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Jahres-Archiv: 2021 − Nachrichten


Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps für den Juni

Nach wie vor ist offen, wann Nor­we­gen und der ark­ti­sche Nor­den des Lan­des Nor­mal­sterb­li­chen wie­der offen ste­hen; bis­lang ver­folgt das Land ja eher eine Poli­tik der Abschot­tung, wobei wir gespannt auf Nach­rich­ten aus Oslo war­ten, in der Annah­me, dass die dau­er­haf­te Nord­ko­rea­ni­sie­rung des Lan­des nicht ange­strebt wird. Zwi­schen­zeit­lich kann man sich für den gedank­li­chen Aus­flug in den hohen Nor­den wei­ter­hin sehr ger­ne mal hin­ter ein gutes Ark­tis-Buch klem­men oder alter­na­tiv auch mal vor die Glot­ze set­zen.

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Ark­tis Fern­seh­tipps: Der Fern­se­her in der Rit­ter­hüt­te auf Gråhu­ken.
Der Emp­fang ist dort mit­un­ter aller­dings eher schlecht.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tips auf Arte im Juni

Die Lis­te wird bei Bedarf aktua­li­siert.

EA = Erst­aus­strah­lung

  • Mitt­woch, 02.06., 17.50 Uhr: „Unter­wegs am Polar­krei­us: Auf dem Kystriks­vei­en in Nor­we­gen“ (D/B 2021, EA)
  • Frei­tag, 04.06., 16.00 Uhr: „Die letz­ten Jäger Grön­lands“ (SLO 2017, Wdhlg.)
  • Frei­tag, 11.06., 11.20 Uhr: „Kana­da – Das Leuch­ten der Ark­tis“ (CDN 2019, Wdhlg.)
  • Mitt­woch, 16.06., 16.00 Uhr: „Kana­da – Dem Land ver­bun­den“ (CDN 2019, EA.)
  • Frei­tag, 18.06., 16.00 Uhr: „Kana­da – Das Leuch­ten der Ark­tis“ (CDN 2019, Wdhlg.)
  • Frei­tag, 18.06., 18.30 Uhr: „Das Wesen der Wale“ (A 2018)
  • Mon­tag, 28.06., 19.40 Uhr: „Kana­das Natio­nal­parks: Klua­ne“ (D 2017, Wdhlg.)
  • Mitt­woch, 30.06., 17.20 Uhr: „Medi­zin in fer­nen Län­dern: Grön­land: Arzt­be­such in der Ark­tis“ (F 2017, Wdhlg.)

Soweit alles auf Arte.

Ande­re Pro­gram­me

  • Hes­si­scher Rund­funk, Frei­tag, 04.06., 20.15 Uhr: „Island erle­ben“ (D 2020)
  • WDR, Frei­tag, 24.06., 20.15 Uhr: „Polar­tag“ (D 2019)
  • WDR, Frei­tag, 24.06., 21.00 Uhr: „Island: Som­mer der Polar­füch­se“

Wei­te­re sach­dien­li­che Hin­wei­se wer­den ger­ne ent­ge­gen­ge­nom­men. Alle Anga­ben wie immer ohne Gewehr.

Nor­we­gen erleich­tert die Ein­rei­se … für Nor­we­ger

In einer Pres­se­mel­dung hat­te die nor­we­gi­sche Regie­rung vor 10 Tagen ange­kün­digt, die Ein­rei­se nach Nor­we­gen zu erleich­tern.

Am Tag, als die neu­en Regeln in Kraft tra­ten, also am 27. Mai, ver­öf­fent­lich­te die nor­we­gi­sche Regie­rung dann noch eine prä­zi­sie­ren­de Ergän­zung: Im Kern gel­ten die erleich­ter­ten Ein­rei­se­re­geln nur für Nor­we­ger. Das hat­te man wohl für so selbst­ver­ständ­lich gehal­ten, dass ein expli­zi­ter Hin­weis in der ursprüng­li­chen Mel­dung unter­blie­ben war.

Nicht-nor­we­gi­sche Tou­ris­ten dür­fen vor­erst NICHT nach Nor­we­gen ein­rei­sen

In der genann­ten Erklä­rung vom 27.5. heißt es unter ande­rem:

„Die­se (Anm.: Per­so­nen) kön­nen nicht nach Nor­we­gen ein­rei­sen (gilt für Bür­ger aller Län­der, auch Bür­ger aus EU/Europäischer Wirt­schafts­raum und aus skan­di­na­vi­schen Län­dern):

  • Tou­ris­ten

Es fol­gen wei­te­re Punk­te mit wei­te­ren Per­so­nen­grup­pen, die expli­zit nicht ein­rei­sen dür­fen, wenn sie nicht unter geson­der­te Aus­nah­me­re­ge­lun­gen fal­len, dar­un­ter „fer­ne“ Ver­wand­te wie Groß­el­tern (sic), aus­län­di­sche Stu­den­ten (auch aus skan­di­na­vi­schen Län­dern), Per­so­nen mit Auf­ent­halts- oder Arbeits­ge­neh­mi­gung, die aber noch nicht in Nor­we­gen woh­nen, Geschäfts­rei­sen­de, Besit­zer von Feri­en­woh­nun­gen (die Auf­zäh­lung ist hier nicht voll­stän­dig, son­dern nur bei­spiel­haft).

Die Nen­nung der Grup­pe „Tou­ris­ten“ an ers­ter Stel­le und als ein­zi­ger Punkt mit nur einem Wort sen­det eine star­ke und zen­tra­le Bot­schaft aus: Tou­ris­ten sind in Nor­we­gen der­zeit nicht will­kom­men.

Flughafen Oslo Gardermoen: Norwegen erleichtert Einreise für Norweger

Flug­ha­fen Oslo Gar­der­mo­en: hier könn­te lang­sam wie­der etwas mehr Leben zurück­keh­ren – im inter­na­tio­na­len, tou­ris­ti­schen Rei­se­ver­kehr aber nur für Nor­we­ger.

Es gibt eine Rei­he von Aus­nah­men für Aus­län­der, die trotz des gene­rel­len Ver­bots ein­rei­sen dür­fen. Dar­un­ter fal­len u.a. in Nor­we­gen woh­nen­de Aus­län­der, Aus­län­der aus Regio­nen bzw. Län­dern, für die kei­ne Qua­ran­tä­ne­pflicht gilt (das wür­de wohl auch auf Tou­ris­ten zutref­fen), Besu­cher naher Ver­wand­ter, bestimm­te Berufs­grup­pen in dienst­li­chem Zusam­men­hang (Jour­na­lis­ten, See­leu­te, Diplo­ma­ten, medi­zi­ni­sches Per­so­nal aus bestimm­ten Län­dern, …), Per­so­nen, die in Spitz­ber­gen gemel­det sind.

Aus­schlag­ge­bend ist zunächst wei­ter­hin die Kar­te des FHI (Fol­ke­hels­e­insti­tutt, das nor­we­gi­sche Äqui­va­lent zum Robert Koch Insti­tut), das Län­dern eine bestimm­te Gefah­ren­stu­fe zuord­net. Aktu­ell sind fast alle euro­päi­schen Län­der rot ein­ge­zeich­net.

Im Detail sind die Regeln kom­pli­ziert und bei Bedarf auf den Sei­ten der zustän­di­gen amt­li­chen Stel­len nach­zu­le­sen. Im Kern ist die Bot­schaft klar, sie­he oben.

Mit ein wenig Dis­zi­plin hal­te ich mich an mei­ne übli­che Linie, mich weit­ge­hend mit der zusam­men­fas­sen­den Wie­der­ga­be von Infor­ma­ti­on zu begnü­gen, und spa­re mir hier per­sön­li­che Kom­men­ta­re.

Mit der Anti­gua zum Eis … oder auch nicht

Sonn­tag, 30. Mai 2021, frü­her Nach­mit­tag – genau jetzt wür­den sich etwa 30 Ark­tis-Begeis­ter­te zusam­men mit der Mann­schaft im Hafen von Lon­gye­ar­by­en auf der Anti­gua ein­fin­den.

Nun eben nicht, aus all­ge­mein bekann­ten Grün­den. Zum zwei­ten Mal in Fol­ge fällt die­se Rei­se coro­nabe­dingt aus, wie auch die län­ge­re Fahrt mit der Anti­gua Ende Juni/Juli.

Was uns nun ent­geht, weiß kei­ner. Das ist ja eben das Schö­ne an die­sen Fahr­ten, dass jede Rei­se wie­der neu ist und auch für die Spitz­ber­gen-Erfah­re­nen an Bord Erleb­nis­se bringt, mit denen mehr oder weni­ger kei­ner gerech­net hat. Man weiß eben vor­her nie genau, wo es hin geht, wie das Wet­ter sein wird, wo man die Tie­re fin­det.

Antigua, Eiskante

Mit der Anti­gua an der Eis­kan­te im Smee­ren­burgfjord, Anfang Juni 2019.

Nach­ho­len kann man das nicht. Nächs­tes Jahr wird wie­der ein neu­es Jahr, es wird nur 12 Mona­te haben und das brin­gen, was 2022 eben brin­gen wird, unab­hän­gig davon, was 2021 alles nicht mög­lich war und ist.

Wir kön­nen spa­ßes­hal­ber das machen, was wir natür­lich zu Beginn einer jeden Rei­se stän­dig machen, und zwar einen Blick auf Eis­kar­te und Wet­ter­vor­her­sa­ge wer­fen. Wir sehen, dass die Nord­küs­te Spitz­ber­gens voll­stän­dig in dich­tem Eis liegt. Im Storfjord, im Süd­os­ten, hin­ge­gen eher locke­re Eis­fel­der, unter­bro­chen von Flä­chen offe­nen Was­sers. Es wäre eine span­nen­de Über­le­gung gewe­sen, nicht in den Nord­wes­ten zu fah­ren, wo man nach Stand der Din­ge erst gar kein Eis hat und dann von jetzt auf gleich so viel, dass es gar nicht mehr wei­ter geht, son­dern in den Süden und Süd­os­ten, in die schö­nen Fjor­de an der süd­li­chen West­küs­te und zu den offe­ne­ren Treib­eis­fel­dern im Storfjord, wo man auch auf einem Segel­schiff erle­ben kann, wie es ist, wenn man in alle Rich­tun­gen Eis­schol­len sehen kann.

Spitzbergen Eiskarte

Eis­kar­te von Spitz­ber­gen. Das wür­de man jetzt ger­ne vor Ort sehen
(Kar­te © Nor­we­gi­sches Meteo­ro­lo­gi­sches Insti­tut).

Natür­lich hat bei all dem auch das Wet­ter eine Men­ge zu sagen. Es wäre sicher kei­ne durch­ge­hend son­ni­ge Woche gewor­den, aber wann hat man das schon mal? Eine Mischung aus allem, von blau­em bis zu grau­em Him­mel, hier Son­ne und da auch mal Regen, Schnee oder irgend etwas dazwi­schen eben. Früh­jahr in der Ark­tis. Wie das Wet­ter in die­sen Gegen­den, im Smee­ren­burgfjord oder im Horn­sund, in ein paar Tagen sein wird, weiß nur, wer zu die­ser Zeit dort ist.

Spitzbergen Eiskarte

Wet­ter­vor­her­sa­ge für den Horn­sund. Die­se Vor­her­sa­gen sind alles ande­re als wirk­lich zuver­läs­sig, aber trotz­dem ein Aus­gangs­punkt für jede Pla­nung (© yr.no).

Wir wer­den nicht dort sein. Trau­rig. Damit ent­ge­hen etwa 40 Men­schen (die Mann­schaft natür­lich ein­ge­schlos­sen) Erleb­nis­se, an die alle ein Leben lang ger­ne zurück­den­ken wür­den. Der wirt­schaft­li­che Aspekt für den Schiffs­eig­ner, die Tall­ship Com­pa­ny, den Ver­an­stal­ter, die Geo­gra­phi­sche Rei­se­ge­sell­schaft, und die auf dem Schiff Arbei­ten­den kommt noch hin­zu. Ich hof­fe, dass alle gut durch die­se Zeit kom­men. Dass das nicht unbe­dingt ein­fach ist, weiß ich selbst zu gut.

Noch haben wir Hoff­nung, dass sich für die noch nicht abge­sag­ten Rei­sen im spä­te­ren Teil der Sai­son noch Mög­lich­kei­ten öff­nen wer­den. Abseh­bar ist das der­zeit noch nicht. Was sich abzeich­net, wie alle wis­sen wer­den, die die Nach­rich­ten ver­fol­gen, ist, dass voll­stän­dig Geimpf­te oder durch Gene­sung Immu­ni­sier­te frü­her wie­der wei­ter gehen­de Rei­se­frei­heit genie­ßen wer­den. Auch in Nor­we­gen gehen die poli­ti­schen Über­le­gun­gen in die­se Rich­tung. Alle, die noch Hoff­nung haben, die­ses Jahr noch mit einem klei­nen Schiff in einem abge­le­ge­nen Win­kel der Welt rei­sen zu kön­nen (coro­na­tech­nisch eine der ungüns­tigs­ten Kom­bi­na­tio­nen, die man sich vor­stel­len kann), wer­den gut bera­ten sein, sich nach Mög­lich­keit um eine recht­zei­ti­ge, voll­stän­di­ge Imp­fung zu bemü­hen, auch wenn das für vie­le natür­lich viel leich­ter gesagt als getan ist.

Und dann heißt es eben Dau­men drü­cken.

Nor­we­gen erleich­tert die Ein­rei­se – WICH­TI­GE ERGÄN­ZUNG

!!! Ein einer wei­te­ren Mel­dung hat die nor­we­gi­sche Regie­rung „prä­zi­siert“ (hin­ter­her­ge­scho­ben, könn­te man auch sagen), dass die Erleich­te­run­gen NUR für nor­we­gi­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge gel­ten! Details fol­gen in einem neu­en Bei­trag im Lau­fe des Tages hier auf spitzbergen.de.

In einer Pres­se­mel­dung hat die nor­we­gi­sche Regie­rung mit­ge­teilt, dass ab heu­te (Don­ners­tag, 27. Mai) neue Regeln für die Ein­rei­se gel­ten.

Kurz und platt auf den Punkt gebracht: seit Mona­ten galt bei der Ein­rei­se nach Nor­we­gen das Prin­zip „wer bist du und was willst du“, mit dem Ergeb­nis, dass die Ein­rei­se je nach Natio­na­li­tät und Rei­se­zweck gewährt wur­de oder nicht. Wobei „nicht gewährt“ für die meis­ten die zutref­fen­de Ant­wort war, es sei denn, man hat einen nor­we­gi­schen Pass oder einen aner­kann­ten Rei­se­grund, dar­un­ter etwa Besuch naher Ver­wand­ter, Geschäfts­rei­se o.ä. Von nun an lau­tet die Fra­ge „wo kommst du her“.

Nicht „wer bist du und was willst du“, son­dern „wo kommst du her“ als Ein­rei­se­grund­la­ge

Per­so­nen dür­fen unab­hän­gig von ihrer Natio­na­li­tät aus dem Schen­gen­raum sowie aus Groß­bri­tan­ni­en ein­rei­sen, wenn die Infek­ti­ons­zah­len in der Her­kunfts­re­gi­on den Anfor­de­run­gen ent­spre­chen. Bei güns­ti­gen Infek­ti­ons­zah­len ent­fällt auch die Ver­pflich­tung, eine Qua­ran­tä­ne­zeit in einem Qua­ran­tä­ne­ho­tel zu ver­brin­gen, die Qua­ran­tä­ne­zeit darf dann auch zuhau­se oder an einem ande­ren „geeig­ne­ten Ort“ ver­bracht wer­den. Das gilt für Rei­sen­de aus euro­päi­schen Län­dern mit einer Inzi­denz von weni­ger als 150 neu Infi­zier­ten pro 100.000 Ein­woh­nern inner­halb der letz­ten 14 Tage (! die etwa in Deutsch­land übli­cher­wei­se mit­ge­teil­te Inzi­denz bezieht sich auf eine Woche, für die Ein­rei­se nach Nor­we­gen gel­ten hin­ge­gen zwei Wochen als Bezugs­zeit­raum), sofern die Rate der posi­ti­ven Tests bei maxi­mal vier Pro­zent liegt. Man muss also wei­ter­hin genau auf die Daten schau­en, die sich bekann­ter­ma­ßen auch kurz­fris­tig ver­än­dern kön­nen.

Es gibt nun auch kei­ne Unter­schei­dung mehr zwi­schen not­wen­di­gen und nicht not­wen­di­gen Rei­sen.

Flughafen Oslo Gardermoen: Norwegen erleichtert Einreise

Flug­ha­fen Oslo Gar­der­mo­en: hier könn­te lang­sam wie­der etwas mehr Leben zurück­keh­ren.

Wer noch ins Qua­ran­tä­ne­ho­tel muss

Fol­gen­de Per­so­nen müs­sen wei­ter­hin zur Qua­ran­tä­ne in ein dafür zuge­las­se­nes Hotel. Im Detail sind die Regeln kom­pli­ziert, aber für die meis­ten gilt, dass sie sich nach frü­hes­tens 7 Tagen „frei­tes­ten“ kön­nen. In jedem Fall sind wei­ter­hin 7 Tage Qua­ran­tä­ne vor­ge­schrie­ben, aber ob man die in einem Hotel bei Gar­der­mo­en (Oslos Flug­ha­fen) „absit­zen“ muss oder das an einem geeig­ne­ten, ange­neh­me­ren Ort eige­ner Wahl tun kann, kann für man­che einen erheb­li­chen Unter­schied brin­gen.

  • Rei­sen­de aus Län­dern außer­halb von Euro­pa
  • Rei­sen­de aus dem Schen­gen­raum sowie Groß­bri­tan­ni­en, wenn die Inzi­denz die obe­ren beschrie­be­nen Wer­te maß­voll über­steigt. Die­se Per­so­nen kön­nen sich nach frü­hes­tens drei Tagen aus dem Qua­ran­tä­ne­ho­tel „frei­tes­ten“ und kön­nen den Rest der Qua­ran­tä­ne­zeit dann an einem geeig­ne­ten Ort eige­ner Wahl ver­brin­gen. Nach frü­hes­tens ins­ge­samt sie­ben Tagen kön­nen die­se Rei­sen­de sich aus der Qua­ran­tä­ne „heraus­tes­ten“.
  • Und was ist mit Rei­sen­den aus dem Schen­gen­raum sowie Groß­bri­tan­ni­en, wenn die Inzi­denz die obe­ren beschrie­be­nen Wer­te nicht „maß­voll“ über­steigt, son­dern dras­tisch? Kon­kre­te Infor­ma­ti­on, was das genau bedeu­tet, steht noch aus, aber die­se Rei­sen­den müs­sen min­des­tens sie­ben Tage im Qua­ran­tä­ne­ho­tel ver­brin­gen, bevor sie sich „frei­tes­ten“ kön­nen.
  • Dar­über hin­aus kann von amt­li­cher Sei­te eine Befrei­ung von der Qua­ran­tä­ne­pflicht erfol­gen. Das gilt aber nur in beson­de­ren Fäl­len und muss vor der Ein­rei­se geklärt wer­den.

Die Tür hat sich ein Stück weit geöff­net

Unterm Strich ist damit immer­hin Bewe­gung in die bis­lang extrem stren­gen nor­we­gi­schen Ein­rei­se­re­strik­tio­nen gekom­men. Nach wie vor gilt bei wei­tem nicht „freie Fahrt“, aber immer­hin hat die Tür sich vor allem für euro­päi­sche Rei­sen­de wie­der ein Stück weit geöff­net. Wann und wie genau die nun bestehen­den Regeln wei­ter gelo­ckert bzw. auf­ge­ho­ben wer­den, ist offen. Fach­be­hör­den haben wei­ter­hin etwa eine min­des­tens drei­tä­gi­ge Qua­ran­tä­ne­pflicht auch für voll­stän­dig geimpf­te Reisnde gefor­dert, aber hier ist das letz­te Wort noch nicht gespro­chen.

Ein­rei­se für Geimpf­te und Gene­se­ne

Auch hier ist das letz­te Wort noch nicht gesagt, aber es zeich­net sich eine grö­ße­re Bewe­gungs­frei­heit bis hin mög­li­cher­wei­se zu einem voll­stän­di­gen Ent­fal­len aller Ein­rei­se­be­schrän­kun­gen für immu­ni­sier­te Per­so­nen (voll­stän­dig Geimpf­te, Gene­se­ne) ab, einer Äuße­rung von Gesund­heits­mi­nis­ter Bent Høie in der aktu­el­len Pres­se­mel­dung der Regie­rung zufol­ge. Hier müs­sen „nur“ die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen in Form eines aner­kann­ten digi­ta­len Impf­aus­wei­ses noch geschaf­fen wer­den. Dabei will Nor­we­gen sich dem euro­päi­schen Sys­tem anschlie­ßen, ist laut nor­we­gi­scher Nach­rich­ten­la­ge (NRK Dags­re­vy­en, 26.5.) bei der Umset­zung aktu­ell der EU aber sogar vor­aus, so dass mit einem funk­tio­nie­ren­den Sys­tem schon im Juni gerech­net wer­den kann, heißt es zumin­dest.

Und Spitz­ber­gen?

Für die Ein­rei­se nach Spitz­ber­gen gilt bis­lang über die für das nor­we­gi­sche Fest­land hin­aus gel­ten­den Rege­lun­gen eine Test­pflicht vor Abrei­se nach Lon­gye­ar­by­en. Ob und wann die­se Test­pflicht ggf. ent­fällt, ist offen.

Antigua, Spitzbergen

Die Anti­gua in Spitz­ber­gen, mit einem früh­win­ter­li­chen Hauch. Ob wir die­sen Sep­tem­ber wie­der mit der Anti­gua in Spitz­ber­gen fah­ren kön­nen, ist noch nicht gesagt, aber man kann zumin­dest wei­ter hof­fen.

Nichts gesagt wur­de bis­lang über die Mög­lich­kei­ten für „kyst­crui­se“, also Küs­ten­kreuz­fahr­ten, was auch etwa die Rei­sen mit dem Segel­schiff Anti­gua betrifft. Hier war­ten wir wei­ter­hin auf Infor­ma­tio­nen aus Oslo. Immer­hin hat­te die Regie­rung vor Mona­ten ange­kün­digt, sich hier­zu bis Ende Mai zu äußern, so dass wir hof­fent­lich abseh­bar wis­sen, wor­an wir sind mit Blick auf den spä­ten Teil der dies­jäh­ri­gen Sai­son, für den wir die Hoff­nung bei allen Vor­be­hal­ten noch nicht ganz auf­ge­ge­ben haben.

Neue Sei­te: Trøn­der­gru­va – Lon­gye­ar­by­ens ältes­te Koh­le­gru­be

Wäh­rend wir gespannt auf Infor­ma­tio­nen war­ten, ob Nor­we­gen die­sen Som­mer Türen öff­net, ist Zeit, um vir­tu­ell auf Tour zu gehen: Eine fun­kel­na­gel­neue Sei­te bie­tet eine ein­fa­che, klei­ne Berg­tour auf die Blomsterd­als­høg­da, einen Rücken am Pla­tå­berg, fast direkt hin­ter dem Flug­ha­fen. Eine klei­ne Tour, die aber nicht nur Blu­men bie­tet, wie der Name „Blomsterd­als­høg­da“ schon sagt – hier haben wir ein wenig mit der foto­gra­fisch sehr inter­es­san­ten Fokus-stacking Metho­de expe­ri­men­tiert. Ein Ergeb­nis, das zeigt, was die­se Metho­de bringt, ist auf der neu­en Sei­te zu sehen.

Blomsterdalshøgda: Trøndergruva

Aus­schnitt (Screen­shot) aus einem von meh­re­ren Pan­ora­men auf der Blomsterd­als­høg­da. Hier geht es zur neu­en Sei­te mit allen Bil­dern und der Geschich­te der ältes­ten Koh­le­gru­be bei Lon­gye­ar­by­en.

Vor allem aber befin­det sich auf der Blomsterd­als­høg­da die „Trøn­der­gruve“. Die ältes­te Koh­le­gru­be die­ser Gegend, dar­aus ent­wi­ckel­te sich letzt­lich Lon­gye­ar­by­en! Wenn das kein Grund ist, da mal auf Tour zu gehen … ich habe das im letz­ten Som­mer für alle, die das jetzt nicht selbst machen kön­nen, getan, und hier könnt Ihr mit­kom­men: neue Sei­te Blomsterd­als­høg­da: Trøn­der­gru­va.

Dis­kri­mi­nie­rung bei Coro­na-Hil­fen für Fir­men in Lon­gye­ar­by­en

„Sval­bard­pak­ke 2“ ist das zwei­te nor­we­gi­sche Coro­na-Hilfs­pa­ket für in Lon­gye­ar­by­en ansäs­si­ge Betrie­be, die wegen der Coro­na­pan­de­mie teil­wei­se star­ke Umsatz­ver­lus­te haben. Die­ses Paket mit 40 Mil­lio­nen Kro­nen wur­de durch einen Par­la­ments­be­schlus­sin Oslo am 23. Febru­ar auf den Weg gebracht, um einer aku­ten Liqui­di­täts­kri­se vor allem bei den loka­len Rei­se­ver­an­stal­tern abzu­hel­fen. Bei der Umset­zung gibt es aber eine Zwei­klas­sen­ge­sell­schaft mit Dis­kri­mi­nie­rung eini­ger Teil­neh­mer.

Schon in einer Pres­se­mel­dung vom 9. März schrieb Lon­gye­ar­by­en Lokals­ty­re (die Gemein­de­ver­wal­tung): „Ansons­ten erwähnt Bür­ger­meis­ter Arild Olsen, dass die Ver­wal­tung auf Kri­te­ri­en Wert legen wird, die die all­ge­mei­ne nor­we­gi­sche Sva­bard­po­li­tik unter­stüt­zen. Das schließt offen­sicht­lich gute Arbeits­be­din­gun­gen mit ein, aber auch die Zuge­hö­rig­keit des Betriebs. Bei­spiels­wei­se, dass die ver­ant­wort­li­chen Gesell­schaf­ten zu 100 % in nor­we­gi­schem Besitz sind und dass Akti­en­ge­sell­schaf­ten min­des­tens zu 34 % im Besitz nor­we­gi­scher Staats­bür­ger sind und steu­er­lich in Lon­gye­ar­by­en regis­triert sind. Alter­na­tiv sind Betrie­be ein­ge­schlos­sen, die seit min­des­tens fünf Jah­ren auf Sval­bard rou­ti­ne­mä­ßig aktiv sind.“

Die­se Aus­sa­ge war nicht rechts­ver­bind­lich, son­dern nur eine Pres­se­mel­dung nach dem Stand vom 9. März. Der Min­dest­zeit­raum von fünf Jah­ren loka­ler Akti­vi­tät für Betrie­be, die nicht wie genannt im Besitz nor­we­gi­scher Staats­bür­ger sind, wur­de spä­ter auf zehn Jah­re erhöht. Dar­über stol­pern nun meh­re­re Betrie­be.

Um kei­ne Miss­ver­ständ­nis­se auf­kom­men zu las­sen: Es geht in jedem Fall um nor­we­gi­sche Betrie­be, die in Lon­gye­ar­by­en ansäs­sig sind. Von Fir­men, die außer­halb ansäs­sig sind, ist ohne­hin nicht die Rede. Wer in Nor­we­gen eine Fir­ma anmel­det, wel­cher Rechts­form auch immer (die Akti­en­ge­sell­schaft ist eine weit­hin übli­che Rechts­form auch für klei­ne Betrie­be), tut dies im Brøn­nøy­sund Regis­ter. Jeder dort ange­mel­de­ter Betrieb ist ein nor­we­gi­scher Betrieb. Das bestä­tigt auch Lon­gye­ar­by­en Lokals­ty­re.

Diskriminierung von Firmen bei Coronahilfen in Longyearbyen

Vor dem Spitz­ber­gen­ver­trag sind alle gleich, aber wenn es dar­auf ankommt, sind man­che eben glei­cher als ande­re (nor­we­gi­scher Natio­nal­fei­er­tag am 17. Mai in Lon­gye­ar­by­en)

Nun soll aber eine ent­schei­den­de Rol­le spie­len, wel­che Natio­na­li­tät die Besit­zer haben, und zwar auch in Fäl­len, in denen die Eig­ner seit Jah­ren in Lon­gye­ar­by­en leben, dort mit ihrer Fir­ma arbei­ten und dadurch lokal Arbeits­plät­ze schaf­fen und schon seit Jah­ren lokal Steu­ern zah­len. Es geht nicht um den Aus­schluss von Miss­brauch und Betrug, son­dern um den Aus­schluss wirt­schaft­lich lokal akti­ver Nicht­nor­we­ger.

Es über­rascht nicht, dass sich Betrof­fe­ne, die so durchs Ras­ter fal­len, dis­kri­mi­niert füh­len. Mar­cel Schütz ist mit sei­ner Fir­ma Spitz­ber­gen Rei­sen in ihrer heu­ti­gen Form seit 2016 in Lon­gye­ar­by­en ansäs­sig und aktiv, mit sei­nem Vor­gän­ger­be­trieb bereits seit 2012, wie er Sval­bard­pos­ten erzähl­te. Mit Spitz­ber­gen Rei­sen hat Schütz in Lon­gye­ar­by­en erheb­lich inves­tiert, unter ande­rem in den Umbau eines Gebäu­des für die Unter­brin­gung und Ver­pfle­gung eige­ner Grup­pen, meh­re­re ganz­jäh­ri­ge und sai­so­na­le Arbeits­plät­ze geschaf­fen, und ent­spre­chend seit Jah­ren Steu­ern gezahlt. Nun bei den Coro­na­hil­fen nicht berück­sich­tigt zu wer­den, weil die Fir­ma in ihrer heu­ti­gen Form noch nicht zehn Jah­re exis­tiert, kann man frag­los als unge­recht und dis­kri­mi­nie­rend emp­fin­den, nach­dem man jah­re­lang mit Steu­ern, Inves­ti­tio­nen und Arbeits­plät­zen zur Ent­wick­lung der loka­len Wirt­schaft bei­getra­gen hat.

Von 76 Betrie­ben, die bei Visit Sval­bard regis­triert sind, fal­len mög­li­cher­wei­se fünf oder sechs wegen die­ser Rege­lung durchs Ras­ter. Schütz for­dert, den ent­spre­chen­den Para­gra­phen in der Vor­schrift zur Sval­bard­pak­ke 2 zu über­den­ken und am bes­ten voll­stän­dig zu ent­fer­nen.

Bür­ger­meis­ter Olsen sag­te dazu, dass Sval­bard im Gegen­satz zum nor­we­gi­schen Fest­land nicht zum Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum gehört, so dass hier lokal frei­er ent­schie­den wer­den kann, und dass mit dem frag­li­chen Para­gra­phen 5 die Zie­le der nor­we­gi­schen Sval­bard­po­li­tik umge­setzt wer­den sol­len, mit denen ein star­ker nor­we­gi­scher Schwer­punkt ange­strebt wird.

Offi­zi­el­le Zer­ti­fi­zie­rung von Gui­des auf Spitz­ber­gen in Arbeit

Mit dem Wirt­schafts- und dem Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um arbei­ten gleich zwei nor­we­gi­sche Minis­te­ri­en an einer neu­en Rege­lung für den Tou­ris­mus auf Spitz­ber­gen. Auch wenn die Arbei­ten noch in einem recht frü­hen Sta­di­um sind, zeich­net sich schon ab, dass Gui­des dabei eine wesent­li­che Rol­le spie­len wer­den. Gui­des sind bei jeder tou­ris­ti­schen Akti­vi­tät in Spitz­ber­gen prä­sent und spie­len dabei in viel­fa­cher Hin­sicht eine zen­tra­le Rol­le: Sie über­neh­men Ver­ant­wor­tung sowohl für ein gutes, infor­ma­ti­ves und siche­res Erleb­nis als auch für die Ein­hal­tung gesetz­li­cher und bran­chen­in­ter­ner sowie fir­men­ei­ge­ner Regeln zum Schutz von Natur, Tie­ren und Kul­tur­denk­mä­lern.

Der Ark­tis-Gui­de: seit Jahr­zehn­ten ein zen­tra­ler, aber unge­schütz­ter Beruf

Da kann es schon erstau­nen, dass der zen­tra­le Beruf inner­halb die­ser über 100 Jah­re alten Bran­che*, die sich seit meh­re­ren Jahr­zehn­ten lokal und inter­na­tio­nal indus­tri­ell ent­wi­ckelt, nicht geschützt ist. Jeder kann Dienst­leis­tun­gen als Gui­de anbie­ten. Über­le­gun­gen und Vor­stö­ße, Gui­des zu zer­ti­fi­zie­ren, gibt es schon län­ger; sowohl lokal in Lon­gye­ar­by­en (Visit Sval­bard) als auch von Pri­vat­leu­ten (PTGA) orga­ni­siert gibt es ent­spre­chen­de Ansät­ze, wor­über vie­le akti­ve Gui­des sich schon mit Zer­ti­fi­ka­ten ver­schie­de­ner Art aus­ge­stat­tet haben. Natür­lich sind auch AECO, der Bran­chen­ver­band der schiffs­ba­sier­ten Ver­an­stal­ter, und ver­schie­de­ne Ver­an­stal­ter selbst aktiv.

*Regel­mä­ßi­ge, kom­mer­zi­ell orga­ni­sier­te Kreuz­fahr­ten gehen in Spitz­ber­gen auf Wil­helm Bades ers­te Nord­land­fahrt im Jahr 1891 zurück.

Guide, Touristen und Walrosse in Spitzbergen

Tou­ris­ten beob­ach­ten Wal­ros­se in Spitz­ber­gen: der Gui­de sorgt für ein schö­nes, siche­res Erleb­nis, ohne die Tie­re zu stö­ren.

Das Pro­blem ist: Bis­lang ist kei­ne Zer­ti­fi­zie­rung offi­zi­ell aner­kannt. Es ist unklar, wer Zer­ti­fi­ka­te aus­stel­len darf und soll, wel­che Qua­li­fi­ka­tio­nen dabei gefragt sind und wie und wo die­se über­prüft wer­den sol­len.

Die nor­we­gi­sche Regie­rung arbei­tet an einer offi­zi­el­len Zer­ti­fi­zie­rung für Spitz­ber­gen-Gui­des

Das soll sich nun ändern. Die nor­we­gi­sche Regie­rung hat Bran­chen­be­tei­lig­te dazu auf­ge­ru­fen, Vor­schlä­ge zu machen. Im Herbst soll ein Vor­schlag für ein Regel­werk vor­lie­gen. Wie es genau aus­se­hen wird und wann es in Kraft tre­ten wird, ist natur­ge­mäß der­zeit offen.

Von einem gut durch­dach­ten Regel­werk wür­den alle pro­fi­tie­ren, nicht zuletzt die Gui­des selbst: die Lohn­struk­tur und Arbeits­be­din­gun­gen in der Bran­che wur­den über die Jah­re immer wie­der oft zu Recht kri­ti­siert, da es in einem unge­schütz­ten Beruf ein­fach ist, erfah­re­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bei For­de­run­gen, die dem Arbeit- oder Auf­trag­ge­ber nicht pas­sen, durch Neu­lin­ge zu erset­zen. Es gibt genug Anwär­ter, die für eine Sai­son Spaß und Aben­teu­er in der Ark­tis auch für Kost und Logis arbei­ten wür­den, auf jeden Fall aber für einen Apfel und ein Eis (oder auch ein Ei) – aus Sicht des Ein­zel­nen viel­leicht sogar ver­ständ­lich, für pro­fes­sio­nel­le Gui­des, die Bran­che und letzt­lich auch die Tou­ris­ten, die poten­zi­ell von uner­fah­re­nen Leu­ten in einer anspruchs­vol­len Umge­bung geführt wer­den, aber eine höchst ungüns­ti­ge Kon­stel­la­ti­on.

Pro­fi­tie­ren könn­ten im Ide­al­fall alle: Tou­ris­ten, die Bran­che, der Natur­schutz – und die Gui­des selbst

Dar­über hin­aus haben vie­le Gui­des schon einen erheb­li­chen Auf­wand in Zer­ti­fi­ka­te gesteckt, von denen nie­mand weiß, ob sie jemals tat­säch­lich aner­kannt wer­den. Natür­lich ist jede Qua­li­fi­zie­rung grund­sätz­lich sinn­voll, aber intern wird der gro­ße, oft büro­kra­ti­sche Auf­wand zum Erlan­gen von for­ma­len Nach­wei­sen für Fähig­kei­ten, die erfah­re­ne Leu­te in der Pra­xis schon über lan­ge Zeit tag­täg­lich unter Nach­weis gestellt haben, ohne zu wis­sen, ob die­se Nach­wei­se jemals irgend­wo an rele­van­ter Stel­le aner­kannt wer­den, beklagt.

Spitz­ber­gen impft – und zwar schnell

Spitz­ber­gen kommt mit dem Coro­na-Impf­pro­gramm schnell vor­an. Wei­ter­hin wur­de das SARS-CoV-2 Virus bis­lang vor Ort nicht nach­ge­wie­sen, was schon fast erstaunt, denn auf dem nor­we­gi­schen Fest­land hat man durch­aus Pro­ble­me mit zeit­wei­se erheb­li­chen Infek­ti­ons­ra­ten und von dort kom­men regel­mä­ßig Tou­ris­ten, die es mit der Mas­ken­pflicht etwa in Geschäf­ten auch nicht immer so genau neh­men.

Auf­grund der abseh­ba­ren Pro­ble­me mit der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung Covid-19-Erkrank­ter vor Ort bezie­hungs­wei­se des gro­ßen Auf­wan­des, den die Eva­ku­ie­rung die­ser Pati­en­ten zum Fest­land mit sich brin­gen wür­de, ver­sorgt Nor­we­gen Spitz­ber­gen prio­ri­tär mit Impf­stoff. Das gilt nicht nur für Lon­gye­ar­by­en, son­dern auch für die übri­gen Sied­lun­gen, dar­un­ter Bar­ents­burg, Ny-Åle­sund und die For­schungs­sta­ti­on im Horn­sund.

Impfung gegen das Corona-Virus

„Du kannst nicht vor­bei!“
Lon­gye­ar­by­ens Stra­te­gie gegen das Coro­na-Virus, und die der gan­zen Welt.
Nicht Spitz­ber­gen, son­dern eine ande­re fan­tas­ti­sche Welt.
Eigen­bau auf Basis einer künst­le­ri­schen Dar­stel­lung von Gon­za­lo Ken­ny.
(Bei der Ori­gi­nal­sze­ne im „Herrn der Rin­ge“ han­delt es sich um eine ande­re, etwas grö­ße­re Art von „Virus“, die unmit­tel­bar star­ke Ent­zün­dun­gen ver­ur­sacht 🙂 )

Mitt­ler­wei­le sind schon über 1400 Per­so­nen auf Sval­bard geimpft, davon etwa 90 voll­stän­dig, wie die Sval­bard­pos­ten berich­tet. Am heu­ti­gen Don­ners­tag sol­len bis zu 500 wei­te­re Imp­fun­gen erfol­gen. Damit wird ein gro­ßer Teil der erwach­se­nen Bevöl­ke­rung zumin­dest ein­mal geimpft sein.

Wie über­all auf der Welt, ist damit die Hoff­nung auf mehr gesund­heit­li­che Sicher­heit und einer mög­li­chen Rück­kehr Rich­tung Nor­ma­li­tät ver­bun­den. Wann letz­te­res etwa für den inter­na­tio­na­len Rei­se­ver­kehr wie­der der Fall sein wird, ist aber nicht abzu­se­hen. Die Regie­rung in Oslo hat ange­kün­digt, sich dazu im Mai zu äußern. Nor­we­gen nimmt an den euro­päi­schen Plä­nen, einen digi­ta­len Impf­pass zu erstel­len, teil. Ein sol­ches Doku­ment soll ab Ende Juni zur Ver­fü­gung ste­hen. Es ist aller­dings jedem ein­zel­nen Land selbst über­las­sen, zu ent­schei­den, wel­che Rech­te Per­so­nen haben, die mit einem sol­chen Impf­pass eine ein­zel­ne oder auch voll­stän­di­ge Coro­na-Imp­fung nach­wei­sen kön­nen. Ob dar­un­ter Erleich­te­run­gen für die Ein­rei­se oder für die Teil­nah­me an Schiffs­rei­sen fal­len, ist noch offen. Mög­lich ist dies jedoch, und wer hofft, die­sen Som­mer nach Nor­we­gen oder Spitz­ber­gen zu rei­sen, soll­te sich ent­spre­chend küm­mern, sobald die Gele­gen­heit da ist: mit der Frist, die zwi­schen den bei­den Imp­fun­gen liegt, und danach wei­te­ren zwei Wochen, die bis zur Aner­ken­nung des vol­len Impf­schut­zes wahr­schein­lich abzu­war­ten sind, dau­ert der Vor­gang eine gan­ze Wei­le.

Der ark­ti­sche Mitt­woch, Nach­schlag: Pomo­ren-Legen­den und A.C. Doyle auf Franz Joseph Land

„Der ark­ti­sche Mitt­woch“ ist vor­erst vor­bei – damit geht eine wirk­lich lan­ge, inten­si­ve, außer­ge­wöhn­li­che und wich­ti­ge Zeit vor­bei. Ich möch­te die Gele­gen­heit nut­zen, um ein gro­ßes „Dan­ke“ zu sagen an Bir­git Lutz, der zwei­te gute Geist hin­ter die­sem Pro­jekt, und an alle, die Bei­trä­ge geleis­tet haben: Udo Zoephel (Polar­stern/­MO­SAiC-Expe­di­ti­on), San­dra Wal­ser (Ans Ende der Welt – Vor 125 Jah­ren auf Spitz­ber­gen­rei­se), Kris­ti­na Hoch­auf-Stan­ge (Ren­tie­re), Hen­ry Páll Wul­ff (Islands Vul­ka­ne) und Tho­mas Ulrich (Arc­tic Solo – wie aus Schei­tern ein Wei­ter­ge­hen wur­de)!

Und an alle, die zuge­schaut haben! Ohne Euch hät­te es kei­nen Spaß gemacht 🙂 gro­ße Klas­se!

Als klei­nen Nach­tisch und damit wir heu­te Abend, dem ers­ten Mitt­woch Abend ohne Ark­tis-Vor­trag seit Mona­ten, nicht alle kalt­schwei­ßig und zit­ternd in der Ecke sit­zen, haben Bir­git und ich hier noch je eine klei­ne Geschich­te – zwei klei­ne hin­ter­grün­dig-abgrün­dig-schö­ne Ergän­zun­gen, die in den Vor­trä­gen aus Zeit­grün­den nicht Platz fan­den. Prak­tisch vor jedem Vor­trag muss­ten wir viel kür­zen, sonst wären wir wohl kaum je vor Mit­ter­nacht fer­tig gewor­den … hier ist ein klei­ner Aus­zug. Übri­gens, wenn der „ark­ti­sche Mitt­woch“ dann mal als Buch erscheint, dann wird von die­sen Geschich­ten, die im Vor­trag hin­ten run­ter rutsch­ten, natür­lich vie­les ent­hal­ten sein! „Der ark­ti­sche Mitt­woch“ als Buch ist also geplant 😉 dau­ert aber noch.

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Der ark­ti­sche Mitt­woch, Nach­schlag:
Pomo­ren-Legen­den und A.C. Doyle auf Franz Joseph Land

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tipps für den Mai

Der „Ark­ti­sche Mitt­woch“ ist vor­erst vor­bei, und Ark­tis-Rei­sen sind für die aller­meis­ten auch erst mal nicht in Sicht. Da kann man sich für den gedank­li­chen Aus­flug in den hohen Nor­den mal hin­ter ein gutes Ark­tis-Buch klem­men oder eben vor die Glot­ze set­zen.

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Ark­tis Fern­seh­tipps: Der Fern­se­her in der Rit­ter­hüt­te auf Gråhu­ken.
Der Emp­fang ist dort mit­un­ter aller­dings eher schlecht.

Mar­gas Ark­tis-Fern­seh­tips auf Arte im Mai

Die Lis­te wird bei Bedarf aktua­li­siert.

EA = Erst­aus­strah­lung

  • Mitt­woch, 05.05., 17.50 Uhr: „Wild­nis Euro­pa: Der Elch“ (D 2020, EA)
  • Mon­tag, 10.05., 16.00 Uhr: „Wun­der­sa­mes Nor­we­gen“ (F, 2018)
  • Diens­tag, 11.05., 16.00 Uhr: „Kana­da – Das Leuch­ten der Ark­tis“ (CDN 2019, EA)
  • Mon­tag, 17.05., 15.55 Uhr: „Die letz­ten Jäger Grön­lands“ (SLO 2017)
  • Diens­tag, 18.05., 15.55 Uhr: „Wun­der­sa­mes Nor­we­gen“ (Wdhlg.)
  • Sams­tag, 22.05., 20.15 Uhr: „Am Ende der Welt: Eine Insel in Pata­go­ni­en“ (F, 2019)
  • Mitt­woch, 26.05., 9.25 Uhr: „Am Ende der Welt: …“ (Wdhlg).)

Spitz­ber­gen­rei­se mit der Anti­gua (23.6.-11.7.): wegen Coro­na abge­sagt

Die­ser neue coro­nabe­ding­te Ein­schlag ist ein har­ter Tref­fer: die Rei­se „Rund um Spitz­ber­gen mit der Anti­gua, 23. Juni – 11. Juli 2021“ muss wegen der Coro­na­si­tua­ti­on lei­der abge­sagt wer­den. Die Teil­neh­mer wer­den von der Geo­gra­phi­schen Rei­se­ge­sell­schaft kon­tak­tiert.

Die aktu­el­le Ent­wick­lung der Coro­nalage ist aus den Medi­en bekannt und macht zumin­dest kurz­fris­tig wenig Mut. Die um den Jah­res­wech­sel herr­schen­de Hoff­nung, dass ein schnel­les Aus­rol­len des euro­päi­schen Impf­pro­gramms zu einem hin­rei­chend schnel­len Beherr­schen der Pan­de­mie füh­ren wür­de, um der­ar­ti­ge Rei­sen im Hoch­som­mer wie­der zu ermög­li­chen, hat sich so lei­der nicht bestä­tigt; ein schnel­le­rer Beginn hät­te hier sicher hilf­reich sein kön­nen, trat aber lei­der nicht ein. Nun waren wir gezwun­gen, zusam­men mit dem Eig­ner der SV Anti­gua, der Tall­ship Com­pa­ny, eine Ent­schei­dung zu tref­fen, und die konn­te ange­sichts der aktu­el­len Ent­wick­lung lei­der nur auf eine Absa­ge der Fahrt her­aus­lau­fen.

Spitzbergen mit Antigua: wegen Corona abgesagt

Spitz­ber­gen mit Anti­gua, 23.6.-11.7.2021: wegen Coro­na abge­sagt.
Den­noch schau­en wir ver­trau­ens­voll in die hof­fent­lich nicht all­zu fer­ne Zukunft.

Jetzt heißt es, die Dau­men für den wei­te­ren Ver­lauf des Som­mers zu drü­cken. Noch haben wir Hoff­nung, dass wir die Rei­sen mit der Arc­ti­ca II im August/September und mit der Anti­gua im Sep­tem­ber durch­füh­ren kön­nen.

Es bedarf wohl kaum der Erwäh­nung: Wer die­sen Som­mer rei­sen will, soll­te die frü­hes­te Gele­gen­heit wahr­neh­men, sich imp­fen zu las­sen. Nichts ist ent­schie­den, aber die Annah­me erscheint nicht unrea­lis­tisch, dass Nor­we­gen die gene­rel­le Ein­rei­se und mög­li­cher­wei­se die Teil­nah­me an Schiffs­rei­sen zunächst Geimpf­ten ermög­li­chen wird.

Hun­de­schlit­ten­ren­nen „Trap­pers Trail“ fand statt

Es gibt tat­säch­lich in die­sem Coro­na-Früh­jahr öffent­li­che Ereig­nis­se, die statt­fin­den. Wo wäre die Frisch­luft­zu­fuhr auch bes­ser als bei einem Hun­de­schlit­ten­ren­nen?

Der Lon­gye­ar­by­en Hun­de­klub – das sind die mit dem Hun­de­hof im Advent­da­len kurz vor dem Eis­bä­ren­warn­schild am See Isdam­men – rich­tet das Hun­de­schlit­ten­ren­nen „Trap­pers Trail“ seit Jah­ren aus. Es ist ein Ren­nen für ein­hei­mi­sche Mit­glie­der des Hun­de­klubs, mehr ein sozia­les Ereig­nis als ein sport­li­cher Wett­kampf – das natür­lich auch, aber eben nicht nur.

Trappers Trail: Hundeschlittenrennen des Longyearbyen Hundeklub

Start des Trap­pers Trail: das tra­di­tio­nel­le Mit­glie­der-Hun­de­schlit­ten­ren­nen
des Lon­gye­ar­by­en Hun­de­klub.

Der Trap­pers Trail geht tra­di­tio­nell über zwei Tage, und die Stre­cke ver­langt eini­ges von Vier- und Zwei­bei­nern: Am ers­ten Tag geht es 40 Kilo­me­ter weit vom Start­punkt bei Lon­gye­ar­by­en durch das Advent­da­len, Toda­len, Bøda­len und Cole­s­da­len bis in die Cole­s­buk­ta, wo der Hun­de­klub eine eige­ne Hüt­te hat. Die Teil­neh­men­den über­nach­ten dort im Zelt, bevor es am nächs­ten Tag zurück­geht. Die zwei­te Etap­pe ist mit 30 Kilo­me­tern zwar kür­zer, hat mit dem Fard­als­bak­ken, also dem Anstieg vom Farda­len hoch zum Pass am Lon­gyear­breen, aber eine ordent­li­che Schi­ka­ne, die die meis­ten Teams in die Reser­ve brin­gen wird, bevor die Stre­cke ent­spannt über den Lon­gyear­breen nach Lon­gye­ar­by­en aus­läuft.

Trappers Trail: Hundeschlittenrennen des Longyearbyen Hundeklub

Etap­pen­ziel beim Trap­pers Trail ist die Cole­s­buk­ta, wo der Lon­gye­ar­by­en Hun­de­klub eine Ver­eins­hüt­te hat. Dort über­nach­ten die Teil­neh­mer vor der zwei­ten Etap­pe im Zelt
(Archiv­bild).

Das Ren­nen ist Jahr für Jahr ein Höhe­punkt für die Mit­glie­der des Ver­eins und Schau­lus­ti­ge. Da die Ver­an­stal­tung durch­ge­hend im Frei­en statt­fin­det, war die Ein­hal­tung der Coro­na-Regeln gut mach­bar und so konn­te die­ses schö­ne Ereig­nis glück­li­cher­wei­se statt­fin­den.

Trap­pers Trail: Foto­ga­le­rie

Als Spitzbergen.de-Spion war Max Schwei­ger vor Ort und hat die­se Bil­der für uns geschos­sen. Tusen takk, Max!

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Der ark­ti­sche Mitt­woch: Abschluss am 28.4. mit Tho­mas Ulrich

Im Novem­ber und Dezem­ber fing es mit ein­zel­nen Vor­trä­gen an, und ab Janu­ar haben Bir­git Lutz und ich uns zusam­men­ge­tan und die Online-Ark­tis-Vor­trags­rei­he „Der ark­ti­sche Mitt­woch“ ins Leben geru­fen. Am kom­men­den Mitt­woch, dem 28. April, kommt die Rei­he nun vor­erst zu ihrem Abschluss: Der Schwei­zer Ark­tis-Aben­teu­rer Tho­mas Ulrich nimmt uns mit auf das Eis des Ark­ti­schen Oze­ans. „Arc­tic Solo – wie aus Schei­tern ein Wei­ter­ge­hen wur­de“ ist die dra­ma­ti­sche Geschich­te einer Nord­pol-Expe­di­ti­on, die Tho­mas in Extrem­si­tua­tio­nen brach­te. Es ist auch die Geschich­te davon, wie man aus einer schein­bar aus­weg­lo­sen Lage letzt­lich Kraft zum Wei­ter­ge­hen zieht.

Thomas Ulrich: Arctic Solo, Vortrag

Tho­mas Ulrich: „Arc­tic Solo – wie aus Schei­tern ein Wei­ter­ge­hen wur­de“. Dra­ma­ti­sche Aben­teu­er in der Ark­tis als Abschluss der Rei­he „Der ark­ti­sche Mitt­woch“.

Nach­dem Bir­git und ich, mit Bei­trä­gen von Udo Zoephel (die MOSAiC-Expe­di­ti­on), San­dra Wal­ser (Hans Beat Wieland/Wilhelm Bade) und Hen­ry Páll Wul­ff (Island), ver­schie­de­ne Ark­tis-Regio­nen eher lan­des­kund­lich und his­to­risch ver­tie­fend betrach­tet haben, nimmt Tho­mas Ulrich uns nun noch ein­mal voll mit ins Aben­teu­er! Ein Höhe­punkt zum Abschluss der Rei­he, auf den wir uns freu­en. Und wir wür­den uns freu­en, wenn Ihr zahl­reich dabei seid!

Hier gibt es die Kar­ten.

Thomas Ulrich: Arctic Solo, Vortrag

Im Vor­trag „Arc­tic Solo“ ist neben Eis und eisi­gen Tem­pe­ra­tu­ren auch mit dem einen oder ande­ren Eis­bä­ren zu rech­nen.

Das Pro­jekt „Der ark­ti­sche Mitt­woch“ hat viel Eigen­dy­na­mik bekom­men und uns meh­re­re Mona­te lang sowohl aus­ge­las­tet als auch durch die Zeit getra­gen. Für Men­schen, die haupt­amt­lich in der Rei­se­bran­che unter­wegs sind, ist die­se Zeit nicht ein­fach, zumal wenn man nicht in einer Fir­ma ange­stellt ist und Kurz­ar­bei­ter­geld oder ande­re staat­li­che Hil­fen bezie­hen kann. Klein­selbst­stän­di­ge sind nach wie vor in einer schwie­ri­gen Lage – umso wich­ti­ger war es für uns, dass der „Ark­ti­sche Mitt­woch“ so gut funk­tio­niert hat und wir bedan­ken uns bei allen, die zuge­schaut haben! Heu­te ist nicht alle Tage, wir kom­men wie­der, kei­ne Fra­ge … aber nach dem Vor­trag am Mitt­woch kommt erst mal eine Som­mer­pau­se. Nicht zum faul-auf-dem-Sofa-lie­gen, son­dern für ande­re Pro­jek­te, die Bir­git und ich jeweils auf dem Zet­tel haben. Und hof­fent­lich auch noch für etwas fri­sche Ark­tis-Luft im Lau­fe des Som­mers. Dau­men drü­cken! Und die Schul­ter hin­hal­ten, sobald die Gele­gen­heit kommt!

Tho­mas Ulrich: Arc­tic Solo – wie aus Schei­tern ein Wei­ter­ge­hen wur­de (Vor­trag)

Ein paar Ein­drü­cke von Tho­mas Ulrichs Ark­tis-Aben­teu­ern. Mehr Aben­teu­er pur und satt dann am Mitt­woch!

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Kabel­jau­krieg zwi­schen Nor­we­gen und der EU droht zu eska­lie­ren

Schon län­ger schwelt in der Barents­see ein „Kabel­jau­krieg“ zwi­schen der EU und Nor­we­gen. Nun droht er zu eska­lie­ren. Hin­ter­grund sind Strei­tig­kei­ten zwi­schen Oslo und Brüs­sel über Fang­rech­te in den zu Sval­bard gehö­ren­den Gewäs­sern.

Streit­ob­jekt: Fische­rei­quo­ten in der Barents­see nach dem Bre­x­it

Vor­der­grün­dig geht es dar­um, dass Nor­we­gen nach dem Bre­x­it die Fang­men­ge Groß­bri­tan­ni­ens von jener der EU-Fische­rei­flot­te abge­zo­gen hat, wie der nor­we­gi­sche Sen­der NRK berich­tet. Damit blei­ben den heu­ti­gen EU-Län­dern noch 17.885 Ton­nen, wäh­rend die Bri­ten 5.500 Ton­nen aus dem Was­ser holen dür­fen. Das wur­de von Brüs­sel aller­dings abge­lehnt. Dort teil­te man sich selbst eine Quo­te von 28.431 Ton­nen zu, was Nor­we­gen wie­der­um nicht akzep­tiert. Die EU hält die nor­we­gi­sche Rege­lung für will­kür­lich und dis­kri­mi­nie­rend.

Nun haben bei­de Sei­ten rhe­to­risch auf­ge­rüs­tet. Von über­all hört man, man sei vor­be­rei­tet, um die eige­nen Rech­te zu wah­ren. Brüs­sel will not­falls zu „allen not­wen­di­gen Maß­nah­men grei­fen, um euro­päi­sche Inter­es­sen gegen­über Nor­we­gen zu sichern“. In Nor­we­gen wie­der­um ver­weist man auf Küs­ten­wa­che und Poli­zei, die gut vor­be­rei­tet sei­en und gege­be­nen­falls Fische­rei­schif­fe beschlag­nah­men wür­den, die Fang ohne gesetz­li­che Quo­te an Bord haben. So äußer­te sich aktu­ell Lars Fau­se, lei­ten­der Staats­an­walt in Nord­nor­we­gen. Spä­ter in die­sem Jahr wird Fau­se in Lon­gye­ar­by­en die Nach­fol­ge von Sys­sel­mann Kjers­tin Askolt antre­ten – begriff­lich neu gewan­det als ers­ter Sys­sel­mes­ter.

Kabeljau, Spitzbergen

Lecker Dorsch (Kabel­jau) aus dem Isfjord. Im Streit zwi­schen Nor­we­gen und der EU geht es aller­dings um ande­re Men­gen.

Kern des Pro­blems: der Spitz­ber­gen­ver­trag

Im Kern liegt das Pro­blem aller­dings tie­fer als ein paar Ton­nen Fisch: Es geht um die Deu­tung des Spitz­ber­gen­ver­tra­ges, des­sen zwei­ter Arti­kel allen Unter­zeich­ner­staa­ten – die aller­meis­ten euro­päi­schen Län­der gehö­ren dazu – „glei­che Rech­te der Fische­rei und der Jagd in den in Arti­kel 1 defi­nier­ten Ter­ri­to­ri­en und den dazu gehö­ri­gen Ter­ri­to­ri­al­ge­wäs­sern“ sichert. Die Krux liegt im Begriff „Ter­ri­to­ri­al­ge­wäs­ser“. Die­ser ist his­to­risch nicht scharf defi­niert. In frü­he­ren Jahr­hun­der­ten bean­spruch­ten Staa­ten die Gewäs­ser drei Mei­len vor der Küs­te (frü­her eine Kano­nen­schuss­wei­te). Ab 1921 – nach Unter­zeich­nung des Spitz­ber­gen­ver­tra­ges (1920) – began­nen Staa­ten, ihre Hoheits­rech­te auf bis zu zwölf Mei­len aus­zu­deh­nen. Ganz ein­deu­tig und ein­heit­lich ist das bis heu­te nicht glo­bal gere­gelt, aber soweit besteht Einig­keit: In der Zwölf­mei­len­zo­ne um die Insel­grup­pe Spitz­ber­gen (Sval­bard) gilt der Spitz­ber­gen­ver­trag und sichert allen Mit­glieds­staa­ten glei­che Rech­te.

Pro­ble­ma­tisch wird es aller­dings in der „Aus­schließ­li­chen Wirt­schafts­zo­ne“, also der 200-Mei­len-Zone außer­halb der Zwölf­mei­len­zo­ne. Die­se wur­de erst 1982 im See­rechts­über­ein­kom­men der Ver­ein­ten Natio­nen völ­ker­recht­lich fest­ge­legt. Nun bean­sprucht Nor­we­gen auf Basis des Arti­kels 1 des Spitz­ber­gen­ver­tra­ges die „vol­le und unein­ge­schränk­te Sou­ve­rä­ni­tät“, wie es dort heißt, auch über die 200-Mei­len-Zone um Sval­bard, pocht jedoch dar­auf, dass das in Arti­kel 2 fest­ge­leg­te glei­che Recht für alle (etwas tech­ni­scher: das Nicht­dis­kri­mi­nie­rungs­prin­zip) dort nicht gel­ten soll, son­dern dass Nor­we­gen hier exklu­si­ve Rech­te hat. Es über­rascht nicht, dass hier nicht unbe­dingt all­ge­mei­nes Ein­ver­ständ­nis herrscht.

Küstenwache, Spitzbergen

Die Küs­ten­wa­che sichert die nor­we­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät in den Gewäs­sern um Spitz­ber­gen. Nun ste­hen unfreund­li­che Begeg­nun­gen mit EU-Fische­rei­schif­fen zu befürch­ten.

Der Spitz­ber­gen­ver­trag und die „Aus­schließ­li­che Wirt­schafts­zo­ne“

Unab­hän­gig davon, ob inner­halb der Aus­schließ­li­chen Wirt­schafts­zo­ne (200-Mei­len-Zone) das Nicht­dis­kri­mi­nie­rungs­prin­zip des Spitz­ber­gen­ver­tra­ges nun gilt oder nicht, besteht aller­dings kaum Zwei­fel dar­an, dass Fische­rei­schif­fe aus der EU oder aus Dritt­län­dern dort nor­we­gi­sche Wirt­schafts­rech­te aner­ken­nen müs­sen. Die Fra­ge ist aber, wie Nor­we­gen die Rech­te, die den Fischern ande­rer Län­der ein­ge­räumt wer­den, gegen­über den eige­nen Quo­ten gewich­tet: gleich­be­rech­tigt (wenn Arti­kel 2 des Spitz­ber­gen­ver­trags dort anzu­wen­den wäre) oder exklu­siv.

Eine kom­pli­zier­te Mate­rie. Was offen­kun­dig bis­lang fehlt, ist eine von allen Sei­ten aner­kann­te Instanz, die offe­ne Fra­gen bei der Inter­pre­ta­ti­on des Spitz­ber­gen­ver­tra­ges ver­bind­lich ent­schei­den kann. Hier besteht Nor­we­gen dar­auf, selbst die aus­schließ­li­che Inter­pre­ta­ti­ons­ho­heit zu besit­zen. Das sieht man in Brüs­sel offen­kun­dig anders.

Wäh­rend die­ser Klä­rungs­be­darf bestehen bleibt, rüs­ten die nor­we­gi­sche Küs­ten­wa­che und die euro­päi­schen Fische­rei­flot­ten schon auf, und ent­spre­chen­de Kon­flik­te sind zu befürch­ten. Der unbe­tei­lig­te Beob­ach­ter schaut zu und staunt.

Opfer von fami­liä­rer Gewalt in Lon­gye­ar­by­en mit­un­ter in hilf­lo­ser Posi­ti­on

Das Kri­se­sen­te­ret Trom­sø, eine Anlauf­stel­le für Opfer fami­liä­rer Gewalt, hat einem NRK-Bei­trag zufol­ge eine besorg­nis­er­we­cken­de Dis­kus­si­on ange­sto­ßen: Opfer fami­liä­rer Gewalt ste­hen in Lon­gye­ar­by­en mög­li­cher­wei­se in einer deut­lich hilf­lo­se­ren Posi­ti­on als auf dem nor­we­gi­schen Fest­land.

Hin­ter­grund: der Spitz­ber­gen­ver­trag

Die Hin­ter­grün­de lie­gen im Spitz­ber­gen­ver­trag begrün­det: Die­ser regelt, seit er 1925 in Kraft trat, dass Bür­ger aller Unter­zeich­ner­staa­ten frei­en Zugang haben. Ein Visum, Auf­ent­halts- oder Arbeits­ge­neh­mi­gung sind nicht erfor­der­lich, um dort zu leben und zu arbei­ten (die Anrei­se erfor­dert aber ggf. ein Schen­gen-Visum).

Daher gilt das „utlen­dingslo­ven“ (Aus­län­der­ge­setz) auch nicht, das den Zugang und Auf­ent­halt von Aus­län­dern in Nor­we­gen regelt. Die­ses Gesetz regelt aller­dings auch etwa, dass nicht-nor­we­gi­sche Opfer von fami­liä­rer Gewalt unab­hän­gig vom Part­ner eine Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung bean­tra­gen kön­nen und dass sie Anspruch auf Hil­fe haben, etwa durch spe­zia­li­sier­te Ein­rich­tun­gen und Anwäl­te.

Die­se Rech­te bestehen in Spitz­ber­gen nicht, da die­ses Gesetz sowie das Sozi­al­ge­setz dort nicht gel­ten. Das kann ins­be­son­de­re nicht-nor­we­gi­sche Frau­en, die finan­zi­ell vom Part­ner abhän­gig sind, in eine star­ke Abhän­gig­keits­si­tua­ti­on brin­gen, denn wenn sie nicht in der Lage sind, aus eige­ner Kraft mate­ri­ell eigen­stän­dig dort wei­ter zu leben, bleibt nur die Rück­rei­se ins Hei­mat­land. Dabei han­delt es sich aber mit­un­ter um ärme­re Län­der mit einer poli­tisch und sozi­al weni­ger sta­bi­len Lage, wo Betrof­fe­ne nicht unbe­dingt eine Zukunft für sich und ihre Kin­der sehen. Das kann letzt­lich dazu füh­ren, dass Opfer län­ger in Part­ner­schaf­ten ver­blei­ben, in denen sie Gewalt aus­ge­setzt sind.

Longyearbyen

Lon­gye­ar­by­en ist für die aller­meis­ten ein Ort, an dem man gut und sicher leben kann. Aber es gibt Aus­nah­men, und dann kann das Leben noch schwie­ri­ger sein als anders­wo.

Eine Anwäl­tin, die eine Betrof­fe­ne juris­tisch betreut, kom­men­tiert das so: „Es wirkt auch, als wäre Sval­bard nor­we­gisch, wenn es uns passt, und plötz­lich ist es nicht nor­we­gisch, wenn es nicht passt.“

Zwei poli­zei­be­kann­te Fäl­le von fami­liä­rer Gewalt seit 2020

Seit Anfang 2020 sind in Lon­gye­ar­by­en zwei Fäl­le poli­zei­be­kannt gewor­den, die in die­sem Zusam­men­hang von Bedeu­tung sind. Sys­sel­mann Kjers­tin Askholt weist dar­auf hin, dass der­ar­ti­ge Fäl­le poli­zei­lich genau so wie auf dem Fest­land ver­folgt wer­den. Die poli­ti­sche Ein­schät­zung dar­über hin­aus teilt sie nicht bzw. sie sieht Par­al­le­len zu Fäl­len all­ge­mein im Aus­land, in denen etwa eine Nor­we­ge­rin ohne geklär­ten Auf­ent­halts­sta­tus Opfer fami­liä­rer Gewalt wird. Auch hier müs­se man akzep­tie­ren, dass der­ar­ti­ge Fäl­le für die Betrof­fe­nen ande­re Kon­se­quen­zen haben kön­nen als für eine Per­son mit fes­tem Auf­ent­halts­sta­tus.

Bür­ger­meis­ter Arild Olsen erkennt das Pro­blem an und meint, man müs­se es poli­tisch auf­grei­fen und unter­su­chen.

Han­ne Sten­vaag from Kri­sen­zen­trum Trom­sø geht von einer hohen Dun­kel­zif­fer aus.

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News-Auflistung generiert am 30. Juni 2022 um 09:58:23 Uhr (GMT+1)
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