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Jahres-Archiv: 2014 − News & Stories


Dans­køya & Die Sie­ben Eis­ber­ge

Ein Tag aus dem ark­ti­schen Mär­chen­buch. So lang­sam war aber auch mal wie­der etwas Son­nen­schein fäl­lig, und heu­te haben wir ihn satt bekom­men. Wen wür­de da noch das stei­ni­ge Gelän­de bei der Que­rung der Dans­køya stö­ren, wenn es gleich­zei­tig die­sen Wahn­sinns-Blick über Ber­ge und Glet­scher gibt? Die Dra­men aus alter Zeit von der Dänen­in­sel, bekann­te und unbe­kann­te, kön­nen den gran­dio­sen Ein­druck nicht trü­ben, höchs­tens ein klein wenig fär­ben.

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Und dass die Wal­fän­ger vor Jahr­hun­der­ten so einen Respekt vor die­ser wil­den Küs­te hat­ten, die sie „Die Sie­ben Eis­ber­ge“ nann­ten, ist an so einem Tag auch nur ein Hauch von fer­ner Ver­gan­gen­heit. Wobei die Küs­te es nach wie vor in sich haben kann. Heu­te aber ist sie gut gelaunt, bei­na­he eine ark­ti­sche Rivie­ra. Unglaub­li­che Far­ben, tief­grü­ne Hän­ge unter Vogel­fel­sen, links und rechts leuch­tend wei­ße Glet­scher mit blau­en Spal­ten, über all dem spannt sich ein tief­blau­er Him­mel. Genuss pur, ganz ohne Anstren­gung. Darf ja auch mal sein.

Raudfjord

Zeit für etwas Bewe­gung, und die beka­men wir bei gut 10 Kilo­me­tern ent­lang von Lagu­nen und einem gro­ßen See in einem stil­len Tal. Anschlie­ßend ver­sank die Welt um uns ein wenig im Grau, was aber nicht gera­de scha­det. Das Bedürf­nis nach ein wenig Pau­se steigt, dazu mag die Ruder­wa­che ges­tern Nacht bei­getra­gen haben.

Trotz­dem – nach der Wan­de­rung an Deck um den Grill zu sit­zen, im Nebel eine Eis­bä­ren­fa­mi­lie am Hang zu sehen … wie­der einer die­ser schö­nen Tage!

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Der hohe Nor­den

Eigent­lich soll­te ich gar nicht viel schrei­ben, die Bil­der rei­chen doch aus, oder?

Aber doch ein paar Zei­len, ich kann’s nicht las­sen. Die­se klei­ne Bucht am Nord­kapp (nicht das Nord­kap, das alle ken­nen) kann­te vor­her kei­ner, nicht mal Skip­per Hein­rich, der die Arc­ti­ca II aber meis­ter­haft her­ein­di­ri­gier­te und am nächs­ten Mor­gen, als das Eis es sich im Ein­gang gemüt­lich gemacht hat­te, noch meis­ter­haf­ter wie­der her­aus.

Wer hät­te noch vor 2 Wochen gedacht, dass wir es je zu den Sjuøya­ne schaf­fen wür­den, in den aller­höchs­ten Nor­den hier im Nor­den? Die Ark­tis ist die­ses Jahr, jeden­falls hier, wie­der so rich­tig ark­tisch, mit viel Eis. Unzu­gäng­lich. So soll es ja auch sein. Aber unse­re Berech­nung, nach Süden los­zu­fah­ren, um so spä­ter nach Nor­den zu kom­men, damit das Eis sich dort etwas löst, hat funk­tio­niert. Bes­tes Timing! Und der höchs­te Nor­den prä­sen­tier­te sich wahr­haft ark­tisch. Schnee und Wind, eisig kalt. Der Som­mer hat die­se Gegend die­ses Jahr ver­ges­sen, der letz­te Win­ter ist noch nicht so recht vor­bei, da hat der nächs­te schon ein­ge­setzt.

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Wer mir als ers­tes ohne auf die Kar­te zu schau­en genau sagen kann, wo die Nord­lysøya­ne sind, bekommt ein Eis (abzu­ho­len auf den Nord­lysøya­ne). Was ich sagen kann, ist, dass es dort der­zeit kei­ne Nord­lich­ter gibt, aber einen ziem­lich neu­gie­ri­gen Eis­bä­ren. Da wer­den sehr ange­neh­me Erin­ne­run­gen an die Film­ex­pe­di­ti­on 2010 wach („Über­le­ben im Reich der Eis­bä­ren“).

Das nord­west­li­che Nord­ost­land

Erstaun­lich, auf was für Ideen man so kommt, wäh­rend man in Kinn­vi­ka bei dich­tem Nebel um die Hüt­ten spa­ziert: An den häu­fi­gen Lan­de­stel­len in Spitz­ber­gen muss ich Auto­ma­ten auf­stel­len, wo man mei­ne Bücher kau­fen kann! Wenn sie schon auf den Schif­fen kaum ange­bo­ten wer­den, wo man ja mit­un­ter behaup­tet, dass die Pas­sa­gie­re ja kei­ne Bücher lesen wür­den (erstaun­lich, was man­che Fir­men für eine Mei­nung von ihren Kun­den haben! Natür­lich bestä­ti­gen erfreu­li­chen Aus­nah­men die Regel), dann müss­te man das Pferd also von hin­ten auf­zäu­men und Buch­au­to­ma­ten dort auf­stel­len, wo die Tou­ris­ten auf jeden Fall vor­bei­kom­men. Mit auto­ma­ti­schem Nach­füll-Con­tai­ner. Ich wür­de mich ja auch mit dem Grav­ne­set im Mag­da­le­n­efjord sowie den Häfen von Lon­gye­ar­by­en und Ny Åle­sund begnü­gen.

Sol­che Gedan­ken machen jeden­falls auch dann gute Lau­ne, wenn man von der Land­schaft gera­de mal nichts sieht.

Auch auf der Fahrt durch den Lady Fran­klin­sund war von den fla­chen Ufern zu bei­den Sei­ten wenig zu sehen. Scha­de, wann kommt man dort schon mal vor­bei. Die­ses Gewäs­ser ist völ­lig unver­mes­sen und so untief, dass man es bei bes­tem Wil­len kaum als Fahr­was­ser bezeich­nen kann. Hein­rich mit sei­ner Arc­ti­ca (I+II) gehört zu den weni­gen, die hier über­haupt fah­ren.

Wenn man ein Wal­ross ist, muss einen das natür­lich alles nicht stö­ren. Dann muss einen fast gar nichts stö­ren. Das hat die­ses Wal­ross auf der Eis­schol­le im Lady Fran­klin­fjord auch kon­se­quent so durch­ge­zo­gen.

Die Namen sind unter­halt­sam: Bren­ne­v­insfjord, sprich Schnaps­bucht. Da mögen vor Jahr­hun­der­ten mal die Wal­fän­ger gesof­fen haben, man weiß es nicht. Schrof­fe Fel­sen, ein wil­des, sehr kar­ges, schrof­fes Land. Nicht die ein­la­den­de Ark­tis, in der man ger­ne vie­le Kilo­me­ter wan­dert, son­dern ein abwei­sen­des Land, in dem der Mensch nur kurz als Gast gedul­det wird. Wer sich zu weit vor­wagt, wie Schrö­der-Stranz, den frisst das Land viel­leicht. Wir wagen uns trotz­dem in der Schnaps­bucht mal an Land.

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Tafe­leis­ber­ge sieht man in der Ark­tis ja eigent­lich nicht. Nur in der Ant­ark­tis. Trotz­dem ist hier einer, wenn auch ein klei­ner. Wahr­schein­lich aus der rus­si­schen Ark­tis, da gibt es ein paar klei­ne Eis­schel­fe. Fazit: Russ­land ist die Ant­ark­tis Spitz­ber­gens.

Das süd­west­li­che Nord­ost­land

(Don­ners­tag und Frei­tag, 14. und 15. August 2014) – Wie oft sehen wir Glet­scher vom Schiff oder von der Tun­dra aus? Jeden Tag. Wie oft schaut man vom Glet­scher hin­ab auf Fjord und Land? Genau.

Da wir auf die­ser Fahrt noch mehr als sonst genau die Din­ge tun wol­len, die man sonst eher nicht macht, stand auch eine Glet­scher­tour an.

Zu den Din­gen, die immer schon auf der Wunsch­lis­te stan­den, aber nie pas­siert sind, gehört der Marie­breen, die­ser hüb­sche Glet­scher in der Augus­t­abuk­ta, der sei­nen Namen 1868 erhielt. Der hängt tat­säch­lich an einer ziem­lich gewal­ti­gen Eis­kap­pe, ist aber ein sehr über­sicht­li­ches Glet­scher­chen. Ein Stück weit ein­tau­chen in die­se ein­zig­ar­ti­ge Welt der Glet­scher, nur weni­ge Stun­den, aber immer­hin. Mäan­dern­de Schmelz­was­ser­bä­che, blau­es Was­ser, leuch­tend wei­ßes Eis unter einem blei­er­nen Him­mel, der am Hori­zont mit der ele­gant geschwun­ge­nen Eis­kap­pe ver­schmilzt. Ein Schritt her­aus aus der Welt, in der das Leben über­all sei­ne Nischen gefun­den hat; hier wächst nichts mehr, hier herrscht und fließt nur noch die Phy­sik.

Etwas zu que­ren hat ja irgend­wie sei­nen Reiz. Es muss ja nicht immer gleich irgend­ein kon­ti­nent­gro­ßes Inland­eis sein. Eine Halb­in­sel, soweit groß, dass man nicht direkt auf die ande­re Sei­te spu­cken kann, ist schon ein guter Anfang. Man wird abge­setzt, sieht das Schiff los­fah­ren und fühlt sich ein wenig wie Nan­sen, der, 1888 an der Ost­küs­te Grön­lands abge­setzt, wuss­te: West­küs­te oder Unter­gang. Natür­lich wür­de für uns im Fal­le uner­war­te­ter Hin­der­nis­se nicht der Unter­gang dro­hen, son­dern ein Griff zum Radio oder Satel­li­ten­te­le­fon wür­de das Schiff wie­der zum Aus­gangs­punkt zau­bern. So ist das 21. Jahr­hun­dert.
21 Kilo­me­ter Tun­dra und Polar­wüs­te, Basalt­rü­cken und Fos­si­li­en-Oasen, Frost­mus­ter­bö­den und Schmelz­was­ser­bä­che. Ein lan­ger Tag, der genug Zeit bie­tet, um wirk­lich in die­ses kar­ge Land ein­zu­tau­chen, nicht nur durch­zu­lau­fen, son­dern sich inner­lich völ­lig dar­auf ein­zu­las­sen, sich gedank­lich dar­in zu ver­lie­ren. Dem Rau­schen des Win­des und dem Schrei­en der Gän­se zuzu­hö­ren (der Wind hat reich­lich gerauscht, ehr­lich gesagt, war es stre­cken­wei­se sau­kalt).

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Am Ende der Tour, am Ufer in der Palan­der­buk­ta, eine alte Trap­per­hüt­te, wo der Wind durch die Löcher pfeift, die frü­her mal Fens­ter und Türen waren. Komi­sche Geschich­te. Die bei­den Trap­per haben sich wahr­schein­lich selbst im Janu­ar 1934 in die Luft gesprengt. Einen von bei­den hat es auf dem Scheiß­haus erwischt, dort hat man ihn eini­ge Mona­te spä­ter gefun­den, steif­ge­fro­ren. Unschö­ne Sache. Und, wie gesagt, komi­sche Geschich­te. Man hat nie genau her­aus­ge­fun­den, was wirk­lich pas­siert ist.

Aber für uns hat­te der Tag ein her­vor­ra­gen­des Ende, als wir näm­lich auf ein gemüt­li­ches Boot kamen und dort der Lachs schon ofen­fer­tig war 🙂

Bar­entsøya

Der Süd­os­ten ist wirk­lich Eis­bä­ren­land. Über­all lie­gen Eis­bä­ren her­um, und man muss schau­en, wo man über­haupt an Land gehen kann. Im Free­man­sund ist alles schon von die­sen gelb­wei­ßen Polar­scha­fen belegt. Und manch­mal fragt man sich, war­um. Die Fra­ge „was macht der denn da? Der hat da doch gar nichts zu fres­sen?“ höre ich gefühlt etwa 100 Mal am Tag. Natür­lich ist die Fra­ge einer­seits über­flüs­sig. Es ist ihre Hei­mat. Sie sind da nicht gestran­det, son­dern frei­wil­lig dort, sie könn­ten jeder­zeit weg­ge­hen oder –schwim­men. In weni­gen Tagen wären sie weit im Nor­den, wo es jetzt viel Eis gibt. Trotz­dem blei­ben sie dort. Sie sind dort zuhau­se.

Aber was sie dort zu fres­sen fin­den, bleibt natür­lich eine gute Fra­ge. Man­che Bären hier sind und blei­ben dick und fett, irgend­wo muss der Speck schließ­lich her­kom­men.

Mich inter­es­siert das, und nun habe ich eine Ange­wohn­heit ent­wi­ckelt, die mir viel­leicht hilft, eine ech­te Ant­wort dar­auf zu fin­den: Ich foto­gra­fie­re jetzt Eis­bä­renka­cke. Jeden ein­zel­nen Hau­fen, den ich fin­de. Im Bild­ar­chiv bekom­men die­se das Stich­wort „Eis­bä­renka­cke“. Dass dar­aus eines Tages mal ein Bild­band wird, ist sicher eher unwahr­schein­lich. Man kann das auch komisch fin­den, dass ich jetzt stän­dig Kacke foto­gra­fie­re. Bit­te sehr, das stört mich nicht. Es ist tat­säch­lich inter­es­sant. Man muss nur genau hin­schau­en. Heu­te früh waren in einem Eis­bä­ren­köt­tel Röh­ren­kno­chen drin, ver­mut­lich von Ren­tie­ren. Und in einem ande­ren Zäh­ne, ganz sicher von Ren­tie­ren. Häu­fig fin­det man Federn, und immer wie­der Vege­ta­ti­ons­res­te. Bit­te sehr, da deu­tet sich doch eine Ant­wort an! Dafür bin ich ger­ne bereit, wei­ter Kack­fo­tos zu machen, wann immer sich die Gele­gen­heit bie­tet.

So, ande­res The­ma (ist noch jemand dabei?). Heu­te war der bis­lang käl­tes­te Tag des Som­mers, gera­de 2-3 Grad. Lau­sig kalt, zusam­men mit dem fri­schen Ost­wind. Wo ist der Som­mer hin? Die Blü­ten der Blüm­chen ver­lie­ren ihre Far­be, die Blät­ter der Polar­wei­de bekom­men nun auf gro­ßer Flä­che wel­che.

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Die Tun­dra, über die wir lau­fen, ist ein wah­rer Wal­fried­hof. Vor eini­gen tau­send Jah­ren, als das hier das Ufer war, müs­sen hier dut­zen­de Kada­ver gro­ßer Wale ange­schwemmt wor­den sein.

Ryke Yse­øya­ne

Man­che Namen haben einen Klang, das ist schon fast magne­tisch. Wahr­schein­lich hilft es, wenn man Land­kar­ten liest, damit Aben­de ver­brin­gen kann wie mit Büchern, um eine Per­spek­ti­ve auf die Abge­le­gen­heit man­cher Land­stri­che zu bekom­men. Oder wenn man weit wan­dern. Vier anstren­gen­de Tage sind es zu Fuß von Lon­gye­ar­by­en bis zur Ost­küs­te. Das ist also das Ende der Welt. Am Hori­zont sieht man vom Ende der Welt aus in die­sem Fall die Edgeøya. Wenn man mit müden Bei­nen an der Ost­küs­te auf einem Morä­nen­hü­gel sitzt und über den Storfjord zur Edgeøya schaut, dann träumt man davon, viel­leicht eines Tages mal dort hin­zu­kom­men. Man weiß, dass es wahr­schein­lich nie dazu kom­men wird. Aber träu­men darf man ja … das ver­leiht sol­chen Orten eine ganz ande­re Bedeu­tung, als wenn man auf einer Schiffs­rei­se ohne Anstren­gung dort hin­kommt, ohne jemals vor­her davon gehört zu haben, man steigt aus, irgend etwas wird es schon zum Anschau­en geben, dann geht man wie­der und hat den Namen der Insel Stun­den spä­ter bereits wie­der ver­ges­sen. Dann hat der Klang des Namens Edgeøya natür­lich kaum Ein­fluss auf den Blut­druck.

Aber ich schwei­fe ab. Also, Ost­küs­te gleich Ende der Welt, danach kommt die Edgeøya. Und hin­ter die­ser letz­ten Insel, die vom Ende der Welt aus sicht­bar ist, lie­gen die Ryke Yse­øya­ne, die Ryke Yse Inseln. Somit ziem­lich weit weg von allem ande­ren.

Düs­te­re Basalt-Insel­chen, rau und wild, die­se Inseln. Und wie gesagt, schon der Name: Ryke Yse! Auf so etwas muss man erst mal kom­men. Wahr­schein­lich war das ein Wal­fang­ka­pi­tän aus den Nie­der­lan­den, vor Jahr­hun­der­ten. Gut, dass der nicht, sagen wir, Gus­tav Gans hieß oder so. Zur Gus­tav Gans Insel wür­de ich ver­mut­lich gar nicht hin wol­len. Aber so … also, wil­de Ecke. Von zwei­en, die sich je zur Über­win­te­rung dort­hin wag­ten, hat es nur einer über­lebt. Und eine kan­ti­ge Land­schaft: schrof­fe Basalt­fel­sen, scharf­kan­tig ver­wit­ternd, von Flech­ten über­krus­tet, ein Heim für ein paar Gryll­teis­ten.

Und wir haben es sogar auf 2 der 3 Insel­chen geschafft!

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Dann wird es Zeit, wei­ter zu kom­men nach Nor­den. Unter­wegs vie­le Kilo­me­ter Glet­scher­front, mar­mo­riert, weit­ge­streckt, alle denk­ba­ren Blau- und Grau­tö­ne vom Meer übers Eis bis in den Him­mel. Kaum vor­stell­bar, dass das die­sel­be Insel ist, die auf der ande­ren Sei­te eine so far­bi­ge, freund­li­che Tun­dra hat. Aber ande­rer­seits liegt sie ja hin­ter dem Ende der Welt. Was will man da ande­res erwar­ten?

Edgeøya

(Sonn­tag, und Mon­tag, 10. und 11. August 2014) – Wie die Zeit ver­fliegt. Es fühlt sich so an, als hät­te ich seit einer Woche nichts mehr geschrie­ben, dabei sind es nur 2 Tage. Aber die waren ereig­nis­reich.

Zum Schöns­ten im Polar­fahr­erle­ben gehört, auf unbe­kann­ten Insel­chen an Land zu gehen und zu ent­de­cken, was es dort gibt. Erstaun­lich, wie viel man dabei immer wie­der ent­deckt, gera­de die klei­nen Insel­chen rund um die süd­li­che Edgeøya haben es irgend­wie in sich. Jahr­hun­der­te­lang waren Jäger dort unter­wegs und haben ihre Spu­ren und manch­mal auch ihre eige­nen Gebei­ne in der nun herbst­ge­färb­ten Tun­dra hin­ter­las­sen.

Im Süd­os­ten der Edgeøya liegt das alte Eis­bä­ren­jä­ger­pa­ra­dies. Der Vor­gar­ten des alten Palas­tes des Eis­bä­ren­kö­nigs wird nun von Wal­ros­sen bevöl­kert, deren Neu­gier mit­un­ter begeis­tert. Mensch und Tier – wer staunt mehr über wen?

Bei den voll­ge­fres­se­nen Eis­bä­ren auf der Halb­mond­in­sel hin­ge­gen spiel­te das Wal­ross eine eher trau­ri­ge Rol­le. Die Begeis­te­rung der Bären über das Wal­ross und bei den Men­schen über die Bären war umso grö­ßer. Beein­dru­cken­der kann kein Zoo die Füt­te­rung arran­gie­ren. Und das hier ist die ech­te Ark­tis! Ohne Glück läuft hier nichts, mit Glück ist alles mög­lich.

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Eine Visi­te in der legen­dä­ren Trap­per­hüt­te Bjør­ne­borg macht die Exkur­si­on ins Eis­bä­ren­re­vier im Süd­os­ten der Edgeøya voll­stän­dig. Span­nen­de Geschich­ten aus aben­teu­er­li­chen Zei­ten. Gut, dass sie vor­bei sind.

Kval­vå­gen

Unter Segeln und Son­ne an gro­ßen Eis­ber­gen vor­bei – so begann der Tag gleich auf hohem Niveau.

Ich war ja nicht ganz sicher, ob das so wei­ter­ge­hen wür­de; die­se leich­te Dünung auf dem fel­si­gen, unge­schütz­ten Ufer der Ost­küs­te, das schien Ärger zu ver­spre­chen. Aber hin­ge­hen und sich die Din­ge vor Ort anschau­en ist wie immer das bes­te. Es war bemer­kens­wert ein­fach.

Ein Aus­flug nach Juras­sic Park, oder genau gesagt, Cret­ace­ous Park. In der aktu­el­len Schwall­bart­pos­ten soll ja sogar ein Arti­kel über die berühm­ten Dino-Spu­ren sein. Es soll eine gro­ße Anzahl die­ser Tap­sen hier an der Ost­küs­te geben. Unfreund­li­che, gro­ße Fleisch­fres­ser (viel­leicht ist das Aus­ster­ben bestimm­ter Arten manch­mal doch eine gute Sache …), die hier ihre über­di­men­sio­na­len Hüh­ner­huf-Stem­pel hin­ter­las­sen haben. Die meis­ten sind stark ver­wit­tert, kaum noch erkenn­bar. Aber einen rich­tig schö­nen Abdruck gibt es noch. Gar nicht ein­fach zu fin­den, aber mit ein wenig Zeit und eini­gen inter­es­sier­ten Augen­paa­ren doch mach­bar, offen­sicht­lich.

Aber die fel­si­ge Küs­te, die schö­nen Blüm­chen (Polar­schaum­kraut, Moor­stein­brech, Sten­gel­lo­ses Leim­kraut) und die wil­de Ost­küs­te als Kulis­se wären auch so schon den Aus­flug wert! Man muss sol­che Chan­cen nut­zen, wie oft kommt man schon an sol­che Stel­len? Schon bei die­ser doch recht ruhi­gen See ist die Bran­dung über den Untie­fen ziem­lich beein­dru­ckend.

Und die Aus­sicht auf all das aus 250 Meter Höhe lässt abso­lut kei­ne Wün­sche offen. Auch der sport­li­che Aspekt kam zu sei­nem Recht. Blick über den gesam­ten Storfjord bis zur Edgeøya und die Ost­küs­te bis weit nach Süden, dazu nor­we­gi­sche Scho­ko­la­de mit Man­deln. Was für ein Leben, was für ein Land!

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All­ge­mei­nes Abschlap­pen, wäh­rend wir quer über den Storfjord zur Edgeøya fah­ren. Die Sies­ta wird von Finn­wa­len und Del­fi­nen unter­bro­chen.

Isbuk­ta

Man muss gar nicht hoch hin­aus, gut 200 Meter rei­chen manch­mal völ­lig aus, und die Welt liegt einem zu Füßen. Und wenn die­se Welt dann aus dem Sør­kapp Land besteht mit end­los wei­ten Glet­schern und ein paar von Spitz­ber­gens feins­ten Ber­gen, und das alles unter blau­em Him­mel und Son­ne, dann zeigt sich das Leben in die­sem Moment doch von sei­ner guten Sei­te.

Am Stel­lingfjel­let, hoch oben am Hang, ist eine von Spitz­ber­gens größ­ten Lum­men-Wohn­sied­lun­gen, Rei­he an Rei­he, Stock­werk über Stock­werk, Vier­tel neben Vier­tel. Dem Alkef­jel­let eben­bür­tig, nur ist das Erd­ge­schoss unbe­wohnt und die Zuschau­er­lo­ge nicht so kom­for­ta­bel direkt neben­an gele­gen.

Am Strand gehen die Bre­cher hoch. Dahin­ter sucht ein Eis­bär trä­ge nach Fress­ba­rem. Unser ers­ter.

An der Ost­küs­te reiht sich ein Glet­scher an den ande­ren. Dazwi­schen dunk­le, steil auf­ra­gen­de Klip­pen. Ungast­lich, aber schön.

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Den stil­len Anker­platz für die Nacht fin­den wir in einer Bucht, die es eigent­lich gar nicht gibt. Beglei­tet von erstaun­lich gro­ßen Eis­ber­gen, Ammo­ni­ten und Eis­bä­ren­spu­ren im tro­cke­nen Schlamm, machen wir einen mit­ter­nächt­li­chen Spa­zier­gang in die­sem jung­fräu­li­chen Land, das die Glet­scher erst in den letz­ten Jah­ren her­aus­ge­rückt haben.

Horn­sund, Süd­kap

Ges­tern Nacht ging es noch die West­küs­te bis Hyt­tevi­ka hin­un­ter, kurz vorm Horn­sund. Ein ruhi­ger Anker­platz, was will man näch­tens mehr?

Es hat­te schon sei­nen Grund, dass Trap­per­le­gen­den wie Wan­ny Wold­stad und Odd Ivar Ruud sich Hyt­tevi­ka als Heim für ihr ark­ti­sches Jäger­le­ben aus­ge­sucht haben. An einem schö­nen Tag wie heu­te ist es ein Para­dies auf Erden. Eine geräu­mi­ge Hüt­te, ver­steckt zwi­schen Quar­zit­fel­sen, Ren­tie­re auf grü­ner Moo­stun­dra, lär­men­de Krab­ben­tau­cher hoch oben in stei­ni­gen Hän­gen.

Der Horn­sund war hin­ge­gen weni­ger gut gelaunt heu­te. »Der Horn­sund kann ein Sau­hund sein sein. Wind­stär­ke 9, Nebel, Regen. Dann hat man da wenig Freu­de.« (sich selbst zu zitie­ren ist ver­mut­lich irgend­wie unan­stän­dig, das ist mir aber gera­de egal). Ganz so schlimm war es nicht, aber viel zu holen gab es heu­te im Horn­sund nicht und daher haben wir es sein gelas­sen. Unse­re fort­ge­schrit­te­nen Spitz­ber­gen­fah­rer waren ja auch fast alle schon mal dort.

Auch die West­küs­te wei­ter süd­lich woll­te uns nicht. Dafür hat unser uner­schro­cke­ner Skip­per Hein­rich dann die Arc­ti­ca II durch die Untie­fen zwi­schen den Süd­kap-Insel manö­vriert und uns so vie­le unkom­for­ta­ble Mei­len erspart.

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Einen ruhi­gen Anker­platz fan­den wir dann in der Isbuk­ta, und mehr woll­ten wir auch gar nicht. Mit­ter­nächt­li­cher Ren­tier­ein­topf run­de­te den Tag ange­nehm ab.

Bellsund

Es tut mir leid. Ich muss sicher mal wie­der mehr schrei­ben, als über­haupt irgend jemand lesen will. Aber so ist das nun eben. Ist ja auch nicht wirk­lich mein Pro­blem, ich muss es ja nur schrei­ben, nicht lesen.

Zum Wach­wer­den ein schö­ner Glet­scher im Son­nen­schein.

Dann eine klei­ne, aber äußerst fei­ne Rei­se in die Ver­gan­gen­heit. Eine Tour, die ich eigent­lich 2011 schon mal hat­te machen wol­len, aber damals war ein Eis­bär am Ufer oder Bran­dung oder bei­des, kei­ne Ahnung, ich weiß es nicht mehr. Damals waren auch Leu­te dabei, die jetzt wie­der mit von der Par­tie sind. Ein guter Grund mehr, die Idee wie­der auf­zu­grei­fen und den Weg vom Van Mijen­fjord zum Van Keu­len­fjord zu Fuß zurück­zu­le­gen. 12 Kilo­me­ter durch ver­steck­te Täler durchs Nathorst Land.

Für mich eine Rei­se in die eige­ne Ver­gan­gen­heit, da wir vor lan­ger, lan­ger Zeit mal auf einer Ski­tour hier ent­lang gekom­men sind. Damals haben wir rein aus Spaß jeden Was­ser­fall ein­zeln mit diver­sen Eis­klet­ter­ge­rä­ten trak­tiert und unser Gepäck hoch­ge­fla­schen­zugt, anstatt außen her­um zu gehen. Daher haben wir damals 3 Tage für die paar Kilo­me­ter gebraucht. Heu­te machen wir das etwas anders.

Und eine Rei­se in die fer­ne, erd­ge­schicht­li­che Ver­gan­gen­heit. Erd­mit­tel­al­ter­li­che Mond­land­schaft. Ganz eigen­ar­ti­ge Ein­drü­cke. Far­ben, die Spitz­ber­gen nur in bestimm­ten Gebie­ten hat. Und dann noch ein paar erd­al­ter­tüm­li­che Was­ser­fäl­le. Jetzt, im August, lie­ße sich mit Eis­schrau­ben da wenig errei­chen.

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Wenn ich jetzt auf­hö­re, hat viel­leicht doch noch jemand bis zum Ende durch­ge­hal­ten. Also jetzt Ende der Durch­sa­ge, dan­ke­schön fürs Lesen bis hier­her. Bis dem­nächst.

Alk­hor­net, Rei­ni­usøya­ne

Es ist schon nett, wenn nor­we­gi­sche Behör­den ab und an auch mal was Nütz­li­ches machen, wie die Fjor­de hier zu kar­tie­ren. Vom inne­ren Teil der Bucht Trygg­ham­na dach­ten wir ja bis vor Kur­zem, dass man da zu Fuß bes­ser unter­wegs ist als mit einem noch so klei­nen Boot. Nun haben sie die See­kar­te aktua­li­siert (Ent­schul­di­gung, es heißt geup­dated, ich weiß), und schon gibt es da pri­ma Anker­plät­ze für herr­lich ruhi­ge Näch­te mit schöns­ter Glet­scher­sicht. Da haben wir uns doch sogar noch zu einem klei­nen Mit­ter­nachts-Land­gang ver­lei­ten las­sen.

Das Alk­hor­net ist ein ech­ter Klas­si­ker. Spitz­ber­gen in einer Nuss­scha­le. So könn­te man es direkt ver­kau­fen, viel­leicht für eili­ge Tou­ris­ten aus Fern­ost. Direkt­flug nach Lon­gye­ar­by­en, Schnell­boot nach Trygg­ham­na, 2 Stun­den Land­gang am Alk­hor­net, und schwups, hat man Spitz­ber­gen gese­hen. Wirk­lich. Also, fast. Man hat dann wirk­lich eini­ges gese­hen. Aber doch nicht ganz alles. Des­halb fah­ren wir jetzt doch noch 16 Tage lang wei­ter.

Aber die­se Tun­dra am Alk­hor­net, eine grü­ne Wie­se. Der Vogel­fel­sen hoch oben lie­fert Dün­ger und die Hin­ter­grund­mu­sik. Unten tun die Ren­tie­re das, was sie immer tun: fres­sen. Mit aller­bes­tem Erfolg, wie man ihrem Umfang ansieht. Die schöns­ten und stärks­ten Ren­tie­re von ganz Spitz­ber­gen, und die süßes­ten Käl­ber, die mit viel Schwung die Bäu­che ihrer Müt­ter trak­tie­ren, um dort noch den letz­ten Trop­fen zu Milch ver­flüs­sig­ter Tun­dra her­aus­zu­ho­len.

Am Alk­hor­net steht auch eine Nøis-Hüt­te, von 1920, mitt­ler­wei­le lei­der nur noch Rui­ne. Dort über­win­ter­te zwi­schen 1923 und 1941 Ewald Schmutz­ler aus Thü­rin­gen nicht weni­ger als 5 Mal. Alte Geschich­ten.

Mot­to des Nach­mit­tags: lie­ber fried­lich die Küs­te run­ter­die­seln als unter Segeln kot­zen. Kei­ne Ahnung, wo der Wind von heu­te früh hin ist. Uns soll es recht sein.

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Ein spät­abend­li­cher Spa­zier­gang auf ein paar win­zi­gen Insel­chen im nörd­li­chen Bellsund run­det den Tag aufs Ange­nehms­te ab. Wil­de Küs­ten­land­schaf­ten, sel­ten aus der Nähe gese­hen, meist von der Bran­dung umtost.

Lon­gye­ar­by­en, Isfjord

Letz­te Vor­be­rei­tun­gen, wie­der ein­mal die Sachen packen und ver­su­chen, nichts zu ver­ges­sen. Von der Son­nen­creme (immer opti­mis­tisch!) über den gesam­ten, recht umfang­rei­chen Tech­nik-Krem­pel bis hin zu einer ordent­li­chen Aus­wahl war­mer Kla­mot­ten. Letz­te Ein­käu­fe, Post und­so­wei­ter.

Die Arc­ti­ca II liegt start­klar im Hafen. Für eine Segel­yacht ein erstaun­lich geräu­mi­ges Boot, irgend­wie fin­det alles sei­nen Platz. Auch wenn ein paar der bald ein­tru­deln­den Gäs­te das zunächst bezwei­feln.

„Spitz­ber­gen für Fort­ge­schrit­te­ne“ geht los ☺ !

Wir las­sen uns Zeit, alles zu ver­stau­en, und Hein­rich, der Skip­per und Boots­eig­ner, besorgt noch letz­te Klei­nig­kei­ten. Wir holen eine aktu­el­le Eis­kar­te und Piz­za für den ers­ten Abend an Bord. Das Eis hat den Nor­den vom Nord­aus­t­land fest im Griff. Unge­wöhn­lich aus der Per­spek­ti­ve der letz­ten Jah­re, aber wun­der­bar, so soll die Ark­tis sein! Unzu­gäng­lich hört sich gut an, aber es bringt eben auch mit sich, dass man nicht immer über­all hin­kommt. Bei­na­he logisch.

Viel­leicht löst sich das Eis noch etwas von der Küs­te, und damit es dazu noch etwas Zeit bekommt, beschlie­ßen wir, zunächst nach Süden zu fah­ren. Nach dem Essen set­zen wir Kurs auf die Bucht Trygg­ham­na, dort wol­len wir heu­te Nacht ankern, mor­gen viel­leicht eine klei­ne Wan­de­rung machen und dann fah­ren wir Rich­tung Bellsund.

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Also: wir sind unter­wegs ☺

Wie­der Eis­bär in Fischer­netz ver­hed­dert

Im Juli war im Nor­den Spitz­ber­gens eine Eis­bä­rin mit einem um den Hals ver­wi­ckel­ten Fischer­netz gesich­tert wor­den; die Bären konn­te spä­ter betäubt und von ihrer Last befreit wer­den (sie­he Spitzbergen.de-Nachrichten vom Juli).

Kurz dar­auf wur­de ein zwei­ter Fall bekannt, in dem eine Eis­bä­rin in einem Fischer­netz ver­hakt war. Die­ser zwei­te Fall ist inso­fern dop­pelt vom Men­schen ver­schul­det, als dass es ein von Wis­sen­schaft­lern plat­zier­ter Ohr­knopf war, an dem sich ein schwe­res, ange­schwemm­tes Fischer­netz ver­hakt hat­te. Ohr­knöp­fe die­ser Art zeich­nen die Län­ge des Tages­lichts auf, was spä­ter Auf­schlüs­se über Wan­de­rungs­be­we­gun­gen und ggf. Auf­ent­halts­dau­er in einer Schnee­höh­le um die Geburt von Nach­wuchs her­um lie­fern soll.

Die Eis­bä­rin wur­de im Sorgfjord von frei­wil­li­gen Mit­ar­bei­tern wäh­rend einer Müll­sam­mel­fahrt der Ver­wal­tung ent­deckt. Sys­sel­man­nen und nor­we­gi­sches Polar­in­sti­tut ergrif­fen umge­hend Maß­nah­men zur Befrei­ung der Bärin. Als ein Bio­lo­ge des Polar­in­sti­tuts mit dem Betäu­bungs­ge­wehr auf das Tier anlegt, riss die­ses sich los. Der Ohr­knopf blieb am Netz zurück. Es gibt kei­ne Spu­ren einer Ver­let­zung, die Eis­bä­rin scheint wohl­auf zu sein.

Mitt­ler­wei­le wird Kri­tik an der nor­we­gi­schen Fische­rei­flot­te laut, die theo­re­tisch ver­pflich­tet ist, den Ver­lust von Fang­ge­rä­ten wie Net­zen auf See zu mel­den. Die Fische­rei­auf­sicht (Fis­ke­ri­di­rek­to­rat) ist seit 1980 ver­pflich­tet, Net­ze mög­lichst zu ber­gen, und hat seit­dem über 17000 ein­ge­sam­melt. Über die Zahl der ver­lo­re­nen Net­ze gibt es kei­ne Anga­ben. Die Anzahl der regel­mä­ßig an den Strän­den in Spitz­ber­gen und anders­wo gesam­mel­ten Net­ze legt aller­dings nahe, dass eine erheb­li­che Men­ge auf See ver­lo­ren geht oder mög­li­cher­wei­se ille­gal über Bord gewor­fen wird. Seit 2008 kön­nen beschä­dig­te Fischer­net­ze kos­ten­los in nor­we­gi­schen Häfen ent­sorgt wer­den.

Sie­he hier für mehr Infor­ma­tio­nen zur Plas­tik­müll-Pro­ble­ma­tik. Auch auf der am 02. August zu Ende gegan­ge­nen Rei­se haben wir wie­der meh­re­re Kubik­me­ter Müll ein­ge­sam­melt, vor allem Fischer­net­ze.

Die­se Eis­bä­rin war von Wis­sen­schaft­lern mit einem Knopf im Ohr aus­ge­stat­tet wor­den und hat­te sich damit in einem Fischer­netz ver­fan­gen. © Chris­ti­an Nico­lai Bjør­ke.

Eisbärin mit Fischernetz

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

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News-Auflistung generiert am 30. Juni 2022 um 10:55:20 Uhr (GMT+1)
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