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Jahres-Archiv: 2018 − News & Stories


Vor­trä­ge von Rolf Stan­ge 2018: Pots­dam, Braun­schweig, Han­no­ver

Ende Novem­ber ist es wie­der soweit: Rolf Stan­ge und die Geo­gra­phi­sche Rei­se­ge­sell­schaft sind mit einer klei­nen Vor­trags­rei­he auf Tour. Unter dem Titel „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den“ wird es beein­dru­cken­de und span­nen­de Bil­der geben und natür­lich live dazu Kom­men­ta­re und Erzäh­lun­gen von Rolf. Es geht zu den Lofo­ten, zur Bären­in­sel und natür­lich nach Spitz­ber­gen … sind Sie dabei?

Vortrag Rolf Stange: Norwegens arktischer Norden - Tiere und Landschaften, Spitzbergen

Vor­trag „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den“ von und mit Rolf Stan­ge: Spitz­ber­gen-Land­schaf­ten, wun­der­schön und für die meis­ten uner­reich­bar.

Nach­dem wir in den letz­ten Jah­ren in Sachen Vor­trä­ge ten­den­zi­ell eher in Süd­deutsch­land unter­wegs waren, sind wir die­ses Mal in Pots­dam, Braun­schweig und Han­no­ver. Die Ter­mi­ne und Ver­an­stal­tungs­or­te:

  • Don­ners­tag, 29.11. in Pots­dam: Aula des Han­nah Arend Gym­na­si­ums (Haeckel­stra­ße 72)
  • Frei­tag, 30.11. in Braun­schweig: Kul­tur­haus Bruns­vi­ga, Karl­stra­ße 35
  • Sams­tag, 01.12. in Han­no­ver: Stadt­teil­zen­trum Kro­KuS, Thie 6

Beginn ist jeweils 19.30 Uhr, Ein­lass ab 19 Uhr.

Vortrag Rolf Stange: Norwegens arktischer Norden - Tiere und Landschaften, Spitzbergen

Vor­trag „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den“ von und mit Rolf Stan­ge: kei­ne Sor­ge, Tie­re gibt es auch 🙂

Ver­an­stal­ter ist die Geo­gra­phi­sche Rei­se­ge­sell­schaft, die auch ger­ne Vor­be­stel­lun­gen ent­ge­gen­nimmt. Ansons­ten gibt es natür­lich auch die Abend­kas­se.

Will­kom­men an Bord! 🙂

Vortrag Rolf Stange: Norwegens arktischer Norden - Tiere und Landschaften, Spitzbergen

Vor­trag „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den“ von und mit Rolf Stan­ge: ich kom­me, Sie auch?

Bar­ents­burg-Pan­ora­men: neu sor­tiert mit Kar­te

Die dunk­le Zeit im Nor­den kann man gut nut­zen, um sich Schreib­tisch­pro­jek­ten zu wid­men, die schon lan­ge war­ten: Die Samm­lung der 360-Grad Pan­ora­men der rus­si­schen Sied­lung Bar­ents­burg war bis­her unüber­sicht­lich auf einer Sei­te zusam­men­ge­fasst. Nun sind sie schön sor­tiert, jeder Ort für sich hat eine Sei­te: die Braue­rei, das Hotel, die Lenin-Sta­tue, das alte Muse­um im Kul­tur­haus, die Kapel­le und wei­te­re. Das wird mit­tel­fris­tig noch ergänzt, aber die tou­ris­tisch wich­tigs­ten Orte sind nun erfasst und über eine Kar­te schnell und über­sicht­lich zugäng­lich, so dass man jeder­zeit die Ori­en­tie­rung hat und weiß, wo man sich befin­det.

Barentsburg Panorama

Bar­ents­burg im Pan­ora­ma: hier steht Lenin im Zen­trum.

Viel Spaß beim vir­tu­el­len Rund­gang in Bar­ents­burg! Hier kli­cken, um zur Kar­te mit den Bar­ents­burg-Pan­ora­men zu kom­men.

Strom und Wär­me in Lon­gye­ar­by­en: Hei­zen wie Höl­le

Der Ener­gie­ver­brauch in Lon­gye­ar­by­en liegt deut­lich über dem Schnitt, den die Bewoh­ner des nor­we­gi­schen Fest­lan­des errei­chen.

In Lon­gye­ar­by­en wird mit Fern­wär­me aus dem Koh­le­kraft­werk geheizt, und die Bewoh­ner gehen mit der kost­ba­ren Wär­me groß­zü­gig um. Das hat wenig mit den ver­meint­lich kna­ckig-kal­ten ark­ti­schen Tem­pe­ra­tu­ren zu tun, die im mari­tim gepräg­ten Spitz­ber­gen im Win­ter oft höher lie­gen als in kon­ti­nen­tal-kli­ma­ti­schen Berei­chen Skan­di­na­vi­ens. Zu den Grün­den zählt eher vor allem die schlech­te Iso­lie­rung vie­ler Gebäu­de. Lon­gye­ar­by­en wur­de bekann­ter­ma­ßen als Berg­bau­ort gegrün­det, und das zeigt sich immer noch in Tei­len der Bau­mas­se, die nicht für den lang­fris­ti­gen Gebrauch durch eine mehr oder weni­ger per­ma­nen­te Wohn­be­völ­ke­rung kon­zi­piert waren. Im Gegen­teil han­delt es sich teil­wei­se um eine schlecht iso­lier­te Bara­cken­bau­wei­se. Auch bei neue­ren Gebäu­den bleibt die Iso­lie­rung oft deut­lich hin­ter den bau­tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten zurück, auch da die Bau­schrif­ten des Fest­lan­des in Lon­gye­ar­by­en erst seit 2012 gel­ten. Über die Hälf­te der Bau­mas­se in Lon­gye­ar­by­en ist älter als 1970. Hier ist der­zeit aller­dings vie­les in Bewe­gung, nicht zuletzt wegen der zwangs­wei­sen Auf­ga­be gan­zer Stra­ßen­zü­ge wegen Lawi­nen­ge­fahr wird nun viel gebaut.

Auch die Heiz­ge­wohn­hei­ten vie­ler Bewoh­ner sind nicht gera­de von Ehr­geiz in Sachen Ener­gie­spa­ren geprägt. So soll man­cher eher das Fens­ter öff­nen, anstatt die Hei­zung her­un­ter­zu­dre­hen. Ther­mo­sta­te an Hei­zun­gen sind die Aus­nah­me. Dazu trägt sicher bei, dass die Rech­nung für die Fern­wär­me auf der Wohn­flä­che basiert und nicht auf dem tat­säch­li­chen Ver­brauch. Dass vie­le in vom Arbeit­ge­ber gestell­ten Woh­nun­gen woh­nen und ihre Neben­kos­ten eben­falls vom Arbeit­ge­ber gezahlt bekom­men, wird die Situa­ti­on kaum bes­ser machen.

Energie und Wärme in Longyearbyen

Hei­zen in Spitz­ber­gen: gro­ßer Ofen, schlech­te Iso­lie­rung.

Gene­rell hal­ten die meis­ten in Lon­gye­ar­by­en sich für umwelt­freund­lich, aber die­se Selbst­wahr­neh­mung dürf­te eher trü­gen mit Blick auf Ener­gie- und Wär­me­ver­brauch sowie Ver­kehrs­ver­hal­ten. Wür­den die Ein­woh­ner auf Fest­lands­ni­veau hei­zen, wür­de der Ener­gie­ver­brauch durch Fern­wär­me flä­chen­be­zo­gen um 40 % fal­len. Im Win­ter­halb­jahr ist das Spar­po­ten­zi­al sogar noch höher, wie das Teknisk Uke­b­lad berich­tet.

Auch beim Strom­ver­brauch wür­de ein Anglei­chen des loka­len Ver­hal­tens an sons­ti­ges nor­we­gi­sches Niveau bereits zu einer Erspar­nis von 15 % füh­ren. Pas­siv­häu­ser wür­den den Ver­brauch gar um geschätz­te 25 % redu­zie­ren.

Da der­zeit ohne­hin viel gebaut wird, könn­ten die nächs­ten Jah­re deut­li­che Ver­bes­se­run­gen brin­gen. Auch an tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten zur kos­ten­güns­ti­gen ener­ge­ti­schen Sanie­rung des Bestan­des wird gear­bei­tet.

Auch die Art der Ener­gie­pro­duk­ti­on in Lon­gye­ar­by­en wird schon lan­ge dis­ku­tiert. Klar ist nur eines: das exis­tie­ren­de Koh­le­kraft­werk wird nicht mehr ewig in Betrieb sein. Was aber danach kommt, weiß bis­lang noch nie­mand. Dis­ku­tiert wur­den schon so ziem­lich alle Vari­an­ten, von einem moder­ne­ren Koh­le­kraft­werk über Gas, even­tu­ell in Kom­bi­na­ti­on mit erneu­er­ba­ren Ener­gien (Wind? Son­ne? ..?) bis hin zu einem Strom­ka­bel zum Fest­land. Man darf gespannt sein.

Nusfjord: Abschied von den Lofo­ten

Früh­mor­gens ging es schon los, aus dem Hafen von Skro­va her­aus und hin­aus auf den gro­ßen Ves­t­fjord, immer ent­lang der beein­dru­cken­den Berg­wand der Lofo­ten, bekannt als „Lofot­ve­g­gen“, die Lofo­ten­wand. Ein beein­dru­cken­der Anblick, der durch die Mor­gen­son­ne sicher nicht schlech­ter wird. Zwi­schen­durch kreis­te ein See­ad­ler über dem Schiff, der See­gang war deut­lich mode­ra­ter als gedacht … so kann man schon mal in den Tag star­ten!

Sonnenaufgang Vestfjord

Son­nen­auf­gang über dem Ves­t­fjord.

Lofotveggen: Anblick Lofoten

Lofot­ve­g­gen: der Anblick der Lofo­ten vom Ves­t­fjord.

Dann leg­ten wir in Nusfjord an, einem sehr male­ri­schen, alten Fischer­dörf­chen mit den berühm­ten Ror­buer, den tra­di­tio­nel­len Behau­sun­gen, in denen frü­her Fischer unter­ge­bracht wur­den. Das waren sai­so­na­le Gast­ar­bei­ter, die aus wei­ter süd­lich gele­ge­nen Tei­len Nor­we­gens kamen, um in der win­ter­li­chen Kabel­jau­sai­son (Lofot­fis­ke) Geld zu ver­die­nen. Damals wur­den sie in den Ror­buer unter ärm­li­chen Bedin­gun­gen ein­ge­pfercht, heu­te sind das schi­cke und ent­spre­chend teu­re Unter­künf­te für Tou­ris­ten. So ändern sich die Zei­ten.

Nusfjord

Nusfjord.

Hier in die­sem wun­der­schö­nen Ort, in dem sich Son­ne und Regen gera­de wech­sel­wei­se die Klin­ke in die Hand geben, kommt fast etwas Weh­mut auf. Es ist der letz­te Halt unse­rer Rei­se vor Bodø und der letz­te schö­ne Aus­flug von der Anti­gua in die­ser Sai­son. Umso mehr noch ein­mal die schö­nen Bli­cke über Nusfjord genie­ßen …

Nusfjord

SV Anti­gua in Nusfjord.

Dann wird es Zeit, Kurs über den Ves­t­fjord zu set­zen. Je frü­her wir in Bodø ankom­men, des­to bes­ser; heu­te Nacht wird es hier recht stür­misch wer­den. So aber kom­men wir ziem­lich ange­nehm über den Ves­t­fjord, der mehr ein klei­nes Meer ist als ein Fjord.

Gefäng­nis­stra­fe für Stö­rung von Eis­bä­ren im Bill­efjord durch Auto­fah­ren

Im Fall eines Man­nes, der im Früh­jahr mit einem Auto zwei Eis­bä­ren auf dem Eis im Bill­efjord bei der Paa­rung gestört hat­te, wur­de vom Gericht in Nord­nor­we­gen nun eine Gefän­giss­tra­fe ver­hängt.

Der Fall hat­te eini­ge Auf­merk­sam­keit auf sich gezo­gen: Der 58 Jah­re alte und zu die­ser Zweit in Pyra­mi­den ansäs­si­ge Ukrai­ner war mit einem Auto auf dem Fjor­deis unter­wegs gewe­sen, um zwei Kol­le­gen abzu­ho­len, die dort eine Tour gemacht hat­ten. Anstatt auf direk­tem Weg nach Pyra­mi­den zurück­zu­keh­ren, waren sie noch in die benach­bar­te Petu­nia­buk­ta gefah­ren, um nach dem Zustand einer Hüt­te zu sehen. Nach eige­ner Aus­sa­ge hat­te der Fah­rer zunächst nicht bemerkt, dass sich zwei Eis­bä­ren in der Nähe befan­den. Erst in einer Ent­fer­nung von 50 Metern sah der Fah­rer die Eis­bä­ren und brems­te ab, wor­auf­hin die Eis­bä­ren die Paa­rung abbra­chen.

Eisbären auf Fjordeis

Eis­bä­ren­fa­mi­lie auf Fjor­deis im Isfjord.

Der Fah­rer hat­te schon vor­her von den nor­we­gi­schen Behör­den wegen Ver­kehrs­de­lik­ten den Füh­rer­schein ent­zo­gen bekom­men und hät­te daher gar nicht fah­ren dür­fen. Dies trug zur aktu­el­len Gefäng­nis­stra­fe bei; nach Anga­ben der nor­we­gi­schen Behör­den hät­te die Stö­rung der Eis­bä­ren allei­ne dazu wohl nicht aus­ge­reicht. Hin­zu kommt, dass Auto­fah­ren auf Fjor­deis nicht erlaubt ist.

Ins­ge­samt hielt der Rich­ter eine Gefäng­nis­stra­fe von 30 Tagen für ange­mes­sen, die nicht zur Bewäh­rung aus­ge­setzt wird.

Lofo­ten, jetzt wirk­lich! Troll­fjord & Skro­va

Dank einem frü­hen Start in Svol­vær waren wir vor­mit­tags zu bes­ter Zeit im Troll­fjord, land­schaft­lich bekann­ter­ma­ßen eines der schöns­ten Stück­chen Lofo­ten. Hier hat die Natur sich wäh­rend der Eis­zeit offen­sicht­lich mit viel guter Lau­ne aus­ge­tobt.

Trollfjord

Ein­fahrt in den Troll­fjord.

Genau das tun wir jetzt auch. Bes­ser könn­te es nicht sein, wind­still, kla­re Sicht auf die höchs­ten Ber­ge, tro­cken. Schnell gehen die Zodiacs aufs Was­ser und wir genie­ßen die wun­der­ba­re Land­schaft von mit­ten­drin aus.

Trollfjord

SV Anti­gua im Troll­fjord.

Noch schö­ner wird es, als auf der Anti­gua die Segel hoch­ge­hen, und dann: Mann­schafts­fo­to auf dem Klü­ver­baum! Herr­lich!

Trollfjord

Die Mann­schaft der SV Anti­gua im Troll­fjord. Dan­ke für die guten Zei­ten im Nor­den!

Kapi­tän Mario nutz­te die guten Bedin­gun­gen noch, um sich den Traum vom Wake­boar­ding im Nor­den zu erfül­len, sehr zur Freu­de aller Anwe­sen­den.

Mario, Wakeboarding Raftsund

Kapi­tän Mario beim Wake­boar­ding im Raft­sund.

Wir schaf­fen es noch bei gutem Tages­licht nach Skro­va und ver­lie­ren kei­ne Zeit. Die Ber­ge, Hügel und Strän­de rufen, und wir nut­zen den schö­nen Tag, bevor das Licht geht und der Regen kommt. Uns stört das nicht, wir hat­ten einen groß­ar­ti­gen Tag und las­sen es uns jetzt drin­nen gut gehen.

Skrovafjellet

Anstieg aufs Skro­va­f­jel­let.

Skrova

Aus­sicht über Skro­va und umlie­gen­de Inseln.

Von Ofo­ten nach Lofo­ten – Kunst auf Tranøy und Nord­lich­ter in Lauk­vik

Weil es so schön ist, blei­ben wir noch etwas län­ger. Es wäre doch zu scha­de, Tranøy nur im Dun­keln gese­hen zu haben. Wie gesagt, man kann quer über die Halb­in­sel zum Leucht­turm lau­fen. Das sind ein paar Kilo­me­ter­chen, die sich aber loh­nen. Ein wun­der­schö­nes Fleck­chen Erde, bezie­hungs­wei­se Fels, am Ran­de des Ves­t­fjords. Der ist heu­te immer noch ziem­lich win­dig.

Leuchtturm von Tranøy

Der Leucht­turm von Tranøy.

In Tranøy sind über­all diver­se Skulp­tu­ren und Kunst­wer­ke auf­ge­stellt. Jedes Jahr kommt etwas Neu­es hin­zu. Irgend­wo in der Land­schaft ste­hen Figu­ren, in den Fels gemei­ßel­te Schrift oder was auch immer. So ist man immer auf der Suche und ent­deckt dabei so eini­ges. Figu­ren aus Gra­nit, die nach­denk­lich aufs Meer schau­en, das Auge des Win­des, was ich alles woll­te, Platz für alle, ein Park­platz, der nicht exis­tiert, und so wei­ter. Wun­der­schö­ne Sachen. Mit­un­ter auch ech­te Kunst, die schlich­te­re Geis­ter nicht so auf Anhieb ver­ste­hen. Ich frag­te mich eine Wei­le, was die vie­len schwar­zen Plat­ten auf den Fel­sen am Ufer soll­ten, mit den sanft geschwun­ge­nen wei­ßen Kreu­zen. Spä­ter habe ich erfah­ren, dass da Fotos drauf waren, die zwi­schen­zeit­lich ent­fernt wur­den. Die wei­ßen Kreu­ze, das waren die Res­te vom Leim und kei­ne Kunst. Nun ja.

Skulptur auf Tranøy

Skulp­tur auf Tranøy.

Dann ging es über den Ves­t­fjord, Wind und Wel­len, die Wind­rich­tung reicht so gera­de zum Segeln, hoch am Wind.

Antigua unter Segeln, Vestfjord

Segel­ma­nö­ver auf der Anti­gua bei der Fahrt über den Ves­t­fjord Rich­tung Lofo­ten.

Für den Abend hat­ten wir gro­ße Hoff­nun­gen. Ob das Nord­licht­zen­trum von The­re­se und Rob in Lauk­vik wohl Nord­lich­ter brin­gen wür­de? Natür­lich brach­te es zunächst jede Men­ge Infor­ma­tio­nen über die Son­ne und die Nord­lich­ter. Aber … es brach­te auch Nord­lich­ter! Ein kla­rer Him­mel, vie­le Ster­ne … und spä­ter leuch­te­te es tat­säch­lich schön grün am Him­mel. Vie­le glück­li­che Men­schen! In den letz­ten Tagen gab es wohl Akti­vi­tät, aber kei­nen frei­en Him­mel, aber jetzt sind wir zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort!

Nordlicht über Laukvik, Lofoten

Nord­licht am Nord­licht­zen­trum in Lauk­vik, Lofo­ten.

Ofo­ten: Skar­ber­get & Tranøy

Wir sind zunächst tief im Ves­t­fjord – das ist der Mee­res­strei­fen zwi­schen Fest­land und Lofo­ten – in dem Gebiet, das „Ofo­ten“ heißt. Zu den Lofo­ten fehlt sozu­sa­gen noch das „L“, oder ein paar Mei­len nach Wes­ten, je nach­dem, wie man es nimmt.

Der Tysfjord ist Nor­we­gens tiefs­ter Fjord, bis zu 900 Metern Tie­fe haben die Glet­scher einst aus­ge­ho­belt und Nor­we­gen dabei bei­na­he in zwei Hälf­ten geteilt. Nur sechs Kilo­me­ter Land sind zwi­schen Ufer und Schwe­den übrig geblie­ben.

Eiszapfen, Skarberget

Eis­zap­fen am Weges­rand am Skar­ber­get.

Mit einem gekonn­ten Manö­ver legt Kapi­tän Mario die Anti­gua am klei­nen Anle­ger von Skar­ber­get an, und bald sind wir unter­wegs. Ein klei­nes Stück ent­lang der Stra­ße, dann einen Weg in den Wald hin­ein und schließ­lich über einen Pfad, einen fel­si­gen Rücken hoch, über Moos und Flech­ten, zwi­schen klei­nen, krüp­pe­li­gen Kie­fern. Der glat­te Fels ist stel­len­wei­se mit dün­nem Eis über­zo­gen und ent­spre­chend sehr rut­schig, Vor­sicht ist gefragt.

Tysfjord vom Skarberget

Blick vom Skar­ber­get über den Tysfjord.

Aber die Aus­sicht über die schrof­fen Ber­ge rund um den Tysfjord ist sehr beein­dru­ckend. Kalt und win­dig ist es, und es wird zuneh­men grau und auch etwas feucht. Umso gemüt­li­cher ist es, gegen Mit­tag wie­der auf die Anti­gua zurück­zu­keh­ren.

Wäh­rend der wei­te­ren Fahrt rei­ßen die Wol­ken auf, und die tie­fe Son­ne wirft ein spek­ta­ku­lä­res Licht auf die umlie­gen­den Inseln und Ber­ge.

Abendlicht Ofoten

Abend­licht in Ofo­ten – direkt nach dem Mit­tag­essen.

Bei schon schwin­den­dem Licht und einer stei­fen Bri­se legen wir im klei­nen Hafen von Tranøy an; wie­der ein beein­dru­cke­nes Anle­ge­ma­nö­ver von Mario. Tranøy ist eine klei­ne Sied­lung im Nor­den von Hamarøy. Bei schwin­den­dem Tages­licht erkun­den wir noch ein wenig den klei­nen, stil­len Ort, in dem hier und dort Skulp­tu­ren ver­teilt sind.

Skulptur Tranøy

Skulp­tur auf Tranøy.

Bis zum schö­nen Leucht­turm muss man ein­mal quer über die Halb­in­sel, bis dahin ist es fast dun­kel. Lei­der hat es sich mitt­ler­wei­le wie­der zuge­zo­gen, mit Nord­lich­tern wird heu­te wohl nicht mehr viel los sein.

Leuchtturm Tranøy

Leucht­turm auf Tranøy in der Däm­me­rung.

Unter Segeln nach Har­stad

Der ers­te Blick nach drau­ßen, irgend­wo im Süd­os­ten von Sen­ja: oran­ge Ber­ge unter blau­em Him­mel. Watt herr­lich! Son­nen­auf­gang ist hier der­zeit um 8 Uhr früh, Son­nen­un­ter­gang aller­dings schon gegen 15 Uhr nach­mit­tags. Die Tage wer­den gera­de kür­zer, da kann man bei zuschau­en! Aber schön ist es … und man muss sich nicht die Näch­te um die Ohren hau­en, um einen Son­nen­auf- oder Unter­gang zu sehen. Aber dafür gibt es natür­lich die Nord­lich­ter. Hof­fent­lich.

Morgenstimmung bei Senja

Mor­gen­stim­mung bei Sen­ja.

Da sind wir schon 2 Tage an Bord und haben immer noch kei­ne Segel­ein­wei­sung gemacht – das wur­de heu­te früh erst mal nach­ge­holt. Und es hat sich direkt gelohnt, bei leich­ter öst­li­cher Bri­se konn­ten direkt ein paar Segel hoch­ge­hen. So ging es unter Segeln und blau­em Him­mel Rich­tung Har­stad. So soll es sein!

SV Antigua unter Segeln nach Harstad

SV Anti­gua unter Segeln Rich­tung Har­stad.

Zwi­schen­durch haben wir uns mit den Tech­ni­ka­li­tä­ten der Nord­licht­fo­to­gra­fie beschäf­tigt. Wer ein paar Tips nach­le­sen will, kann das hier tun bezie­hungs­wei­se hier, was Foto­aus­rüs­tung betrifft. Für Foto-Freaks eben.

Pünkt­lich mit­tags legen wir in Har­stad an. In die­sem alten Zen­trum nord­nor­we­gi­scher Macht und Kul­tur machen wir eine klei­ne Tour nach Tron­de­nes nicht weit von Har­stad. Unter­wegs haben wir die (bis­lang) ein­zi­ge Grund­be­rüh­rung der Rei­se, aber mit dem Bus und nicht mit dem Schiff, was die Ange­le­gen­heit deut­lich ent­spann­ter macht. Har­stad ist der­zeit voll von Bau­stel­len.

Kirche von Trondenes bei Harstad

Die früh­mit­tel­al­ter­li­che Kir­che von Tron­de­nes bei Har­stad.

Nach dem Besuch im Muse­um und der alten Kir­che von Tron­de­nes mit ihren 3 Meter dicken Stein­mau­ern und dem 1000 Jah­re alten Tauf­stein haben wir viel Geschich­te auf­ge­so­gen und ent­span­nen noch ganz nach indi­vi­du­el­lem Wunsch bei einem Spa­zier­gang durch den moder­nen Ort oder gemüt­lich an Bord.

Wer hät­te übri­gens gedacht, dass es in die­sen Brei­ten Wal­ros­se gibt? 🙂

Walross in Harstad

Wal­ross-Skulp­tur in Har­stad.

Skje­r­vøy – Schwert­wa­le und Nord­licht!

Aus­ge­stat­tet mit ein paar Infor­ma­tio­nen und einer Por­ti­on Opti­mis­mus, hat­ten wir ges­tern Kurs Nord gesetzt, auf die Gewäs­ser um Skje­r­vøy am 70. Brei­ten­grad. So weit nach Nor­den kom­men wir auf die­ser Fahrt sonst nie! Aber dort wur­den in den letz­ten Tagen mehr­fach Schwert­wa­le gesich­tet, und daher rech­nen wir uns gute Chan­cen für span­nen­de Begeg­nun­gen aus.

Wir wur­den nicht ent­täuscht!

Schwertwale, Skjervøy

Schwert­wa­le bei Skje­r­vøy.

Wir haben uns auch die Gele­gen­heit ent­ge­hen las­sen, im Hafen von Skje­r­vøy anzu­le­gen. Das ist der Hafen, in dem Fri­dt­jof Nan­sens Fram nach 3 Jah­ren Drift über den Ark­ti­schen Oze­an im Jahr 1896 die Zivi­li­sa­ti­on wie­der erreich­te. Nan­sen selbst und Hja­l­mar Johan­sen waren bekann­ter­ma­ßen nicht mehr an Bord, sie hat­ten das Schiff ver­las­sen, um den Nord­pol zu errei­chen (was nicht klapp­te) und Nor­we­gen ein paar Tage vor der Fram bereits wie­der erreicht. Ein wun­der­ba­res Stück­chen Ark­tis­ge­schich­te, und die­ser Hafen kommt dar­in vor. Schon das könn­te ein Grund sein, hier mal vor­bei­zu­schau­en.

Skjervøy

Skje­r­vøy: Insel, Hafen und Ort.

Wenn es nicht so schnell dun­kel wer­den wür­de – Son­nen­un­ter­gang ist kurz kurz vor 15 Uhr – wür­den die schrof­fen Fels­hü­gel um den Hafen her­um zu Tou­ren ein­la­den; so reicht auch ein klei­ner Spa­zier­gang für einen schö­nen Blick über Hafen und Ort.

Und als ob das nicht aus­rei­chen wür­de für einen run­den Tag, gab es dann sogar noch ein Nord­licht! Nicht all­zu stark und die Foto-Bedin­gun­gen sind auf dem fah­ren­den Schiff natür­lich nicht opti­mal, aber … Nord­licht ist Nord­licht! 🙂

Nordlicht bei Skjervøy

Nord­licht bei Skje­r­vøy.

Trom­sø – 28. Okto­ber 2018

Der lang erwar­te­te Tag der Abrei­se! Heu­te geht es also los, mit der Anti­gua von Trom­sø nach Bodø, die letz­te Fahrt die­ser Sai­son im Nor­den unter Segeln. Wir hof­fen auf schö­nes Licht aller Art, alles, was die Son­ne uns so schickt, sowohl tags­über auf direk­tem Wege als auch hof­fent­lich nachts … viel­leicht Schwert­wa­le und See­ad­ler und auf jeden Fall viel tol­le Land­schaft, male­ri­sche, inter­es­san­te Orte, Segeln …

Roald Amundsen, Rolf Stange, Tromsø

Roald und Rolf in Trom­sø.

Zunächst haben alle noch Zeit, sich in Trom­sø umzu­schau­en; die meis­ten sind ja gera­de ges­tern erst ange­reist. Zu tun gibt es hier bekann­ter­ma­ßen genug, zumal das Wet­ter heu­te wie­der schön ist.

Der frü­he Win­ter im hohen Nor­den bringt oft eine Mischung aus Schnee und Regen, Tau­wet­ter und Frost. Ergibt unterm Strich: Stra­ßen­glät­te. Ein unglück­li­cher Sturz bringt einen Arm­bruch und been­det für eine Teil­neh­me­rin samt Beglei­ter das Ende der Rei­se, bevor sie über­haupt rich­tig begon­nen hat. Wir kön­nen von hier nun nur noch gute Bes­se­rung wün­schen!

Zu spä­ter Stun­de schiebt Kapi­tän Mario die Anti­gua gegen eine kräf­ti­ge Strö­mung aus dem Hafen und unter der Brü­cke hin­durch. Wir begin­nen die Fahrt nach Bodø – indem wir Kurs Nord set­zen!

SV Antigua, Tromsø

SV Anti­gua start­klar in Trom­sø.

Trom­sø: ers­tes Nord­licht und Hen­ry Rudis Büro

Ein letz­tes Mal heißt es noch „Lei­nen los und Segel hoch“ im hohen Nor­den für die­ses Jahr. Nord­licht, schö­ne Land­schaf­ten in stim­mungs­vol­lem Licht, viel­leicht Schwert­wa­le – die Hoff­nun­gen sind hoch, mal sehen, was die nächs­te Woche so bringt. Noch ist aller­dings etwas Zeit, bevor es wirk­lich los­geht, aber wir sind start­klar mit der SV Anti­gua in Trom­sø.

SV Antigua, Rolf, Tromsø

SV Anti­gua und Rolf in Trom­sø: star­klar – kann los­ge­hen!

Trom­sø ist ja schon lan­ge ein Por­tal zur Ark­tis, von hier aus gin­gen schon vie­le Expe­di­tio­nen los und vie­le kamen hier­her zurück. Auch wir tref­fen alte Bekann­te aus Spitz­ber­gen: die MS Stock­holm liegt direkt neben uns, und vor­hin hat auch die SV Noor­der­licht ange­legt.

SV Antigua, MS Stockholm, Tromsø

SV Anti­gua neben MS Stock­holm im Hafen von Trom­sø.

Natür­lich ist wie vor jeder Rei­se noch dies und das zu erle­di­gen. Auch der Spitz­ber­gen-Autor Rolf Stan­ge macht sich auf den Weg und freut sich, dass der Spitz­ber­gen-Rei­se­füh­rer nun auch end­lich im Pola­ria in Trom­sø ange­bo­ten wird, in allen drei Spra­chen!

Es ist ein wun­der­schö­ner Tag, kla­rer Him­mel, schö­nes Licht. Hof­fent­lich bekom­men wir davon nächs­te Woche noch mehr, das wür­de vie­le Leu­te glück­lich machen. Wir kön­nen uns auch schon über ein klei­nes Nord­licht freu­en, wenn das vie­le künst­li­che Licht und der fast vol­le Mond natür­lich auch nicht gera­de opti­mal sind zur Nord­licht­be­ob­ach­tung. Das wird auf jeden Fall bald anders.

Nordlicht, Tromsø

Schwa­ches Nord­licht über Trom­sø.

Dann führt mich der Weg noch an einen Ort, der bei­na­he zu den Kul­tur­denk­mä­lern Spitz­ber­gens zählt: Macks Ølhal­le. Die­se Bier­hal­le gehört zur 1877 gegrün­de­ten Braue­rei Mack und sie war frü­her der ers­te Anlaufort für berühm­te Über­win­te­rer wie Hen­ry Rudi und ande­re, die dort den Ertrag eines lan­gen, har­ten Ark­tis-Win­ters in weni­gen Wochen oder gar Tagen durch­brach­ten. Der Stamm­platz von Hen­ry Rudi, dem „Eis­bä­ren­kö­nig“, ist immer noch mit sei­nem Namen mar­kiert!

Macks Ølhalle, Tromsø

Macks Ølhal­le in Trom­sø: hier erhol­te sich schon Hen­ry Rudi, der als „Eis­bä­ren­kö­nig“ bekannt war, von sei­nen Über­win­te­run­gen in Spitz­ber­gen.

So einen blei­ben­den Ein­druck wie Hen­ry Rudi, der wäh­rend sei­ner kur­zen Som­mer­auf­ent­hal­te in die­ser Bier­hal­le prak­tisch gewohnt haben soll, woll­te ich in die­sem ehr­wür­di­gen Gemäu­er gar nicht hin­ter­las­sen und das habe ich auch nicht getan. Den­noch, Macks Ølhal­le war mal einen Besuch wert 🙂

Macks Ølhalle, Tromsø

Macks Ølhal­le war das „Büro“ von Hen­ry Rudi in Trom­sø. Dar­auf kann man schon mal ansto­ßen.

Lon­gye­ar­by­en: ein schö­ner Ort zum Leben, ein schwie­ri­ger Ort zum Woh­nen

In Lon­gye­ar­by­en und sonst­wo in Spitz­ber­gen herr­schen der­zeit recht ruhi­ge Wochen. Natür­lich ist immer irgend etwas los. Die Abwick­lung des Berg­baus in Sveagru­va beschäf­tigt wei­ter die Gemü­ter, immer­hin steht das Schick­sal einer gan­zen, klei­nen Sied­lung zur Debat­te. Mög­li­cher­wei­se wer­den eini­ge Gebäu­de als Kul­tur­denk­mä­ler geschützt und ande­re ent­fernt. Über eine even­tu­el­le wei­te­re Nut­zung – For­schung? Tou­ris­mus? – besteht noch kei­ne Klar­heit. Klar ist nur, dass das gan­ze Pro­jekt vie­le Mil­lio­nen ver­schlin­gen wird. Wie auch die Erschlie­ßung der neu­en Koh­le­gru­be am Lunck­ef­jel­let, die zwi­schen Erschlie­ßung und Rück­bau nichts als eine Betriebs­pau­se erleb­te.

Sveagruva

Sveagru­va: eine Berg­bau­sied­lung in Abwick­lung.

In Lon­gye­ar­by­en muss sich nun eine Frau ver­ant­wor­ten, die im März einem Mann im Huset (Kneipe/Disko/Nachtclub) zu spä­ter Stun­de einen Stein ins Gesicht warf. Der Mann erlitt eine Schnitt­wun­de.

Der Hub­schrau­ber muss­te auf­stei­gen, um zwei Stu­den­tin­nen vom Sar­ko­fa­gen zu holen, einem Berg bei Lon­gye­ar­by­en. Die bei­den hat­ten sich auf einem stei­len Hang in eine gefähr­li­che Lage manö­vriert und kamen nicht mehr wei­ter und nicht mehr zurück.

Sarkofagen

Der Berg Sar­ko­fa­gen bei Lon­gye­ar­by­en.

Was alles so pas­siert in einem klei­nen, ark­ti­schen Dorf, das sich nun vom som­mer­li­chen Tou­ris­ten­strom erho­len kann und der nahen­den Polar­nacht ent­ge­gen­sieht. Die meis­ten machen es sich in ihren gemüt­li­chen Woh­nun­gen bequem, gehen dem All­tag nach und genie­ßen die mit der Dun­kel­heit ein­keh­ren­de Ruhe.

Für eini­ge wird es aller­dings nun ziem­lich umge­müt­lich. Der Woh­nungs­markt in Lon­gye­ar­by­en hat bekann­ter­ma­ßen mit erheb­li­chen Schwie­rig­kei­ten zu kämp­fen. Dazu tra­gen einer­seits die Lawi­nen bei, die in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit gan­ze Stra­ßen­zü­ge unbe­wohn­bar gemacht haben. Auch Airbnb trägt einen Teil zur ange­spann­ten Situa­ti­on bei. Die Idee die­ser Inter­net­platt­form war ursprüng­lich, dass man sei­ne eige­ne Woh­nung etwa wäh­rend des Urlaubs unkom­pli­ziert kurz­zei­tig ver­mie­ten konn­te. Mehr und mehr kam es aller­dings dazu, dass Inves­to­ren gan­ze Adres­sen dau­er­haft über Airbnb ver­mie­ten, weil die Erträ­ge dabei höher sind als bei regu­lä­ren Mie­ten. So wer­den aller­dings die nor­ma­len Bewoh­ner aus die­sen Häu­sern ver­drängt, ein Effekt, der in Lon­gye­ar­by­en zu beob­ach­ten war und ist, wie auch in vie­len ande­ren Städ­ten der Welt. Nur kann man in Lon­gye­ar­by­en nicht ins nahe Umland umzie­hen. Immer­hin haben sich wich­ti­ge Haus­ei­gen­tü­mer mitt­ler­wei­le von einer Ver­mie­tung über Airbnb distan­ziert. Kürz­lich gab Inves­tor Fre­drik Eken bekannt, sei­ne 84 Woh­nun­gen in Lon­gye­ar­by­en nicht über Airbnb ver­mie­ten zu wol­len. Als Hin­ter­grund gab er wirt­schaft­li­che Erwä­gun­gen an und kei­ne ethi­schen oder woh­nungs­po­li­ti­schen Beweg­grün­de.

Ein gro­ßer Teil der Woh­nun­gen in Lon­gye­ar­by­en gehört dar­über hin­aus grö­ße­ren Arbeit­ge­bern wie Sys­sel­man­nen, Gemein­de­ver­wal­tung, UNIS und grö­ße­ren Fir­men, die dort ihre Ange­stell­ten unter­brin­gen.

Auch die Gemein­de­ver­wal­tung trägt ihren Teil dazu bei, die Lage schwie­ri­ger zu machen, als mög­li­cher­wei­se nötig wäre. Es gibt in Lon­gye­ar­by­en, vor allem im ufer­na­hen Bereich „Sjøom­rå­det“, eine gan­ze Rei­he ein­fa­cher Gebäu­de, in denen teil­wei­se Woh­nun­gen ein­ge­rich­tet sind. Die­se sind aller­dings nur als soge­nann­te Frei­zeit­woh­nun­gen zuge­las­sen, eine dau­er­haf­te Bewoh­nung ist nicht erlaubt. Jah­re­lang war dies aller­dings üblich. Seit einer Wei­le wird aller­dings ein här­te­res Durch­grei­fen dis­ku­tiert und auch voll­zo­gen. Vor ein paar Tagen zogen Feu­er­wehr und Stadt­ver­wal­tung gemein­sam zu einer unan­ge­kün­dig­ten Kon­trol­le in eini­ge der frag­li­chen Gebäu­de, wie die Sval­bard­pos­ten berich­tet. In der Fol­ge wur­den 6 Per­so­nen aus ihren Unter­künf­ten gewor­den; sie beka­men 24 Stun­den Zeit zum Aus­zug. Als Grün­de wer­den Brand­schutz sowie die feh­len­de Zulas­sung der Gebäu­de als Woh­nung im Are­al­plan (Nut­zungs­plan) von Lon­gye­ar­by­en.

Sjøområdet, Longyearbyen

Das frag­li­che Gebiet „Sjøom­rå­det“ in Lon­gye­ar­by­en. Hier gibt es etli­che Frei­zeit­woh­nun­gen, deren lang­fris­ti­ge Benut­zung der­zeit nicht zuge­las­sen ist.

Natur­ge­mäß zieht die­ses Vor­ge­hen Kri­tik auf sich und bei den Betrof­fe­nen führt es zu Ver­zweif­lung. Die­se sind sich im Kla­ren dar­über, dass sie ihre Woh­nun­gen eigent­lich nicht dau­er­haft bewoh­nen dür­fen. Aller­dings gibt der pri­va­te Woh­nungs­markt der­zeit ein­fach kei­ne Wohn­mög­lich­kei­ten her, schon gar kei­ne bezahl­ba­ren für klei­ne­re Geld­beu­tel. So bleibt eini­gen vor­erst nur ein Sofa bei Bekann­ten oder eine vor­über­ge­hen­de Unter­kunft bei Freun­den, die sich der­zeit woan­ders auf­hal­ten. Mög­lich­kei­ten, in Lon­gye­ar­by­en irgend­wo län­ger­fris­tig bezahl­bar unter­zu­kom­men? Weit­ge­hend Fehl­an­zei­ge.

Ob es vor die­sem Hin­ter­grund Auf­ga­be der Gemein­de sein muss, Bewoh­ner aus Woh­nun­gen zu wer­fen, die zumin­dest als Frei­zeit­woh­nun­gen zuge­las­sen wer­den, darf man zumin­dest bezwei­feln. Die Ver­wal­tung hat grund­sätz­lich wei­te­re Kon­trol­len ange­kün­digt, die bei Bedarf auch wei­te­re Raus­wür­fe nach sich zie­hen wer­den. Dabei lässt sich Brand­schutz nach­rüs­ten. Immer­hin will man nun einen Pro­zess star­ten, in dem man unter ande­rem nach Mög­lich­kei­ten zur Lega­li­sie­rung der bestehen­den Pra­xis suchen wird.

Das hört sich natür­lich äußerst viel­ver­spre­chend an. Denen, die jetzt in Lon­gye­ar­by­en auf der win­ter­li­chen Stra­ße ste­hen, bringt es aller­dings erst mal nichts.

Rei­se­füh­rer Spitz­ber­gen-Sval­bard: die sechs­te Auf­la­ge ist da!

Der Rei­se­füh­rer Spitz­ber­gen-Sval­bard von Rolf Stan­ge liegt nun in der sechs­ten aktua­li­sier­ten Auf­la­ge vor!

Nach­dem die fünf­te Auf­la­ge (2015) erheb­li­che Über­ar­bei­tun­gen und Ergän­zun­gen brach­te, dach­te der Autor, bei der sechs­ten Auf­la­ge wäre es mit klei­ne­ren Aktua­li­sie­run­gen hier und dort getan. Das war aber nicht so. Spitz­ber­gen ent­wi­ckelt sich fort­lau­fend, vor allem natür­lich die Sied­lun­gen, wie auch die Regeln und Geset­ze, die alle ken­nen soll­ten, die dort unter­wegs sind (vor allem natür­lich mei­ne lie­ben Gui­de- und Expe­di­ti­ons­lei­ter­kol­le­gen). Nut­zer von Droh­nen kön­nen nun nach­le­sen, was sie mit ihren Spiel­zeu­gen dür­fen und was nicht. Die Kar­ten wur­den fast alle über­ar­bei­tet, um etwa die in der vor­he­ri­gen Auf­la­ge oft zu klein gera­te­nen Schrift­grö­ßen les­bar zu gestal­ten, wie auch die Schrift­ar­ten im gesam­ten Text, des­sen Les­bar­keit in der 2015er Ver­si­on lei­der zu recht kri­ti­siert wur­de.

Reiseführer Spitzbergen-Svalbard (6. Auflage)

Der Rei­se­füh­rer Spitz­ber­gen-Sval­bard: nun in der sechs­ten Auf­la­ge erhält­lich.

Ja, und natür­lich wächst auch nach über 20 Jah­ren inten­si­ven Rei­sens in Spitz­ber­gen der Wis­sens- und Erfah­rungs­schatz des Autors wei­ter­hin an und fließt in die neu­en Auf­la­gen ein. Schon seit lan­ger Zeit ist das Buch zum umfas­sends­ten Spitz­ber­gen-Stan­dard­werk gewor­den. Neben Rei­sen­den sowie Ark­tis- und Sofa-Expe­di­tio­nis­ten wird es auch von Wis­sen­schaft­lern sowie von vie­len pro­fes­sio­nel­len Gui­des und Expe­di­ti­ons­lei­tern stän­dig ver­wen­det; in die­sen Krei­sen wird das Buch ger­ne als die „Spitz­ber­gen-Bibel“ bezeich­net! Der Ver­gleich mag etwas über­zo­gen sein, der Autor freut sich den­noch über das Kom­pli­ment, ist das Buch für ihn doch eine Art Lebens­auf­ga­be gewor­den, seit die ers­te Aus­ga­be 2007 erschien. 2017 kam die ers­te nor­we­gi­sche Aus­ga­be her­aus und im Früh­jahr 2018 die vier­te, über­ar­bei­te­te eng­li­sche Aus­ga­be, somit sind der­zeit alle Aus­ga­ben aktu­ell und ver­füg­bar!

Rolf Stange mit Reiseführer Spitzbergen-Svalbard (6. Auflage)

Der Autor mit der neu­en Auf­la­ge des Rei­se­füh­rers Spitz­ber­gen-Sval­bard.

Mit 592 Sei­ten ist die neue Auf­la­ge deut­lich erwei­tert wor­den (vor­her: 560). Das schlägt sich in diver­sen Erwei­te­run­gen im Text im gesam­ten Buch wie­der sowie in einem deut­lich umfang­rei­che­ren Stich­wort­ver­zeich­nis, wovon der Pra­xis­wert des Buches natür­lich kräf­tig pro­fi­tiert. Trotz­dem konn­ten wir den Preis unver­än­dert bei 30 Euro hal­ten!

Nach­dem der Rei­se­füh­rer Spitz­ber­gen-Sval­bard auf deutsch im Som­mer sogar für eini­ge Wochen aus­ver­kauft war, liegt er seit Ende Sep­tem­ber nun in der neu­en Auf­la­ge vor und kann ab sofort bestellt wer­den. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen, dar­un­ter Abbil­dun­gen, Lese­pro­ben und Inhalts­ver­zeich­nis zum Her­un­ter­la­den, sowie Bestell­mög­lich­keit auf der Sei­te zum Rei­se­füh­rer Spitz­ber­gen-Sval­bard.

Das Buch ist auf auf Ama­zon bestell­bar. Der Autor freut sich über Bestel­lun­gen via Web­sei­te und Bewer­tun­gen auf Ama­zon.

Das Sval­bard Glo­bal Seed Vault von innen nun zumin­dest digi­tal zugäng­lich

Kaum jemand hat die Mög­lich­keit, das berühm­te Sval­bard Glo­bal Seed Vault von innen zu sehen. Auch als Samen­bank, Saat­gut­tre­sor oder düs­ter als „Dooms­day Vault“ (etwa: Welt­ung­er­gangs­la­ger) bezeich­net, liegt das Seed Vault in der Nähe des Flug­ha­fens bei Lon­gye­ar­by­en und dient seit der Eröf­fung 2008 dazu, Samen­pro­ben von Nutz­pflan­zen sicher zu lagern, damit die­se Arten auch zugäng­lich blei­ben, wenn die Reser­ven der Hei­mat­re­ser­ven etwa durch Umwelt­ka­ta­stro­phen oder Krie­ge zer­stört wur­den.

Von außen ist vom Seed Vault aller­dings nur der Ein­gang zu sehen, und alles wei­te­re ist der Öffent­lich­keit nicht zugäng­lich: hin­ein kommt nur Per­so­nal, gele­gent­li­cher VIP-Besuch und zuge­las­se­ne Medi­en­ver­tre­ter zu bestimm­ten Ter­mi­nen. Im Rah­men eines Medi­en­be­su­ches hat­te ich 2016 die Mög­lich­keit, den Saat­gut­tre­sor aus­gie­big zu foto­gra­fie­ren. Dabei ent­stan­den die auf die­ser Sei­te (hier kli­cken) gezeig­ten Pan­ora­men vom Innen­be­reich. Der Ein­gangs­tun­nel wird der­zeit umfas­send reno­viert.

Svalbard Global Seed Vault

Das Sval­bard Glo­bal Seed Vault bei Lon­gye­ar­by­en ist hier als vir­tu­el­le Tour zugäng­lich.

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News-Auflistung generiert am 21. Juni 2021 um 13:12:46 Uhr (GMT+1)
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