern­seh­tips

Ark­tis-Fern­seh­tips: Solan­ge in Spitz­ber­gen Polar­nacht herrscht, ist es ein­fa­cher, den hohen Nor­den vorm Fern­se­her zu erle­ben. Das geht dem­nächst bei­spiels­wei­se mit fol­gen­den Sen­dun­gen:

Do 10.1., Arte, 19:30 Uhr: Hafen­wel­ten – Lon­gye­ar­by­en: Schät­ze im Ewi­gen Eis
Wie­der­ho­lung: 17.1. um 17:35 Uhr und 26.1. umd 10:30 Uhr

Sa 12.1., WDR, 15:20 Uhr: High­way durch die Ark­tis

So 13.1., Pla­net, 13:35 Uhr: Die letz­ten Jäger der Ark­tis
Wie­der­ho­lung: 14.1. um 14:35 Uhr

Fr 18.1., HR, 14:30 Uhr: Grön­land – Wo aus Jägern Bau­ern wer­den
Auch Do, 14.2. um 21:00 im WDR

Mo 21.1., rbb, 22:15 Uhr: Am nörd­li­chen Ende der Welt. Mit Polar­for­schern auf Spitz­ber­gen

Fr 25.1., Arte, 13:00 Uhr: 360° – Geo Repor­ta­ge: Spitz­ber­gen, eisi­ge Insel

Sa 26.1., Ani­xe HD, 22:10 Uhr: Grön­land
Wie­der­ho­lun­gen: 27.1. um 19:10 Uhr, 28.1. um 10:30 Uhr

Mi 6.2., SWR, 07:15 Uhr: Grön­land. Erd­bee­ren am Polar­kreis

Da zieht es jeden Eis­bä­ren vor die Glot­ze!

Spitzbergen-Fernsehtips

Ant­ark­tis für Fort­ge­schrit­te­ne: Fahrt ins Ross­meer

Das Ross­meer ist ein ent­le­ge­ner Teil eines ent­le­ge­nen Kon­ti­nents: der Ant­ark­tis. „Nor­ma­le“ tou­ris­ti­sche Schif­frei­sen gehen zur Ant­ark­ti­schen Halb­in­sel, das Ross­meer hin­ge­gen wird nur aus­nahms­wei­se tou­ris­tisch besucht. Für Vie­le ist eine Rei­se dort­hin wohl vor allem ein Ver­gnü­gen, das wegen vie­ler See­ta­ge durch oft stür­mi­sche Mee­re eher zwei­fel­haft ist; für Ande­re ist das Ross­meer wie­der­um ein Traum. Ers­te­re brau­chen nicht wei­ter­zu­le­sen, Letz­te­re haben aber die Mög­lich­keit, ab 18. Febru­ar ab Neu­see­land mit der MV Orte­li­us auf den Spu­ren von Amund­sen, Scott und Shack­le­ton (auch der war vom Ross­meer aus aktiv) ins Ross­meer zu fah­ren: Die Ree­de­rei bie­tet für Kurz­ent­schlos­se­ne nun einen kräf­ti­gen Rabatt. Mehr Infor­ma­tio­nen dazu bei Ocean­wi­de Expe­di­ti­ons.

MV Orte­li­us in der Ant­ark­tis. Zusätz­lich zu den übli­chen Zodiacs hat das Schiff auf den Fahr­ten ins Ross­meer 2 Hub­schrau­ber an Bord.

MV Ortelius

Abschlie­ßend sei noch ange­merkt: Der Sei­ten­in­ha­ber wird nicht für Wer­bung für die­se Fahrt bezahlt (auch nicht indi­rekt), hält das Ange­bot aber für soweit inter­es­sant und die Fahrt für außer­ge­wöhn­lich genug, damit sich eine Erwäh­nung an die­ser Stel­le ent­ge­gen sons­ti­ger Gewohn­heit recht­fer­tigt.

Elfen­bein­mö­we: dün­ne­re Eier­scha­len durch Umwelt­gif­te

Umwelt­gif­te füh­ren bei Elfen­bein­mö­wen zu dün­ne­ren Eier­scha­len: Dies ist ein Ergeb­nis einer Stu­die von Wis­sen­schaft­lern des Nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tuts, des rus­si­schen Insti­tuts für Ark­tis- und Ant­ark­tis­for­schung (St. Peters­burg) und ande­ren For­schungs­ein­rich­tun­gen. Pro­ben wur­den 2007 in Spitz­ber­gen und der rus­si­schen Ark­tis genom­men, und der Ver­gleich mit Daten aus dem frü­hen 20. Jahr­hun­dert zeigt, dass die Scha­len bis zu 17 % an Dicke ver­lo­ren haben.

Lang­le­bi­ge Umwelt­gif­te wie PCBs und DDT rei­chern sich in der Nah­rungs­ket­te an, an deren Spit­ze sich u.a. die Elfen­bein­mö­we befin­det. Die dün­ne­ren Eier­scha­len wer­den vor allem dem DDT zuge­schrie­ben.

DDT wur­de seit den 1970er Jah­ren zuneh­mend ver­bo­ten und wird heu­te legal nur noch aus­nahms­wei­se zur Bekämp­fung von Seu­chen wie Mala­ria ein­ge­setzt. Nach­dem DDT in Nor­we­gen abge­schafft wur­de, haben die Eier­scha­len von See- und Raub­vö­geln schließ­lich wie­der ihre natür­li­che Dicke erreicht.

Elfen­bein­mö­we, Spitz­ber­gen.

Elfenbeinmöwe

Quel­le: Nor­we­gi­sches Polar­in­sti­tut

Eis­bä­ren-Angriff gefilmt

Der bri­ti­sche Tier­fil­mer Gor­don Buchanan, der 12 Mona­te lang für die bri­ti­sche BBC in Spitz­ber­gen Eis­bä­ren gefilmt hat, wur­de wäh­rend der Dreh­ar­bei­ten 40 Minu­ten lang von einer Eis­bä­rin ange­grif­fen. Der Schutz­kä­fig aus Ple­xi­glas hat aber allen Angrif­fen stand­ge­hal­ten, so dass der Vor­fall letzt­lich harm­los ver­lief. Ein Kurz­vi­deo ist auf You­tube zu sehen.

Die Epi­so­de trug sich auf dem som­mer­li­chen Meer­eis zu: Im Hin­ter­grund ist ein klei­nes Schiff zu sehen.

Eis­bä­ren-Angriff auf den Kame­ra­mann Gor­don Buchanan im Ple­xi­glas­kä­fig. Gott­sei­dank hielt die­ser den Bären­kräf­ten stand.

Eisbären-Angriff auf Gordon Buchanan

Spitz­ber­gen Sep­tem­ber 2012: Foto-Doku­men­ta­tio­nen

Die Spitz­ber­gen-Rei­se mit der Anti­gua im Sep­tem­ber 2012 (die „Glet­sch­er­fahrt“) wird auf die­ser Sei­te bereits mit Fotos und Rei­se­be­richt vor­ge­stellt (hier kli­cken). Mitt­ler­wei­le sind 2 wei­te­re Foto-Doku­men­ta­tio­nen zu die­ser Fahrt ent­stan­den. Bei­de zei­gen beein­dru­cken­de Bil­der:

Alex­an­der Lembke, Foto­graf und auf die­ser Fahrt als Gui­de dabei, hat auf sei­ner Web­sei­te eine sehr sehens­wer­te Sli­de­show instal­liert. Andern­orts sind auf die­ser Sei­te auch Bil­der von ande­ren Spitz­ber­gen-Unter­neh­mun­gen zu fin­den: hier kli­cken.

Harald und Andrea Dessl haben zur Rei­se vom Sep­tem­ber 2012 gleich ein gan­zes, sehr gelun­ge­nes Foto­buch geschaf­fen, das sowohl in der Vor­schau kom­plett ein­seh­bar als auch als Druck­ver­si­on bestell­bar ist. Hier kli­cken, um zur Vor­schau zu gelan­gen.

Das Foto­buch von Harald und Andrea Dessl.

Fotobuch Spitzbergen, September 2012, von H.&A. Dessl

Wal­ross in Nor­we­gen erschos­sen

Zunächst allen Besu­chern die­ser Sei­te ein gutes neu­es Jahr! Lei­der beginnt das Spitzbergen.de-Nachrichtenjahr 2013 trau­rig: Nach­dem am 1.1. bei Kris­ti­an­sund, an der nor­we­gi­schen Küs­te west­lich von Trond­heim, als sel­te­ner Neu­jahrs­gast ein Wal­ross auf­ge­taucht war, ist das Tier nach nur 7 Stun­den von den Behör­den erschos­sen wor­den. Angeb­lich soll der Gesund­heits­zu­stand des Tie­res dies not­wen­dig gemacht haben.

Laut Augen­zeu­gen­be­rich­ten soll das Wal­ross aller­dings zumin­dest in gutem Ernäh­rungs­zu­stand gewe­sen sein. Dar­über hin­aus sind klei­ne­re Wun­den oder abge­bro­che­ne Zäh­ne nor­mal. Die in so kur­zer Zeit von den loka­len Behör­den getrof­fe­ne Ent­schei­dung, ein streng geschütz­tes Tier zu erschie­ßen, ohne Exper­ten ein­zu­be­zie­hen, wur­de schnell hef­tig kri­ti­siert und mitt­ler­wei­le ange­zeigt.

Ins­be­son­de­re im Win­ter kommt es gele­gent­lich vor, dass ein­zel­ne Wal­ros­se lan­ge Streif­zü­ge in den Süden unter­neh­men und an der Küs­te Nor­we­gens gesich­tet wer­den. Auch in Däne­mark und sogar vor Spa­ni­en haben Wal­ros­se sich bereits bli­cken las­sen.

Das Wal­ross in der Dala­buk­ta bei Kris­ti­an­sund, 1.1.2013. Nach weni­gen Stun­den wur­de das Tier von den Behör­den erschos­sen. Foto © Sind­re Sver­drup Strand, tk.no

Walross, Dalabukta, Kristiansund, Norwegen

Quel­le: Tidens Krav (ver­schie­de­ne Arti­kel) und wei­te­re nor­we­gi­sche Medi­en

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News-Auflistung generiert am 01. August 2021 um 23:47:26 Uhr (GMT+1)
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