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Jahres-Archiv: 2022 − News & Stories


Fell­wech­sel beim Eis­fuchs tem­pe­ra­tur­ge­steu­ert

Der Eis­fuchs wech­selt je nach Jah­res­zeit das Fell, im Früh­jahr vom dicken Win­ter­fell zum dün­ne­ren Som­mer­fell und im Herbst wie­der zurück. Bei­de Farb­va­ri­an­ten tun das: Der Weiß­fuchs mit sei­nem mar­kan­ten Farb­wech­sel vom wei­ßen Win­ter­fell zum brau­nen Som­mer­fell und auch der Blau­fuchs mit sei­nem rund ums Jahr brau­nen Fell.

Eisfuchs, Fell: Blaufuchs

Eis­fuchs, Fell­va­ri­an­te 1: Blau­fuchs.

Neben der Tem­pe­ra­tur­re­gu­lie­rung ist zumin­dest für den Weiß­fuchs auch der Aspekt der Tar­nung wich­tig, und da ist es von Bedeu­tung, dass der Fell­wech­sel mög­lichst zeit­lich mit der Schnee­schmel­ze bezie­hungs­wei­se dem Kom­men der fri­schen Schnee­de­cke im Herbst erfolgt.

Bis­lang sind For­scher davon aus­ge­gan­gen, dass der Zeit­punkt des Fell­wech­sels von der Dau­er des Tages­lichts gesteu­ert wird. Das könn­te aller­dings zumin­dest für man­che Arten und Popu­la­tio­nen pro­ble­ma­tisch wer­den, wenn sich auf­grund von Kli­ma­än­de­run­gen das Kom­men und Gehen des Schnees im Jah­res­ab­lauf ver­schiebt. Wenn etwa ein Eis­fuchs nach dem Ver­schwin­den des Schnees noch im wei­ßen Fell auf der grün­brau­nen Tun­dra her­um­läuft, könn­te die schlech­te Tar­nung sowohl sei­nen Jagd­er­folg redu­zie­ren als auch sein Risi­ko erhö­hen, selbst Opfer eines Räu­bers zu wer­den.

Eisfuchs, Fell: Weißfuchs, Sommerfell

Eis­fuchs, Fell­va­ri­an­te 2: Weiß­fuchs im Som­mer­fell.

Neue­re For­schungs­er­geb­nis­se deu­ten aber dar­auf hin, dass der Fell­wech­sel gar nicht an die Län­ge des Tages­lichts gekop­pelt ist, wie die Bio­lo­gin Lucie Lapor­te-Devyl­der und wei­te­re Wis­sen­schaft­ler vom nor­we­gi­schen Insti­tut für Natur­for­schung (NINA) in einem Fach­ar­ti­kel schrei­ben.

Lapor­te-Devyl­der hat Fotos von Wild­ka­me­ras aus einem Zeit­raum von meh­re­ren Jah­ren aus­ge­wer­tet und mit Daten zu Tem­pe­ra­tur und Schnee­de­cke kor­re­liert. Das Ergeb­nis deu­tet dar­auf hin, dass die aktu­el­le Wit­te­rung eben­falls Ein­fluss auf den Fell­wech­sel hat. Damit könn­ten Eis­füch­se und mög­li­cher­wei­se auch ande­re Arten sich bes­ser an jah­res­zeit­li­che Ver­än­de­run­gen der Schnee­be­de­ckung durch den Kli­ma­wan­del anpas­sen.

Eisfuchs, Fell: Weißfuchs, Winterfell

Eis­fuchs, Fell­va­ri­an­te 3: Weiß­fuchs im Win­ter­fell.

Die Unter­su­chung hat auf dem nor­we­gi­schen Fest­land statt­ge­fun­den. Ob die Ergeb­nis­se ohne Wei­te­res etwa auf Spitz­ber­gen über­trag­bar sind, ist nicht unbe­dingt gesagt; auf dem Fest­land lau­fen Eis­füch­se bei schlech­ter Tar­nung schnel­ler Gefahr, Opfer etwa von See­ad­lern zu wer­den, ein Risi­ko, das auf Spitz­ber­gen so nicht exis­tiert, da es dort kei­ne Greif­vö­gel gibt.

Aller­dings haben Eis­füch­se auf Spitz­ber­gen der­zeit ganz ande­re Pro­ble­me mit ihrem Fell. Ver­mehrt wei­sen sie näm­lich Befall von Pelz­läu­sen auf. Woher die­se wirk­lich kom­men und was das für die Eis­füch­se Spitz­ber­gens für Fol­gen haben wird, kann der­zeit noch nie­mand sagen.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps für den Dezem­ber

Hier sind Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps für den Dezem­ber. Und auch für die­sen wie für die fol­gen­de Zeit bis Febru­ar gilt: An dem einen oder ande­ren Abend wird es Ark­tis auf dem Bild­schirm für alle Inter­es­sier­ten auch wie­der live geben, und zwar bei Rolfs Ark­tis-Online-Vor­trä­gen.

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Ark­tis Fern­seh­tipps: Der Fern­se­her in der Raudfjor­dhyt­ta („Vil­la Raudfjord“).
Der Emp­fang ist dort mit­un­ter aller­dings eher dürf­tig.

Die Lis­ten wer­den bei Bedarf aktua­li­siert. Sach­dien­li­che Hin­wei­se wer­den von jeder Spitzbergen.de-Dienststelle ent­ge­gen­ge­nom­men.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf Arte im Dezem­ber

  • Sonn­tag, 04.12., 18.40 Uhr: „Zu Tisch: Island“ (D 2019)
  • Mon­tag, 05.12., 18.05 Uh: „Leben mit Vul­ka­nen: Island, magi­sche Lava auf Reykja­nes“ (F 2022)
  • Frei­tag, 09.12., 17.05 Uhr: „Die ark­ti­sche Oase“ (CDN 2021)
  • Sams­tag, 10.12., 19.40 Uhr: „Island, die wert­volls­ten Dau­nen der Welt“ (D/F 2022 EA)
  • Sams­tag, 10.12., 20.15 Uhr: „Die Dino­sau­ri­er vom Süd­pol“ (CDN 2022 EA)
  • Sams­tag, 10.12., 21.05 Uhr: „Geschenk der Glet­scher: Wie die Eis­zei­ten Euro­pa form­ten“ (D 2021 EA)
  • Sams­tag, 10.12., 22.00 Uhr: „Into the Ice: Expe­di­ti­on in Grön­lands kal­tes Herz“ (D 2021 EA)
  • Mon­tag 12.12., 19.40 Uhr: Re: „Im Island­fie­ber: Tou­ris­ten­an­sturm auf die Vul­kan­in­sel“ (D 2022 EA)
  • Diens­tag, 13.12., 12.10 Uhr (Wdhlg.): „Im Island­fie­ber …“
  • Diens­tag, 13.12., 17.50 Uhr: „Polar­wöl­fe: Über­le­ben in der Ark­tis“ (D 2018)
  • Diens­tag, 13.12., 18.35 Uhr: „Polar­wöl­fe: Fami­li­en­ban­de: Die nächs­te Genera­ti­on“ (D 2018)
  • Don­ners­tag, 15.12., 11.25 Uhr (Wdhlg.): „Die ark­ti­sche Oase“
  • Sonn­tag, 18.12., 19.30 Uhr: „Nor­we­gens schöns­te Jah­res­zeit: Der Win­ter“ (D 2017)
  • Don­ners­tag, 22.12., 17.50 Uhr: „Haie eis­kalt! Jäger zwi­schen Nord­see und Grön­land“ (D 2020)
  • Frei­tag, 23.12., 17.05 Uhr: „Stil­le Was­ser sind tief: Der Sai­maa-See, ein Relikt der Eis­zeit“ (F 2017)
  • Frei­tag, 23.12., 17.50 Uhr: „Natur­wun­der des Nor­dens: Fjor­de“ (D 2017)
  • Don­ners­tag, 29.12., 09.50 Uhr (Wdhlg.): „Into the Ice …“
  • Don­ners­tag, 29.12., 10.45 Uhr (Wdhlg.): „Fjor­de …“
  • Frei­tag, 30.12., 17.20 Uhr: „Leben mit Vul­ka­nen: West­män­ner­in­seln: Die Wäch­ter Islands“
  • Sams­tag, 31.12., 12.45 Uhr (Wdhlg.): „Nor­we­gens schöns­te Jah­res­zeit …“
  • Sams­tag, 31.12., 13.35 Uhr (Wdhlg.): „Polar­wöl­fe 1 …“
  • Sams­tag, 31.12., 14.15 Uhr (Wdhlg.): „Polar­wöl­fe 2 …“

EA = Erst­aus­strah­lung auf Arte.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf ande­ren Pro­gram­men

Wird ggf. noch ergänzt.

  • Don­ners­tag, 01.12., 21.00 Uhr, NDR: „Wei­ße Wild­nis im Osten Grön­lands“ (D 2019)

Alle Anga­ben wie immer ohne Gewehr.

Neue Vor­trä­ge, neue Bücher, neue Treib­holz-Bil­der­rah­men, neu­er Kalen­der, neue Rei­sen …

… 2022 war alles ande­re als ein untä­ti­ges Jahr. Es gibt so vie­le schö­ne, neue Ange­bo­te, dass ich bei­na­he schon selbst den Über­blick ver­lie­re 🙂 daher gibt’s hier zusam­men­fas­send einen kur­zen Über­blick. Etwas aus­führ­li­cher gibt es den Über­blick hier auf der Sei­te Aktu­el­le Ange­bo­te.

Neben einer schö­nen, end­lich wie­der weit­ge­hend (nun ja, der Streik der SAS-Pilo­ten …) plan­mä­ßig ver­lau­fe­nen Sai­son „Ark­tis unter Segeln“ gibt es gleich drei neue Bücher:

Neue Bücher: Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den (3), Blu­men des ark­ti­schen Nor­dens, Neu­auf­la­ge Reis­füh­rer Spitz­ber­gen-Sval­bard

Der drit­te Band mei­ner Ark­tis-Bild­band­rei­he „Nor­we­gens ark­ti­scher Nor­den: Die Bären­in­sel und Jan May­en“ ist erschie­nen, eben­so Blu­men des ark­ti­schen Nor­dens und ganz frisch die mitt­ler­wei­le schon 7. aktua­li­sier­te Neu­auf­la­ge des Rei­se­füh­rers Spitz­ber­gen-Sval­bard.

Neues Buch: Blumen des arktischen Nordens. Eine Reise durch Spitzbergens Flora

Neu­es Buch: Blu­men des ark­ti­schen Nor­dens. Eine Rei­se durch Spitz­ber­gens Flo­ra.

Neue Vor­trags­rei­he „Ark­tis Online“

Vortragsreihe Arktis online mit Rolf Stange, 2022-23

Von Novem­ber 2022 bis Febru­ar 2023 läuft die sechs­tei­li­ge Vor­trags­rei­he „Ark­tis online“
von Rolf Stan­ge.

Dazu kommt die kürz­lich ange­lau­fe­ne, sechs­tei­li­ge Online-Vor­trags­rei­he „Ark­tis Online“ mit span­nen­den The­men, dar­un­ter eini­ge online-Pre­mie­ren, bis Febu­ar 2023.

Spitz­ber­gen-Treib­holz-Bil­der­rah­men

Und ganz frisch: die neu­en Spitz­ber­gen-Treib­holz-Bil­der­rah­men. Gibt es direkt mit ein­ma­li­gen, hoch­wer­ti­gen Eis­bä­ren­bil­dern!

Neu­er Kalen­der: Spitz­ber­gen / Bären­in­sel / Jan May­en 2023

Der guten, mitt­ler­wei­le zehn­jäh­ri­gen Tra­di­ti­on fol­gend, gibt es wie­der einen ganz neu gestal­te­ten Spitz­ber­gen-Kalen­der für 2023. Auch die­ses Mal wie­der als Dop­pel­ka­len­der zusätz­lich mit der Bären­in­sel und Jan May­en und natür­lich wie­der in zwei Grö­ßen erhält­lich, A3 und A5.

Mehr zu all die­sen ark­ti­schen Herr­lich­kei­ten, wie erwähnt, kom­pakt im Über­blick auf der Sei­te Aktu­el­le Ange­bo­te oder natür­lich direkt im Spitzbergen.de-Onlineshop. Da sind alle Weih­nachts­ge­schenk-Pro­ble­me im Hand­um­dre­hen gelöst 🙂

Ark­tis unter Segeln 2023

Und natür­lich geht „Ark­tis unter Segeln“ 2023 wei­ter! Mit einer schö­nen Rei­he erleb­nis­rei­cher Spitz­ber­gen-Segel­schif­frei­sen. Neben unse­ren Klas­si­kern Anti­gua und Arc­ti­ca II haben wir nach ent­spre­chen­den guten Erfah­run­gen 2022 nun für 2023 zwei Fahr­ten mit der schö­nen SV Mean­der im Pro­gramm.

Meander, Spitzbergen

Mit der SV Mean­der nach Spitz­ber­gen: machen wir 2023.

Thai­län­di­sche Füh­rer­schei­ne vor­erst nicht mehr gül­tig

Man mag sich bei der Über­schrift zu die­sem Bei­trag zunächst wun­dern: stimmt das, soll das ein Witz sein, und wenn nicht, wen inter­es­siert es?

Lei­der ist es kein Witz, es stimmt, und für eini­ge Men­schen und Betrie­be in Lon­gye­ar­by­en sind die Fol­gen min­des­tens unan­ge­nehm, mög­li­cher­wei­se auch dra­ma­tisch. Was auch davon abhän­gig wird, wie lan­ge das nun so blei­ben wird.

Aber der Rei­he nach. Anfang Okto­ber hat­te der Sys­sel­mes­ter in einer öffent­li­chen Mit­tei­lung dar­auf hin­ge­wie­sen, wie das Füh­rer­schein­we­sen in Spitz­ber­gen funk­tio­niert. Dem­nach sind inter­na­tio­na­le Füh­rer­schei­ne dort nicht gül­tig, aber jeder im Hei­mat­land – wo auch immer das ist, ist egal – gül­ti­ge Füh­rer­schein berech­tigt „wäh­rend des gesam­ten Auf­ent­halts“ auch in Spitz­ber­gen zum Fah­ren von Fahr­zeu­gen der ent­spre­chen­den Klas­se, für die der Lap­pen gilt.

So weit, so gut. Aber ein Haken ist natür­lich dabei: die Füh­rer­schei­ne müs­sen den Regeln der „Wien-Kon­ven­ti­on“ ent­spre­chen, oder voll­stän­dig: „Wie­ner Über­ein­kom­men über den Stra­ßen­ver­kehr“. Wie, Sie wuss­ten gar nicht, dass es so etwas gibt? Ich bis ges­tern auch nicht. Dar­in wird vie­les gere­gelt, unter ande­rem, wie Füh­rer­schei­ne aus­se­hen sol­len.

Longyearbyen, Füherschein

Auch in Lon­gye­ar­by­en sind vie­le aufs Auto ange­wie­sen, nicht zuletzt aus beruf­li­chen Grün­den.

Nun fiel bei einer Ver­kehrs­kon­trol­le in Lon­gye­ar­by­en auf, dass thai­län­di­sche Füh­rer­schei­ne die­sen Anfor­de­run­gen mög­li­cher­wei­se nicht in allen Details ent­spre­chen, obwohl Thai­land Mit­glied der Wien-Kon­ven­ti­on ist (die übri­gens gar nicht auf Sval­bard und Jan May­en gilt, was auch immer das wie­der bedeu­ten mag). Das Pro­blem ist wohl, dass auf thai­län­di­schen Füh­rer­schei­nen die Fahr­zeug­klas­sen nicht durch Buch­sta­ben, son­dern nur durch Pik­to­gram­me gekenn­zeich­net sind.

Lan­ge Rede, kur­zer Sinn: Nun hat der Sys­sel­mes­ter Inha­ber thai­län­di­scher Füh­rer­schei­ne gebe­ten, vor­erst nicht mehr Auto zu fah­ren. Wer nur pri­vat fährt mag dar­auf in einem so klei­nen Ort auch durch­aus mal ver­zich­ten kön­nen. Nun sind aber dut­zen­de von Thai­län­dern, von denen aktu­ell 116 in Lon­gye­ar­by­en leben (dazu kom­men 107 Phil­ip­pi­nos), in Beru­fen, wo Auto­fah­ren ein Teil der Tätig­keit ist. Etwa ISS Faci­li­ty Ser­vices, die sich in Lon­gye­ar­by­en bei vie­len gewerb­li­chen Objek­ten um Gebäu­de­rei­ni­gung küm­mert, ein­schließ­lich der Aus­lie­fe­rung sau­be­rer Bett­wä­sche an die Hotels, wo die meis­ten Ange­stell­ten thai­län­di­sche Päs­se haben, oder Hur­tig­ru­ten Sval­bard, wo etwa 20 Men­schen thai­län­di­scher Her­kunft in ver­schie­de­nen Berei­chen tätig sind, bis hin zur Taxi- und Bus­fir­ma. Die­se und ande­re Betrie­be haben plötz­lich ein gro­ßes Pro­blem, wenn ihr thai­län­di­sches oder phil­ip­pi­ni­sches Per­so­nal nicht mehr Auto fah­ren darf. Im Sval­bard­pos­ten-Arti­kel, der die Sache auf­greift, ist pri­mär von Thai­län­dern die Rede; ob auch phil­ip­pi­ni­sche Füh­rer­schei­ne betrof­fen sind, ist nicht ganz klar.

Die Regeln für Füh­rer­schei­ne gel­ten in Spitz­ber­gen übri­gens unver­än­dert seit 1.3.2004. Es ist nur gera­de zufäl­lig mal auf­ge­fal­len, dass thai­län­di­sche Füh­rer­schei­ne etwas anders aus­se­hen.

Die zustän­di­ge nor­we­gi­sche Stra­ßen­ver­kehrs­be­hör­de hat immer­hin ver­spro­chen, sich zeit­nah noch ein­mal zur Sache zu äußern.

Vor­trags­rei­he „Ark­tis online“ geht am 30.11. wei­ter

Die Vor­trags­rei­he „Ark­tis online“ geht wei­ter – und zwar ganz plan­ge­mäß am 30.11, also Mitt­woch in zwei Wochen. Die Rei­he fin­det nicht wöchent­lich statt, son­dern in loser Fol­ge. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Die wei­te­ren Ter­mi­ne sind wie folgt:

Auf­grund bereits meh­re­rer Anfra­gen erlau­be ich mir hier den Hin­weis, dass mor­gen (16.11.) KEIN Vor­trag geplant ist, wei­ter geht es völ­lig plan­ge­mäß am 30.11. mit „Die Bären­in­sel und Jan May­en“. Ich hof­fe, dass wir uns dann mög­lichst zahl­reich sehen – bis dann!

Vorträge Arktis Online mit Rolf Stange: Bäreninsel, Jan Mayen

Der nächs­te Ter­min der Vor­trags­rei­he „Ark­tis Online“ ist am 30. Novem­ber:
es geht zur Bären­in­sel und nach Jan May­en.

Wer sich mit einem Klick schnell und unkom­pli­ziert ein Ticket für alle fünf noch anste­hen­den Ter­mi­ne ab dem 30.11. sichern will, kann beim güns­ti­gen 5er-Ticket zugrei­fen und spart damit glatt zehn Euro 🙂

Vorträge Arktis Online mit Rolf Stange

Neue Vor­trags­rei­he „Ark­tis Online“ mit Rolf Stan­ge (links im Bild).

Lon­gye­ar­by­ens und Bar­ents­burgs Sport­ler begeg­ne­ten sich am Sonn­tag

Eigent­lich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, aber vor dem Hin­ter­grund des rus­si­schen Angriffs­kriegs in der Ukrai­ne eine Mel­dung mit Nach­rich­ten­wert, über die man sich freu­en kann: Trotz allen Miss­trau­ens kam es am ver­gan­ge­nen Sonn­tag, einer lan­gen Tra­di­ti­on fol­gend, zu einer sport­li­chen Begeg­nung zwi­schen den Bewoh­nern Bar­ents­burgs und Lon­gye­ar­by­ens. Lon­gye­ar­by­ens Aus­wahl kam mit dem Regie­rungs­schiff Polar­sys­sel nach Bar­ents­burg und konn­te sich dort über einen freund­li­chen Emp­fang freu­en. In der Sport­hal­le im Kul­tur­haus maßen die Sport­ler sich dann in den Dis­zi­pli­nen Bad­min­ton, Tisch­ten­nis, Schach, Uni­ho­ckey (etwa wie Eis­ho­ckey ohne Eis), Vol­ley­ball und Fuß­ball.

Fußball, Barentsburg

Fuß­ball­tour­nier in Bar­ents­burg (Archiv­bild von 2019).

Die genau­en Ergeb­nis­se kann man in der Sval­bard­pos­ten nach­le­sen, aber etwas über­ra­schend ist das Resul­tat unterm Strich, dass die Aus­wahl aus Lon­gye­ar­by­en alle Wett­kämp­fe gewann.

Viel wich­ti­ger ist aber, dass man sich über­haupt begeg­net ist, und zwar fried­lich und sogar freund­lich, mit Ban­kett zum Abschluss.

Dal­nie Zel­ent­sy: For­schung oder Spio­na­ge?

Die inter­na­tio­na­le Poli­tik rund um Spitz­ber­gen ist wei­ter­hin vom schwie­ri­gen Ver­hält­nis zu Russ­land geprägt. Der­zeit sorgt ein rus­si­scher Antrag für Dis­kus­sio­nen in Oslo. Das rus­si­sche Insti­tut für mee­res­bio­lo­gi­sche For­schung in Mur­mansk will eine Geneh­mi­gung für eine vor­geb­li­che For­schungs­fahrt vom 15.12.2022 bis zum 10.01.2023 mit dem Schiff Dal­nie Zel­ent­sy, die in wei­ten Tei­len inner­halb der Zwölf­mei­len­zo­ne um Spitz­ber­gen statt­fin­den soll.

Professor Molchanov, Longyearbyen

Rus­si­sche Schif­fe wur­den frü­her oft von west­li­chen Fir­men und For­schungs­ein­rich­tun­gen gechar­tert. Hier ist die Pro­fes­sor Mol­cha­nov im Advent­fjord – 2013, Jah­re nach­dem sie die tou­ris­ti­sche Fahrt für west­li­che Fir­men hin­ter sich gelas­sen hat­te (Sym­bol­bild).

Exper­ten haben gegen­über der nor­we­gi­schen Nach­rich­ten­sei­te NRK geäu­ßert, dass man nicht naiv sein dür­fe und anneh­men müs­se, dass es nicht nur um poli­tisch harm­lo­se For­schung geht. Offiell sol­len von der Dal­nie Zel­ent­sy aus Was­ser- und Boden­pro­ben gesam­melt wer­den, und man geht davon aus, dass For­schung die­ser Art wohl auch betrie­ben wer­den soll – aber nicht nur. Nor­we­gi­sche Exper­ten für Außen- und Sicher­heits­po­li­tik wei­sen dar­auf hin, dass das Insti­tut in Mur­mansk inten­siv mit der rus­si­schen Mari­ne zusam­men­ar­bei­tet, etwa inner­halb eines Pro­gramms, mit dem Wale und Rob­ben für mili­tä­ri­sche Zwe­cke trai­niert wer­den. Das Insti­tut sein „kein unschul­di­ger Wis­sen­schafts­ak­teur, son­dern eine zivi­le Ein­rich­tung mit einer schwe­ren mili­tä­ri­schen Schlag­sei­te“, und man müs­se damit rech­nen, dass auch für eine Fahrt in Sval­bards Gewäs­sern ein Auf­trag in die­ser Rich­tung vor­lie­ge. Das kön­ne sich in den Berei­chen Sabo­ta­ge und Spio­na­ge bewe­gen oder auch dem Trans­port von Mate­ri­al und Per­so­nal des Mili­tärs, etwa nach Bar­ents­burg, wo die Dal­nie Zel­ent­sy wäh­rend ihrer win­ter­li­chen Fahrt auch anle­gen soll. Das schlie­ße zusätz­lich einen harm­lo­sen For­schungs­auf­trag nicht aus. Tat­säch­lich war das 1978 gebau­te, 55 Meter lan­ge Schiff bereits in wis­sen­schaft­li­cher Mis­si­on in Spitz­ber­gen, wor­an etwa 2019 auch UNIS betei­ligt war.

Auch ande­re rus­si­sche For­schungs­schif­fe sol­len sich in jün­ge­rer Zeit in der Nähe von bei­spiels­wei­se nor­we­gi­schen Öl- und Gas­an­la­gen auf­ge­hal­ten haben. Auch hier rech­nen die Exper­ten damit, dass es bei der „For­schung“ um Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung auch im poli­ti­schen Sinn ging. Dar­über hin­aus sol­len durch die rus­si­schen Akti­vi­tä­ten wohl die nor­we­gi­schen Behör­den stra­pa­ziert wer­den, dar­un­ter auch die Küs­ten­wa­che, die sol­che Akti­vi­tä­ten mög­li­cher­wei­se über­wa­chen müss­te.

Unterm Strich for­dern die Exper­ten von der Poli­tik, den rus­si­schen Antrag so weit wie mög­lich abzu­leh­nen, was zumin­dest inner­halb der Zwölf­mei­len­zo­ne um Spitz­ber­gen recht­lich mög­lich sein soll.

Lon­gye­ar­by­en stellt auf koh­le­freie Ener­gie­ver­sor­gung um

Bereits zum Herbst 2023 will man Lon­gye­ar­by­en auf eine koh­le­freie Ener­gie­ver­sor­gung umstel­len, wie die Ver­wal­tung am Mitt­woch noch ein­mal bestä­tig­te. Die Umstel­lung war bereits frü­her von Lon­gye­ar­by­en Lokals­ty­re (kurz LL, Stadt­rat) beschlos­sen wor­den. Nun hat der Ver­wal­tungs­saus­schuss sich damit noch ein­mal beschäf­tigt.

Wer nun eine Ener­gie­ver­sor­ung ohne fos­si­le Ener­gie­trä­ger erwar­tet, wird sich aller­dings getäuscht sehen: Zunächst soll ein Die­sel­kraft­werk die Strom- und Wär­me­ver­sor­gung in Lon­gye­ar­by­en über­neh­men. Dazu wird das der­zei­ti­ge Reser­ve­kraft­werk ent­spre­chend aus­ge­baut. Län­ger­fris­tig ist eine mög­lichst kli­ma­neu­tra­le Lösung ange­strebt: Bis 2030 sol­len die Treib­haus­gas­emis­sio­nen um 70-80 % gesenkt wer­den. Dazu soll ein Tech­no­lo­gie­mix bei­tra­gen, in dem Pho­to­vol­ta­ik, Wind und Strom­spei­che­rung in gro­ßen Bat­te­rie­an­la­gen sicher eine Rol­le spie­len wer­den.

Kraftwerk, Longyearbyen

Das Kraft­werk in Lon­gye­ar­by­en: Die Dis­kus­si­on um eine neue Lösung ist gefühlt bei­na­he so alt wie das Kraft­werk selbst.

Für den bald ange­streb­ten Über­gang spie­len aber laut Sval­bard­pos­ten ande­re Aspek­te die Haupt­rol­le: Ein­mal die Ver­sor­gungs­si­cher­heit, die das längst in die Jah­re gekom­me­ne Koh­le­kraft­werk längst nicht mehr gewähr­leis­ten kann. Strom­aus­fäl­le sind in Lon­gye­ar­by­en ein ver­gleichs­wei­se häu­fi­ges Phä­no­men, zuletzt am spä­ten Mitt­woch Nach­mit­tag für ins­ge­samt etwa 1,5 Stun­den. Zudem wür­de der wei­te­re Betrieb des Kraft­werks erheb­li­chen tech­ni­schen und finan­zi­el­len Auf­wand vor­aus­set­zen, und die Arbeits­be­din­gun­gen für das Per­so­nal sind nicht mehr zeit­ge­mäß.

Auf­grund der Ent­wick­lung der Ener­gie­prei­se wird durch die Umstel­lung zunächst ein Preis­an­stieg von etwa 14 % für die Ver­brau­cher in Lon­gye­ar­by­en erwar­tet. Wie man sich vor­stel­len kann, sorg­te der erneu­te Beschluss am Mitt­woch in den loka­len Grup­pen auf sozia­len Medi­en für hef­ti­ge Dis­kus­sio­nen. In Lon­gye­ar­by­en sind vie­le auf die Berg­bau­tra­di­ti­on stolz, und vie­le wol­len sich nicht damit abfin­den, dass von weit­her gebrach­ter, zu Welt­markt­prei­sen ein­ge­kauf­ter Die­sel sinn­vol­ler sein soll als vor Ort abge­bau­te Koh­le.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps für den Novem­ber

Die­ses Mal wie­der pünkt­lich: Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps, hier für den Novem­ber. Übri­gens, am einen oder ande­ren Abend in den nächs­ten Wochen wird es Ark­tis auf dem Bild­schirm für alle Inter­es­sier­ten auch wie­der live geben, und zwar bei Rolfs Ark­tis-Online-Vor­trä­gen. Am 09.11. geht’s los!

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Ark­tis Fern­seh­tipps: Der Fern­se­her in der Raudfjor­dhyt­ta („Vil­la Raudfjord“).
Der Emp­fang ist dort mit­un­ter aller­dings eher dürf­tig.

Die Lis­ten wer­den bei Bedarf aktua­li­siert. Sach­dien­li­che Hin­wei­se wer­den von jeder Spitzbergen.de-Dienststelle ent­ge­gen­ge­nom­men.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf Arte im Novem­ber

  • Don­ners­tag, 10.11. 17.50 Uhr Ant­ark­ti­ka: Die Ver­wand­lung des wei­ßen Kon­ti­nents D/NZ 2021
  • Don­ners­tag, 10.11., 18.35 Uhr: „Die ark­ti­sche Oase“ (CDN 2021, EA)
  • Frei­tag, 11.11. 17.50 Uhr: „Ant­ark­ti­ka: Der Schatz im Eis“ (D/NZ 2021)
  • Mitt­woch, 16.11., 11.40 Uhr: „Leben mit Vul­ka­nen: Island – Magi­sche Lava auf Reykja­nes“ (F 2018)
  • Mitt­woch, 16.11., 18.35 Uhr: „Nor­we­gen – Rück­kehr zu den Enten­in­seln“ (D/F 2019)
  • Don­ners­tag, 24.11., 16.20 Uhr: „Der Sai­maa-See, ein Relikt der Eis­zeit“ (F 2017)
  • Sams­tag, 26.11. 11.25 Uhr (Wdhlg.): „Ant­ark­ti­ka: Die Ver­wand­lung …“
  • Sams­tag, 12.10 Uhr (Wdhlg.): „Ant­ark­ti­ka : Der Schatz …“

EA = Erst­aus­strah­lung auf Arte.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps auf ande­ren Pro­gram­men

Der­zeit bis zum 27.11., wird ggf. noch ergänzt.

  • Sams­tag, 05.11., 15.35 Uhr, 3sat: „Nor­we­gen“
  • Sonn­tag, 06.11., 15.15 Uhr, SWR: „Die Magie der Fjor­de“
  • Frei­tag, 11.11., 20.15 Uhr, HR: „Alas­ka – Mit dem Zug durch die Wild­nis“ D 2016
  • Sams­tag, 12.11., 16.30 Uhr, ARD: „Will­kom­men auf Spitz­ber­gen – Ohne Visum in die Ark­tis“ (D 2022). Mar­ga sagt: Wer die Sen­dung noch nicht in der arte-mdia­thek geschaut hat: unbe­dingt anse­hen!
  • Sams­tag, 12.11., 20.15 Uhr, HR: „Vom Fjell zu den Fjor­den“ (D 2019)
  • Don­ners­tag, 17.11., 13.20 Uhr, 3sat: „Island-Welt­spit­ze“
  • Sonn­tag, 20.11., 21.00 Uhr, RBB: „Polar­wöl­fe (1/3)“ (D 2018)
  • Diens­tag, 22.11., 14.00 Uhr, 3sat: „Mythos Wal“ (D 2017)
  • Mitt­woch, 23.11., 10.15 Uhr, 3sat: Wdhlg. „Mythos Wal“
  • Mitt­woch, 23.11., 14.50 Uhr, 3sat: „Islands Süd­wes­ten im Win­ter“
  • Mitt­woch, 23.11., 15.30 Uhr, 3sat: „Nor­we­gens schöns­te Jah­res­zeit – Der Win­ter“
  • Don­n­erst­sag, 24.11., 11.55 Uhr, 3sat: Wdhlg. „Islands Süd­wes­ten …“
  • Don­n­erst­sag, 24.11., 12.40 Uhr, 3sat: Wdhlg. „Nor­we­gens schöns­te …“
  • Sams­tag, 26.11., 21.45 Uhr, WDR: „Thin Ice (1-4)“ (S/IS/F 2020)
  • Sonn­tag, 27.11., 20.15 Uhr, RBB: „Polar­wöl­fe“ (2+3)
  • Sonn­tag, 27.11., 21.45 Uhr, WDR: „Thin Ice“ (5-8)

Alle Anga­ben wie immer ohne Gewehr.

Neue Vor­trags­rei­he „Ark­tis online“ ab 09. Novem­ber

Die Tage wer­den kür­zer und die Aben­de län­ger, auf Spitz­ber­gen herrscht bereits wie­der Polar­nacht – Zeit für eine neue Vor­trags­rei­he „Ark­tis online“!

Ab dem 09. Novem­ber gibt es sechs Ter­mi­ne, dar­un­ter nicht weni­ger als vier Pre­mie­ren! Alle­samt hand­ge­macht von und mit Rolf Stan­ge. Es geht the­ma­tisch bunt, inhalt­lich infor­ma­tiv und span­nend und natür­lich opu­lent bebil­dert in den hohen Nor­den, aber erst­ma­lig zugu­ter­letzt auch in den tie­fen Süden, in die Ant­ark­tis!

Wer sich direkt einen Platz sichern will, kommt hier zur Über­sicht in den Spitzbergen.de-Onlineshop oder kann direkt das prak­ti­sche und infla­ti­ons­dämp­fen­de 6er-Abo erwer­ben 😊 Und wer erst mal schau­en will, was im Pro­gramm steht, hat unten den Über­blick.

Vorträge Arktis Online mit Rolf Stange

Neue Vor­trags­rei­he „Ark­tis Online“ mit Rolf Stan­ge (links im Bild) ab dem 09. Novem­ber.

Dann hof­fent­lich bis bald!

Nor­we­gen und Russ­land eini­gen sich auf Fische­rei­quo­ten für die Barents­see

Die Bezie­hun­gen west­li­cher Län­der zu Russ­land sind auf ein Mini­mum redu­ziert, aber hier und da gibt es doch noch offe­ne Kanä­le und Eini­gun­gen, die in die­sen Zei­ten über­ra­schen: Nor­we­gen und Russ­land haben sich auf gemein­sa­me Fische­rei­quo­ten in der Barents­see und im Euro­päi­schen Nord­meer geei­nigt, wie der Bar­ents­ob­ser­ver berich­tet.

Russisches Fischereischiff, Barentssee

Rus­si­sches Fische­rei­schiff in der Barents­see.

Das gemein­sa­me Nor­we­gisch-Rus­si­sche Fische­rei­kom­mit­tee exis­tiert seit 1976. Es setzt Gesamt­quo­ten für wirt­schaft­lich wich­ti­ge Arten wie Kabel­jau, Schell­fisch, Lod­de und Heil­butt fest und ver­teilt die­se etwa hälf­tig auf die Fische­rei­flot­ten der bei­den Län­der. Die Quo­ten für Kabel­jau wur­den zum zwei­ten Mal in Fol­ge um etwa 20 % gesenkt.

Bei­de Län­der ver­ein­bar­ten die wei­te­re Zusam­men­ar­beit bei der wis­sen­schaft­li­chen Über­wa­chung der Bestän­de und ihrer Ver­wal­tung.

Infol­ge des rus­si­schen Angriffs­kriegs gegen die Ukrai­ne hat Nor­we­gen die meis­ten Häfen für rus­si­sche Schif­fe gesperrt. Die­se dür­fen nun in Nor­we­gen nur noch Trom­sø, Båtsfjord und Kirkenes anlau­fen. Russ­land hat ange­droht, die Zusam­men­ar­beit in der Fische­rei plat­zen zu las­sen, wenn Nor­we­gen rus­si­schen Schif­fen noch wei­te­re Restrik­tio­nen auf­er­legt. Nor­we­gi­sche Fischer wie­der­um kla­gen über star­ke Ein­schrän­kun­gen in rus­si­schen Tei­len der Fang­ge­bie­te, vor allem groß­flä­chi­ge, kurz­fris­tig ange­setz­te Sper­run­gen auf­grund mili­tä­ri­scher Übun­gen.

Rus­si­sche Spio­na­ge in Nor­we­gen und Spitz­ber­gen

Russ­lands hybri­der Krieg gegen den Wes­ten scheint auch Nor­we­gen ver­mehrt zu tref­fen, und das hat sich auch auf Spitz­ber­gen bereits bemerk­bar gemacht. In den letz­ten Wochen haben zahl­rei­che Droh­nen unbe­kann­ter Her­kunft über wich­ti­gen Infra­struk­tur­ein­rich­tun­gen, dar­un­ter Anla­gen der Öl- und Gas­in­dus­trie, Flug­hä­fen und mili­tä­ri­sche Ein­rich­tun­gen, in Nor­we­gen für Auf­re­gung und media­le Auf­merk­sam­keit gesorgt. Aktu­ell wur­de laut NRK in Trom­sø ein Mann fest­ge­nom­men, der mut­maß­lich unter fal­scher Iden­ti­tät für einen rus­si­schen Geheim­dienst gear­bei­tet haben soll.

Drohne Spitzbergen

Droh­nen kön­nen so ziem­lich alles, von harm­lo­sen tou­ris­ti­schen Fotos über wis­sen­schaft­li­che Arbeit, Ein­sät­ze für Ret­tungs­dienst und Poli­zei bis hin zu Spio­na­ge und Bom­ben­ter­ror. Im Bild zu sehen ist eine öffent­li­che Demons­tra­ti­on einer Droh­ne, die auf Spitz­ber­gen von Beam­ten des Sys­sel­mes­ters für Ver­wal­tungs­zwe­cke und Poli­zei­ar­beit ein­ge­setzt wird.

Ein Mann wur­de wegen ver­bo­te­ner Droh­nen­flü­ge auf Spitz­ber­gen fest­ge­nom­men. Der Mann soll laut Bar­ents­ob­ser­ver Ver­bin­dun­gen zu Putins Umfeld haben und wäh­rend einer Rei­se auf einem pri­va­ten Segel­boot Droh­nen­auf­nah­men gemacht haben, für die die nor­we­gi­sche Poli­zei sich inter­es­siert. Details wur­den nicht bekannt. Auch auf Spitz­ber­gen gibt es all­ge­mein gül­ti­ge Flug­ver­bots­zo­nen für Droh­nen, etwa in einer Sicher­heits­zo­ne von fünf Kilo­me­tern um die Flug­hä­fen her­um. Dar­über hin­aus hat Nor­we­gen als poli­ti­sche Reak­ti­on auf den rus­si­schen Krieg gegen die Ukrai­ne rus­si­schen Staats­bür­gern gene­rell die Ver­wen­dung von Droh­nen auf nor­we­gi­schem Hoheits­ge­biet ver­bo­ten. Die­ses Ver­bot schließt Spitz­ber­gen mit ein. Ein Anwalt eines Beschul­dig­ten hat ange­deu­tet, auf Grund­la­ge des Gleich­be­rech­ti­gungs­ge­bots des Spitz­ber­gen­ver­tra­ges juris­tisch gegen die­ses Ver­bot vor­zu­ge­hen, aber ob ein sol­cher Ver­such vor Gericht erfolg­reich wäre, ist zumin­dest unsi­cher und ver­mut­lich unwahr­schein­lich.

Ver­mut­lich die­nen die­se rus­si­schen Akti­vi­tä­ten erst mal vor allem dazu, Furcht und Unru­he zu stif­ten. Das ist auf jeden Fall bereits ein Stück weit gelun­gen.

Gru­be 7: Nor­we­gi­scher Koh­le­berg­bau bis 2025

Der nor­we­gi­sche Koh­le­berg­bau wird in der Gru­be 7 im Advent­da­len bei Lon­gye­ar­by­en bis 2025 fort­ge­setzt, wie die Berg­bau­ge­sell­schaft Store Nor­ske Spits­ber­gen Kul­kom­pa­ni (SNSK) mit­teil­te. Der Grund ist die ver­än­der­te Situa­ti­on auf dem Welt­markt mit höhe­ren Koh­le­prei­sen und ent­spre­chend bes­se­rer Ren­ta­bi­li­tät.

Grube 7

Die Tages­an­la­gen der Gru­be 7 lie­gen auf einem Berg im Advent­da­len.

Zuvor hieß es, dass der nor­we­gi­sche Koh­le­berg­bau auf Spitz­ber­gen 2023 aus­lau­fen sol­le. Sveagru­va, frü­her Haupt­stand­ort des nor­we­gi­schen Berg­baus auf Spitz­ber­gen, wur­de schon vor Jah­ren auf­ge­ge­ben und ist mitt­ler­wei­le weit­ge­hend zurück­ge­baut. In der Gru­be 7 soll­te der Berg­bau 2023 been­det wer­den, nach­dem die Gemein­de Lon­gye­ar­by­en den Lie­fer­ver­trag für das loka­le Koh­le­kraft­werk nicht ver­län­gert hat­te.

Die inter­na­tio­na­le Nach­fra­ge ist aller­dings so hoch, dass die SNSK sich gute Lie­fer­ver­trä­ge sichern konn­te, die die Pro­duk­ti­on bis 2025 sicher­stel­len. Der Cla­ri­ant-Che­mie­kon­zern in Deutsch­land ist bereits seit Jahr­zehn­ten der wich­tigs­te inter­na­tio­na­le Kun­de und wird wei­ter­hin Koh­le abneh­men.

Auf­grund der schon vor dem rus­si­schen Krieg in der Ukrai­ne kräf­tig gestie­ge­nen Prei­se konn­te die SNSK sich 2021 über einen Jah­res­um­satz von 93 Mil­lion­nen nor­we­gi­schen Kro­nen freu­en (gut 9 Mil­lio­nen Euro), im Gegen­satz zu 48 Mil­lio­nen Euro 2020 bei gleich geblie­be­ner Jah­res­pro­duk­ti­on.

Der­zeit arbei­ten zwi­schen 40 und 45 Ange­stell­te in der Gru­be 7. Die Beleg­schaft soll auf 52 erwei­tert wer­den, umn die geplan­te Jah­res­pro­duk­ti­on von 125.000 Ton­nen zu sichern.

Trust Arc­ti­cu­gol wird aus dem Sval­bard Rei­se­livs­råd aus­ge­schlos­sen

Der loka­le Tou­ris­mus­ver­band Sval­bard Rei­se­livs­råd hat den Trust Arc­ti­cu­gol aus sei­nen Rei­hen aus­ge­schlos­sen. Dies wur­de in einer Vor­stands­sit­zung am heu­ti­gen Mitt­woch (12. Okto­ber) beschlos­sen.

Der Trust Arc­ti­cu­gol ist eine Fir­ma im Besitz des rus­si­schen Staa­tes, die die rus­si­sche Sied­lung Bar­ents­burg besitzt und betreibt. Über Toch­ter­ge­sell­schaf­ten steht der Trust auch für die tou­ris­ti­schen Akti­vi­tä­ten ein­schließ­lich Hotel und Braue­rei etc., die in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt und erwei­tert wur­den.

Trust Arcticugol

Trust Arc­ti­cu­gol, hier in Pyra­mi­den: ab sofort aus dem Sval­bard Rei­se­livs­råd aus­ge­schlos­sen.

Mit dem heu­ti­gen Beschluss sind auch die Ange­bo­te der rus­si­schen, staats­ei­ge­nen Fir­men über die für den loka­len Tou­ris­mus wich­ti­ge Platt­form Visit Sval­bard nicht mehr zugäng­lich.

Hin­ter­grund ist der rus­si­sche Angriffs­krieg auf die Ukrai­ne. Der Vor­stands­vor­sit­zen­de Ron­ny Strøm­nes beton­te, dass man sich ange­sichts der rus­si­schen Inva­si­on in der Ukrai­ne mit schwer­wie­gen­den Ver­stö­ßen gegen Völ­ker­recht und Men­schen­rech­te nicht mehr pas­siv ver­hal­ten kön­ne. Der Aus­schluss sei gegen das rus­si­sche Regime gerich­tet und nicht gegen die Bewoh­ner Bar­ents­burgs. Man hof­fe, dass die künf­ti­ge Ent­wick­lung wie­der eine Nor­ma­li­sie­rung der Bezie­hun­gen ein­schließ­lich einer neu­en Mit­glied­schaft des Trust Arc­ti­cu­gol im Sval­bard Rei­se­livs­råd zulas­se.

Goa­rc­ti­ca, die tou­ris­ti­sche Toch­ter des Trust Arc­ti­cu­gol, ver­öf­fent­li­che als Reak­ti­on auf sozia­len Medi­en ein Video, auf dem zu sehen ist, wie in tou­ris­tisch genutz­ten Räum­lich­kei­ten Bar­ents­burgs die Lich­ter aus­ge­hen.

Nor­we­gen, Russ­land, Spitz­ber­gen und ark­ti­scher Kabel­sa­lat

Man könn­te bei­na­he müde lachen, wenn es nicht so ernst wäre und wenn es sich vor einem so brand­ge­fähr­li­chen welt­po­li­ti­schen Hin­ter­grund abspie­len wür­de: Da schickt ein klei­nes Land ab und zu ein ein­zel­nes Mari­ne­schiff in abge­le­ge­ne Tei­le sei­ner Hoheits­ge­wäs­ser, um dort Prä­senz zu zei­gen und Kon­trol­le aus­zu­üben.

Und dann gibt es da ein gro­ßes Land in der Nähe, das die gesam­te Nach­bar­schaft schon seit lan­ger Zeit qua­si per­ma­nent mili­tä­risch pro­vo­ziert und auf tau­send ver­schie­de­nen Wegen zu desta­bi­li­sie­ren sucht, von Troll-Arme­en und Cyber­an­grif­fen im Inter­net bis hin zu Sabo­ta­ge­ak­ten auf wich­ti­ge Infra­struk­tur.

Letz­te­res fin­det das gro­ße Land anschei­nend völ­lig in Ord­nung, bezie­hungs­wei­se weist jeg­li­che Ver­ant­wor­tung von sich.

Ers­te­res hin­ge­gen ist in den Augen des gro­ßen Lan­des hin­ge­gen eine völ­lig inak­zep­ta­ble Pro­vo­ka­ti­on, ein Bruch grund­le­gen­der Ver­trä­ge.

Natür­lich ist das eine etwas pole­mi­sche, stark ver­ein­fach­te Dar­stel­lung meh­re­rer jeweils sehr kom­ple­xer Sach­ver­hal­te. Aber schon der zu erwar­ten­de Umstand, dass sicher allen Lesen­den längst klar ist, wer jeweils gemeint ist, spricht Bän­de.

Küstenwache, Spitzbergen

Schiff der nor­we­gi­schen Küs­ten­wa­che in Spitz­ber­gen.

Kürz­lich hat Russ­land wie­der ein­mal Nor­we­gen vor­ge­wor­fen, durch mili­tä­ri­sche Prä­senz den Spitz­ber­gen­ver­trag zu bre­chen. Hin­ter­grund ist die regel­mä­ßi­ge Prä­senz der nor­we­gi­schen Mari­ne vor allem durch Schif­fe der Küs­ten­wa­che und gele­gent­lich auch durch Fre­gat­ten. Es ist mitt­ler­wei­le nahe­zu müßig, vor dem Hin­ter­grund poli­ti­scher Kon­flik­te mit Russ­land auf das hin­zu­wei­sen, was tat­säch­lich in irgend­wel­chen Ver­trä­gen steht, denn das scheint in Mos­kau wohl kaum irgend­wen zu inter­es­sie­ren. Aber viel­leicht inter­es­siert es ja außer­halb von Mos­kau irgend­wen? Falls ja: In Arti­kel 9 des im Kern recht kurz gefass­ten Spitz­ber­gen­ver­tra­ges steht, dass Nor­we­gen kei­nen Mari­ne­ha­fen („naval base“) bau­en darf und kei­ne Befes­ti­gungs­an­la­gen, die für krie­ge­ri­sche („war­li­ke“) Zwe­cke genutzt wer­den könn­ten.

Das tut Nor­we­gen auch nicht. Punkt. Ende die­ser Geschich­te. Der Rest ist rei­ne Pro­vo­ka­ti­on.

Eine höchs­tens auf den ers­ten Blick davon unab­hän­gi­ge Geschich­te sind die Schä­den an den Tief­see­ka­beln, die Spitz­ber­gen kom­mu­ni­ka­tiv mit dem Fest­land ver­bin­den. Anfang des Jah­res gab es Beschä­di­gun­gen die­ser wich­ti­gen Kabel auf dem Mee­res­bo­den west­lich von Spitz­ber­gen (mehr Info dazu hier). Schnell stell­te sich her­aus, dass die Schä­den auf mensch­li­che Tätig­keit zurück­zu­füh­ren waren und nicht etwa auf natür­li­che Vor­gän­ge.

Mitt­ler­wei­le stell­te sich her­aus, dass der rus­si­scher Fisch­traw­ler Mel­kart-5 in den Tagen vor der Beschä­di­gung mehr als 100 Mal über die Kabel hin­weg fuhr, wie u.a. NRK berich­te­te. Es gibt eine lan­ge Lis­te wei­te­rer erstaun­li­cher Bewe­gun­gen die­ses Schif­fes an stra­te­gisch wich­ti­gen Stel­len in nor­we­gi­schen Gewäs­sern, etwa in der Nähe von Pipe­lines und Öl- und Gas­fel­dern, sowie eine expli­zit ver­bo­te­ne Bei­boot­fahrt zu einer Brü­cke in der Nähe von Kirkenes, die von Nor­we­gen bei mili­tä­ri­schen Übun­gen genutzt wird. Dazu gibt es immer wie­der Zeit­räu­me, in denen das Schiff kei­ne Posi­ti­on gesen­det hat.

Russische Fischereischiffe, Spitzbergen

Rus­si­sche Fische­rei- und Kühl­schif­fe bei der Ladungs­über­ga­be in Spitz­ber­gen.

Alles wei­te­re von hier an ist mit der­zeit öffent­lich zugäng­li­chem Wis­sen spe­ku­la­tiv.

Nor­we­gi­sche Behör­den, dar­un­ter der Sys­sel­mes­ter, haben schon geklagt, dass mit den vor­han­de­nen Geset­zen, die den Früh­zei­ten der See­ka­bel­ver­le­gung stam­men, heu­te nichts mehr anzu­fan­gen ist, so dass der Schutz der Tief­see-Infra­struk­tur erst mal eine brauch­ba­re juris­ti­sche Grund­la­ge braucht, bevor er umge­setzt wer­den kann.

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News-Auflistung generiert am 05. Dezember 2022 um 18:03:39 Uhr (GMT+1)
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