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Jahres-Archiv: 2009 − News & Stories


Erhöh­te Lawi­nen­ge­fahr

Gestie­ge­ne Schnee­fall­men­gen füh­ren zu einer stark erhöh­ten Lawi­nen­ge­fahr über­all auf geneig­tem Gelän­de in Spitz­ber­gen. Wäh­rend die Motor­schlit­ten­sai­son der­zeit in vol­lem Gang ist, müs­sen die Ret­tungs­mann­schaf­ten des Sys­sel­man­nen regel­mä­ßig aus­rü­cken, um poten­ti­el­le Lawi­nen­op­fer zu ber­gen. Für eine Per­son kam im März jeg­li­che Hil­fe zu spät: Ein Ein­woh­ner Lon­gye­ar­by­ens konn­te nur noch tot aus den Schnee­mas­sen gebor­gen wer­den. Bei einer Rei­he ande­rer Vor­fäl­le kamen ande­re Scoo­ter­fah­rer mit dem Schre­cken davon, aber es wird zu gro­ßer Vor­sicht auf­ge­ru­fen.

Die Lawi­nen­ge­fahr ist deut­lich grö­ßer, als dies in der Ver­gan­gen­heit der Fall war. Ursa­che hier­für sind gestie­ge­ne Schnee­fall­men­gen durch ver­än­der­te Wit­te­rungs­mus­ter.

Schön, aber mit Vor­sicht zu genie­ßen: Win­ter auf Spitz­ber­gen

Winter auf Spitzbergen

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Son­nen­fest­wo­che in Lon­gye­ar­by­en

Die Son­ne ist bereits seit etwa 20. Febru­ar mit­tags wie­der über dem Hori­zont, aber wegen der Ber­ge lässt sie sich erst am 08. März zum ers­ten Mal wie­der in Lon­gye­ar­by­en bli­cken. Die­ses Ereig­nis ist Anlass zur tra­di­tio­nel­len Son­nen­fest­wo­che in Lon­gye­ar­by­en: Bis zum 14. März gibt es täg­li­che Ver­an­stal­tun­gen, vom Got­tes­dienst zu Beginn über diver­se Vor­trä­ge bis hin zu diver­sen Kon­zer­ten am kom­men­den Wochen­en­de.

Die ers­ten und die letz­ten Son­nen­strah­len des Jah­res sind in der Ark­tis ein Ereig­nis.

Sonnenstrahlen im Akselsundet

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Blin­de Pas­sa­gie­re im Bal­last­was­ser

Die Ein­füh­rung frem­der Tier- oder Pflan­zen­ar­ten zu abge­le­ge­nen Inseln hat schon in vie­len Gegen­den ver­hee­ren­de öko­lo­gi­sche Schä­den ange­rich­tet. Gefähr­li­che Ein­wan­de­rer wie Krab­ben und Muscheln kön­nen sich über das Bal­last­was­ser von Fracht­schif­fen aus­brei­ten. Der Sys­sel­man­nen schlägt daher vor, dass die Häfen Spitz­ber­gens Rei­ni­gungs­an­la­gen bekom­men sol­len, deren Benut­zung obli­ga­to­risch ist.

Die größ­ten Men­gen Bal­last­was­ser wer­den im Van Mijen­fjord bei der Koh­le­berg­bau­sied­lung Sveagru­va aus­ge­tauscht. Laut Anga­ben der Ree­de­rei tau­schen die Schif­fe aber auf der gesam­ten Über­fahrt kon­ti­nu­ier­lich Bal­last­was­ser mit See­was­ser aus, damit das ein­ge­führ­te Was­ser mög­lichst loka­ler Her­kunft ist.

Koh­le­frach­ter im Bellsund. Viel­leicht mit blin­den Pas­sa­gie­ren im Tank?

Kohlefrachter im Bellsund

Quel­le: Sys­sel­man­nen, Sval­bard­pos­ten

Kom­mer­zi­el­le Waf­fen­aus­lei­he unter­sagt

Wer auf Spitz­ber­gen unter­wegs sein will, braucht für den Not­fall unbe­dingt eine eis­bä­ren­taug­li­che Waf­fe. Die­se konn­te man sich bis­lang in Lon­gye­ar­by­en erstaun­lich unkom­pli­ziert kom­mer­zi­ell lei­hen. Damit hat es vor­erst ein Ende: Der Sys­sel­man­nen hat die­sen Ver­leih mit sofor­ti­ger Wir­kung unter­sagt mit der Begrün­dung, dass die gesetz­li­che Grund­la­ge nicht gege­ben sei, was bis­lang anschei­nend nie­man­dem auf­ge­fal­len ist. Man bemüht sich um eine Lösung, die zumin­dest auto­ri­sier­ten Waf­fen­händ­lern den Ver­leih an Inha­ber von Waf­fen­be­sitz­kar­ten erlau­ben wür­de.

Das Ende des Ver­leihs wür­de die Mög­lich­kei­ten für Indi­vi­du­al­tou­ris­ten deut­lich ein­schrän­ken.

Ohne Waf­fe läuft in Spitz­ber­gen unter­wegs gar nichts.

Kommerzielle Waffenausleihe untersagt

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Stel­lung­nah­me zu Tou­ris­mus und For­schung im Osten Sval­bards

Stren­ger Schutz oder nach­hal­ti­ger Tou­ris­mus? Über den lau­fen­den Pro­zess, tou­ris­ti­schen und wis­sen­schaft­li­chen Ver­kehr im Osten Sval­bards zu regeln, wur­de auf die­sen Sei­ten schon mehr­fach berich­tet. Der Sys­sel­man­nen hat nun sei­ne Stel­lung­nah­me dazu ver­öf­fent­licht, die den wei­te­ren Gesetz­ge­bungs­vor­gang mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit wesent­lich prä­gen wird. Dem­nach emp­fiehlt er die Ein­rich­tung von einem oder zwei grö­ße­ren Gebie­ten, in denen jeg­li­cher Ver­kehr ver­bo­ten ist, ähn­lich wie das Gebiet in Kong Karls Land.

Ent­ge­gen der ursprüng­li­chen Absicht lau­tet die Emp­feh­lung jedoch nicht mehr, (orga­ni­sier­ten) Tou­ris­mus im Osten auf weni­ge Stel­len zu beschrän­ken und den über­wie­gen­den Teil der Flä­che prak­tisch kom­plett zu sper­ren. Grund für die­se Ände­rung ist die »dün­ne fach­li­che Begün­dung« sowie die ggf. zu erwar­ten­den Kon­flik­te.

Der ursprüng­li­che Vor­schlag stieß weit­ge­hend auf Unver­ständ­nis und wur­de von ver­schie­de­nen Sei­ten stark kri­ti­siert. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung wird von der Regie­rung in Oslo getrof­fen.

Tau­zie­hen um den Osten. Der ursprüng­li­che Vor­schlag sah vor, sämt­li­che rot mar­kier­ten Gebie­te für die Öffent­lich­keit weit­ge­hend zu sper­ren; er scheint nun vom Tisch zu sein.
(Für grö­ße­re Ver­si­on auf Kar­te kli­cken).

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Weni­ger Umwelt­gif­te in Rin­gel­rob­ben

Zwi­schen 1995 und 2004 haben die Gehal­te von PCBs und Insek­ten­schutz­mit­teln bei Rin­gel­rob­ben in Spitz­ber­gen um 50 bis 80 % abge­nom­men. Rin­gel­rob­ben sind die Haupt­nah­rung von Eis­bä­ren und ste­hen in Grön­land und Kana­da oft auch auf dem mensch­li­chen Spei­se­plan.

Umwelt­gif­te, vor allem PCBs, Insek­ten­schutz­mit­tel und bro­mier­te Flamm­schutz­mit­tel, haben sich in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit in der ark­ti­schen Nah­rungs­ket­te so stark ange­rei­chert, dass sie eine mas­si­ve Umwelt­be­dro­hung dar­stel­len. Vor allem bei Tie­ren, die hoch in der Nah­rungs­ket­te ste­hen (etwa Eis­mö­wen, Elfen­bein­mö­wen, Eis­bä­ren), kön­nen die Kon­zen­tra­tio­nen der lang­le­bi­gen Sub­stan­zen toxi­sche Kon­zen­tra­tio­nen errei­chen.

Der Rück­gang die­ser Umwelt­gif­te im Kör­per der Rin­gel­rob­be ist ein erfreu­li­ches Bei­spiel dafür, dass Maß­nah­men der Gesetz­ge­ber (vor allem in Euro­pa) grei­fen kön­nen, denn er wird auf Ver­bo­te der ent­spre­chen­den Stof­fe zurück­ge­führt. Die Her­aus­for­de­rung für die Zukunft besteht in ent­spre­chen­den Reak­tio­nen auf die Erfin­dung neu­er, ähn­lich pro­ble­ma­ti­scher Ersatz­stof­fe durch die che­mi­sche Indus­trie, sowie dar­in, der­ar­ti­ge Maß­nah­men mög­lichst welt­weit ein­zu­füh­ren. Die meis­ten west­li­chen Staa­ten haben sich dazu ver­pflich­tet, es feh­len aber noch wich­ti­ge Staa­ten wie die USA.

Eis­bär und Elfen­bein­mö­we beim Mit­tag­essen.
Uner­wünsch­te Zusatz­stof­fe sind wahr­schein­lich.

Eisbär und Elfenbeinmöwe beim Mittagessen

Sval­Sat-Satel­li­ten­sta­ti­on bei Lon­gye­ar­by­en

Die Emp­fangs­sta­ti­on Sval­Sat auf dem Pla­tå­berg bei Lon­gye­ar­by­en gibt es seit 1996/97. Ihre pol­na­he Lage bei gleich­zei­tig vor­han­de­ner, guter Infra­struk­tur macht sie zu einem zen­tra­len Bau­stein zum Emp­fang von Daten von Satel­li­ten in Pol­um­lauf­bahn. Mitt­ler­wei­le ste­hen 16 klei­ne­re und grö­ße­re Anten­nen auf dem Gelän­de. Im Mai 2009 wird der Bau wei­te­rer Anten­nen begin­nen, ins­ge­samt wer­den es in ein paar Jah­ren über 20 sein. Hin­ter­grund ist der Auf­bau des euro­päi­schen satel­li­ten­ba­sier­ten Navi­ga­ti­ons­sys­tems »Gali­leo«, das Pen­dant zum ame­ri­ka­ni­schen GPS. Auf der Süd­halb­ku­gel wird die nor­we­gi­sche Ant­ark­tis-Sta­ti­on »Troll« die ent­spre­chen­de Rol­le über­neh­men.

Die Sval­Sat-Anla­ge auf dem Pla­tå­berg bei Lon­gye­ar­by­en (Foto: Michel­le van Dijk).

SvalSat Satellitenanlage in Longyearbyen

Quel­le: Sval­bard­pos­ten Nr. 2, 2009

Eis­bä­ren mögen Ren­tie­re

Im inne­ren Wij­defjord wur­de beob­ach­tet, wie ein Eis­bär ein Ren­tier schlägt − bis­lang wur­de davon aus­ge­gan­gen, dass Eis­bä­ren sich höchs­tens über tote oder zumin­dest kran­ke bzw. ver­letz­te Ren­tie­re her­ma­chen, dass ein gesun­des, aus­ge­wach­se­nes Ren­tier aber zu beweg­lich und schnell als Jagd­beu­te ist. Nun stellt sich die Fra­ge, ob das beob­ach­te­te Ver­hal­ten Sel­ten­heits­wert hat oder ob es viel­leicht ein­fach nur sel­ten gese­hen wird. Soll­te sich zei­gen, dass Eis­bä­ren wider der tra­di­tio­nel­len Annah­me durch­aus in der Lage sind, Ren­tie­re zu erbeu­ten, wür­de das im Fal­le eines dra­ma­ti­schen Treib­eis­ver­lus­tes bei fort­schrei­ten­dem Kli­ma­wan­del eine Berei­che­rung des Spei­se­plans sein, die für die Eis­bä­ren viel­leicht noch sehr nütz­lich wer­den wird.

Eis­bär an Land: kaut lie­ber Ren­tie­re als Kie­sel­stei­ne.

Eisbär

Quel­le: Tom­my San­dal (Austfjordnes/Wijdefjord), ver­öf­fent­licht in Sval­bard­pos­ten

Jah­res­wech­sel in Spitz­ber­gen ruhig und kalt

Der Jah­res­wech­sel in Spitz­ber­gen ver­lief ruhig und kalt. Trotz eines Ver­bo­tes von bestimm­ten Sil­ves­ter­ra­ke­ten gab es Feu­er­werk in Lon­gye­ar­by­en bei Tem­pe­ra­tu­ren unter­halb von -20°C, wäh­rend das Treib­eis den Osten der Insel­grup­pe mitt­ler­wei­le fest im Griff hat. Im Nor­den hält das ange­wärm­te Was­ser des Golf­stroms das Treib­eis in Küs­ten­nä­he der­zeit noch recht offen − mal sehen, wie sich das bis zum Sai­son­be­ginn im Juni ent­wi­ckelt. Ein Treib­eis­feld im Advent­fjord hat das Segel­schiff Noor­der­licht jeden­falls vor­über­ge­hend im Griff, bevor es sei­nen Stamm­platz im Tem­pel­fjord ein­neh­men konn­te, wo es seit eini­gen Jah­ren das Früh­jahr im Eis ein­ge­fro­ren ver­bringt.

Nor­we­gi­sche Eis­kar­te vom 30. Dezem­ber 2009
Nor­we­gi­sches Meteo­ro­lo­gi­sches Insti­tut)

Norwegische Eiskarte vom 30.12.2009

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