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Jahres-Archiv: 2018 − News & Stories


Wie­der mal Eis-Nega­tiv­re­kor­de in der Ark­tis

Kaum einer wird über­rascht sein: Wie­der ein­mal sind Rekor­de bei der Aus­brei­tung des Meer­ei­ses zu mel­den, und natür­lich han­delt es sich wie­der um Nega­tiv­re­kor­de. Wie der nor­we­gi­sche Eis­dienst via Twit­ter mel­det, gab es seit Beginn der Mes­sun­gen 1967 zu die­ser Jah­res­zeit noch nie so wenig Eis wie der­zeit. Wie die aktu­el­le Eis­kar­te zeigt, sind sowohl Spitz­ber­gen als auch das benach­bar­te Franz Josef Land, das zu Russ­land gehört und ein käl­te­res, eis­rei­che­res Kli­ma hat, der­zeit weit­räu­mig eis­frei:

Eiskarte 22. August 2018

Eis­kar­te vom 22. August 2018 (nor­we­gi­scher Wet­ter­dienst, MET Nor­way).

Am 22. August 2018 hat­te das Meer um Spitz­ber­gen laut nor­we­gi­schem Eis­dienst 123.065 Qua­drat­ki­lo­me­ter Treib­eis. Das sind 105.139 Qua­drat­ki­lo­me­ter weni­ger als im län­ger­fris­ti­gen Mit­tel (1981-2010), ein Ver­lust von bei­na­he der Hälf­te!

Noch mehr Sor­ge berei­tet den Wis­sen­schaft­lern aber, dass sogar das Eis vor Nord­grön­land auf­ge­bro­chen ist, wie die­se Eis­kar­te eben­falls zeigt. Das Eis vor der Küs­te Nord­grön­lands wird von den Strö­mun­gen zur Küs­te hin gedrückt und es bricht nor­ma­ler­wei­se auch im Som­mer nicht auf. Der star­ke Warm­luft­ein­bruch im Febru­ar hat­te aber in gro­ßen Tei­len der Ark­tis zu einer Schwä­chung des Eises geführt, so dass das zer­bro­che­ne Eis im Som­mer vom Wind viel leich­ter bewegt wer­den konn­te. Selbst wenn die Was­ser­flä­chen bald wie­der frie­ren, ist das Por­zel­lan nun ein­mal zer­bro­chen: Das mehr­jäh­ri­ge Eis ist auf gro­ßer Flä­che in sei­ner struk­tu­rel­len Inte­gri­tät ver­lo­ren. Wie der Name schon sagt, braucht es ohne­hin min­des­tens meh­re­re Jah­re, bis es sich neu bil­den wür­de, womit unter gegen­wär­ti­gen Bedin­gun­gen aber ohne­hin kaum zu rech­nen ist.

Rossøya & Vesle Taveløya eisfrei, Juli 2018

Sval­bards nörd­lichs­ter Nor­den: Ros­søya (links) und Ves­le Tav­leøya, völ­lig eis­frei um Mit­te Juli 2018.

Dass Lon­gye­ar­by­en mitt­ler­wei­le 90 Mona­te (!) am Stück Tem­pe­ra­tu­ren über dem lang­jäh­ri­gen Mit­tel ver­zeich­net, passt eben­falls ins Bild. Eine dra­ma­ti­sche Ent­wick­lung, die aber auch kaum als über­ra­schend bezeich­net wer­den kann.

Isøya­ne & Kapp Bort­hen – 16. August 2018

Das Sør­kapp hat­te sich die­ses Mal als Stück Kuchen erwie­sen, wie der Eng­län­der zu sagen pflegt 🙂 von See­gang konn­te kaum die Rede sein. Wir sind noch ein gutes Stück die West­küs­te hin­auf­ge­tu­ckert, damit wir den Isfjord dann dem­nächst in Reich­wei­te haben. Da es wind- und see­tech­nisch wei­ter­hin ruhig war und blei­ben soll­te, haben wir zu spä­ter oder eher schon wie­der zu frü­her Stun­de den Anker bei den Isøya­ne fal­len gelas­sen, vor den gro­ßen Torell­b­rea­ne. Ham­mer­land­schaft!

Isoya­ne

Isoyane

Auf die Isøya­ne woll­te ich schon, seit ich den­ken kann, und heu­te soll­te die Gele­gen­heit sein. Ein klei­ner, gemüt­li­cher Spa­zier­gang auf einer Insel, die nicht mal einen Kilo­me­ter im Durch­mes­ser misst, ohne nen­nens­wer­te Erhe­bun­gen, das war genau das Rich­ti­ge heu­te. Da die ufer­na­hen Gewäs­ser sehr flach und fel­sig sind, ist die Lan­dung nicht ganz tri­vi­al, aber nach ein paar Anläu­fen hat­ten wir die rich­ti­ge Stel­le gefun­den und dort konn­ten wir alle pri­ma an Land. Was soll ich sagen, ein wun­der­ba­res Insel­chen! Die saf­tig­grü­ne, wei­che Tun­dra lässt erah­nen, wie vie­le Genera­tio­nen von Eide­ren­ten, Gän­sen, Küs­ten­see­schwal­ben, Raub­mö­wen und wei­te­ren Feder­tie­ren hier Jahr für Jahr die Insel dün­gen. Das fri­sche Grün erfreut Auge, Herz und See­le, nach den vie­len Tagen Polar­wüs­te und Glet­scher im Osten und Nor­den! Am beein­dru­ckends­ten war aber viel­leicht die Küs­ten­li­nie mit ihren klei­nen Buch­ten, aus­ge­dehn­ten Gezei­ten­platt­for­men im Fels und zahl­lo­sen Fel­sen.

Isoya­ne

Isoyane

Nicht weit ent­fernt liegt das Kapp Bort­hen. Auch so ein Ort, von dem man sich meis­tens bes­ser fern­hält. Nur wenn es rich­tig ruhig ist, dann kann man dort hin. Eine wei­te, fla­che Ebe­ne liegt zwi­schen Küs­te und Ber­gen, so flach, dass man dort mit einem Flug­zeug lan­den könn­te. Genau das hat die Besat­zung eines deut­schen Kampf­flug­zeu­ges im Sep­tem­ber 1942 getan, nach­dem ihr Flug­zeug beim Angriff auf einen Kon­voi beschä­digt wor­den war.

Kapp-Bort­hen

Kapp-Borthen

Bei ruhi­ger See und Son­ne damp­fen wir nun nach Nor­den, Rich­tung Isfjord. Bald wird der Kreis sich schlie­ßen.

Kapp-Bort­hen

Kapp-Borthen

Isbuk­ta – 15. August 2018

Um noch an ein paar Stun­den Schlaf zu kom­men, bevor es dann rund ums Süd­kap gehen soll­te, haben wir in der Isbuk­ta gean­kert. Und da heu­te früh die Son­ne schien, haben wir natür­lich die Gele­gen­heit zu einer klei­nen Tour genutzt. Ein toter Belu­ga am Ufer ließ uns zunächst etwas miss­trau­isch wer­den – nicht, dass da irgend­wer hin­term Hügel sitzt und über­legt, sein Fut­ter im Vor­wärts­gang zu ver­tei­di­gen? Eine vor­sich­ti­ge Inspek­ti­on zeig­te aber, dass der Belu­ga noch kei­ner­lei Fraß­spu­ren von grö­ße­ren Tie­ren auf­wies, obwohl der Kada­ver offen­sicht­lich schon ein Weil­chen dort liegt. Auch auf gründ­li­ches Absu­chen ein­schließ­lich Luft­auf­klä­rung hin mach­te die Gegend einen eis­bä­ren­frei­en Ein­druck. Man soll sich nie zu sicher sein, aber wir konn­ten auf jeden Fall guten Gewis­sens auf Tour zie­hen. Die Isbuk­ta ist land­schaft­lich gran­di­os schön, die klei­ne Schwes­ter vom Horn­sund, mit meh­re­ren gro­ßen Glet­schern und vie­len schrof­fen Ber­gen. Und das unter blau­em Him­mel und Son­ne, aus erhöh­ter Per­spek­ti­ve!

Isbuk­ta

Isbukta

Ziem­lich zugig war es oben, und so waren wir gespannt, was das Süd­kap brin­gen wür­de, Spitz­ber­gens klei­nes Kap Hoorn. Die Vor­her­sa­ge ist ja ziem­lich gut, von sehr wenig Wind ist die Rede. In die­sem Augen­blick haben wir unse­re süd­lichs­te Posi­ti­on und umrun­den somit das Süd­kap. Ziem­lich ok soweit.

Isbuk­ta

Isbukta

Die Ost­küs­te – 14. August 2018

Die Ost­küs­te hat ja aus guten Grün­den den Ruf einer gewis­sen Uner­reich­bar­keit, wenn man vom Sabi­ne Land absieht, mit Agardhbuk­ta, Dun­érbuk­ta und Mohn­buk­ta, die ja von Lon­gye­ar­by­en aus halb­wegs erreich­bar sind, vor allem im Win­ter. Aber ansons­ten ist es dort schwie­rig, über Land wären das sehr lan­ge, anspruchs­vol­le Tou­ren mit Expe­di­ti­ons­cha­rak­ter und von See aus sind die­se unver­mes­se­nen, schrof­fen Küs­ten auch nicht gera­de ein­la­dend.

Croll­breen

Crollbreen

In der Agardhbuk­ta war über Nacht Wind auf­ge­kom­men, kein Gedan­ke an einen Land­gang dort. Auch wei­ter süd­lich sah es zunächst nicht wirk­lich viel­ver­spre­chend aus. Erst ein gutes Stück wei­ter Rich­tung Ham­berg­buk­ta hat­ten wir idea­le Bedin­gun­gen und sind in Rich­tung von einem der vie­len Glet­scher dort gefah­ren. Wie sich zeig­te, hat­te die­ser sich ein Stück zurück­ge­zo­gen und am Ufer eine Morä­nen­land­schaft hin­ter­las­sen, wo man her­vor­ra­gend an Land gehen konn­te! Ganz jun­ges Land. Ob hier, wo vor Jah­ren noch alles unterm Glet­scher lag, über­haupt schon mal jemand sei­nen Fuß hin­ge­setzt hat? Kei­ne Ahnung, und man soll natür­lich sehr vor­sich­tig mit der Behaup­tung sein, irgend­wo der Ers­te zu sein. Aber allein der Umstand, dass schon der Gedan­ke mög­lich ist, ist schon sehr reiz­voll!

Croll­breen

Crollbreen

Der Glet­scher muss vor kur­zem noch mal ein klein wenig vor­ge­sto­ßen sein, er hat eine klei­ne Stau­chend­mo­rä­ne auf­ge­scho­ben wie einen klei­nen Wall, aus dem jun­ge Treib­holzs­stü­cke her­aus­ra­gen. Eini­ge schnal­len sich die Steig­ei­sen unter die Stie­fel und zie­hen den Glet­scher hin­auf, um Glet­scher­spal­ten und sol­che Din­ge zu begut­ach­ten. Eine ande­re, klei­ne Grup­pe zieht still den Strand ent­lang, von einer Lagu­ne zur ande­ren, und freut sich über die klei­nen und gro­ßen Din­ge, die sich in die­ser Land­schaft fin­den. Neue Plät­ze ent­de­cken, an wil­den, abge­le­ge­nen Orten, nament­lich Spitz­ber­gens Ost­küs­te, wie schön kann es eigent­lich sein? 🙂

Hedge­hogfjel­let

Hedgehogfjellet

Spä­ter schenkt uns die tie­fe Mit­ter­nachts­son­ne wie­der einen wun­der­schön roten bei­na­he-Son­nen­un­ter­gang.

Agardhbuk­ta – 13. August 2018

Die Agardhbuk­ta an der Ost­küs­te Spitz­ber­gens, etwas wei­ter süd­lich als Lon­gye­ar­by­en gele­gen, lag genau rich­tig für uns, um am spä­ten Abend dort den Anker in den Schlamm zu schmei­ßen. Die Stim­mung war nahe­zu melan­cho­lisch, die Son­ne übt schon die ers­ten Unter­gän­ge, wenn sie auch für eini­ge Tage noch nur hin­ter den Ber­gen ver­schwin­det und nicht hin­ter dem Hori­zont. Aber sie zeigt sich um Mit­ter­nacht schon tief­rot und man wird wie­der dar­an erin­nert, dass der Som­mer nicht mehr lang ist und die Dun­kel­heit bereits im Anmarsch.

Agardhbuk­ta

Agardhbukta

Hier in der Agardhbuk­ta wer­den bei mir alte Erin­ne­run­gen wach. Hier war ich schon eini­ge Male, aber bis­lang nie mit einem Schiff. Die­se Bucht ist weit­ge­hend unver­mes­sen und steht auch im Ruf, untief und für Schif­fe kein guter Ort zu sein. Frü­her nann­te man die Agardhbuk­ta Foul Bay („Untie­fe Bucht“). Die frü­he­ren Tou­ren hier­her gin­gen über Land, die ers­te war 1999, vor 20 Jah­ren! Lan­ge, lan­ge her … das war zu Fuß, mit Freund Sven, von Lon­gye­ar­by­en aus. Wir sind damals der klas­si­schen Con­way-Rou­te gefolgt, durch die gro­ßen Täler nach Osten, 4 anstren­gen­de, aber unver­gess­li­che Tage ab Lon­gye­ar­by­en. Spä­ter ging es noch ein­mal zu Fuß in die­se Rich­tung, und dann noch ein paar Mal im Win­ter. Das geht deut­lich schnel­ler und ist mit weni­ger Anstren­gung ver­bun­den.

Agardhbuk­ta

Agardhbukta

Für uns soll­te die Agardhbuk­ta pri­mär ein Über­nach­tungs­platz sein, selbst nach Aus­rei­zen der Tie­fe war das Ufer immer noch weit weg. Aber als aus mor­gen heu­te wur­de, hat­ten wir ein Geburts­tags­kind an Bord und ein klei­ner Aus­flug an Land erwies sich als schö­nes Geburts­tags­ge­schenk im dämm­rig wer­den­den Licht der aus­ge­hen­den Mit­ter­nachts­son­ne. Ein schö­ne, stil­le, klei­ne Wan­de­rung in schö­ner Land­schaft, schö­nem Licht und schö­nen Erin­ne­run­gen.

Heley­sund – 13. August 2018

Ein Traum­tag in einem der schöns­ten Win­kel Spitz­ber­gens, im öst­lichs­ten Osten der Haupt­in­sel. Im Heley­sund liegt die­se schö­ne Bucht, in der man pri­ma ankern kann, auch wenn es etwas pus­tet, so wie ges­tern Abend.

Straum­s­land

Straumsland

Heu­te früh war es still und son­nig. Wir haben ein paar Ther­mos­kan­nen und Fut­ter für unter­wegs ein­ge­packt und uns auf­ge­macht, auf eine wei­te Run­de in die Tun­dra. Mal feuch­ter, mal tro­cke­ner, mal stei­ni­ger, immer schön. Aus­bli­cke über Heley­sund und Straum­s­land, Storfjord und Bar­entsøya. Neu­gie­ri­ge Ren­tie­re und eine sel­te­ne Schwal­ben­mö­we. Eine groß­ar­ti­ge Küs­te mit beein­dru­cken­den Fels­säu­len, dar­un­ter saf­tig­grü­ne Tun­dra mit kräf­ti­gen Eis­kei­len. Lan­ge Pau­sen mit schö­nen, son­ni­gen Bli­cken. Was will man mehr?

Straum­s­land

Straumsland

Nun machen wir Dampf durch den Storfjord nach Süden. Die Son­ne scheint, wir haben schö­ne Sicht auf die Bar­entsøya links (ja, Back­bord) und Spitz­ber­gen rechts (Steu­er­bord).

Straum­s­land

Straumsland

Straum­s­land

Straumsland

Hin­lo­pen – 12. August 2018

Das Wet­ter für die nächs­ten Tage macht wei­ter­hin guten Ein­druck – von den ers­ten Tagen abge­se­hen, sind wir der­zeit nicht gera­de son­nen­ver­wöhnt, aber ansons­ten kön­nen wir wirk­lich nicht kla­gen – und daher set­zen wir die Fahrt nun nach Süden fort, um dem­nächst das Süd­kap zu umrun­den und damit auch die Insel Spitz­ber­gen. Gute Sache. Das soll­te auch in nicht all­zu fer­ner Zukunft pas­sie­ren, die Tage gehen auf sehr ange­neh­me Art dahin, einer nach dem ande­ren. Wir dür­fen nicht ver­ges­sen, dass wir irgend­wann auch wie­der in Lon­gye­ar­by­en ankom­men müs­sen.

Von-Otteroya

Von-Otteroya

Noch sind wir aber in der Hin­lo­pen­stra­ße. Die Nacht haben wir vor Anker bei einer die­ser Insel ver­bracht, stei­nig-kar­ge Polar­wüs­te. Nur Stei­ne, sonst nichts. Denkt man. Bei nähe­rem Hin­schau­en gibt es hin­ge­gen eine gan­ze Men­ge zu ent­de­cken. Natür­lich haben wir näher hin­ge­schaut 🙂

Bras­vell­breen

Brasvellbreen

Im Osten sieht es son­nig aus, also machen wir uns auf Rich­tung Brås­vell­breen. Das ist ja auch eines die­ser Natur­wun­der, die es jeweils nur ein­mal gibt auf die­ser Welt. Der Wind frischt auf, und eine gan­ze Men­ge Glet­scher­eis drif­tet umher, aber Pål steu­ert uner­müd­lich zwi­schen den klei­nen und gro­ßen Eis­ber­gen hin­durch. In Glet­scher­nä­he schläft der Wind ein. Ein Eis­bär schwimmt neu­gie­rig auf uns zu und dreht in nächs­ter Nähe eine Ehren­run­de um das Schiff!

Bras­vell­breen

Brasvellbreen

Der Anblick der unend­lich erschei­nen­den Glet­scher­front des Brås­vell­breen in der Son­ne, mit Was­ser­fäl­len und trei­ben­den Eis­ber­gen, ist atem­be­rau­bend.

Hin­lo­pen – 11. August 2018

Nach lan­ger Fahrt bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den haben wir den Murchi­son­fjord erreicht. Wir besu­chen die alte schwe­di­sche Sta­ti­on Kinn­vi­ka und dre­hen eine lan­ge Run­de in der wei­ten, polar­wüs­ten­haf­ten Land­schaft, über schö­ne Aus­sichts­hü­gel und Fels­land­schaf­ten, fin­den erwar­te­ter­ma­ßen Fos­si­li­en und über­ra­schen­der­wei­se eine Eis­höh­le.

Kinn­vi­ka

Kinnvika

Kinn­vi­ka

Kinnvika

Das Alkef­jel­let als eines der Natur­wun­der der Hin­lo­pen­stra­ße, mit Bedeu­tung weit dar­über hin­aus, run­det den Tag ab. Mit etwas Ein­satz und Zodiac-Unter­stüt­zung von Moni­ka ist mir dabei übri­gens ein 360 Grad Pan­ora­ma vom Alkef­jel­let gelun­gen. Bin gespannt, wie das dann aus­sieht! Dem­nächst an bekann­ter Stel­le 🙂

Alkef­jel­let

Alkefjellet

Rijp­da­len – 10. August 2018

Es ist herr­lich, in einem so gott­ver­ges­se­nen Win­kel wie einer Bucht im tiefs­ten Rijpfjord still vor Anker zu lie­gen! Kein Lüft­chen reg­te sich. Viel­ver­spre­chen­de Aus­sich­ten für den nächs­ten Tag, wo eini­ge von uns eine sehr lan­ge Wan­de­rung im Rijp­da­len geplant hat­ten.

Him­mel­buk­ta

Himmelbukta

Lei­der hin­gen heu­te früh die Wol­ken wie­der etwas tie­fer, und da wir nicht vor­hat­ten, in der Sup­pe zu mar­schie­ren, haben wir die ganz lan­ge Tour doch nicht gemacht, son­dern uns auf ein „übli­ches“ Maß einer fünf­stün­di­gen Rund­tour beschränkt. Die war dafür umso ergie­bi­ger. Das Rijp­da­len ist eine unglaub­lich schö­ne Land­schaft, äußerst weit­läu­fig, sehr wei­te Täler mit kräf­ti­gen Schmelz­was­ser­flüs­sen. Unter den Wol­ken schau­ten in bei­den Rich­tun­gen die gro­ßen Eis­kap­pen her­vor, Aus­t­fon­na im Osten und Ves­t­fon­na im Wes­ten. Wir fan­den noch etwas, was wahr­schein­lich ein Grab unbe­kann­ter Her­kunft war, sowie die Stel­le, wo Trap­per, dar­un­ter der spä­ter als „Eis­bä­ren­kö­nig“ bekannt gewor­de­ne Hen­ry Rudi, in den 1930er Jah­ren mal über­win­tert hat­ten. Im fol­gen­den Jahr hat­ten sie ihre Hüt­te abge­baut und das Bau­ma­te­ri­al auf der Halvmå­neøya zur Ver­bes­se­rung der dor­ti­gen Hüt­te ver­wen­det, zu sehen war hier im Rijpfjord also nicht mehr viel.

Nor­dens­kiold­buk­ta

Nordenskioldbukta

Die Tage gehen schnell dahin, wir müs­sen zuse­hen, dass wir lang­sam mal wie­der nach Wes­ten kom­men. Daher damp­fen wir jetzt Rich­tung Hin­lo­pen­stra­ße, nicht ohne die Blau­wa­le von ges­tern noch ein­mal zu grü­ßen.

Nordenskiöldbukta-Rijpfjord – 09. August 2018

Heu­te und Mor­gen wol­len wir ver­su­chen, den Geheim­nis­sen des Nord­aus­t­lan­des, die tief in den Fjor­den ver­bor­gen sind, ein wenig auf die Spur zu kom­men. Ein paar Über­ra­schun­gen lie­gen direkt auf dem Weg. Plötz­lich tau­chen vor uns Blau­wa­le auf, min­des­tens zwei, mög­li­cher­wei­se drei. Wer hat­te neu­lich noch gesagt, die­ses Jahr sähe es mit Walen in Spitz­ber­gen ganz, ganz schlecht aus? Wir kön­nen nicht kla­gen.

Nor­dens­kiold­buk­ta

Nordenskioldbukta

Auf der Scores­by­øya, mit­ten in der wei­ten Nor­dens­kiöld­buk­ta, gehen wir an Land. Ganz in der Nähe hat­te im August 1912 Her­bert Schrö­der-Stranz mit 3 wei­te­ren Beglei­tern sein Schiff, den Her­zog Ernst, ver­las­sen. Auf Nim­mer­wie­der­se­hen. Wir hal­ten unse­re Tour deut­lich kür­zer, auch weil wir fest­stel­len, dass wir nicht allei­ne auf der Insel sind; am Ufer liegt etwas gelb­lich-wei­ßes mit Pelz und Ohren. Völ­lig fried­lich und weit weg, aber wir ver­krü­meln uns trotz­dem eini­ger­ma­ßen unauf­fäl­lig, bevor es noch irgend­wie unan­ge­nehm wird.

Scores­by­oya

Scoresbyoya

Etwas spä­ter lie­gen zwei Wal­ros­se auf einem klei­nen Eis­berg. Eine Mut­ter mit einem klei­nen Kalb! Wobei „klein“ bei Wal­ros­sen natür­lich immer rela­tiv ist. Es ist aber wirk­lich noch ein Klein­kind, das noch mehr von der äußerst fett­rei­chen Milch lebt als von Muscheln.

Rijpfjord

Rijpfjord

Gegen Abend errei­chen wir die Wor­die­buk­ta mit der legen­dä­ren Hau­de­gen-Sta­ti­on, wo 1944-45 die deut­sche Kriegs­ma­ri­ne einen Wet­ter­trupp sta­tio­niert hat­te. Die Män­ner wur­den erst im Sep­tem­ber 1945 abge­holt, als letz­te deut­sche Mili­tär­ein­heit im Zwei­ten Welt­krieg, die welt­weit noch aktiv war, seit Kriegs­en­de zuguns­ten des all­ge­mei­nen, zivi­len Wet­ter­diens­tes. Die Hüt­te steht immer noch. Eine bizar­re Geschich­te, ein bizar­rer Ort.

Hau­de­gen

Haudegen

Chermsi­deøya – 08. August 2018

Nach etli­chen Stun­den war der nörd­lichs­te Nor­den dann end­lich erreicht. Ein Nord­kap gibt es nicht nur auf dem Fest­land, son­dern hier auch. Gut 1050 Kilo­me­ter wei­ter nörd­lich, auf einer klei­nen Insel. Die ist nicht die allernörd­lichs­te von Spitz­ber­gen, da kom­men noch die Sjuøya­ne, aber trotz­dem. Sie hat ein Nord­kap.

Cherms­i­deoya

Chermsideoya

Eine klei­ne, abend­li­che Wan­de­rung hat uns quer über die Insel geführt, über schö­ne, alte Strand­ter­ras­sen, über polier­tes Urge­stein (man kann es auch kris­tal­li­nes Grund­ge­bir­ge nen­nen), durch ein klei­nes Tal. Ein wun­der­schö­ner, abge­le­ge­ner, stil­ler und sehr ark­ti­scher Ort.

Cherms­i­deoya

Chermsideoya

Unglaub­lich nur, wie­viel Plas­tik­müll an einer so ent­le­ge­nen Stel­le ange­spült wird. Hier kommt natür­lich nie­mand her, der mal auf­räu­men könn­te. Wir müs­sen hier mal mit der Anti­gua hin …

P.S. Fünf Minu­ten nach dem Schrei­ben die­ser Zei­len haben wir ein gro­ßes Fischer­netz aus dem Was­ser gezo­gen, in dem auch schon eini­ge tote Lum­men hin­gen. Kei­ne Ahnung, wo wir das bis Lon­gye­ar­by­en ver­stau­en, aber Haupt­sa­che, es treibt nicht mehr im Was­ser!

Unter­wegs zum Nord­aus­t­land – 08. August 2018

Der Wind auf See hat sich gelegt, und für uns wird es lang­sam Zeit wei­ter­zu­kom­men. Wir wol­len hin­auf zur Nord­sei­te des Nord­aus­t­lan­des und spä­ter noch im Spitz­ber­gen her­um, da war­ten noch eine gan­ze Men­ge Mei­len auf uns. Eini­ge davon neh­men wir heu­te in Angriff.

Gleich bei der Aus­fahrt aus Mus­ham­na erwar­tet uns eine klei­ne Sen­sa­ti­on: Eine Bar­t­ro­bbe liegt am Ufer! Wer hat bit­te schon mal eine Bar­t­ro­bbe am Strand lie­gen gese­hen? Kei­ner mel­det sich? Genau. Das pas­siert näm­lich so gut wie nie. Ordent­li­che Bar­t­ro­bben lie­gen im Was­ser oder auf Eis und nicht am Ufer. Aber das scheint die­ses Exem­plar nicht zu wis­sen.

Mus­ham­na

Mushamna

Nörd­lich vom Wij­defjord tref­fen wir auf einen ähn­lich abnorm gestimm­ten Zwerg­wal. Nor­ma­ler­wei­se sind Zwerg­wa­le ziem­lich des­in­ter­es­siert an Boo­ten und Men­schen und zei­gen kaum mehr als einen für kur­ze Augen­bli­cke erra­tisch hier oder dort auf­tau­chen­den Rücken mit der typi­schen, sichel­för­mi­gen Fin­ne. Aber das scheint die­ses Exem­plar nicht zu wis­sen (auf die Gefahr hin, dass ich mich wie­der­ho­le). Die­ser Wal ist rich­tig neu­gie­rig, schwimmt mehr­fach auf uns zu und unter der Arc­ti­ca II hin­durch und scheint rich­tig mit uns zu spie­len!

Wij­defjord

Wijdefjord

Bei etwas Dünung, die lang­sam nach­lässt, gehen die Stun­den und die Mei­len dahin. Nicht mehr lan­ge, dann ankern wir und wir gehen dann sicher auch noch mal an Land.

Mus­ham­na – 07. August 2018

Ein ziem­lich grau­er und über wei­te Stre­cken auch feuch­ter Tag, aber wir haben eini­ges draus gemacht. Eine schö­ne Tour über die Tun­dra, mit guten Aus­sich­ten in die Täler im Hin­ter­land von Mus­ham­na, ein Besuch bei der berühm­ten Trap­per­hüt­te und ein Strand­spa­zier­gang zurück zur Lagu­ne, wo die Arc­ti­ca II vor Anker liegt.

Mus­ham­na

Mushamna

Spä­ter haben wir einen Aus­flug in eine weni­ger übli­che Rich­tung gemacht. Can­yo­ning ist ja modern, das geht hier auch. Ein tie­fer Ein­blick in das Innen­le­ben des Devon, beein­dru­cken­de Schich­ten mit inter­es­san­ten Details und Struk­tu­ren, und viel Was­ser. Unten rei­ßend und oben tröp­felnd.

Mus­ham­na

Mushamna

Abends zeig­te Pål sei­ne Talen­te als Koch. Als Haupt­zu­tat dien­ten meh­re­re Pracht­ex­em­pla­re der von ihm hier frisch gefan­ge­nen Äsche. Super­le­cker!

Mus­ham­na: die Rob­ben­ret­tung – 06. August 2018

Der Anker lag in Mus­ham­na im Schlamm, der Abend war gemüt­lich aus­ge­klun­gen und der Tag eigent­lich schon been­det, da wur­de am Ufer eine klei­ne Rob­be gesich­tet, die sich in einem Stück Fischer­netz ver­fan­gen hat­te. Das arme Tier lag im fla­chen Was­ser am Strand und kämpf­te um sein Leben, aber ohne Chan­ce. Die­ses wider­li­che Plas­tik­zeug! Was ist so schwer dar­an, ein kaput­tes Netz und all den ande­ren Sch…ß ordent­lich in einen Con­tai­ner zu schmei­ßen, der in jedem Hafen und über­all sonst steht? War­um fliegt so viel davon ins Meer, wo es unend­li­chen Scha­den im Öko­sys­tem anrich­tet und so vie­le Tie­re so furcht­bar zu Tode kom­men lässt?

Mus­ham­na

Mushamna

In die­sem Fall ließ sich immer­hin etwas tun. Es war eine ziem­lich klei­ne Rob­be, wahr­schein­lich eine jun­ge Rin­gel­rob­be, die ich leicht auf den Strand tra­gen und dort fest­hal­ten konn­te, so dass Pål sie mit einem schar­fen Mes­ser schnell von dem Netz befrei­en konn­te, dass sich schon bedenk­lich tief um den Hals ein­ge­schnit­ten hat­te. Natür­lich stand das arme Vieh ganz schön unter Schock und brauch­te eini­ge Augen­bli­cke, um wie­der zu Atem zu gelan­gen, aber dann schwamm sie frei und quick­le­ben­dig fort und wie zum Dank unter unse­rem Boot durch! Ein wun­der­ba­rer Moment, über den wir alle sehr froh und glück­lich waren. Ich möch­te jetzt gar nicht an all die Tie­re den­ken, denen genau das Glei­che pas­siert, ohne dass ihnen jemand hel­fen kann, aber ab und an hat man das Glück, zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort das Rich­ti­ge tun zu kön­nen. Leu­te, geht ver­ant­wor­tungs­voll mit Plas­tik um!

Mus­ham­na

Mushamna

Texas Bar – 06. August 2018

Drau­ßen vor der Küs­te soll es wohl laut Wet­ter­be­richt kräf­tig wehen, und wir sind froh, gut geschützt in die­ser schö­nen Bucht im Lief­defjord vor Anker zu lie­gen. Die Wol­ken hän­gen tief, von der schö­nen Land­schaft ist wenig zu sehen, so dass wir es ruhig ange­hen las­sen und zwi­schen­durch Zeit haben, uns dem The­ma Eis­bä­ren etwas genau­er zu wid­men.

Horn­baek­pol­len

Hornbaekpollen

Nach­mit­tags reißt es ein wenig auf, und bald dar­auf sind wir unter­wegs. Die Wol­ken haben sich gera­de genug geho­ben, um schö­ne Bli­cke auf den Erik­breen, den Horn­bæk­pol­len und den Lief­defjord frei­zu­ge­ben, auf den höchs­ten Abschnit­ten unse­rer Wan­de­rung tau­chen wir schon ein wenig ins Grau ein. Sehr atmo­sphä­risch und stim­mungs­voll, aber es ist schon gut, sich hier ein wenig aus­zu­ken­nen unter die­sen Umstän­den.

Horn­baek­pol­len

Hornbaekpollen

Abschlie­ßend erwei­sen wir Hil­mar Nøis’ alter Hüt­te Texas Bar unse­re Reve­renz und dann damp­fen wir wei­ter, um in Mus­ham­na zu ankern. Auch mor­gen soll es win­dig sein, da wer­den wir dann gut lie­gen.

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News-Auflistung generiert am 21. Juni 2021 um 12:35:42 Uhr (GMT+1)
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