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Monats-Archiv: März 2016 − Reiseblog


Besuch in der ark­ti­schen Oper – 29. März 2016

Auf der Nord­sei­te vom Advent­da­len, 7 km öst­lich von Lon­gye­ar­by­en, steht ein Berg­mas­siv, das Ope­raf­jel­let. Der Opern­berg hat ein natür­li­ches Amphi­thea­ter, dar­in steht der Tenor wie Pava­rot­ti auf der Büh­ne. Dahin­ter der Diri­gent, im Hin­ter­grund Bass und Sopran, so wie sich das gehört.

Teno­ren

Der Tenor ist 656 m hoch. Die Musik, die hier spielt, ist die ark­ti­sche Stil­le, zwölfstim­mig, in Dur und Moll. So lan­ge wie man will, mit Pau­sen und Zuga­ben und im Rhyth­mus der Zeit­lo­sig­keit. Die Stamm­gäs­te im Publi­kum: Ren­tie­re und Schnee­hüh­ner. Auf den mitt­le­ren Rän­gen Gras, das sich extra schick geklei­det hat, mit einer glän­zen­den, kris­tall­kla­ren Eis­krus­te. Heu­te dazu: zwei Wan­de­rer. Glän­zen­des Schein­wer­fer­licht auf Anord­nung von ganz, ganz oben, die Wol­ken­vor­hän­ge spie­len nur vor­über­ge­hend mit der Beleuch­tung und zau­bern huschen­de Schat­ten in den Orches­ter­gra­ben und far­bi­gen Applaus an die Decke.

Gale­rie – Besuch in der ark­ti­schen Oper – 29. März 2016

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Das fina­le Cre­scen­do auf den Olymp der Oper, den Thron des Tenors, ist den Gäs­ten zu viel schril­les Glis­san­do. Das bleibt für ein da Capo.

Ostern – 27. März 2016

Das Oster­wo­chen­en­de ist im skan­di­na­visch gepräg­ten Nor­den etwas Beson­de­res. Für die Skan­di­na­vi­er ist Ostern die Zeit für Tou­ren schlecht­hin. Kei­ner bleibt zuhau­se. Ent­we­der macht man es sich irgend­wo sozi­al gemüt­lich, oder man schnallt die Ski an oder sat­telt den Motor­schlit­ten, ganz nach Wet­ter, Lust und Lau­ne.

Wir kom­bi­nie­ren bei­des auf erfreu­lichs­te Wei­se. Fro­he Ostern! 🙂

Ostern – 27. März 2016

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Son­nen­fest – 08. März 2016

Zwar steigt die Son­ne schon am 16. Febru­ar zum ers­ten Mal nach der Polar­nacht wie­der über den Hori­zont, aber da Lon­gye­ar­by­en von Ber­gen umge­ben ist, hat man erst am 08. März im Ort wie­der die Chan­ce auf wär­men­de Son­nen­strah­len im Gesicht. Klar, dass das ein Ereig­nis ist, nach­dem man dar­auf vier Mona­te lang ver­zich­ten muss­te – wobei die meis­ten Ein­woh­ner Lon­gye­ar­by­ens den Win­ter für den einen oder ande­ren Abste­cher in den Süden nut­zen, die Zeit der völ­li­gen Iso­la­ti­on wäh­rend des ark­ti­schen Win­ters ist natür­lich schon lan­ge vor­bei.

Den­noch freu­en sich alle auf die Wie­der­kehr der Son­ne, die eine gan­ze Woche lang mit diver­sen Arran­ge­ments gefei­ert wird: die Sol­fest­u­ke (Son­nen­fest­wo­che). Da lässt man das ver­gan­ge­ne Jahr auf der Büh­ne, ganz tra­di­tio­nell im Huset und nicht im neue­ren Kul­tur­haus, Revue pas­sie­ren, ein gro­ßes Ver­gnü­gen für loka­le Zuschau­er, die der nor­we­gi­schen Spra­che auf fort­ge­schrit­te­nem Niveau mäch­tig sind – es geht rasant und dia­lekt­ge­prägt zur Sache – und wis­sen, was den Ort in den ver­gan­ge­nen 12 Mona­ten so alles bewegt hat. Von der Store Nor­ske, der im 100. Jahr ihres Bestehens die Abwick­lung eines gro­ßen Teils ihrer Akti­vi­tä­ten droht, so dass sie künf­tig viel­leicht als Store Tor­ske ins Fische­rei­ge­schäft ein­stei­gen wird ..? Über Lokal­wah­len und poli­ti­sche Cha­mä­le­ons, auf die Ber­lin kein Exklu­siv­recht hat, bis hin zu Sval­bar­dia­nern, die schon mal spon­tan auf die Idee kom­men, zu tes­ten, ob man belieb­te inner­ört­li­che Motor­schlit­ten­stre­cken auch mit dem Auto befah­ren kann (nein, es geht nicht). Natür­lich bekom­men auch Behör­den und Ver­wal­tung ihr Fett weg.

Einer schö­nen Tra­di­ti­on fol­gend, hat Sval­bard Kir­ke zu einem Got­tes­dienst unter frei­em Him­mel am Hiorthfjel­let ein­ge­la­den, was Sok­ne­prest Leif Magne Hel­ge­sen wie immer sou­ve­rän gemacht hat. Die „Leif show“ ist immer erle­bens­wert. Kein Wun­der, dass er zum Sval­bar­dia­ner des Jah­res gewählt wur­de. Und das bei schö­ner Aus­sicht auf Lon­gye­ar­by­en und Umge­bung, mit Frostrauch auf dem Advent­fjord, auf des­sen offe­nes Was­ser – von Eis weit und breit lei­der kei­ne Spur – die Son­ne scheint.

Der abso­lu­te Höhe­punkt ist aber natür­lich der 08. März, das eigent­li­che Son­nen­fest. Dazu trägt das Wet­ter eine Men­ge bei, denn bei Bewöl­kung, die in den letz­ten Wochen und auch in ver­gan­ge­nen Jah­ren an die­sem Tag vor­ge­herrscht hat, gibt es ein Son­nen­fest ohne Son­ne, was etwas so viel Freu­de macht wie eine Hoch­zeit ohne Braut.

Gale­rie Son­nen­fest – 08. März 2016

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Heu­te aber soll­te es anders sein, kein Wölk­chen trübt den Him­mel. Gefühlt hun­der­te von Kin­dern, schön deko­riert mit son­nen­strah­li­gen gel­ben Schals, und vie­le Erwach­se­ne haben sich an der alten Kran­ken­haus­trep­pe ver­sam­melt, in der Nähe der Kir­che, wo die ers­ten Son­nen­strah­len zu erwar­ten sind. Die Kin­der feu­ern die Son­ne an, die noch hin­ter Gru­ve­f­jel­let und Troll­stei­nen ver­bor­gen ist, ihre Strah­len aber schon über den Rand schickt: sol, sol, kom igjen! Sola er min bes­te venn! (Son­ne, Son­ne, komm wie­der! Die Son­ne ist mein bes­ter Freund!

Das funk­tio­niert rhyth­mus- und reim­tech­nisch auf nor­we­gisch deut­lich bes­ser als auf deutsch). Es gibt Lie­der, es gibt klei­ne Reden, es gibt gute Stim­mung. Und dann gibt es Son­ne. Ein bewe­gen­der Moment, als das Licht über dem Lars­breen hell strah­lend auf­geht und wär­mend auf die Men­schen fällt, die den Augen­blick jubelnd fei­ern. Noch ein paar Lie­der, dann ver­streu­en sich die Leu­te wie­der. Die dunk­le Zeit ist für die­sen Win­ter zu Ende.

Bar­ents­burg – 04. und 05. März 2016

04./05. März 2016 – Besuch in Bar­ents­burg mit Über­nach­tung. Das fer­tig reno­vier­te Hotel bie­tet mitt­ler­wei­le einen beacht­li­chen Stan­dard, von den Zim­mern (teil­wei­se mit Bade­wan­ne!) über das Essen (à la car­te) bis hin zum schnel­len WLAN. Wobei es gleich­zei­tig natür­lich eine gan­ze Men­ge von sei­nem frü­he­ren, rus­ti­ka­len Charme ver­lo­ren hat.

Natür­lich sind das nicht die Din­ge, die auf einer Tour nach Bar­ents­burg im Vor­der­grund ste­hen, aber viel­leicht ist es ja gut zu wis­sen, dass man da wirk­lich pri­ma mit Über­nach­tung pla­nen kann. Das war nicht immer so. Und von Bar­ents­burg aus kann man sich natür­lich eine Men­ge schö­ner Tou­ren­zie­le erschlie­ßen, vom Ort selbst abge­se­hen. Dort kann man nun sogar Kur­se in rus­si­schem Kunst­hand­werk bele­gen. Zuge­ge­ben, das habe ich nicht pro­biert.

Gale­rie Bar­ents­burg – 04. und 05. März 2016

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Die Rück­fahrt dann im Schnee­trei­ben. Es war weder kalt noch win­dig, aber der Schnee­fall so dicht, dass die Sicht gleich null war und das Fah­ren ent­spre­chend zäh. Mit vol­lem Pro­gramm, soll hei­ßen mehr­fach auf Hän­gen im wei­chen Neu­schnee umge­kipp­te und ein­ge­gra­be­ne Motor­schlit­ten. Jau, da kommt Freu­de auf :-)

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