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Monats-Archiv: September 2017 − News & Stories


Longyearbreen – 29. September 2017

Dem Longyearbreen statten wir noch einen weiteren, kleinen Besuch ab. Wie herrlich ist das, so einen Spielplatz als Naherholungsgebiet direkt hinter dem Ort zu haben? Rauschende Schmelzwasserbäche, eine Moräne, in der es sich lohnt, nach Fossilien zu schauen, und natürlich Eis, Eis, Eis. Durch gewundene Kanäle gluckert das hier kristallklare Wasser über den Gletscher, um in dunklen Löchern zu verschwinden. Die blank gewaschene Oberfläche des Eises zeigt immer wieder in geometrischen Mustern den Wechsel aus blankem Eis und dunklen, steinhaltigen Lagen.

Galerie – Longyearbreen – 29. September 2017

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Ein schöner Abschluss der Zeit, die wir im weiteren Sinne noch als arktischen Sommer bezeichnen können. Nun werden die Polarfahrten für ein paar Wochen am Schreibtisch stattfinden. Auch dort erheben sich jetzt die schönsten Berge 🙂

Endalen – 27. September 2017

Die folgenden Tage in und um Longyearbyen zeigen zunächst, wie viel Glück wir doch auf der Antigua-Fahrt neulich gehabt haben: Tagelang sehen wir nicht das kleinste Stückchen blauen Himmel und von den schönen Bergen um den Ort herum meistens auch nur die untere Hälfte. Die Sonne steigt nicht mehr hoch an den Himmel, und von ihrem gedämpften Licht schlucken die Wolken eine ganze Menge, so dass es nun schon nahezu düster wirkt, jedenfalls im Vergleich zu den Zeiten der hell leuchtenden Mitternachtssonne, die vor gut 4 Wochen zu Ende gingen. Und in noch einmal 4 Wochen wird die Polarnacht beginnen!

Unterm Strich sind es gute Tage, um alles Mögliche zu machen, was eher drinnen als draußen passiert. Es ist ja nicht so, dass das Leben da nicht auch eine Menge zu bieten hätte 🙂 und trotzdem müssen wir natürlich mal für eine längere Tour raus, die Tundra lockt, die einsamen Täler rufen. Man muss auch gar nicht allzu weit von Longyearbyen weg, um schöne Natur und Stille zu finden, es muss gar nicht immer die Hinlopenstraße sein. Auch das Endalen und das Fardalen haben ihre Reize.

Das es derzeit recht mild ist, einige Grade über dem Gefrierpunkt, führen die Bäche immer noch ziemlich viel Wasser. Mitunter kann man sonst auch größere Flüsse Ende September in Wanderstiefeln trockenden Fußes queren, aber nicht dieses Jahr. So müssen wir unseren Weg finden, den einen oder anderen Bach queren und dem Wasserfall hinten im Endalen ausweichen, indem wir die Bogerbreen-Moräne hinaufkrabbeln. Ein Meer aus Schutt, Schlamm und Eis – eine wirklich eiszeitlich erscheinende Welt. Hier könnte man sich mit Zeit umschauen und sicher viele spannende Dinge entdecken, Strukturen im Eis, Fossilien und so weiter, aber die Tage sind nicht mehr allzu lang, aber die Strecke wird ja nicht kürzer. Über 20 Kilometer wollen heute erwandert werden.

Galerie – Endalen – 27. September 2017

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Die meisten kennen den Longyearpass mit dem steilen Hang, der vom oberen Longyearbreen hinab ins Fardalen führt, aus dem Winter, wenn dort viele Motorschlitten auf- und abfahren, etwa auf dem Weg nach Barentsburg. Bei weichem Schnee und schlechter Sicht hat der Hang schon so manchen verzweifeln lassen, wie auch der eine oder andere zerfetzte Keilriemen und manch anderer Schrott verrät, achtlos liegengelassen. Im Winter mag das wenig auffallen, wenn man mit hoher Geschwindigkeit daran vorbeiknallt, aber im Sommer wirkt jedes Stück Plastik in der arktischen Natur sehr befremdlich und abstoßend. Im Sommer kommen aber auch viel weniger Leute hier entlang, obwohl das Fardalen ja gerade mal 6 km von Nybyen entfernt ist, dem nächsten Teil von Longyearbyen.

Zwischen Fardalen und Longyearbyen liegt noch der Longyearbreen, dessen eisige Oberfläche nach dem Regen der letzten Tage glatt ist wie ein Spiegel. Wehe dem, der sich hier ohne Steigeisen versucht! Mit Steigeisen macht die Tour über den Gletscher aber richtig Spaß. Auf den letzten Metern kommt zur fortschreitenden Dunkelheit noch der Nebel der sich senkenden Wolken dazu, so dass die Moräne mit ihren Schmelzwasserbächen schon fast bedrohlich wirkt. Es ist gut, den Weg zu kennen. Der allerletzte Bach kurz vor Nybyen ist bei diesem Wetter so stark angeschwollen, dass es beinahe für ein Fußbad in den Wanderstiefeln reicht, aber dann ist die Straße erreicht und bald steht die Pfanne auf dem Herd …

Mehrere Eisbären nahe Siedlungen beobachtet

Mehrere Eisbären wurden in den letzten Wochen in der Nähe von Longyearbyen und anderen Siedlungen gesehen und ließen sich teilweise nur schwer vertreiben.

Sehen putzig aus, sind auf der Suche nach Nahrung aber nicht zimperlich

Eisbären Longyearbyen

Einer der Bären – ein 17 Jahre altes Männchen – musste betäubt und mit dem Hubschrauber nach Nordaustlandet in den Nordosten Spitzbergens verfrachtet werden, nachdem er am 15. September am Kap Laila zwischen Longyearbyen und Barentsburg mehrere Hütten verwüstet hatte. Dass dies schon sein zweiter Flug mit dem Helikopter war, konnte Eisbärenexperte Jon Aars vom Norwegischen Polarinstitut bestätigen. Der Eisbär wurde als Junges markiert und bereits 2001 bei einem gemeinsam mit Bärenbruder und Bärenmutter verübten Hütteneinbruch registriert. Die Mutter wurde im Übrigen auch später noch häufiger bei ähnlichen Einbrüchen observiert.

Ein aus menschlicher Sicht zwar ungebührliches, jedoch keineswegs ungewöhnliches Verhalten für einen Eisbären, konstatiert Jon Aars. Einige Eisbären scheinen sich geradezu auf Einbrüche in Hütten spezialisiert zu haben. Die Eisbären zu betäuben und auszufliegen ist indes nur eine kurzfristige Lösung. Letztes Jahr im April wurde ein Eisbär von Longyearbyen auf die mehrere hundert Kilometer entfernte Insel Nordaustland geflogen – nur ein Jahr später war er wieder zurück am Isfjorden.

Anfang September wurde eine Eisbärin mit zwei Jungen am Revneset, wenige Kilometer nördlich von Longyearbyen, beobachtet. Dreimal wurde bereits versucht, sie mithilfe eines Hubschraubers aus der Hüttensiedlung zu verjagen, zwei Mal kehrten die drei Bären nach wenigen Tagen zurück und tauchten erneut in der Nähe von Longyearbyen auf. Nach dem dritten Versuch ist sie bisher noch nicht wieder gesehen worden.

Ein anderes Eisbärenweibchen mit zwei Jungen hielt sich zuletzt in der Nähe von Svea auf, außerdem wurden mehrere Bären in der Nähe von Isfjord Radio am Kapp Linné gesichtet.

Dass in so kurzer Zeit so viele Eisbären in der Nähe menschlicher Siedlungen auftauchen, kommt nicht allzu häufig vor, ist aber wahrscheinlich Zufall. Jon Aars meint jedoch, dass solche Besuche sich in Zukunft häufen könnten, da Eisbären nun schon viele Jahre unter Schutz stehen. Genetische Untersuchungen zeigen, dass Eisbären sich gerne über mehrere Generationen in ähnlichen Gebieten aufhalten. Die Menschen in Longyearbyen werden sich womöglich an häufigere Besuche von Eisbären gewöhnen müssen. Oder umgekehrt.

Eisbärmutter mit Jungem

Eisbären Longyearbyen

Quelle: Svalbardposten

Italiener gesucht und gefunden

Nach der Segelbootsuche von letzter Woche hat nun schon wieder eine größere SAR (search and rescue) Aktion Sysselmannen und Rotes Kreuz beschäftigt. Am Samstag Nachmittag um 16.20 Uhr erhielt das Krankenhaus in Longyearbyen einen Anruf von einem Italiener, der sich an einem steilen Berghang befand und nicht in der Lage war, sich von dieser prekären Stelle wegzubewegen. Der Mann gab an, von den Flughafen sehen zu können. Genauere Angaben zu seiner Position machte er nicht, wobei neben mangelnder Ortskenntnis auch Sprachschwierigkeiten eine Rolle gespielt haben können. Er beendete das Gespräch, ohne eine Telefonnummer zu hinterlassen, so dass es später nicht möglich war, ihn wieder zu kontaktieren.

Daher mussten wieder einmal Rettungskräfte bei starkem Wind und Dunkelheit ausrücken. Das Rote Kreuz suchte mit etwa 30 Personen den oberhalb des Flughafens gelegenen Platåberg auf großer Fläche ab. Schließlich wurde am Fuglefjella, westlich vom Bjørndalen, im Steilhang über dem Meer ein Lichtsignal gesehen. Wegen des starken Windes war eine Bergung des Gesuchten mit Hubschrauber nicht möglich, so dass Rettungskräfte des Roten Kreuzes zu Fuß zum Bergungsort gelangen und die Rettung durchführen mussten. Die Rettung erfolgte kurz nach 5 Uhr früh; der Mann hatte bis dahin schon gut 13 Stunden in seiner Position ausgeharrt. Alle Beteiligten gelangten bald darauf unversehrt wieder in Longyearbyen.

Der Vorfall zeigt, wie wichtig grundlegende Ortskenntnis und Orientierungsmöglichkeiten sind sowie im Notfall ein ordentlicher Notruf u.a. mit richtigem Ansprechpartner (Notrufnummer Sysselmannen, nicht Krankenhaus) einer genauen Positionsangabe, Name und Rückrufnummer. Der Mann befand sich ohne Ortskenntnis und Orientierung bei Dunkelheit und starkem Wind in sehr steilem Gelände. Der Fall kann in mehrerer Hinsicht als Negativbeispiel dienen.

Der Steilhang des Fuglefjella zwischen Bjørndalen und Litle Grumantdalen an einem schönen Sommertag, wo in der Nacht zum Sonntag ein italienischer Tourist bei Wind und Dunkelheit gerettet wurde.

Italiener Rettung Fuglefjella

Quelle: Svalbardposten

Isfjord – 21. September 2017

Als Kontrast sehen wir heute, wie es viel öfter hätte sein können: Der Tag ist grau und feucht. Wir haben viel Glück gehabt auf dieser Fahrt, viele gute Tage mit schönen Lichtstimmungen!

Die heutige Licht- und Wetterstimmung passt gut zur etwas düsteren Atmosphäre von Barentsburg, wo wir uns einen Vormittag lang umschauen. Immerhin haben die russischen Siedlungen bald ein Jahrhundert lang Spitzbergen geprägt.

Später versuchen wir unser Glück und suchen Schwertwale und Eisbären, die erst kürzlich im Isfjord gesehen wurden, wie wir aktuell hören. Mit den Tieren haben wir kein Glück, dafür machen wir schließlich noch eine kurze, stille Landung nicht weit vom Kapp Wijk im Dickson Land, um uns von der arktischen Tundra zu verabschieden.

Galerie – Isfjord – 21. September 2017

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Ein paar Stunden später legen wir in Longyearbyen an, und diese schöne Fahrt ist zu Ende.

Krossfjord – 20. September 2017

Der Krossfjord ist so ein riesiger Fjord, mit vielen Seitenarmen! Da wir leider nur einen Tag Zeit haben, um diese Welt aus Buchten und Gletschern zu erkunden, takten wir das Programm entgegen sonstiger Gewohnheit mal etwas straffer. So schaffen wir es, zunächst dem gewaltigen Lilliehöökbreen einen Besuch abzustatten, und uns dann Reste einer deutschen Kriegswetterstation anzuschauen, gefolgt von einem Abstecher in eine Bucht weiter östlich, umgeben von schroff-alpinen Bergen und einem wilden Gletscher, der eine Felswand hinabstürzt. Später entdecken wir sogar noch einen Eisbären, der etwas müde auf der Tundra liegt, sich aber auch ein paar mal für alle gut sichtbar aufsetzt. Mit dieser Beobachtung verbringen wir natürlich einige Zeit, so dass eine letzte, eigentlich angedachte Landung entfällt. Dafür verbringen wir einen unvergesslichen Abend an Deck mit einem Wahnsinns-BBQ-Buffet, das Sascha & Co gezaubert haben, und einem grandiosen Abendlicht, dass die bereits untergegangene Sonne von unten auf die Wolken wirft.

Galerie – Krossfjord – 20. September 2017

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Später abends geht der Anker hoch, und wir setzen Kurs auf den Isfjord.

Ein sorgenvoller Morgen, ein schöner Nachmittag – 19. September 2017

Der Tag fing mit einer Nachricht an, die ein sehr ungutes Gefühl in der Magengegend verursachte. Der norwegische Seerettungsdienst hatte gestern ein Notsignal aufgefangen von einem Segelboot, das wohl im Sturm in Schwierigkeiten geraten war. Schon gestern Abend hatten Hubschrauber die Gegend abgesucht, ein großes Küstenwachenschiff war im Anmarsch. Von dem Segelboot hatte bis heute früh noch niemand etwas gehört, so dass man mit dem Schlimmsten rechnen musste. Alle Schiffe in der Gegend – nicht, dass es so viele gewesen wären – wurden um Hilfe bei der Suche gebeten. Natürlich ging bei uns sofort der Anker hoch, beziehungsweise die Anker, bei dem Wind gestern hatten wir alle beide gesetzt, und wir setzten uns in Bewegung zum Suchgebiet um die Amsterdamøya. Die Küstenwache gab uns den Auftrag, Fuglefjord und Holmiabukta abzusuchen, was wir mit etwas bangem Gefühl taten.

Schließlich kam die Information von der Küstenwache, das Boot sei »in gutem Zustand« gefunden, die Suche könne beendet werden. Keine weiteren Angaben. Keine Menschen zu Schaden gekommen. Erleichterung!

Wir drehen um und setzen Kurs auf den Raudfjord, wo wir am späten Vormittag eine sehr vergnügliche Stunde in der Hamiltonbukta verbringen. Nachmittags zeigt der September, was er kann, und greift beleuchtungstechnisch tief in die Trickkiste. Tiefe Sonne über schroffen Bergen, warmes Licht auf rötlichbraunem Fels. Ein wunderbarer Nachmittag!

Galerien – Raudfjord – 19. September 2017

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Segelboot gesucht und gefunden

Am Montag hat es im Norden von Spitzbergen starken Wind bis Sturmstärke gegeben. Dabei scheinen mindestens zwei kleinere Schiffe in ernsthafte Schwierigkeiten gekommen zu sein: es wurden Notsignale ausgelöst und Rettungskräfte mit Hubschraubern, Küstenwachschiffen und einem Flugzeug der Luftwaffe aktiviert.

Die SV Antigua, auf der sich derzeit auch der Verfasser dieser Zeilen befindet, ist aktuell im Norden von Spitzbergen. Zu mehr als etwas Seekrankheit während der gestrigen Segelstrecke ist es hier an Bord nicht gekommen. Die Antigua ist also von eventuellen Notfällen NICHT betroffen.

Ergänzung: nach mehrstündiger Suche im Nordwesten von Spitzbergen, an der sich auch die Antigua beteiligte, wurde das betreffende Boot „in good condition“ (in gutem Zustand) gefunden und die Suchaktion wurde offiziell abgebrochen. Es wurde bekannt gegeben, dass es sich um ein Boot aus Longyearbyen handelt. Das Notsignal wurde versehentlich und unbemerkt ausgelöst, wahrscheinlich hat sich ein Notsignalgeber bei schwerer See vom Boot gelöst und im Wasser treibend selbst aktiviert. Das Notsignal wurde im Magdalenefjord ausgelöst, während das Boot selbst später im Wijdefjord gefunden wurde, Luftlinie fast 100 km entfernt. Warum es nicht gelang, Kontakt mit dem Boot aufzunehmen, ist unbekannt.

Windstärke 8 am Montag vor der Nordküste Spitzbergens. Foto © Alexander Lembke.

Sturm Spitzbergen

Starker Wind bis Sturmstärke in Nord-Spitzbergen

Am Montag (18.09.2017) hat es im Norden von Spitzbergen starken Wind bis Sturmstärke gegeben. Dabei scheinen mindestens zwei kleinere Schiffe in ernsthafte Schwierigkeiten gekommen zu sein: es wurden Notsignale ausgelöst und Rettungskräfte mit Hubschraubern und Küstenwachschiffen aktiviert. Nähere Informationen liegen hier noch nicht vor.

Die SV Antigua, auf der sich derzeit auch der Verfasser dieser Zeilen befindet, ist aktuell im Norden von Spitzbergen. Zu mehr als etwas Seekrankheit während der gestrigen Segelstrecke ist es hier an Bord nicht gekommen. Die Antigua ist also von eventuellen Notfällen NICHT betroffen.

Ergänzung: Nach mehrstündiger Suche im Nordwesten von Spitzbergen, an der sich auch die Antigua beteiligte, wurde das betreffende Boot »in good condition« (in gutem Zustand) gefunden und die Suchaktion wurde offiziell abgebrochen. Nähere Details zur Identität des Bootes o.ä. sind noch nicht bekannt.

Aktualisierung: Laut Svalbardposten handelte es sich um ein Segelboot aus Longyearbyen. Der Notpeilsender war bei schwerem Wetter über Bord gegangen und hatte sich selbst im Wasser aktiviert, ohne dass die Mannschaft dies bemerkt hatte.

Quelle: Rolf Stange via OnSat-Mail direkt von der SV Antigua

Sehr viel Wind – 18. September 2017

Laut Wettervorhersage sollte heute unsere Chance für eine Landung auf Moffen sein. Wenig Wind und hoffentlich ruhige See. Also sind wir guten Mutes aus aus Mushamna los und haben bald die Segel gesetzt – was einen schon misstrauisch machen konnte und es machte mich auch misstrauisch – mit Kurs auf Moffen. Wind und Wellen gingen munter und immer munterer, aus dem Wijdefjord blies ein richtiger Sturm heraus, so dass die Brecher hoch gingen – es war klar, dass bei Moffen heute nichts zu holen sein würde. Also Kurs nach Westen, mal schauen, Richtung Raudfjord oder so. Mittlerweile war es Windstärke 7-8, in Böen 9. Richtig Wind, richtig Seegang. Das war ordentliches Segeln, viele genossen es an Deck, aber man kann nicht behaupten, dass alle das gut fanden.

Bild – Sehr viel Wind – 18. September 2017

Im Breibogen kochte die See weiß, keine Chance auf einen guten Ankerplatz. Den fanden wir dann nachmittags im Svenskegattet. Der Wind blies weiter stark, mit heftigen Böen, so dass wir es uns an Bord für den Rest des Tages gemütlich gemacht haben, mit Vorträgen und Film und natürlich spielte das große Kino draußen in der Natur, die ihre Kräfte so eindrücklich demonstrierte.

Woodfjord – 17. September 2017

Der Tag fängt windig an, als wir in den inneren Woodfjord einfahren – aber vielversprechend, mit vielen Löchern in den Wolken, die größer und größer werden, so dass die Sonne sich ihren Weg bahn. Sie beleuchtet eine farbenprächtige Landschaft: ein blauer Fjord, eingerahmt von tiefroten Bergen und grüner Tundra im ufernahen Flachland. Ein Fest der Farben!

Wir genießen das, während wir weit in den Fjord hineinfahren, immer auch auf der Suche nach einem Eisbären, die ja gerne mal entlang dieser Ufer laufen. Das ist heute nicht der Fall, aber dafür geben wir uns gerne dem Wunsch hin, ein wenig entlang dieser Ufer zu laufen. Während einer kleinen Landung schauen wir genauer nach, welche unendlichen Mengen von Plastikmüll hier zwischen den vielen Treibholzstämmen und in Form sehr kleiner Stückchen auch im Sand verborgen hier liegen. Die Daten werden später dem Alfred Wegener Institut zugehen, wo ein Projekt zu Erforschung der Plastikmüllmassen in den Meeren und an den Stränden dieser Region läuft. Hoffen wir, dass es dazu beiträgt, dass es irgendwann weniger wird!

Galerie – Woodfjord – 17. September 2017

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Später sehen wir doch noch ein Eisbärchen auf einem Hang liegen, aber weit weg. Wir ergreifen in Mushamna die Gelegenheit zu einer schönen Wanderung und lassen den Abend mit einem kleinen Feuerchen am Ufer ausklingen.

Liefdefjord – 16. September 2017

Wir erwachen zu einem goldenen Sonnenaufgang im Liefdefjord und lassen uns während einer schönen Wanderung von den Bergen und Gletschern beeindrucken. Als wir später vor dem Monacobreen driften, senken die Wolken sich bis tief über den Gletscher und es regnet sogar etwas, was aber dem tiefen Blau einiger Eisberge keinesfalls einen Abbruch tut. Am späten Nachmittag haben wir auf einer kleinen Insel der Lernerøyane das Gefühl, beinahe die ersten Menschen zu sein, die in dieser unberührten Natur unterwegs gewesen sind.

Galerie – Liefdefjord – 16. September 2017

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Nordwest-Spitzbergen – 15. September 2017

Ein goldener Tag in einer klassischen Gegend. Hier im Smeerenburgfjord, wo vor 400 Jahren die Walfänger in ihren dünnen Wollklamotten gelitten haben, herrscht heute angenehmstes Wetter, windstill und schließlich sogar sonnig. In Virgohamna sehen wir den Ort, wo der schwedische Ballonfahrer Andrée und der amerikanische Journalist und Luftschiffer Wellman ihre berühmten Nordpolfahrten starteten. Seehunde liegen auf Steinen vor dem Ufer und ruhen sich aus von ihrem anstrengenden Dasein.

Galerie – Nordwest-Spitzbergen – 15. September 2017

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Deutlich größere Robben liegen etwas weiter nördlich auf der Amsterdamøya, wo eine ganze Herde Walrosse in der Sonne badet, ohne jeden Respekt vor den jahrhundertealten Walfänger-Specköfen von Smeerenburg.

Kongsfjord – 14. September 2017

Ein erstaunlicher Anblick erwartet uns beim Start in den Tag: Zivilisation! Ny-Ålesund, die nördlichste Siedlung Spitzbergens, mit ihren diversen Sehenswürdigkeiten und sonstigen Herrlichkeiten. Unter schönster Septembersonne.

Später wird es Zeit, auf Blomstrand richtige Tundra kennenzulernen. Die Rentierböcke sind fett und der Bast schält sich von den Geweihen. Wir berauschen uns an Küstenhöhlen und grandiosen landschaftlichen Panoramen, an Land wie später beim abendlichen Besuch vor den Gletschern im inneren Kongsfjord.

Galerie – Kongsfjord – 14. September 2017

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Trygghamna – 13. September 2017

Es ist immer noch ganz schön windig, so dass wir uns für die erste Landung ein halbwegs geschütztes Plätzchen ganz hinten in Trygghamna suchen. Windig ist es immer noch, aber keine Brandung – und sonnig! Ein schöner Start in beeindruckender landschaftlicher Umgebung.

Später sehen wir einen Eisbären am Alkhornet auf der Tundra liegen, aber klein und weit weg. Keine Möglichkeit, sicher näher heran zu kommen. Immerhin, unsere erste Bärensichtung. Möge es nicht die letzte sein!

Galerie – Trygghamna – 13. September 2017

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Unter Segeln geht es munter in den Forlandsund, wo ein Besuch bei einem Gletscher im septemberlichen den Tag aufs Erfreulichste abrundet.

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News-Auflistung generiert am 15. Dezember 2018 um 21:30:31 Uhr (GMT+1)
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