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Jahres-Archiv: 2015 − Reiseblog


Rund ums Coles­da­len

Land­schaft in blau­grau mit­ten im Nor­dens­ki­öld Land, irgend­wo im nir­gend­wo zwi­schen Lon­gye­ar­by­en und Barents­burg. Klei­ne und gro­ße Täler, wei­te Aus­sich­ten, neue Spu­ren. Weni­ge Kilo­me­ter, vie­le Ein­drü­cke und Fotos. Im Fokus – im wahrs­ten Sin­ne! – ste­hen die Land­schaft mit ihrem win­ter­li­chen Licht eines spä­ten März­ta­ges und die Motor­schlit­ten in ver­schie­de­nen Fahr­si­tua­tio­nen. Heu­te bewe­ge ich mich mehr vor als hin­ter der Lin­se, daher hält sich die Aus­wahl an Bil­dern hier in Gren­zen.

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Brein­osa & Hior­th­hamn

Man muss gar nicht immer weit weg. Licht & Land­schaft, schö­ne Aus­bli­cke und Tie­re – alles da, mit­un­ter sogar in Lon­gye­ar­by­en, ansons­ten inner­halb weni­ger Kilo­me­ter drum­her­um. Kei­ne Eis­bä­ren und Wal­ros­se, aber die not­ge­drun­gen tap­fe­ren, land­be­woh­nen­den Über­win­te­rer: Ren­tie­re und Schnee­hüh­ner. Letz­te­re sind im Win­ter durch ihr wei­ßes Gefie­der im Schnee so gut getarnt, dass man sie nicht sieht, wenn sie den Kopf sen­ken, um ein paar Kör­ner aus der Tun­dra unter der von Ren­tie­ren auf­ge­wühl­ten Schnee­de­cke zu picken. Der nie enden­de Kampf ums Über­le­ben in der Ark­tis. So schön, das zu beob­ach­ten, ohne dar­an teil­neh­men zu müs­sen.

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In Hior­th­hamn, direkt gegen­über von Lon­gye­ar­by­en, steht mit dem alten Koh­le­ver­la­de­kran eines der schöns­ten his­to­ri­schen Gebäu­de aus der frü­hen Berg­bau­zeit. Eis­schol­len krat­zen sanft am Ufer und hin­ter den Ber­gen auf der ande­ren Sei­te des Isfjord geht blut­rot die Son­ne unter, obwohl es noch spä­ter Nach­mit­tag ist und noch nicht Abend. Gera­de gut 2 Wochen ist es her, dass in Lon­gye­ar­by­en über­haupt die ers­ten Son­nen­strah­len nach der Polar­nacht gefei­ert wur­den. Jetzt kehrt das Licht schnell zurück.

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Die Son­nen­fins­ter­nis

Die SoFi (Son­nen­fins­ter­nis), von der Astro­no­mie seit Jahr­tau­sen­den geplant für den heu­ti­gen Frei­tag, 20. März 2015, am spä­ten Vor­mit­tag, hat sich auch in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung schon län­ger als Groß­ereig­nis ange­kün­digt. Tau­sen­de von SoFi-Jün­gern aus allen Erd­tei­len hat­ten mit Lini­en- und Char­ter­flü­gen den klei­nen Flug­ha­fen bei Lon­gye­ar­by­en bis an die Kapa­zi­täts­gren­ze aus­ge­las­tet, wie auch die diver­sen Hotels und Abstei­gen vor Ort. Natür­lich war die alles ent­schei­den­de Fra­ge: Wür­de das Wet­ter Besu­chern und Ein­hei­mi­schen wohl­ge­son­nen sein? Sobald 10 Tage vor­her die ers­ten Lang­zeit­pro­gno­sen aus den Kris­tall­ku­geln geholt wur­den, wur­den die­se eif­rig stu­diert.

Und sie­he da: Die Wet­ter­göt­ter waren voll auf der Sei­te der zahl­rei­chen Besu­cher: Ein paar dün­ne Wol­ken­schlei­er am Mor­gen ver­zo­gen sich im Lauf des Vor­mit­tags und gaben den Blick auf den strah­lend blau­en Him­mel frei. Die meis­ten hat­ten sich in Orts­nä­he im Advent­da­len in Posi­ti­on gebracht und die Span­nung stieg spür­bar, bis um 11.12 Uhr Orts­zeit die tota­le Pha­se ein­setz­te. Wir hat­ten uns etwas wei­ter ins Advent­da­len ver­zo­gen, abseits des Tru­bels.

Son­nen­fins­ter­nis­se sind viel­fach beschrie­ben wur­den und blei­ben trotz­dem unbe­schreib­lich, so dass ich es jetzt gar nicht ver­su­chen will. Ich dach­te frü­her auch, das gan­ze Gere­de, es sei unvor­stell­bar und eine tota­le Son­nen­fins­ter­nis sei noch ein­mal ein völ­lig ande­res Erleb­nis als eine par­ti­el­le, sei Gela­ber. Es stimmt aber. Es war wirk­lich der Ham­mer, und wir sind äußerst froh, das erlebt zu haben, auch wenn es nicht nur tota­le Fins­ter­nis am Him­mel, son­dern auch tota­le Käl­te in den Fin­ger­spit­zen gab. Hat sich aber gelohnt. Der Moment, als die Koro­na auf­blüh­te … aber ich woll­te ja gar nicht ver­su­chen, es zu beschrei­ben. Also: Bil­der! Natür­lich gibt es auch ein paar Fotos, wobei das gar nicht so ein­fach war … kön­nen wir das bit­te noch mal machen?

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Man merk­te es dem klei­nen Ort nach­mit­tags förm­lich an, wie sehr Anspan­nung und Stress der Tage zuvor nun Freu­de und Erleich­te­rung gewi­chen waren. Tas­sen hoch!

Tem­pel­fjord

Mit­te März beginnt für mich der ark­ti­sche Teil des Jah­res 2015 und damit auch die­ser Blog. Ein paar Wochen sind nach Rück­kehr aus der Ant­ark­tis ver­gan­gen, und recht­zei­tig vor der Son­nen­fins­ter­nis in Spitz­ber­gen am 20. März zie­hen wir wie­der nach Lon­gye­ar­by­en hoch für ein paar ers­te Tou­ren, sozu­sa­gen Warm­wer­den. Der ers­te Aus­flug ging ins Sas­send­a­len und zum Tem­pel­fjord.

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