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Jahres-Archiv: 2019 − Nachrichten


Mehrere Eisbären in der Umgebung von Longyearbyen

Den ganzen Sommer über sind im Isfjord regelmäßig Eisbären gesehen worden: Auf der Isfjord-Nordseite, in den Buchten Trygghamna, Ymerbukta und Borebukta, im Billefjord bei Pyramiden, aber auch in der Nähe von Longyearbyen.

Das setzt sich auch weiterhin fort: In den letzten Tagen hat es mehrere Beobachtungen von Eisbären in der Umgebung von Longyearbyen gegeben, wie in der Svalbardposten zu lesen ist, so etwa im Colesdalen und im Bjørndalen westlich von Longyearbyen sowie im Mälardalen auf der Nordseite des Adventdalen, nur wenige Kilometer von Ort und Straße entfernt. Insgesamt handelt es sich mindestens um zwei verschiedene Tiere (die Beobachtungen Colesdalen und Bjørndalen können dasselbe Tier betreffen).

Am Montag (16.9.) musste ein Mann, der sich in einer Hütte am Diabasodden aufhielt, 20 Kilometer nordöstlich von Longyearbyen, aus der Hütte heraus einen Schuss abfeuern, um einen neugierigen Eisbären zu vertreiben. Dies gelang auch, der Mann wurde sicherheitshalber vom Sysselmannen per Hubschrauber abgeholt, um weitere Risiken zu vermeiden.

Man kann nicht oft genug betonen, dass das Eisbärenrisiko auch in Longyearbyens naher Umgebung ernst zu nehmen ist.

Eisbär Hiorthhamn bei Longyearbyen

Eisbär in Hiorthhamn bei Longyearbyen (Archivbild).

In der wöchentlichen Umfrage hat Svalbardposten aktuell die Frage gestellt, wie man sich zur steigenden Anzahl von Eisbären in der Umgebung von Longyearbyen verhalten sollte. Zur Zeit hatten 790 Personen ihre Meinung abgegeben, was für die wöchentliche Svalbardposten-Umfrage sehr viel ist. Davon haben 500 für „Wir wohnen auf Spitzbergen und müssen uns anpassen“ gestimmt, aber immerhin 241 haben der Wahlmöglichkeit „Es wird Zeit, wieder über Eisbärenjagd zu diskutieren“ gestimmt. Diese Umfragen sind aber nicht repräsentativ, sondern geben nur ein zufälliges Bild wider; mitunter sind die Fragen sowie die vorgegebenen Antworten auch humoristisch geprägt. So mag vielleicht auch die hohe Anzahl derer zu verstehen sein, die eine Aufnahme der Jagd auf Eisbären befürworten.

Eisbären wurden in Spitzbergen bis 1973 intensiv gejagt. Die steigende Anzahl von Eisbären in Spitzbergen in jüngeren Jahren ist zumindest in Teilen eine Folge der regionalen Erholung der Art nach der Zeit, in der Eisbärenjagd professionell und nahezu industriell betrieben wurde.

Doppelkalender 2-in-1: Spitzbergen & Antarktis 2020

Der neue Spitzbergen-Kalender 2020 ist da – und zwar erstmalig als Doppelkalender. Wir haben ganz einfach dieses Mal die früher leer gebliebenen Rückseiten genutzt, so dass zusätzlich zu den 12 Spitzbergen-Bildern nun mit 12 Antarktis-Bildern ein voller zweiter Kalender mit dabei ist 🙂

Obwohl es somit jetzt sozusagen zwei vollwertige Kalender gibt, ist der Preis stabil geblieben. Wie gehabt gibt es den Doppelkalender „Spitzbergen & Antarktis 2020“ in zwei verschiedenen Größen: Prominent an der Wand im großzügigen A3-Format oder handlicher in A5.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit gibt es im spitzbergen.de-Shop (hier klicken).

Passagierschiff Malmö steckt im Eis

Malmö im Eis: Während in der Arktis diesen Sommer 35 % weniger Treibeis vorhanden sind als im langjährigen Mittel, das man wohl sowieso bald als historischen Zustand betrachten und neu definieren muss, waren und sind die Eisverhältnisse um Spitzbergen „normal“. Was bedeutet, dass es mehr Eis gibt, als man aus jüngeren Jahren gewöhnt war. Der nördliche und östliche Teil des Nordaustlandes ist im Sommer gar nicht eisfrei geworden, und auch im Osten Spitzbergens gab es durchgehend Treibeis.

Ein dichtes Treibeisfeld hat nun das kleine Passagierschiff „Malmö“ in Schwierigkeiten gebracht. In der südlichen Hinlopenstraße kam das Schiff mit 23 Personen an Bord, darunter 16 Passagiere, in ein Eisfeld und blieb darin stecken. Problematisch und potenziell gefährlich wurde die Lage, als die Strömung das Eis mit dem Schiff in die Nähe untiefer Gewässer bei den Rønnbeckøyane führte. Die Mannschaft informierte die norwegischen Behörden. Der Sysselmannen brachte die 16 Passagiere vorsichtshalber mit dem Hubschrauber nach Longyearbyen in Sicherheit. Da bislang keine unmittelbare Gefahr besteht, blieb die Mannschaft an Bord, um die Malmö nach Möglichkeit so bald wie möglich aus dem Eis zu bringen. Es wird damit gerechnet, dass dies bald möglich sein wird, sobald die Gezeitenströmung die Richtung ändert. Das erfolgt mehrfach täglich und dann bilden sich normalerweise Öffnungen im Treibeis.

Treibeis im arktischen Sommer 2019 – Foto zu Malmö im Eis

Treibeis in der Arktis

Sicherheitshalber ist ein Schiff der norwegischen Küstenwache in der Nähe, um im Notfall eingreifen zu können.

Auf Grund gelaufener Krabbentrawler Northguider: Bergung läuft

Der Ende Dezember auf Grund gelaufene Krabbentrawler Northguider liegt immer noch vorm Sparreneset südlich des Murchisonfjord auf dem Nordaustland auf Grund. Das Wrack soll entfernt werden.

Nun ist die Bergungsaktion angelaufen: Mehrere Spezialschiffe sind vor Ort, um die Northguider von den Steinen zu holen. Das Seegebiet um das Wrack ist bis eine Meile vor der Küste gesperrt, damit die Arbeiten ungestört laufen können.

Bergung Krabbentrawler Northguider

Die Bergung des Krabbentrawler Northguider läuft

Die Mannschaft der Northguider konnte nach dem Auflaufen dramatischen Stunden durch Glück und das Geschick der norwegischen Rettungskräfte, die mit zwei Hubschraubern anrückten, unverletzt gerettet werden. Nun ist zu hoffen, dass die Arbeit der Bergungsmannschaften für das Wrack ebenso glücklich verläuft.

Spitzbergen-Frühstücksbrettchen aus Longyearbyen wieder lieferbar

Die Spitzbergen-Frühstücksbrettchen sind wieder lieferbar: Eine kleine Anzahl aller Sorten hat kürzlich ihren Weg aus der Werkstatt in Longyearbyen in die Spitzbergen.de-Versandabteilung in Ostseenähe gefunden.

Spitzbergen-Frühstücksbrettchen

Spitzbergen-Frühstücksbrettchen aus Longyearbyen, in Longyearbyen.

Die Brettchen werden aus robuster Eiche in der Werkstatt von Schreinermeister Wolfgang Zach in Longyearbyen hergestellt. In der Gestaltung sind sie arktischen Tieren nachempfunden: Es gibt natürlich einen Eisbären und ein Walross sowie das Spitzbergen-Rentier, den Wal (welchen großen Bartenwal auch immer Sie wollen ☺) und die Bartrobbe. In jüngerer Vergangenheit ist auch der Eisfuchs hinzugekommen und nun hier erstmalig außerhalb von Longyearbyen erhältlich. Und dann gibt es natürlich, auf meinen (gelernter Geograph, kann nicht anders!) Wunsch hin, die Spitzbergen-Karte als eigenes Motiv.

Spitzbergen-Frühstücksbrettchen

Spitzbergen-Frühstücksbrettchen aus Longyearbyen: die ganze Sammlung.
Muss man haben! 🙂

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit gibt es im Spitzbergen.de-Shop (hier klicken).

Unsere Frühstücksbrettchen zu Besuch in Adventdalen 😉

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Unsere Frühstücksbrettchen zu Besuch in Longyearbyen 😉

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Spitzbergen-Sommer: Sommerwetter, Touristen, Sektglas, Pride Parade, neue Panos & Antigua-Reisebericht

In Spitzbergen geht der Sommer derzeit ruhig dahin, was sehr gut ist. Das Thema, das Mitteleuropa beherrscht, die Hitzewelle, ist in Spitzbergen weniger präsent. Warm ist es dort derzeit auch, um 10 Grad, und für morgen (Sonntag) werden laut Vorhersage auf yr.no bis zu 13 Grad erwartet – angenehme Temperaturen, wenn man mich fragt. Aber von Hitzewelle spricht man dort nicht ernsthaft. Arktischer Hochsommer eben.

Man diskutiert kontrovers über Touristen von Kreuzfahrtschiffen, die an manchen Tagen zu tausenden durch das kleine Longyearbyen mit seinen 2500 Einwohnern laufen. Man wettet, wann der Stiel des Sektglases brechen könnte – ein von Longyearbyen aus gut sichtbares Schneefeld am Operafjellet, das auffällig wie ein Sektglas aussieht. Wenn der Schnee so weit geschmolzen ist, dass die Verbindung zwischen Kelch und Fuß nicht mehr durchgängig ist, dann ist Sommer, so sagt man vor Ort, und jedes Jahr wird öffentlich gewettet, wann genau der Tag ist. Die Lokalzeitung Svalbardposten lobt dazu einen kleinen Wettbewerb aus. Meist „geht“ der Stiel des Sektglases gegen Ende Juli.

Sektglas am Operafjellet bei Longyearbyen

Das „Sektglas“ am Operafjellet östlich von Longyearbyen.

Die erste lokale Initiative, in Longyearbyen eine Pride Parade („Christopher Street Day“) zu organisieren, ruft nicht nur Begeisterung hervor; die Initiatorin erhielt auch kritische Anmerkungen in den üblichen sozialen Netzwerken im Internet, bis hin zu Anfeindungen. Die Menschen in Longyearbyen sind auch nicht anders als sonstwo in der Welt. Leider, manchmal.

Im Isfjord gab es auf einer kleinen Segelyacht einen Brand, aber echte Gefahr für die Menschen an Bord soll nicht bestanden haben. Auf jeden Fall sind alle schnell in Sicherheit gebracht worden.

Naturkundlich interessierte Einheimische und Touristen können im Isfjord und anderswo derzeit viele Wale sehen, darunter Blauwale, Finnwale, Buckelwale und Weißwale. Um Longyearbyen herum werden derzeit immer wieder Rostgänse beobachtet, die laut Wikipedia eigentlich in „innerasiatischen Steppen und Halbwüsten“ zuhause sind. Der kleine Trupp Rostgänse, der sich derzeit zwischen Adventdalen und Bjørndalen herumtreibt, hat sich verflogen. Es ist, soweit bekannt, die zweite Beobachtung von Rostgänsen in Spitzbergen. Auch weitere vogelkundliche Seltenheiten wurden in den letzten Wochen und Monaten berichtet, wie der Zwergschwan im Adventdalen oder ein Gelbschopflund (pazifischer Papageitaucher) bei der Bjørnøya. Experten schreiben diese gestiegene Sichtung von Seltenheiten aber eher der gewachsenen Zahl von Interessierten im Gelände zu als einer Änderung der natürlichen Entwicklung. Das ist doch eine erfreuliche Sache – wir schauen genauer hin und lernen dabei.

Unterm Strich: das Leben geht in Spitzbergen seinen normalen Gang.

Das lässt Zeit, sich mit anderem zu beschäftigen. Die Panorama-Sammlung ist wieder mal gewachsen:

Neue Spitzbergen-Panoramen

  • Fjortende Julibukta im Krossfjord, aufgenommen während der Antigua-Reise im Juli. Ein sehr schöner Ort mit vielen Blumen, Gletscher, Vogelfelsen und schöner Landschaft, der gerne von Touristenschiffen angesteuert wird.
  • Der Markhambreen an der Ostküste Spitzbergens. Ein sehr interessanter, abgelegener Ort mit spannender Landschaftsentwicklung. Hier waren mit Sicherheit noch nicht viele Leute.
  • Die Küstengrotte auf der Blomstrandhalvøya.
  • Die „neue Grube 2“, auch Weihnachtsmanngrube genannt, in Longyearbyen.
Spitzbergen-Panorama: Markhambreen

Einer von mehreren Neuzugängen in der Spitzbergen-Panoramasammlung: der Markhambreen, ein ziemlich unzugänglicher Gletscher an der Ostküste.

Und: von der langen Antigua-Reise, die dieses Jahr vom 25. Juni bis 12. Juli lief, sind nun die Fotos und das Reisetagebuch online zugänglich!

Spitzbergen unter Segeln, 25.6.-12.7. 2019: Zweierkabine wieder verfügbar

Life is what happens to you while you’re busy making other plans (Das Leben ist das, was passiert, während du eigentlich etwas ganz anderes geplant hattest). Das ist eine Zeile aus einem Text von John Lennon. Wahrscheinlich hatte der ex-Beatle nicht an Arktis-Segelreisen gedacht, aber gerade da entwickeln sich die Dinge ja oft anders, als geplant.

Oft ist das schön und spannend, aber nicht immer. In diesem Fall mussten leider zwei Leute, die sich schon lange auf die Spitzbergen-Reise mit der Antigua vom 25. Juni bis zum 07. Juli gefreut hatten, wieder absagen. Daher ist eine Doppelkabine ab sofort wieder verfügbar.

Segelschiff Antigua, Spitzbergen

Mit dem Segelschiff Antigua in Spitzbergen.

25. Juni … ja, richtig, am 25. Juni geht es in Longyearbyen los – das ist nicht mehr lange hin! Also, wenn jemand ganz kurz entschlossen ist und spontan für 3 Wochen verreisen kann, dann nichts wie ran an den Speck und schnell Kontakt mit Uwe Maaß bei der Geographischen Reisegesellschaft aufnehmen! Am besten per Email an info@geo-rg.de.

Hier gibt es alle weiteren Informationen zur Reise.

Grönland unter Segeln 2019: Zweierkabine wieder verfügbar (Update: Beide Plätze wieder vergeben)

Auf der schon lange ausgebuchten Reise »Grönland unter Segeln«, 25. August-09. September 2019, ist durch eine Stornierung eine Zweierkabine wieder verfügbar geworden. Die Fahrt beginnt und endet in Akureyri (Island), unser Ziel ist der mächtige Scoresbysund, einer der größten und landschaftlich beeindruckendsten Fjorde der Welt.

Wer Interesse hat, diesen schönen Teil der Arktis an Bord der SY Anne-Margaretha mit der Geographischen Reisegesellschaft (Geo-RG) und Rolf Stange zu erleben, wende sich für weitere Informationen bitte an die www.geo-rg.de.

Weitere Informationen zur Reise.

Anne-Margaretha

Mit der Anne-Margaretha waren wir Anfang 2018 in der Antarktis und in Patagonien. Weitere Informationen zum Schiff Anne-Margaretha.

Update 08.06.2019: Inzwischen ist nur noch ein Platz in einer Kabine mit Gemeinschaftsdusche/WC für einen männlichen Arktisreisenden verfügbar.

Update 17.06.2019: Inzwischen ist auch der 2. Platz wieder vergeben.

Spitzbergen unter Segeln 2019 mit SV Antigua geht los

Die arktische Sommersaison „Spitzbergen unter Segeln“ beginnt morgen (Samstag) mit SV Antigua: wir legen in Longyearbyen ab zur ersten Fahrt – arktischer später Frühling/Frühsommer. Unter Segeln zum Eis und zu den Tiere (drückt die Daumen, dass sie sich auch zeigen!).

SV Antigua: Spitzbergen unter Segeln

Spitzbergen unter Segeln: mit SV Antigua zum Eis des Nordens.
Ab jetzt wieder im Reiseblog auf dieser Seite.

Das heißt natürlich auch, dass der Reiseblog auf genau dieser Seite auch wieder fleißig gefüttert wird. Es lohnt sich garantiert, hier immer mal wieder vorbeizuschauen und virtuell dabei zu sein, wenn wir im hohen Norden tolle Landschaften entdecken und spannende Begegnungen mit Tieren haben. Es wird mehrmals in Spitzbergen mit der Antigua losgehen, aber auch mit der kleineren SY Arctica II und wir fahren auch mit der SY Anne-Margaretha nach Grönland.

Übrigens, wer auch reel dabei sein will – die Reisebeschreibungen für 2020 sind jetzt online!

Eisbär bei Longyearbyen

Montag (27.5.) um 5 Uhr früh wurde ein Eisbär direkt bei Longyearbyen gesehen. Er war im Adventdalen unterwegs, ganz in der Nähe der Straße und nicht weit von den untersten Wohnhäusern. Der Sysselmannen (Polizei) war bald zur Stelle, mehrere Schreckschüsse wurden mit einer Signalpistole abgefeuert und der Hubschrauber war in der Luft, um den Eisbären vom Ort zu vertreiben. Der Bär zog daraufhin ab und ging Richtung Hiorthhamn, auf der anderen Seite des Adventfjord.

Eine eindrückliche Erinnerung, das Risiko einer Begegnung mit Eisbären auch in der unmittelbaren Umgebung von Longyearbyen ernst zu nehmen.

Hubschrauber und Eisbär

Hubschrauber und Eisbär (unten links) im Adventdalen bei Longyearbyen.

Wohnungsmarkt in Longyearbyen: Lawinengefahr und Airbnb

Wohnungsmarkt in Longyearbyen unter Druck

Vom äußerst schwierigen Wohnungsmarkt in Longyearbyen war an dieser Stelle in den letzten Jahren schon mehrfach die Rede. Seit Jahren ist es so gut wie unmöglich, zu bezahlbaren Preisen dauerhaft eine Unterkunft zu finden.

139 Wohnungen werden wegen Lawinengefährdung abgerissen

Nach der tragischen Lawine kurz vor Weihnachten 2015 hatte die Entwicklung sich deutlich verschärft. Die Lawine hatte mehrere Häuser am Berg Sukkertoppen zerstört, wobei zwei Menschen ums Leben gekommen waren. In der Folge war die Lawinengefahr für Longyearbyen neu fachlich bewertet worden, mit dem Ergebnis, dass Häuser künftig mit nicht weniger als 139 Wohnungen abgerissen werden. Bislang wurden schon technische Lawinensicherungen gebaut, um die noch verbleibenden Gebäude zu sichern.

Weitere 41 Wohnungen sind gefährdet

Nun sind Zweifel aufgekommen, ob weitere Lawinensicherungen sich wie geplant bauen lassen. Der Baugrund am steilen Hang des Sukkertoppen ist schwierig, so dass nicht sicher ist, ob die Fundamentierung wie erforderlich notwendig ist. Um auch den schlechtesten Szenarien der künftigen Klimaentwicklung angepasst zu sein – „business as usual“ bei den globalen Treibhausgasemissionen – wird mit 14 Meter tief in den Untergrung reichenden Fundamenten gerechnet.

Ob das in dem steilen Gelände technisch möglich ist, ist unsicher. Es ist möglich, dass sich das Projekt als durchführbar herausstellt, aber wenn nicht, ist nicht ausgeschlossen, dass weitere Gebäude mit bis zu 41 Wohnungen abgerissen werden müssen, wie Svalbardposten berichtet. Betroffen ist der bergnahe Teil im Weg 228 am Sukkertoppen, wo Wohngebäude stehen.

Auch wenn das Ergebnis – Abriss oder nicht – noch fraglich ist, steht eins schon fest: der Wohnungsmarkt in Longyearbyen wird dadurch nicht einfacher werden.

Wohnhäuser am Sukkertoppen und Lawinensicherungen

Wohnhäuser am Sukkertoppen und Lawinensicherungen.

Airbnb

Als weiteren Faktor bei dieser Entwicklung hat man schon länger die Kurzzeit-Vermietungsplattform Airbnb im Blick. Es gibt ohne Zweifel eine Reihe von Wohnungen in Longyearbyen, die von ihren Eignern via Airbnb als Kurzzeitmiete an Touristen vermietet werden, so dass Wohnungen zum längerfristigen Vermieten an Einwohner verloren gehen. Man vermutet, dass die Zahl der so vermieteten Wohnungen erheblich ist, genaue Zahlen liegen aber bislang nicht vor. Als ein Beitrag in der Svalbardposten zum Thema erschien, waren 36 Wohnungen in Longyearbyen auf Airbnb im Angebot.

Genauere Zahlen sind allerdings schwierig zu finden, und daher hat die Kommunalverwaltung (Lokalstyre) bei einer spezialisierten Firma einen Bericht in Auftrag gegeben, wie viele Wohnungen tatsächlich über diese Kurzzeitplattform laufen. Je nachdem, wie die Zahlen ausfallen, können dann Einschränkungen erwogen werden.

Das Thema beschäftigt in vielen Städten in der Welt, ist in Longyearbyen aber möglicherweise noch problematische als anderswo: erstens ist es ein kleiner Ort mit nicht allzu vielen Wohnhäusern, zweitens kommen viele zahlungskräftige Touristen hierher, die den Markt zu Ungunsten der Einheimischen verzerren, drittens kann man hier nicht einfach ins Umland ziehen und pendeln.

Eins ist sicher: Für kleinere Einkommen ist es derzeit in Longyearbyen praktisch unmöglich, einen längerfristigen Mietvertrag zu bekommen.

Zwei Personen bei Bergtour im Hornsund ums Leben gekommen

Zwei Personen sind bei einer Bergtour im Hornsund tödlich verunglückt. Es handelt sich um eine Frau und einen Mann, die beide zur polnischen Forschungsstation gehören. Sie waren seit Freitag privat auf einer Tour östlich der Station unterwegs, kehrten aber nicht zur verabredeten Zeit Sonntag früh wieder zurück. Darauf hatten andere Stationsangehörige eine Suche in Gang gesetzt.

Karte Hornsund mit der Forschungsstation und dem Berg Kamkrona

Karte Hornsund mit der Forschungsstation und dem Berg Kamkrona (Unglücksort).
© Kartengrundlage: Norwegisches Polarinstitut.

Die beide hatten den Berg Kamkrona bestiegen, der zu einem langen, schroffen Bergrücken gehört; dieser ist unter dem Namen Sofiekammen bekannt, er liegt auf der Westseite der Burgerbukta. Die Kamkrona liegt Luftlinie gut 8 km östlich der Forschungsstation und ist 770 Meter hoch, zur Burgerbukta hin fällt der gesamte Kamm sehr steil ab.

Zwei Personen bei Bergunfall im Hornsund ums Leben gekommen

Der schroffe Bergrücken Sofiekammen auf der Westseite der Burgerbukta im Hornsund. Die Kamkrona ist ein Gipfel ungefähr in der Mitte.

Ersten Informationen des Sysselmannen zufolge kamen die beiden bei einem Sturz über mehrere hundert Meter in einer Lawine ums Leben. Der genauere Hergang ist noch nicht bekannt. Die Verunglückten konnten nur noch tot durch Rettungskräfte des Sysselmannen geborgen werden, sie wurden zunächst nach Longyearbyen gebracht.

Ergänzung: Laut Svalbardposten hat der Sysselmannen-Polizeibeamte Anders Haugerud der norwegischen Nachrichtenagentur NTB mitgeteilt, dass die beiden vermutlich am Gipfel auf eine überhängende Wächte gegangen sind, die daraufhin abgebrochen ist. Diese Vermutung wurde zwischenzeitlich bestätigt. Die Verunglückten sind fast die ganze Höhe des Berges (770 m) abgestürzt.

Nachdem die Angehörigen informiert sind, wurden die Namen der Verunglückten offiziell bekanntgegeben. Es handelt sich Anna Górska und Michal Sawicki. Beide hatten auf der Station gearbeitet, Anna als Meteorologin und Michal als Geophysiker.

Spitzbergen.de auf norwegisch

Spitzbergen.de ist unter www.spitsbergen-svalbard.no nun auch auf norwegisch online.

Die Seite ist die umfangreichste und vielseitigste Spitzbergen-Webseite im Netz. Auf den landeskundlichen Seiten sowie in der umfassenden Panorama-Abteilung wird die Inselgruppe Svalbard als Ganzes in den Blick genommen, und zwar mit einer geographischen Vollständigkeit, die ihresgleichen vielleicht sucht, aber nicht findet.

Tiere, Pflanzen, eine Nachrichtenseite mit dem Überblick über wichtige Ereignisse, die auch Spitzbergenfreunde außerhalb von Longyearbyen interessieren, zahlreiche Blogeinträge und Reiseberichte rund um Spitzbergen, aus allen Jahreszeiten, Einblicke in das Leben in Longyearbyen … alles ist dabei. Die Seite spitzbergen.de entsteht seit 2006 und erstreckt sich mittlerweile immerhin auf über 800 Seiten sowie mehr als 1100 Blog-Einträge alleine im deutschsprachigen Bereich.

Schon bald nach der deutschen Seite spitzbergen.de folgte die englische unter www.spitsbergen-svalbard.com.

Spitzbergen.de nun auch norwegisch

Spitzbergen.de gibt es jetzt auch auf norwegisch.

Nach dem Erscheinen von Svalbard – Norge nærmest Nordpolen, der norwegischen Ausgabe des Spitzbergen-Reiseführers, war klar, dass auch die Webseite auf norwegisch folgen musste. Das ist nach mehrmonatiger, intensiver Arbeit nun geschehen! Seit kurzem ist spitsbergen-svalbard.no online. Hier und dort verstecken sich immer noch einzelne englische Seiten, deren Übersetzungen folgen werden.

Ich danke allen, die dabei mitgeholfen haben! Darunter sind

Ida Elisabeth Aarvaag
Cecilie Bergheim
Marie Brekkhus
Mari Buck
Jannicke Høyem
Jesper Kirkhus
Tina Ottenheym
Aina Rogstad
Elisabeth Schoch
Veronika Sund
Ida Elisabeth Veldman
Ivar Våge

Tusen takk skal dere ha!

Allen skandinavophonen BesucherInnen dieser Webseite wünsche ich viel digitales Lese- und Reisevergnügen auf www.spitsbergen-svalbard.no!

Zwergschwan bei Longyearbyen

Der Schwanengesang des Winters? Rechtzeitig zu Beginn des „ornithologischen Frühjahrs“ ist neben den ersten Gänsen auch ein Zwergschwan (Cygnus bewickii) bei Longyearbyen aufgetaucht. Schwäne stehen nicht auf der Liste der Brutvögel Spitzbergens, sie kommen nur als Irrgäste vor.

Zwergschwan im Adventdalen

Zwergschwan (Cygnus bewickii) im Adventdalen.

Vom Zwergschwan sind auf der Seite artsobservasjoner.no – eine Seite zur Registrierung von Artensichtungen – auf Spitzbergen nur 5 Beobachtungen registriert, einschließlich der aktuellen Sichtung. Die älteste dieser Beobachtungen stammt aus dem Jahr 1987.

Zwergschwan mit Kurzschnabelgänsen

Zwergschwan mit Kurzschnabelgänsen.

Auch vom Singschwan gibt es gelegentlich Beobachtungen auf Spitzbergen. Er gehört dort ebenfalls nicht zu den Brutvögeln, aber hier verzeichnet artsobservasjoner.no immerhin 24 Sichtungen seit 1992, 7 davon auf der Bäreninsel.

Zwergschwan mit Kurzschnabelgänsen

Zwergschwan mit Kurzschnabelgänsen.

In diesem Fall hat sich die lokale Orni-Szene aber nun auf einen Zwergschwan (Cygnus bewickii) geeinigt. Für nicht-Eingeweihte ist die Terminologie mitunter etwas verwirrend, denn laut Wikipedia „wird der Zwergschwan auch als Unterart Cygnus columbianus bewickii zum in Nordamerika vorkommenden Pfeifschwan gestellt.“

Der Zwergschwan hat sich zu einem Trupp von mehreren Dutzend Kurzschnabelgänsen gesellt, die auch in den letzten Tagen ihren Frühjahrszug nach Spitzbergen gekommen sind.

Zwergschwan mit Kurzschnabelgänsen

Zwergschwan mit Kurzschnabelgänsen.

Ich gebe zu, dass ich kein professioneller Schwanologe bin und erkläre mich nach dem Studium etlicher Bilder der verschiedenen Arten gerne mit der Diagnose Zwergschwan (Cygnus bewickii) zufrieden.

Aufgenommen wurden diese Bilder übrigens störungsfrei aus sicherer Entfernung mit 1200 mm Brennweite und hochauflösender Kamera.

Auch die Rentiere freuen sich über die Tundra, die nun langsam fleckenweise durch den Schnee kommt. Die Motorschlitten sind nun für diese Saison endgültig unter Dach – der Sommer kann kommen!

Spitzbergen-Rentiere

Rentiere auf ersten Tundraflecken.

Bankraub in Longyearbyen: Urteil

Am 21. Dezember letzten Jahres gab es in Longyearbyen den ersten Bankraub in der Geschichte Spitzbergens. Ein zum Zeitpunkt der Tat 29 Jahre alter, nicht ortsansässiger Mann russischer Nationalität richtete ein geladenes Gewehr auf 3 Angestellte und forderte mit den Worten „This is not a joke. This is a robbery“ Geld. Die Bankangestellten händigten dem Mann 70.000 norwegische Kronen (gut 7000 Euro) aus.

Der Mann wurde schnell von der Polizei gefasst und in Tromsø in Untersuchungshaft gebracht. Nun ist das Urteil gefallen, wie NRK berichtet: es lautet auf 14 Monate Gefängnis ohne Bewährung. Zusätzlich muss der Mann dem der drei während des Überfalls anwesenden Angestellten 20.000 Kronen Schadenersatz zahlen.

Bankraub in Longyearbyen

Bankraub in Longyearbyen: der Täter wurde nun zu einer Haftstrafe verurteilt.

Hintergrund der Tat sollen psychische Probleme des Täters gewesen sein, der zunächst Selbstmord geplant hatte, dann aber die Bank überfiel. Das Motiv soll nicht Geld gewesen sein, sondern der Versuch, auf seine verzweifelte Situation hinzuweisen. Mit der gewollten Verhaftung durch die norwegische Polizei wollte er wohl die Rückreise nach Russland verhindern.

Allerdings war die Waffe, die der Täter zeitweise gezielt auf die Bankangestellten gerichtet haben soll, mit scharfer Munition geladen. Es handelte sich um ein Repetiergewehr vom Typ Mauser; eine im kommerziellen Verleih übliche Waffe in Longyearbyen. Nach dem Überfall ging der Täter mit weiterhin geladener Waffe durch Longyearbyen und gab das Gewehr beim Verleiher im noch geladenen Zustand wieder ab. Anschließend versuchte er, das erbeutete Geld in der Bank zurückzugeben, wurde aber nicht eingelassen. Danach wurde er festgenommen. Er leistete keinen Widerstand und war sofort geständig.

Das Urteil ist milder als von der Staatsanwaltschaft gefordert, der Verteidiger hatte hingegen auf ein noch weniger strenges Urteil plädoyiert. Eine Revision ist noch möglich.

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News-Auflistung generiert am 19. September 2019 um 15:26:41 Uhr (GMT+1)
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