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Jahres-Archiv: 2014 − News & Stories


Eis­bär in Lon­gye­ar­by­en, drit­ter und vor­läu­fig letz­ter Akt

Der Eis­bär in Lon­gye­ar­by­en (sie­he vor­her­ge­hen­de Mel­dun­gen) ist nun nicht mehr bei und schon gar nicht mehr in Lon­gye­ar­by­en. Heu­te (Don­ners­tag, 16.10.) um 12.15 gelang es, das Tier mit 2 Schüs­sen aus einem Betäu­bungs­ge­wehr in Tief­schlaf zu ver­set­zen, wobei der bereits getrof­fe­ne Bär zunächst noch über 3 Kilo­me­ter ins Advent­da­len wan­der­te, bevor er in der Nähe der alten Nord­licht­sta­ti­on (alter Flug­ha­fen) ein­schlum­mer­te. Nach dem übli­chen Wie­gen und Mar­kie­ren trat der Eis­bär dann einen Hub­schrau­ber­flug nach Nor­den an.

Der Sys­sel­man­nen strebt an, den anhäng­li­chen Eis­bä­ren mög­lichst nicht auf der Haupt­in­sel Spitz­ber­gen, son­dern auf einer ande­ren Insel abzu­set­zen. Der genaue Ort hängt jedoch vom Wet­ter wäh­rend des Flu­ges ab. Die Rich­tung Nor­den zu Anfang des Flu­ges deu­tet jedoch an, dass eher das Nord­aus­t­land als die Edgeøya die neue Hei­mat des Lon­gye­ar­by­en-Eis­bä­ren wer­den könn­te. Ob er sich dort eben­so orts­treu ver­hal­ten oder in neue Gebie­te wan­dern wird, weiß er wohl der­zeit nicht ein­mal sel­ber.

Jeden­falls nutz­ten vie­le Leu­te in Lon­gye­ar­by­en die Gele­gen­heit zu einem Blick aus gut 500 Metern Ent­fer­nung auf den am Ufer lie­gen­den Eis­bä­ren. Für man­che war es das ers­te Mal, dass sie in frei­er Natur einen Eis­bä­ren zu sehen beka­men.

Unge­fäh­re Posi­ti­on des Eis­bä­ren bei Lon­gye­ar­by­en, als er betäubt wur­de (roter Punkt). Bild­grund­la­ge: Goog­le Earth.

Eisbär bei Longyearben

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Eis­bär in Lon­gye­ar­by­en: Fort­set­zung

Ges­tern (Mitt­woch, 15.10.) hat ein Eis­bär Lon­gye­ar­by­en besucht (sie­he Nach­richt von ges­tern: Eis­bär in Lon­gye­ar­by­en). Der Bär wur­de schließ­lich von der Poli­zei ver­scheucht und mit dem Hub­schrau­ber ins meh­re­re Kilo­me­ter ent­fern­te Mälarda­len ver­folgt.

Nun ist der Eis­bär wie­der zurück: Er liegt in der Mün­dung des Advent­da­len, am Ufer des Advent­fjord, in unmit­tel­ba­rer Nähe von Lon­gye­ar­by­en. Der Sys­sel­man­nen (Poli­zei) beob­ach­tet den Eis­bä­ren und berei­tet zusam­men mit dem nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tut einen Ver­such vor, das Tier zu betäu­ben und in einen abge­le­ge­nen Teil Spitz­ber­gens zu ver­frach­ten. Die Öffent­lich­keit wird bis dahin gebe­ten, sich von dem Gebiet fern­zu­hal­ten.

Unge­fähr im rot mar­kier­ten Gebiet bei Lon­gye­ar­by­en befin­det sich aktu­ell der Eis­bär. Bild­grund­la­ge: Goog­le Earth.

Eisbär bei Longyearben

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Eis­bär in Lon­gye­ar­by­en

Eis­bär in Lon­gye­ar­by­en: Mehr­fach im Lauf des Som­mers wur­den Eis­bä­ren in der nähe­ren Umge­bung von Lon­gye­ar­by­en gese­hen, etwa in Hior­th­hamn auf der ande­ren Sei­te des Advent­fjord, 3 Kilo­me­ter vom Ort ent­fernt, und im benach­bar­ten Advent­da­len.

Am letz­ten Sonn­tag (12.10.) wur­de ein Eis­bär öst­lich des Isdam­men (der Trink­was­ser­see) gese­hen, weni­ge Kilo­me­ter von Lon­gye­ar­by­en ent­fernt und nahe bei der Advent­da­len-Stra­ße. Der „Höhe­punkt“ war aber heu­te (Mitt­woch, 15.10.) früh erreicht, als ein Eis­bär durch den Orts­teil von Lon­gye­ar­by­en spa­zier­te, der dem Advent­da­len am nächs­ten liegt. In den frü­hen Mor­gen­stun­den war der Eis­bär vom Advent­fjord gekom­men und bei Inge­niør Paul­sen (ein Geschäft am Orts­rand) vor­bei­spa­ziert, dann wei­ter in Rich­tung der Wohn­häu­ser, direkt ent­lang der Wohn­haus­rei­he (Vei 238) und teil­wei­se zwi­schen den Häu­sern wei­ter und schließ­lich wie­der Rich­tung Advent­da­len. Am ers­ten Hun­de­hof, zu Fuß nur weni­ge Minu­ten vom Ort ent­fernt, wur­de der Eis­bär schließ­lich von der zwi­schen­zeit­lich alar­mier­ten Poli­zei gesich­tet und Rich­tung Advent­da­len ver­trie­ben, wo er sich in ein Sei­ten­tal, das Mälarda­len, ver­zog. Die Poli­zei (Sys­sel­man­nen) beob­ach­te­te dies vom Hub­schrau­ber aus, um sicher­zu­stel­len, dass der Eis­bär sich zumin­dest zunächst vom Ort ent­fernt hat.

Anwoh­ner beka­men einen Schre­cken, als sie direkt neben ihren Häu­sern die Eis­bä­ren­spu­ren sahen. Fuß­gän­ger­ver­kehr ist zu jeder Tages- und Nacht­zeit üblich, und der Gedan­ke, beim Heim­weg von Schu­le, Arbeit oder Knei­pe einem Eis­bä­ren gegen­über­zu­ste­hen, ist ziem­lich unge­müt­lich. Immer­hin schließt in Lon­gye­ar­by­en kaum jemand die Tür ab, so dass so ziem­lich jedes Wohn­haus im Not­fall Zuflucht bie­tet.

Der Sys­sel­man­nen for­dert alle zu erhöh­ter Auf­merk­sam­keit auf, ins­be­son­de­re in der nun anbre­chen­den, dunk­len Zeit.

Die­ses Mal war der Eis­bär nicht, wie hier im Bild von Ende August, in Hior­th­hamn, son­dern in Lon­gye­ar­by­en, im Orts­teil zum Advent­da­len. Mög­li­cher­wei­se han­delt es sich um das­sel­be Tier.

Eisbär bei Longyearben

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Ark­tis 2014 im Rück­blick: Bären­in­sel, Jan May­en, Spitz­ber­gen …

Die Ark­tis-Sai­son 2014 ist vor­bei, das ist nicht zu leug­nen. Der letz­te Blog-Bei­trag liegt nun schon etwa 3 Wochen zurück, und in 2 Wochen beginnt in Spitz­ber­gen so lang­sam die Polar­nacht. Schon jetzt ist es dort ziem­lich unge­müt­lich, schon die Tou­ren im Sep­tem­ber waren ja von so eini­gen Minus­gra­den, Schnee­fall und mit­un­ter viel Wind geseg­net. Nun ja. Aber die Tou­ren­sai­son ist im hohen Nor­den für die­ses Jahr vor­bei. Punkt.

Aktu­ell fin­det das Ark­tis-Erleb­nis also vor allem am Rech­ner statt. Und das ist gar nicht schlecht. Einer­seits ist es mit deut­lich weni­ger Anstren­gung und kal­ten Fin­gern ver­bun­den, wobei bei­des natür­lich, live vor Ort und in Far­be, zum Reiz des Erle­bens bei­trägt. Und auch wäh­rend mei­nes 18. Spitz­ber­gen-Som­mers ging es mir auch nicht bes­ser als ver­mut­lich so ziem­lich allen, die Spitz­ber­gen zum ers­ten Mal erle­ben: Die Flut der Ein­drü­cke ist gewal­tig, sie droht mit­un­ter, das ein­zel­ne Erleb­nis ein wenig unter­ge­hen zu las­sen. Ich kann jeden Tour des Som­mers aus dem Kopf Tag für Tag nach­voll­zie­hen, weiß, wo wir waren, was wir gemacht, gese­hen, erlebt haben und wie das Wet­ter war. Aber nach­dem mona­te­lang Tag für Tag die Ein­drü­cke von Wan­de­run­gen über Tier­be­ob­ach­tun­gen auf mich ein­ge­pras­selt sind, nicht zu reden vom Zusam­men­le­ben und -arbei­ten mit Rei­sen­den, Kol­le­gen und Mann­schaft, das ja eben­falls am lau­fen­den Band Ein­drü­cke hin­ter­lässt – da ist es schon gut, alles noch ein­mal Revue pas­sie­ren zu las­sen.

Das macht aus der „Not“ ganz ein­fach eine Tugend. Da ich unter­wegs auch ab und an mal schla­fen muss, ver­schie­be ich die Fer­tig­stel­lung von Rei­se­ta­ge­bü­chern und Vide­os der ein­zel­nen Fahr­ten auf die Zeit nach der Sai­son. Also jetzt. Somit habe ich der­zeit das Ver­gnü­gen, die Rei­sen alle in Bild und Text noch ein­mal gedank­lich durch­zu­ge­hen. Was für Zei­ten … unglaub­lich, was die ver­gan­ge­nen Mona­te her­ge­ge­ben haben. Hun­der­te von Kilo­me­tern Wan­de­run­gen über die Tun­dra und auf Ber­ge, über Schnee und Stei­ne, Strand und Glet­scher, sump­fi­ge Flie­ßer­de und san­di­ge Vul­kan­asche, von der Bären­in­sel und Jan May­en bis zu den Sjuøya­ne im höchs­ten Nor­den Spitz­ber­gens. Und sehr viel von dem, was dazwi­schen liegt.

Wer Lust hat, das im Nach­hin­ein ganz bequem mit­zu­er­le­ben, soll­te sich die Fotos und Rei­se­be­rich­te der Ark­tis-Sai­son 2014 zu Gemü­te füh­ren. Die meis­ten Rei­se­be­rich­te sind nun dort ein­ge­stellt, das eine oder ande­re Video folgt dem­nächst noch. Und mein Tip: Die Polar-Pan­ora­ma-Sei­te mit 360-Grad-Pan­ora­men aus allen Tei­len der Ark­tis, die in die­ser Zeit auf mei­nen Rou­ten lagen, und vie­len dar­über hin­aus. Das ist fast wie selbst dort zu ste­hen. Jeden Tag einen klei­nen, vir­tu­el­len Abste­cher in die Ark­tis machen, visu­ell für einen Moment an einem die­ser wun­der­schö­nen Orte ste­hen … das ist nur einen Maus­klick weit ent­fernt. Das Erstel­len der Pan­ora­men bie­tet mir genau dies nun, nach den Tou­ren, und jeder kann online dabei sein. Mein Tip sind ins­be­son­de­re die Pano-Tou­ren, die sich wie ein Film von selbst abspie­len und klei­ne Geschich­ten erzäh­len. Emp­feh­lens­wert: Fred­heim, die berühm­te Trap­per­hüt­te im Tem­pel­fjord, die abge­le­ge­nen Ryke Yse­øya­ne oder die Vul­kan­in­sel Jan May­en.

Rei­se-Blog­ein­trä­ge wird es nun für eine Wei­le nicht geben, viel­leicht habe ich für die­se Sei­te noch den einen oder ande­ren Bei­trag, aber dafür wer­den die Spitz­ber­gen-Nach­rich­ten nun wie­der etwas regel­mä­ßi­ger bedient wer­den.

Blick über den Lil­lie­höök­breen im August. Einer von unge­zähl­ten Ein­drü­cken des ver­gan­ge­nen Som­mers.

Lilliehöökbreen

Da steppt der Bär: Eis­bär in Pyra­mi­den

Schon seit län­ge­rem hal­ten sich meh­re­re Eis­bä­ren kon­stant im Bill­efjord nörd­lich von Lon­gye­ar­by­en auf. Die­se wer­den regel­mä­ßig von Tou­ris­ten beob­ach­tet und von den 14 Per­so­nen, die in der rus­si­schen Sied­lung Pyra­mi­den arbei­ten. Mehr­fach wur­de über den Som­mer auch ein Eis­bär inner­halb der größ­ten­teils auf­ge­ge­be­nen Sied­lung beob­ach­tet, auch unmit­tel­bar vor dem Hotel, in dem meh­re­re Men­schen leben und in dem Besu­cher unter­ge­bracht wer­den.

Nun ist der Eis­bär wohl buch­stäb­lich einen Schritt zu weit gegan­gen: In der Nacht zu Mon­tag ist er durch ein Fens­ter in die Bar geklet­tert und hat sich dort gemüt­lich umge­se­hen. Davon wur­den die im Hotel unter­ge­brach­ten Bewoh­ner wach, die es jedoch vor­zo­gen, den Bären in der Bar in Ruhe zu las­sen. Wie umfang­reich der ver­mut­lich ent­stan­de­ne Sach­scha­den ist, ist bis­lang nicht bekannt, jedoch hat der leben­de Eis­bär sich nicht für sei­nen aus­ge­stopf­ten Art­ge­nos­sen inter­es­siert. Unbe­kannt ist auch, ob der Eis­bär bei den hoch­pro­zen­ti­gen Geträn­ken zuge­grif­fen hat.

In jedem Fall hat­te er die Bar bereits wie­der ver­las­sen, als der Sys­sel­man­nen vor Ort ein­traf. Trotz Suche über 1,5 Stun­den mit dem Hub­schrau­ber konn­te der Bar-Bär nicht gefun­den wer­den.

Da wie­der­hol­te Ver­su­che, den Eis­bä­ren zu ver­trei­ben, bis­lang bes­ten­falls kurz­fris­tig erfolg­reich sind und die Situa­ti­on mitt­ler­wei­le als gefähr­lich ein­ge­stuft wird, hat der Sys­sel­man­nen nun beschlos­sen, den Eis­bä­ren zu betäu­ben und in eine abge­le­ge­ne­re Gegend zu ver­frach­ten, wenn er sich noch ein­mal bli­cken lässt.

Wahr­schein­lich han­delt es sich um den glei­chen Bären, der vor ein paar Wochen ein Stu­den­ten-Zelt­la­ger am Nor­dens­kiöld­breen gegen­über von Pyra­mi­den heim­ge­sucht hat.

Eis­bär in der Bar im Hotel Tuli­pan in Pyra­mi­den (ja, die­ses Foto ist natür­lich zusam­men­ge­bas­telt, ich konn­te nicht wider­ste­hen).

Eisbär im Hotel Tulipan in Pyramiden

Quel­le: Sys­sel­man­nen, Sval­bard­pos­ten

Wal­ros­se von „Tier­spe­zia­lis­ten“ ange­bellt

Man muss die Über­schrift wohl zwei­mal lesen: ja, Men­schen haben Wal­ros­se ange­bellt und ange­grunzt, nicht umge­kehrt. Zuge­tra­gen haben soll die­ser erstaun­li­che Vor­gang am 16. Juli am Torell­ne­set in der Hin­lo­pen­stra­ße, als eine Grup­pe Tou­ris­ten der MS Expe­di­ti­on an Land war, um Wal­ros­se zu beob­ach­ten.

Ein Gast wand­te sich spä­ter an Sys­sel­man­nen und Sval­bard­pos­ten, da zum Schiff gehö­ren­de „Tier­spe­zia­lis­ten“ Wal­ros­se mit dem Ziel gestört haben sol­len, gute Foto­mo­ti­ve zu erlan­gen. Dazu sol­len zwei Per­so­nen im ufer­na­hen Was­ser dicht (ca. 2 Meter) an die Wal­ros­se her­an­ge­gan­gen sein und begon­nen haben, die Tie­re durch „Bel­len und Grun­zen“ zu stö­ren, wohl um sie dadurch zu „foto­gra­fisch attrak­ti­ven“ Bewe­gun­gen zu ani­mie­ren. Einer der bei­den habe dabei foto­gra­fiert. Das Ver­hal­ten soll durch Mit­ar­bei­ter nach­träg­lich dadurch gerecht­fer­tigt wor­den sein, dass die­se „wüss­ten, was sie tun“.

Laut Sval­bard-Umwelt­ge­setz ist es ver­bo­ten, Tie­re zu „jagen, fan­gen, schä­di­gen oder zu töten“. Ob ein Ver­stoß gegen Geset­ze vor­liegt, wird nun vom Sys­sel­man­nen geprüft. In jedem Fall ist eine akti­ve Annä­he­rung unter­halb von 30 Metern Distanz durch die AECO-Regeln unter­sagt. AECO ist ein Ver­band von Expe­di­ti­ons-Kreuz­fahrt­schiff­un­ter­neh­men in der Ark­tis, dem auch der Betrei­ber der MS Expe­di­ti­on ange­hört. Die Mit­glie­der unter­wer­fen sich frei­wil­lig, aber ver­bind­lich den AECO-Regeln, die oft stren­ger sind als gesetz­li­che Stan­dards.

Die Ree­de­rei der MS Expe­di­ti­on hat ange­kün­digt, den Vor­fall intern zu prü­fen und will grund­sätz­lich an hohen Umwelt- und Tier­schutz­stan­dards fest­hal­ten. Dar­über hin­aus prüft AECO, den Vor­fall auf dem Jah­res­tref­fen des Ver­bands zum The­ma zu machen.

In jedem Fall wäre eine akti­ve Annä­he­rung auf etwa 2 Meter zu tou­ris­ti­schen Zwe­cken defi­ni­tiv inak­zep­ta­bel und auch völ­lig über­flüs­sig: Die an Land sehr trä­gen, im Was­ser aber manch­mal sehr neu­gie­ri­gen und leb­haf­ten Tie­re kom­men im Was­ser manch­mal ganz von selbst aus Neu­gier sehr nah her­an – ganz ohne Stö­rung durch Gebell, Gegrun­ze oder sons­ti­ges, nicht akzep­ta­bles Ver­hal­ten gegen­über Tie­ren.

Auf Fotos ist meis­tens gut erkenn­bar, ob Tie­re gestört wur­den. Sol­che Fotos wer­den von pro­fes­sio­nel­len Ver­la­gen heu­te nor­ma­ler­wei­se nicht mehr akzep­tiert.

Wal­ros­se sind mit­un­ter sehr neu­gie­rig: hier kamen die Tie­re aus eige­nem Antrieb zu den still sit­zen­den bzw. ste­hen­den Men­schen. Nie­mand wur­de gestört. Aktiv für tou­ris­ti­sche oder foto­gra­fi­sche Zwe­cke so nah an Wal­ros­se her­an­zu­ge­hen, ist weder erlaubt noch akzep­ta­bel.

Walrosse und Touristen

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

„Polar­sys­sel“: Ein neu­es Schiff für den Sys­sel­man­nen

Mit einer leich­ten Ver­spä­tung von knapp vier Mona­ten konn­te am Sams­tag, dem 20.09.2014 die Polar­sys­sel, das neue Schiff des Sys­sel­man­nen offi­zi­ell getauft und ein­ge­weiht wer­den. Die Zere­mo­nie fand am Gam­mel­ka­ia (das „alte Kai“) in Lon­gye­ar­by­en unter Anwe­sen­heit des nor­we­gi­schen Jus­tiz­mi­nis­ters Anders Amund­sen statt.

Die Polar­sys­sel ersetzt die Nord­sys­sel, die nach ihrer elf­ten Sai­son im Dienst des Sys­sel­man­nen (2003 bis 2013) im Sep­tem­ber letz­ten Jah­res weh­mü­tig aus Spitz­ber­gen ver­ab­schie­det wur­de. Um die Ver­spä­tung des neu­en Schiffs zu über­brü­cken, wur­de in der lau­fen­den Sai­son seit Ende Mai ersatz­wei­se ein Schiff der islän­di­schen Küs­ten­wa­che ein­ge­setzt, die Tyr.

Anders als frü­he­re Schif­fe des Sys­sel­man­nen wur­de die neue Polar­sys­sel spe­zi­ell für den Dienst in Spitz­ber­gen gebaut und für die beson­de­ren Anfor­de­run­gen des Sys­sel­man­nen aus­ge­stat­tet. Die Auf­ga­ben des Schif­fes lie­gen in ers­ter Linie in den Berei­chen Ret­tungs- und Ber­gungs­dienst, Umwelt­über­wa­chung und der Bekämp­fung von Ölver­schmut­zun­gen.

Zur Aus­stat­tung der Polar­sys­sel gehö­ren unter ande­rem ein Heli­ko­pter­deck, eine Winsch zum Abschlep­pen ande­rer Schif­fe, Infra­rot- und opti­sche Such­ka­me­ras um Per­so­nen oder aus­ge­tre­te­nes Öl auf­fin­den zu kön­nen, Was­ser­wer­fer um Brän­de zu löschen, eine Kran­ken­sta­ti­on, zwei Arbeits­boo­te, die schnell ins Was­ser gelas­sen wer­den kön­nen und die Mög­lich­keit, das Schiff zur Reduk­ti­on des Treib­stoff­ver­brauchs an eine exter­ne Strom­ver­sor­gung anzu­schlie­ßen, wenn es in Lon­gye­ar­by­en am Kai liegt. Mit der Polar­sys­sel wur­de, anders als bei der Vor­gän­ge­rin, ein Schiff mit Eis­klas­se 1B gewählt, die Nord­sys­sel hat­te die höchs­te Eis­klas­se 1A Super. Die Polar­sys­sel hat 9 Per­so­nen Besat­zung, Kabi­nen­plät­ze für 21 Pas­sa­gie­re und eine Kapa­zi­tät für 35 Tages­pas­sa­gie­re.

Der Rumpf wur­de zunächst nach nor­we­gi­schen Plä­nen in der Tür­kei gebaut, die wei­te­re Mon­ta­ge erfolg­te in der Werft Havy­ard im nor­we­gi­schen Leir­vik. Für den Betrieb ist die Rede­rei Remøy Manage­ment ver­ant­wort­lich, Eig­ner ist die islän­di­sche Fir­ma Faf­nir Off­shore. Der Ver­trag zur Nut­zung der Polar­sys­sel läuft zunächst bis 2020, danach hat der Sys­sel­man­nen die Opti­on, ihn bis 2024 zu ver­län­gern. In den ers­ten zehn Jah­ren kos­tet die Nut­zung des Schiffs 329 Mil­lio­nen nor­we­gi­sche Kro­nen. Dabei wird die Polar­sys­sel pro Jahr nur sechs Mona­te, Mai bis Novem­ber, auf Spitz­ber­gen ver­brin­gen. In den Win­ter­mo­na­ten soll sie an ande­rer Stel­le ein­ge­setzt wer­den, z.B. als Ver­sor­gungs­schiff in der Off­shore-Ölför­de­rung.

Die neue Polar­sys­sel wird kei­ne Schön­heits­prei­se gewin­nen, ist aber ein sehr funk­tio­nel­les Schiff (Foto: Cemreshipyard.com).

Polarsyssel

Quel­le: Sval­bard­pos­ten, Sys­sel­man­nen

Oans, zwoa, gsuf­fa … Okto­ber­fest in Lon­gye­ar­by­en

Das berüch­tig­te Okto­ber­fest gibt es auch weit nörd­lich des Polar­krei­ses. Freun­de des Kon­sums leber­schä­di­gen­der Geträn­ke zu über­höh­ten Prei­sen in laut­star­ker, über­füll­ter Umge­bung kom­men in die­sen Tagen in Lon­gye­ar­by­en voll auf ihre Kos­ten. Ganz der Tra­di­ti­on des Mün­che­ner Vor­bil­des ent­spre­chend, gibt es ein Bier­zelt mit Live­mu­sik, über 120 Bier­sor­ten (dar­un­ter vie­le aus Süd­deutsch­land) und einen erstaun­li­chen Besu­cher­ver­kehr.

Ein­ge­lei­tet wur­de das Okto­ber­fest in Lon­gye­ar­by­en mit einem Umzug am Don­ners­tag (25.9.), Sams­tag (27.9.) erreich­te das Pro­gramm u.a. mit Auf­trit­ten des Män­ner­chors der nor­we­gi­schen Berg­bau­ge­sell­schaft und der „Spitz­ber­gen Schnaps­ka­pel­le“, die sich spe­zi­ell zu die­sem Anlass aus loka­len Talen­ten zusam­men­fand, sowie diver­sen Vor­trä­gen zum The­ma Bier sei­nen Höhe­punkt.

Das Okto­ber­fest fin­det in Lon­gye­ar­by­en seit meh­re­ren Jah­ren statt und eine künf­ti­ge Fort­füh­rung kann als sicher gel­ten.

Mehr kann die­ser Autor, der zur frag­li­chen Zeit lie­ber abseits von Lon­gyear­ben die Aus­sicht über stil­le Täler im schö­nen Abend­licht des spä­ten Sep­tem­bers genoss, nicht bei­tra­gen.

Umzug beim Okto­ber­fest in Lon­gye­ar­by­en.

Oktoberfest Longyearbyen

Bill­efjord

Gera­de recht­zei­tig sind wir nachts in den Isfjord ein­ge­lau­fen. Nicht viel spä­ter haben ande­re, die hin­ter uns kamen, flei­ßig die Fische gefüt­tert.

Erfolg­rei­che Suche nach neu­ent­deck­ten Moti­ven an alt­be­kann­ten Orten. Schiff auf dem Tro­cke­nen, Schie­nen ins Nichts, Sinn­bild für den geschei­ter­ten Ver­such, der Ark­tis ihre Schät­ze zu ent­rei­ßen. Man soll­te es las­sen.

Zuge­ge­ben, eine ganz bestimm­te Erin­ne­rung woll­ten wir der Ark­tis, nun ja, nicht ent­rei­ßen, aber uns doch ger­ne schen­ken las­sen. Der fried­li­che Weg, die Schät­ze der ark­ti­schen Natur zu „nut­zen“. Das gelang auch.

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Letz­ter Höhe­punkt einer Fahrt, die weit­ge­hend anders ver­lau­fen ist, als ich mir das vor­ge­stellt hat­te. Das Wet­ter hat über Tage den Ablauf dik­tiert. Was sehr ein­drück­lich war und sich im Nach­hin­ein, im son­ni­gen Licht der schö­nen Tage, die fol­gen soll­ten, zu einem sehr schö­nen Gesamt­bild ver­voll­stän­dig­te. Abends lief eine zufrie­de­ne Anti­gua wie­der in den Advent­fjord ein.

Van Mijen­fjord

Manch­mal reicht ein Gän­se­rü­cken für höchs­te ark­ti­sche Glücks­ge­füh­le. Jeden­falls wenn der Gän­se­rü­cken der Gåski­len ist, der west­li­che Aus­läu­fer des Mid­ter­hu­ken, die­ser wun­der­ba­re Berg zwi­schen Van Mijen­fjord und Van Keu­len­fjord, 300 Meter hoch und mit einer Aus­sicht über den gesam­ten Bellsund.

Zum Nach­tisch ein Glet­scher in der Son­ne dann noch ein Rücken. Acht Kilo­me­ter lang und nur weni­ge hun­dert Meter breit, aus har­tem Kalk­stein, mit paläo­zoi­schen Mee­res­früch­ten. In die­sem Fall rei­chen 50 Meter für bes­te Aus­sich­ten.

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Dann wur­de es auch schon Zeit, die trotz wet­ter­tech­nisch hef­ti­gem Start doch sehr schö­ne Rei­se zu fei­ern. Unglaub­lich, wie die Zeit ver­fliegt. Aber wir haben ja noch einen Tag.

Van Keu­len­fjord, Recher­chefjord

Hat es jemals auf die­ser Rei­se geschneit? Man muss sich schon bewusst dar­an erin­nern. Es ist so makel­los schön, dass man sich kaum vor­stel­len kann, wie sehr es vor weni­gen Tagen noch gestürmt und geschneit hat.

Ein­wand­freie Land­gän­ge ohne jede Schwie­rig­keit in präch­ti­ger ark­ti­scher Land­schaft, Fos­si­li­en aus fer­nen Zei­ten, Seri­en geho­be­ner Strand­wäl­le aus erd­ge­schicht­lich ver­gleichs­wei­se jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit, vom Neu­schnee deut­lich nach­ge­zeich­net. Schmelz­was­ser­bä­che stür­zen in Was­ser­fäl­len über erd­al­ter­tüm­li­chen Kalk­stein, aus Was­ser­fäl­len wer­den nun lang­sam Eis­säu­len.

Eine klei­ne Kreuz­fahrt im Van Keu­len­fjord bie­tet land­schaft­li­che Schön­heit, aber nicht, wie heim­lich erhofft, tie­ri­sche Erleb­nis­se. Die gibt es spä­ter bei einer klei­nen Tour zu einer Glet­sch­er­la­gu­ne, so dass die Tour noch klei­ner wird als zunächst geplant. Gleich­zei­tig arbei­tet sich eine klei­ne Grup­pe durch den Schnee in die Höhe. Rund­um­blick über Fjor­de, Täler und Glet­scher. Die Anstren­gung gegen Zeit, Stei­gung und Schnee hat sich gelohnt: Die Son­ne steht noch einen Fin­ger breit über den Ber­gen im Wes­ten. Die Tage der Mit­ter­nachts­son­ne sind lan­ge vor­bei, lang­sam muss man auch in der hohen Ark­tis wie­der auf die Uhr schau­en.

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Wenn die Mit­ter­nachts­son­ne weicht, macht sie dem Polar­licht Platz. Es hat sich gelohnt, bei kla­rem Him­mel die Nacht vor Anker lie­gen zu blei­ben. Ark­ti­scher Licht­zau­ber über dem süd­li­chen Hori­zont.

For­landsund

Ein klei­ner Druck auf den Schön­wet­ter­knopf, irgend­wo in der höhe­ren Abtei­lung, und schon sind wir in einer ande­ren Welt. Blau­er Him­mel und Son­ne. Die tief­ste­hen­de Sep­tem­ber­son­ne, auf die wir uns so gefreut haben, hier ist sie auf ein­mal und lässt alles in einem ein­ma­li­gen Glanz erstrah­len, den gan­zen Tag lang, wie man es andern­orts nur kurz vor Son­nen­un­ter­gang hat. Ber­ge, Glet­scher, Eis­ber­ge, alles sieht auf ein­mal über­ir­disch schön aus.

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Kongsfjord

Es gibt sie noch, die raue, wil­de Ark­tis. Mit schein­bar nicht enden­den Schnee­stür­men. Schnee­wir­bel, die jede Sicht neh­men, und Wind, der die Gischt von den Wel­len reißt und jeden Auf­ent­halt am ver­schnei­ten Deck zu einer klei­nen Expe­di­ti­on macht. Selbst der gegen West­wind gut geschütz­te Krossfjord woll­te uns nicht mehr an Land las­sen. Ein Nach­mit­tag an Bord, vor Anker, gut geschützt vor See­gang, der Wind heult durch die Mas­ten: gefühlt bei­na­he eine Über­win­te­rung. Wenn der Sturm nun nie mehr auf­hört ..?

Tat er aber. Die­ses Okto­ber­wet­ter, das wir nun Mit­te Sep­tem­ber haben, ist zwar eini­ge Wochen zu früh dran, hält aber auch nicht ewig. Die Blom­strand­hal­vøya bot kal­te Füße, gefro­re­ne Was­ser­fäl­le, Wind und Schnee, ein paar ein­sa­me Ren­tie­re, und natür­lich das berühm­te Lon­don, im Schnee­trei­ben, mit Schnee­krus­ten über­zo­gen, so noch nicht gekannt, präch­tig!

Der Kong­s­breen pro­du­ziert die blau­es­ten Eis­ber­ge Spitz­ber­gens, zumin­dest heu­te. Es gibt doch die­ses berühm­te Foto von einem sehr blau­en, stark ver­wit­ter­ten Eis­berg aus der Ant­ark­tis, mit Pin­gui­nen. Die Far­be war die glei­che, nur kei­ne Pin­gui­ne.

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Die Bran­dung an der Pier in Ny Åle­sund hat­te dann zum spä­te­ren Nach­mit­tag hin soweit nach­ge­las­sen, dass auch das kein Pro­blem mehr war. So konn­ten wir dem Kongsfjor­dbu­tik­ken am Sai­son­ende noch zu einem Umsatz­hoch ver­hel­fen und auf Amund­sens Spu­ren wan­deln. Ny Åle­sund im Win­ter­kleid, bei­na­he weih­nacht­lich gestimmt.

Krossfjord

(Diens­tag-Don­ners­tag, 16.-18. Sep­tem­ber 2014) – Nach­dem wir den Advent­fjord am Diens­tag end­gül­tig ver­las­sen hat­ten, brach die Son­ne durch die Wol­ken – einer die­ser gran­dio­sen Sep­tem­ber-Momen­te, in denen das Licht alles über­strahlt. Wie oft sind wir schon am Fuglef­jel­let vor­bei­ge­fah­ren, und jedes Mal ist es schön und beein­dru­ckend, aber die gol­de­ne Sep­tem­ber­son­ne an die­sem Spät­nach­mit­tag war außer­ge­wöhn­lich schön. Sie­he das ers­te Foto, wobei es natür­lich immer nur einen Bruch­teil der Stim­mung ein­zu­fan­gen ver­mag.

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Aller­dings its das Wet­ter seit­dem auch außer­ge­wöhn­lich beschis­sen. Zwei durch­zie­hen­de Schlecht­wet­ter­fron­ten hin­ter­ein­an­der, die bei­de jeweils meh­re­re Tage Wind und Schnee brin­gen, fast ohne Pau­se dazwi­schen, das ist, nun ja, nicht das, was wir uns vom Sep­tem­ber in Spitz­ber­gen erhofft hat­ten. Aber wir haben den­noch meh­re­re Lan­dun­gen im Krossfjord gemacht, und nun ver­ste­cken wir uns im Kongsfjord hin­ter der Blom­strand­hal­vøya und war­ten auf bes­se­re Zei­ten. Und die wer­den kom­men, kei­ne Fra­ge.

Pyra­mi­den

Ein Besuch in Pyra­mi­den, der alten rus­si­schen Gru­ben­sied­lung, seit 16 auf­ge­ge­ben, lohnt sich immer. Das Kla­vier lässt sich noch spie­len, der Ball liegt noch im Feld … die alten Gebäu­de sind bei dem Wet­ter, das wir der­zeit haben, auch von innen reiz­vol­ler als von außen. Schlit­ten­hun­de­wet­ter!

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Auf nach Nor­den. Wir rech­nen mit viel Wind in den nächs­ten Tagen und hof­fen, Kongsfjord und Krossfjord noch zu errei­chen, bevor es damit rich­tig los­geht. Der Herbst zeigt sich in die­sen Tagen nicht gera­de von sei­ner gol­de­nen Sei­te. Hey-ho, und ’ne Bud­del Rum … nein, bringt auch nix.

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News-Auflistung generiert am 12. August 2022 um 19:21:15 Uhr (GMT+1)
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