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Jahres-Archiv: 2008 − News & Stories


CO2-Lage­rung im Advent­da­len

Anfang August wur­de eine neue Boh­rung im Advent­da­len begon­nen. In bis zu 1000 Metern Tie­fe soll der Unter­grund erkun­det wer­den, um porö­se Sedi­ment­schich­ten zu fin­den, in denen sich Koh­len­di­oxid lagern lässt. Ver­läuft die Boh­rung erfolg­reich, wird in einer zwei­ten Pha­se die Spei­cher­fä­hig­keit des unter­ir­di­schen CO2-Lagers getes­tet. Lang­fris­ti­ges Ziel ist, sämt­li­ches CO2 des Koh­le­kraft­werks bei Lon­gye­ar­by­en unter­ir­disch zu lagern. Durch eine Strom­ver­sor­gung der ande­ren Sied­lun­gen mit Kabeln könn­te theo­re­tisch fast die gesam­te Insel mit Ener­gie ver­sorgt wer­den, ohne CO2 in die Atmo­sphä­re zu immit­tie­ren.

Das Koh­le­kraft­werk von Lon­gye­ar­by­en.

Quel­len: Sval­bard­pos­ten

Ark­ti­sches Pack­eis

Ein neu­es For­schungs­pro­jekt soll Model­le und Rea­li­tät der Pack­eis­ver­tei­lung in der Ark­tis in Ein­klang brin­gen. In Sval­bard war die­sen Som­mer über recht viel Treib­eis: Immer wie­der kamen Eis­fel­der zur Nord­küs­te Spitz­ber­gens, und die Nord­küs­te des Nord­aus­t­lands war den gan­zen Som­mer von dich­tem Treib­eis umge­ben, im Gegen­satz zu ver­gan­ge­nen Jah­ren. Dafür ist der Man­gel an Eis nörd­lich der Bering­stra­ße erschre­ckend: Dort kann man fast zum Nord­pol pad­deln …

Ein ein­sa­mer Treib­eis­strei­fen west­lich des Mag­da­le­n­efjord, Ende Juni 2008.

Quel­le: Sval­bard Sci­ence Forum

Bar­ents­burg: Rechts­streit um rus­si­sche Heli­ko­pter­flü­ge

Ein Rechts­streit beginnt, grö­ße­re Krei­se zu zie­hen: 2007 führ­te die rus­si­sche Heli­ko­pter­fir­ma Spark Plus meh­re­re Heli­ko­pter­flü­ge von Kapp Heer (Bar­ents­burg) aus durch, die nicht durch die von nor­we­gi­schen Behör­den aus­ge­ge­be­ne Lizenz gedeckt waren, u.a. für rus­si­sche For­scher und für ein Film­pro­jekt. Die Lizenz gilt jedoch nur für Flü­ge zwi­schen Lon­gye­ar­by­en und Bar­ents­burg sowie im unmit­tel­ba­ren Zusam­men­hang mit dem Betrieb der Berg­bau­ge­sell­schaft Trust Ark­ti­ku­gol (TA). Einen Buß­geld­be­scheid hat TA abge­lehnt, Wei­te­res wird nun ein Gerichts­ver­fah­ren klä­ren. Die Ange­le­gen­heit wird auch poli­tisch dis­ku­tiert. Nach rus­si­scher Ansicht ist das nor­we­gi­sche Vor­ge­hen ein Ver­stoß gegen den Spitz­ber­gen­ver­trag, des­sen hier rele­van­te Regeln nach nor­we­gi­scher Mei­nung jedoch für Staa­ten gel­ten, nicht aber für Fir­men oder Pri­vat­per­so­nen. Das nor­we­gi­sche Vor­ge­hen bedeu­tet in der Pra­xis ein Mono­pol für die nor­we­gi­sche Heli­ko­pter­fir­ma Air­lift.

Nach dem Gru­ben­brand und ande­ren Pro­ble­men in der Koh­le­mi­ne von Bar­ents­burg wird es wohl zumin­dest bis Som­mer 2009 dau­ern, bis der Berg­bau­be­trieb wei­ter­ge­hen kann. TA hat bekannt­ge­ge­ben, in Bar­ents­burg ein »Ein­kaufs­zen­trum« ein­zu­rich­ten und ande­re Infra­struk­tur zu moder­ni­sie­ren (Hotel, Inter­net etc.).

Heli­ko­pter der nor­we­gi­schen Küs­ten­wa­che bei Lon­gye­ar­by­en.
Nach dem nor­we­gi­schen Luft­fahrts­ge­setz dür­fen nur nor­we­gi­sche Luft­fahr­zeu­ge nor­we­gi­schen Luft­raum nut­zen, Aus­nah­men kann es in Ein­zel­fäl­len geben.

Quel­len: Sval­bard­pos­ten

Koh­le­pro­duk­ti­on in Sveagru­va macht Über­schuss

Bis Anfang Juli wur­den in Sveagru­va bereits zwei Mil­lio­nen Ton­nen Stein­koh­le geför­dert, mehr als 300 000 Ton­nen als bis dahin geplant. Zusam­men mit den stei­gen­den Roh­stoff­prei­sen sorgt die­se Stei­ge­rung dafür, dass die Berg­bau­ge­sell­schaft Store Nor­ske Spits­ber­gen Kull­kom­pa­ni (SNSK) sich über schwar­ze Zah­len freu­en kann − eine gro­ße Sel­ten­heit in der lan­gen Betriebs­ge­schich­te. Gegen Ende des Jah­res soll die ansons­ten bei­na­he noto­risch klam­me Fir­ma schul­den­frei sein. Die Koh­le wird nach Euro­pa expor­tiert, wich­ti­ge Abneh­mer fin­den sich in Deutsch­land, 60 % wer­den in der Ener­gie- und 40 % in der Stahl­pro­duk­ti­on ein­ge­setzt.

Das Svea-Gebiet von oben (links der Van Mijen­fjord).

Quel­len: Sval­bard­pos­ten

Neue For­schungs­sta­ti­on in Ny Åle­sund

Ny Åle­sund wird als Stand­ort für die inter­na­tio­na­le Polar­for­schung immer belieb­ter. Der neu­es­te Zugang aus Fern­ost, nach Chi­na und Korea, ist die Anfang Juli 2008 eröff­ne­te indi­sche Sta­ti­on. Russ­land hat eben­falls bereits Inter­es­se bekun­det und wird mög­li­cher­wei­se als nächs­tes Land fol­gen. Ita­li­en, das bereits über eine Sta­ti­on in Ny Åle­sund ver­fügt, plant der­zeit den Bau eines »Kli­ma­turms« zum Betrieb diver­ser meteo­ro­lo­gi­scher und kli­ma­to­lo­gi­scher Mess­ge­rä­te, der ab Som­mer 2009 in Betrieb gehen soll.

Die indi­sche For­schungs­sta­ti­on in Ny Åle­sund.

Die deut­sche For­schungs­sta­ti­on in Ny Åle­sund.

Quel­len: Sval­bard­pos­ten, Sval­bard Sci­ence Forum

Pro­mi­nenz im Eis

Da der ark­ti­sche Som­mer nicht nur für Tie­re und Pflan­zen, son­dern auch für alle, die hier auf Schif­fen arbei­ten, hek­tisch ist, bin ich in den letz­ten Wochen nicht dazu gekom­men, die­se Sei­te zu aktua­li­sie­ren. Das wird sich aber jetzt wie­der ändern.

Im Juni/Juli hat sich auf Spitz­ber­gen die inter­na­tio­na­le Pro­mi­nenz die Klin­ke in die Hand gege­ben. Die drei skan­di­na­vi­schen Kron­prin­zen/-prin­zes­sin­nen haben Ende Juni zusam­men eine Rei­se ins Eis auf dem schwe­di­schen Eis­bre­cher Oden gemacht, und Minis­ter aus einer Rei­he von Län­dern waren in Lon­gye­ar­by­en und/oder Ny Åle­sund, um sich mit Kol­le­gIn­nen zu tref­fen und um sich sehen zu las­sen, u.a. Anet­te Scha­van bei der Kli­ma­kon­fe­renz in Ny Åle­sund. Bei allen die­sen Besu­chen stan­den The­men wie der Kli­ma­wan­del im Vor­der­grund, aber auch die im Febru­ar eröff­ne­te Samen­bank wur­de ger­ne besucht. Deren Innen­le­ben bleibt nor­ma­ler­wei­se übri­gens selbst hoch­ran­gi­gen Besu­chern ver­schlos­sen: Anfang Juli stan­den der ehe­ma­li­ge US-Prä­si­dent Jim­my Car­ter, CNN-Chef Ted Tur­ner, Mul­ti­mil­li­ar­där Geor­ge Soros und Goog­le-Grün­der Lar­ry Page vor ver­schlos­se­ner Tür.

Bei einer Umfra­ge der Sval­bard­pos­ten stell­te sich her­aus, dass 76 % der Lokal­be­völ­ke­rung Besu­che Pro­mi­nen­ter für unwich­tig hal­ten.

Der schwe­di­sche Eis­bre­cher Oden mit dem skan­di­na­vi­schen Kron­prin­zen­nach­wuchs an Bord.

Start der Som­mer­sai­son 2008

Anfang/Mitte Juni beginnt in Spitz­ber­gen das, was man »Hoch­som­mer« nennt. Die tou­ris­ti­sche Sai­son hat begon­nen, die ers­ten Schif­fe sind bereits vor Ort. Das ver­gan­ge­ne Früh­jahr war außer­ge­wöhn­lich schnee­reich, und vie­ler­orts liegt Schnee immer noch bis in Mee­res­hö­he (was gegen Mit­te Juni aller­dings wie­der­um nicht so unge­wöhn­lich ist).

Erfreu­lich ist die Eis­si­tua­ti­on: Im Ver­gleich zum Juni 2006 und 2007 gibt es der­zeit recht viel Treib­eis um Spitz­ber­gen. Die Nord­küs­te sowie prak­tisch der gesam­te Osten der Insel­grup­pe sind weit­ge­hend von über­wie­gend dich­tem Treib­eis umge­ben, und es wird span­nend sein zu beob­ach­ten, wie die Ent­wick­lung über den Som­mer ver­läuft. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren war die Insel­grup­pe Ende Juni prak­tisch eis­frei.

Ab 13. Juni bin ich in Spitz­ber­gen, wer­de aber zwi­schen­durch die­se Sei­ten mit wich­ti­gen Neu­ig­kei­ten und viel­leicht inter­es­san­tem »Klatsch und Tratsch« wei­ter aktua­li­sie­ren.

Schnee­rei­cher Früh­som­mer. Anfang Juni, Trygg­ham­na.

Eis­kar­te vom 09. Juni 2008 (© Nor­we­gi­sches Meteo­ro­lo­gi­sches Insti­tut)

Hur­ra! Bald geht’s los!

Das PCB-Pro­jekt macht Fort­schrit­te

Seit 2007 wur­den sowohl bei den nor­we­gi­schen als auch bei den rus­si­schen Sied­lun­gen Pro­ben mit erhöh­tem Gehalt des lang­le­bi­gen Umwelt­gif­tes PCB gefun­den, das v.a. Bau­ma­te­ria­li­en (Far­be, Beton) und Elek­tro­bau­tei­len ent­stammt. Vor allem in Bar­ents­burg und Pyra­mi­den fan­den sich hohe Wer­te, auch schon in den Sedi­men­ten am Boden des Fjords.

Nun machen sowohl nor­we­gi­sche als auch rus­si­sche Behör­den gute Fort­schrit­te beim Ent­fer­nen der PCB-hal­ti­gen Mate­ria­li­en. In den rus­si­schen Sied­lun­gen wur­den bereits fast 1000 schäd­li­che Elek­tro­bau­tei­le (Kon­den­sa­to­ren von Beleuch­tungs­an­la­gen) ent­fernt; wei­te­re 2000 sol­len bald fol­gen, sobald Ersatz ein­ge­trof­fen ist. Die­ser soll schon unter­wegs sein. In der 1998 auf­ge­ge­be­nen Sied­lung Pyra­mi­den sol­len sämt­li­che rele­van­ten Bau­tei­le ersatz­los ent­fernt wer­den.

Die abge­bau­ten Tei­le gehen zunächst nach Lon­gye­ar­by­en und wer­den dann nach Trom­sø ver­schifft und schließ­lich in Finn­land end­gül­tig ent­sorgt, ent­spre­chend der nor­we­gi­schen Stan­dard-Pro­ze­dur mit der­ar­ti­gen Mate­ria­li­en.

In den nor­we­gi­schen Sied­lun­gen Lon­gye­ar­by­en, Ny Åle­sund und Sveagru­va wur­den Pro­ben von Boden, Far­be, Beton und Kunst­stof­fen genom­men, um PCB-Quel­len auf die Spur zu kom­men. Bis­lang loka­li­sier­te Quel­len sind bereits aus­ge­tauscht. Das Ziel ist, sämt­li­che PCB-hal­ti­gen Kunst­stof­fe mög­lichst kurz­fris­tig von Sval­bard zu ver­ban­nen.

Beleuch­tungs­an­la­ge in Bar­ents­burg.

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Per­ma­frost auf dem Mars

Die Nach­richt von der erfolg­rei­chen Lan­dung der NASA-Raum­son­de »Phoe­nix« auf dem Mars am 25. Mai 2008 ging durch die all­ge­mei­nen Medi­en. Mitt­ler­wei­le gibt es Bil­der von der Mars-Ober­flä­che, die Boden­struk­tu­ren zei­gen, wel­che in der uns bekann­ten Ark­tis weit ver­brei­tet sind. Bei den Stein­rin­gen, wel­che die NASA-Bil­der zei­gen, han­delt es sich ent­ge­gen der weit ver­brei­te­ten Ansicht nicht um Per­ma­frost­struk­tu­ren: zu ihrer Bil­dung ist häu­fi­ges und tief­grei­fen­des Gefrie­ren not­wen­dig, aber kein Per­ma­frost. Weit­aus wich­ti­ger ist aber, dass es ohne Was­ser bzw. Eis nicht geht, und das macht die­se Bil­der vom Mars so inter­es­sant. Hier geht’s zu den NASA-Bil­dern.

Stein­rin­ge in Spitz­ber­gen (Woodfjord).

Quel­len: NASA

Van Mijenfjord/Sveagruva/Lunckefjellet

Der Van Mijen­fjord ist der Zugang zur Berg­bau­sied­lung in Sveagru­va und weckt daher immer wie­der ein­mal Auf­merk­sam­keit. Der Ein­gang zum Fjord ist durch die lan­ge, schma­le Insel Akseløya weit­ge­hend abge­sperrt, was die loka­le Eis­bil­dung deut­lich begüns­tigt. Nor­we­gens stärks­ter Eis­bre­cher, das Küs­ten­wa­chen­schiff KV »Sval­bard«, muss­te 10-12 Kilo­me­ter vor Sveagru­va umdre­hen, da das Fjor­deis zu hart war und da eine von vier Haupt­ma­schi­nen nicht funk­tio­nier­te. Waren und Aus­rüs­tung für Sveagru­va, die ein nach­fol­gen­des Fracht­schiff gela­den hat­te, wer­den nun per Flug­zeug und über Land mit Bull­do­zern nach Svea gebracht.

Der Schiffs­ver­kehr hat somit über den grö­ße­ren Teil des Van Mijen­fjord eine Fahr­rin­ne im Eis gebro­chen. Auf­grund sei­ner Geo­gra­phie (Absper­rung durch die Insel) ist er der ein­zi­ge Fjord an der West­küs­te Spitz­ber­gens, in dem ange­sichts der deut­li­chen Erwär­mung der Regi­on län­ger­fris­tig noch mit nen­nens­wer­ter Bil­dung des öko­lo­gisch wich­ti­gen Fjor­dei­ses zu rech­nen ist: auf Fjor­deis brin­gen z.B. Rin­gel­rob­ben ihren Nach­wuchs zur Welt, es dient Eis­bä­ren als Jagd­re­vier und­so­wei­ter.

Daher steht der regel­mä­ßi­ge Eis­bre­cher­ein­satz im Van Mijen­fjord bei Umwelt­schüt­zern in der Kri­tik. Dies ist einer der Grün­de, war­um die Plä­ne einer neu­en Koh­le­mi­ne am Lunck­ef­jel­let nörd­lich von Sveagru­va von vie­len abge­lehnt wer­den. Dar­über hin­aus wer­den Kli­ma­schutz­aspek­te und in die­sem Zusam­men­hang ste­hen­de poli­ti­sche Signa­le gegen neue Gru­ben ange­führt. Die Berg­bau­ge­sell­schaft SNSK (Store Nor­ske Spits­ber­gen Kull­kom­pa­ni) weist hin­ge­gen dar­auf hin, dass ihre Koh­le beson­ders umwelt­freund­lich sei, u.a. wegen ihres gerin­gen Methan­ge­hal­tes: Methan ist ein deut­lich aggres­si­ve­res Treib­haus­gas als Koh­len­di­oxid. Beim Abbau einer Ton­ne Svea-Koh­le wer­den 0,9 m3 Methan frei­ge­setzt im Ver­gleich zum welt­wei­ten Durch­schnitt von 20-40 m3, schreibt die SNSK auf ihrer Webei­te.

Ein wei­te­rer Streit­punkt ist die Lage der geplan­ten Anla­gen in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Nor­dens­kiöld Land Natio­nal­park (ein­zel­ne Anla­gen lie­gen sogar inner­halb der Gren­zen). Für die Schutz­ge­bie­te gel­ten sehr stren­ge Bestim­mun­gen.

Die SNSK plant den Beginn des Abbaus am Lunck­ef­jel­let für 2013. Bis dahin ist noch eine Rei­he von Hür­den im Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren zu neh­men.

Fjor­deis im Van Mijen­fjord im April.

Quel­len: Sval­bard­pos­ten, Sys­sel­man­nen, Store Nor­ske Spits­ber­gen Kull­kom­pa­ni

Umwelt: Schad­stof­fe in der Barents­see, Koh­len­di­oxo­id-Kon­zen­tra­tio­nen in Ny Åle­sund

Beun­ru­hi­gen­de Kon­zen­tra­tio­nen von lang­le­bi­gen Schad­stof­fen wie etwa PCBs in der Ark­tis, die sich in der Nah­rungs­ket­te anrei­chern und daher bei Tier­ar­ten wie Eis­bär und Eis­mö­we gefähr­li­che Wer­te errei­chen, sind nichts neu­es. Die gute Nach­richt ist nun, dass die Kon­zen­tra­tio­nen eini­ger »klas­si­scher« Umwelt­gif­te zurück­ge­hen. Dies ist auf Ver­bo­te der ent­spre­chen­den Sub­stan­zen, etwa in der EU, zurück­zu­füh­ren. Pro­ble­ma­tisch ist hier­bei aller­dings die Lang­le­big­keit der Stof­fe, ille­ga­ler Gebrauch sowie feh­len­de Ver­bo­te in man­chen Regio­nen.

Die schlech­te Nach­richt ist, dass nun neue Schad­stof­fe an die Plät­ze der alten tre­ten. Die­se ähneln teil­wei­se den abge­schaff­ten Sub­stan­zen und erset­zen die­se in indus­tri­el­len Pro­zes­sen, teil­wei­se han­delt es sich aber auch um völ­lig neue Stof­fe, die bei­spiels­wei­se bei der Her­stel­lung feu­er­fes­ter Mate­ria­li­en, etwa bei der Möbel­pro­duk­ti­on, anfal­len sowie bei der Her­stel­lung atmungs­ak­ti­ver Tex­ti­li­en. Eine zen­tra­le Rol­le wird wahr­schein­lich für eini­ge Zeit »Per­fluo­rooc­ta­ne­sul­fo­ni­sche Säu­re« (PFOS) spie­len. Die­se ent­steht etwa bei der Pro­duk­ti­on von Bleich­mit­teln, Feu­er­lösch­schäu­men und imprä­gnie­ren­den Che­mi­ka­li­en und ist bereits im Gewe­be von Eis­bä­ren in Sval­bard zu fin­den.

Auch vom Feld der Treib­haus­ga­se gibt es uner­freu­li­ches zu berich­ten. Die Mess­sta­ti­on für Atmo­sphä­ren­che­mie auf dem Zep­pe­l­in­fjel­let bei Ny Åle­sund ver­zeich­net ange­stie­ge­ne CO2-Kon­zen­tra­tio­nen (Koh­len­di­oxid) für die ers­ten 100 Tage des Jah­res 2008 im Ver­gleich zum Vor­jahr: der Wert liegt bei 391,1 ppm (parts per mil­li­on), 2007 waren es 2,4 ppm weni­ger. Ein­zel­ne Spit­zen­wer­te von über 400 ppm sind erst­ma­lig für 2009 zu erwar­ten.

CO2 mischt sich schnell inner­halb der gesam­ten Tro­po­sphä­re (=unte­re Atmo­sphä­re), so dass regio­na­le Trends die glo­ba­le Ent­wick­lung zuver­läs­sig spie­geln. Der Vor­teil der Mes­sun­gen in Spitz­ber­gen liegt in der Abwe­sen­heit grö­ße­rer loka­ler CO2-Quel­len, so dass der glo­ba­le Trend noch ein­deu­ti­ger erkenn­bar wird.

Abtau­en­des Eis in einem Pin­go Spitz­ber­gens: Natür­li­cher Vor­gang im Lebens­zy­klus einer sol­chen Per­ma­frost-Struk­tur. Oder Fol­ge des anthro­po­gen beein­fluss­ten Kli­ma­wan­dels?

Quel­le: Sval­bard Sci­ence Forum

Unfäl­le in Bar­ents­burg

Die rus­si­sche Gru­ben­sied­lung Bar­ents­burg hat in den letz­ten Wochen meh­re­re Unglü­cke ver­kraf­ten müs­sen. Nach­dem Ende März drei Men­schen bei einem Hub­schrau­ber­ab­sturz bei Kapp Heer (dem Heli­ko­pter-Lan­de­platz von Bar­ents­burg) ihr Leben ver­lo­ren hat­ten, wur­de am 17. April ein Gru­ben­brand in der rus­si­schen Koh­le­mi­ne bekannt. Zwei Berg­ar­bei­ter wur­den zunächst ver­misst, einer ist mitt­ler­wei­le tot auf­ge­fun­den wor­den. In der Sied­lung leben noch etwa 500 Per­so­nen.

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Schrö­der-Stranz Expe­di­ti­on: Film­ma­te­ri­al auf­ge­taucht

Die »Deut­sche Ark­ti­sche Expe­di­ti­on«, bes­ser bekannt als »Schrö­der-Stranz Expe­di­ti­on«, hat nicht nur Zeich­nun­gen, Fotos und Tage­buch-Auf­zeich­nun­gen hin­ter­las­sen, son­dern auch Film­ma­te­ri­al, das aber seit 1913 als ver­schol­len galt. Falk Mahn­ke, der schon län­ger zum The­ma recher­chiert und 2007 als His­to­ri­ker Arved Fuchs nach Spitz­ber­gen beglei­tet hat, ist es gelun­gen, einen Teil des his­to­ri­schen Mate­ri­als auf­zu­trei­ben. Die Auf­nah­men wur­den am Sonn­tag, 6. April, erst­ma­lig gezeigt (ZDF, 19.30 Uhr, »ZDF-Expe­di­ti­on: Fahrt ins Unge­wis­se – Ver­schol­len vor Spitz­ber­gen«), es geht dabei um Schrö­der Stranz sowie um die aktu­el­le Expe­di­ti­on von Arved Fuchs.

Eigent­lich sind Fern­seh-Pro­gramm­tips nicht Bestand­teil die­ser Nach­rich­ten­sei­te, aber in die­sem Fall fand ich das The­ma so inter­es­sant, dass es dafür eine Aus­nah­me gibt.

Der Sorgfjord im Nord­os­ten Spitz­ber­gens: Dreh- und Angel­punkt der »Schrö­der-Stranz-Expe­di­ti­on« .

Quel­le: Falk Mahn­ke

Neue Geset­ze für Tou­ris­mus in Schutz­ge­bie­ten

Eine neue Rege­lung des wach­sen­den Tou­ris­mus­ver­kehrs in den Natio­nal­parks und Natur­schutz­ge­bie­ten Sval­bards ist seit eini­ger Zeit in der Dis­kus­si­on. Im März 2008 hat der Gover­neur (Sys­sel­man­nen) erst­mals Details ver­öf­fent­licht. Das Ver­fah­ren ist im Gang. Geplant sind unter ande­rem:

  • Ver­bot von Schwer­öl (übli­cher Treib­stoff gro­ßer Schif­fe) in den Natio­nal­parks und Natur­re­ser­va­ten. Aus­nah­men soll es für den Kongsfjord (Ny Åle­sund), die Ein­fahrt zum Bellsund (Sveagru­va) und den Mag­da­le­n­efjord (wich­ti­ges Ziel grö­ße­rer Kreuz­fahrt­schif­fe) geben.
  • Betre­tungs­ver­bot für ein­zel­ne kul­tur­his­to­ri­sche Stät­ten.
  • Gene­rel­le Beschrän­kung tou­ris­ti­scher Akti­vi­tä­ten in den Natur­re­ser­va­ten im Osten Sval­bards auf aus­ge­wähl­te Gebie­te. Dies soll zusätz­lich zur Sper­rung ein­zel­ner Loka­li­tä­ten gel­ten, die als beson­ders emp­find­lich betrach­tet wer­den.

Das Ver­fah­ren ist im Gang, ein Zeit­plan für die Imple­men­tie­rung der Geset­ze ist nicht ver­öf­fent­licht.

Die Hau­de­gen­sta­ti­on im Rijpfjord (Nord­aus­t­land) wird wahr­schein­lich zu den gesperr­ten Loka­li­tä­ten gehö­ren.

Mehr: Sys­sel­man­nen

Loka­le PCB Ver­un­rei­ni­gung

In jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit wur­den Belas­tun­gen von Sedi­men­ten mit PCB in bestimm­ten Tei­len des Isfjord fest­ge­stellt. Betrof­fen sind vor allem Fjor­dar­me bei rus­si­schen Sied­lun­gen: Grønfjord bei Bar­ents­burg und Bill­efjord bei Pyra­mi­den, aber auch der Advent­fjord bei Lon­gye­ar­by­en weist erhöh­te Kon­zen­tra­tio­nen auf. Nor­we­ger und Rus­sen haben sich nun dar­auf geei­nigt, die Quel­len der Schad­stof­fe inner­halb von 2 Jah­ren zu besei­ti­gen. Haupt­quel­len sind Elek­tro­schrott.

Die frag­li­che PCB-Ver­un­rei­ni­gung ist eher loka­ler Natur und für die wei­te­re Umge­bung, etwa die gan­ze Insel­grup­pe oder die Bar­ents-See, ver­mut­lich unbe­deu­tend. Hin­ge­gen stel­len Schad­stof­fe, die mit Wind und Mee­res­strö­mun­gen aus Indus­trie­län­dern ein­ge­bracht wer­den, eine erheb­li­che Gefähr­dung der regio­na­len Öko­lo­gie dar.

Alte Tank­stel­le in Pyra­mi­den mit her­um­lie­gen­den Bat­te­rien (2007).

Quel­le: Sval­bard­pos­ten 11/2008.

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News-Auflistung generiert am 09. Dezember 2021 um 08:22:39 Uhr (GMT+1)
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