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Jahres-Archiv: 2018 − Nachrichten


Hur­tig­ru­ten ver­bannt Ein­weg­plas­tik

Am 2. Juli fei­ert die tra­di­ti­ons­rei­che Ree­de­rei Hur­tig­ru­ten ihren 125. Geburts­tag und macht zugleich der Umwelt ein Geschenk: Ab heu­te will Hur­tig­ru­ten alles Ein­weg­plas­tik von sei­nen Schif­fen ver­ban­nen. Kein Plas­tik­stroh­halm, kein Rühr­stäb­chen im Plas­tik­kaf­fee­be­cher, kein Plas­tik­de­ckel und kei­ne ein­zi­ge Plas­tik­tü­te sol­len dann mehr auf den Schif­fen zu fin­den sein.

Das ist nur kon­se­quent: Schiffs­rei­sen­de sind täg­lich Zeu­gin­nen und Zeu­gen der Ver­schmut­zung der Mee­re mit Plas­tik­müll. Das meis­te Plas­tik in den Ozea­nen stammt zwar aus der Fische­rei, aber auch Plas­tik­fla­schen, Plas­tik­tü­ten oder ande­re All­tags­ar­ti­kel aus Plas­tik lan­den ton­nen­wei­se an den Strän­den Nor­we­gens und am Ende viel zu oft in den Mägen von See­vö­geln, Fischen und Walen.

Plastikmüll in Mushamna/ Spitzbergen

Plas­tik­müll in Mushamna/ Spitz­ber­gen

Das Ver­bot von Ein­weg­plas­tik­ar­ti­keln soll für die gesam­te Hur­tig­ru­ten Flot­te gel­ten, also sowohl auf der legen­dä­ren Post­schif­frou­te von Ber­gen nach Kir­kenes, als auch auf den Kreuz­fahrt­schif­fen in pola­ren Gewäs­sern sowie in allen land­ba­sier­ten Ein­rich­tun­gen und auch auf Spitz­ber­gen.

Ehr­gei­zi­ges Ziel von Hur­tig­ru­ten auf lan­ge Sicht ist es sogar, die ers­te kunst­stoff­freie Ree­de­rei der Welt zu wer­den. Auch wenn in der Kreuz­fahrt­bran­che gra­de mit Blick auf den Schad­stoff- und CO2 Aus­stoß sicher noch viel zu ver­bes­sern ist, ist das Ver­bot von Ein­weg­plas­tik ein erfreu­li­cher Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung.

Bald frei von Einwegplastik: Hurtigruten Museumsschiff in Stokmarksnes

Bald frei von Ein­weg­plas­tik: Hur­tig­ru­ten Muse­ums­schiff in Stokmarksnes/ Lofo­ten

Quel­le: Hur­tig­ru­ten

Erd­rutsch in Lon­gye­ar­by­en: Weg gesperrt

In Lon­gye­ar­by­en ist vor eini­gen Tage am Pla­tå­berg ein Erd­rutsch abge­gan­gen. Die Rut­schung liegt dicht neben dem Fried­hof und ist über die Stra­ße hin­weg­ge­gan­gen. Daher hat der Sys­sel­man­nen die Stra­ße vom alten Muse­um am Fried­hof vor­bei Rich­tung Huset bis auf Wei­te­res kom­plett gesperrt, also auch für Fuß­gän­ger und Fahr­rad­fah­rer. Ver­letzt wur­de nie­mand, soweit bekannt, hat auch nie­mand die aktu­el­le Rut­schung wäh­rend des Ereig­nis­ses beob­ach­tet.

In dem Bereich hat es schon in frü­he­ren Jah­ren viel­fach Rut­schun­gen gege­ben, was grund­sätz­lich an der­ar­ti­gen Hän­gen mit nach oben zuneh­men­dem Gefäl­le und viel losem Hang­schutt im was­ser­rei­chen Früh­som­mer nor­mal ist. Da der Fried­hof mög­li­cher­wei­se gefähr­det ist, hat es sogar bereits Über­le­gun­gen gege­ben, die­sen zu ver­le­gen, etwa in ein nicht gefähr­de­tes Gebiet in der Nähe der Kir­che. Bis­lang ist aber nichts ent­schie­den wor­den.

Natür­lich ist an das Risi­ko sol­cher Rut­schun­gen auch andern­orts im Gelän­de zu den­ken. Rut­schun­gen die­ses Typs gehen eher flie­ßend als fal­lend ab, so dass Fuß­gän­ger nor­ma­ler­wei­se in der Lage sein soll­ten, sich recht­zei­tig aus der Gefah­ren­zo­ne zu ent­fer­nen. Aber es gibt ande­re, schnel­le­re und somit gefähr­li­che­re Typen von Mas­sen­be­we­gun­gen auf Hän­gen, und etwa bei der Zelt­platz­wahl auf Trek­king­tou­ren muss man natür­lich rut­schungs­ge­fähr­de­tes Gelän­de ver­mei­den. Das Bei­spiel aus Lon­gye­ar­by­en zeigt, wie weit sol­che Rut­schun­gen ins fla­che Gelän­de hin­ein rei­chen kön­nen.

Anders ist die Geschwin­dig­keit und damit das Gefah­ren­po­ten­zi­al bei Sulz­mu­ren, die zur Zeit der Schnee­schmel­ze in schma­len Täl­chen auf­tre­ten kön­nen. Die­se kön­nen so schnell wer­den, dass man sich nicht mehr in Sicher­heit brin­gen kann. Bei einem sol­chen Ereig­nis kam im Juni 1992 im Lief­defjord ein Wis­sen­schaft­ler ums Leben, ein zwei­ter konn­te sich nur knapp ret­ten.

Rutschung Longyearbyen Friedhof

Rut­schung beim Fried­hof in Lon­gye­ar­by­en. Foto © Alex­an­der Lembke.

Neue Spitz­ber­gen-Fahrt mit SV Anti­gua: 01.-09. Juni 2019, Schwer­punkt Eis & Tie­re

Die Aus­schrei­bun­gen für die Ark­tis-Rei­sen 2019 sind nun soweit voll­stän­dig. Neben den „tra­di­tio­nel­len“ Spitz­ber­gen-Rei­sen mit der Anti­gua im Juli und im Sep­tem­ber sowie „Spitz­ber­gen für Fort­ge­schrit­te­ne“ mit der Arc­ti­ca II im August neu hin­zu­ge­kom­men ist jetzt die Beschrei­bung für die 2019 erst­ma­lig ins Pro­gramm auf­ge­nom­me­ne Spitz­ber­gen-Fahrt mit der Anti­gua vom 01. bis zum 09. Juni 2019. Schwer­punkt die­ser Fahrt im ark­ti­schen Früh­som­mer soll das Eis sein, das zu die­ser Jah­res­zeit erfah­rungs­ge­mäß noch in den Fjor­den und vor der Küs­te vor­han­den ist, und die Tie­re, von den Vögeln und Ren­tie­ren der Tun­dra bis zu den gro­ßen Cha­rak­ter­tie­ren der Ark­tis, Eis­bä­ren und Wal­ros­sen.

Hier geht es zur Rei­se­be­schrei­bung für die Anti­gua in Spitz­ber­gen, 01.-09. Juni 2019.

Antigua an der Eiskante, Spitzbergen

Pata­go­ni­en unter Segeln 2018: Rei­se­be­richt und Fotos online

Nach dem Rei­se­be­richt und den Fotos zur Ant­ark­tis-Fahrt mit SY Anne-Mar­ga­re­tha sind nun auch die ent­spre­chen­den Sei­ten zur Pata­go­ni­en-Rei­se im März/April 2018 online. Die hier ver­link­ten Sei­ten bie­ten neben dem Rei­se­ta­ge­buch auch Foto­ga­le­rien mit kür­ze­ren Beschrei­bun­gen der ver­schie­de­nen Abschnit­te der Fahrt von Ushua­ia über Puer­to Montt. 25 aben­teu­er­li­che Tage unter Segeln in einem wil­den, schö­nen, ein­sa­men der Welt! Obwohl noch ein lan­ger Ark­tis-Som­mer unter Segeln bevor­steht, ist jetzt schon sicher, dass die Pata­go­ni­en-Fahrt als ein Höhe­punkt nicht nur 2018, son­dern auch weit dar­über hin­aus in Erin­ne­rung blei­ben wird. Mit dem Rei­se­be­richt kann man nach­träg­lich völ­lig kos­ten­frei und fern­ab von Wind und Wel­len, Käl­te und See­krank­heit in die herr­li­chen Land­schaf­ten Pata­go­ni­ens ein­tau­chen – viel Spaß!

Patagonien 2018 Fotos und Reisebericht, von und mit Rolf Stange und SY Anne-Margaretha

Wan­de­rung auf einer abge­le­ge­nen Insel in Pata­go­ni­en.

Und ja, wir gehen davon aus, dass die­se ers­te Fahrt in Pata­go­ni­en nicht die letz­te gewe­sen sein soll, es gibt noch so viel dort zu ent­de­cken! Kon­kre­te Plä­ne dazu haben wir aktu­ell nicht, das wird sicher nicht im Süd­som­mer 2018/19 anste­hen, aber heu­te ist nicht alle Tage, wir komm’n wie­der kei­ne Fra­ge! Has­ta la vis­ta, Pata­go­nia!

Aber bald heißt es nun erst mal wie­der: auf nach Spitz­ber­gen! Ab Juli wird der Ark­tis-Rei­se­blog auf die­ser Sei­te wie­der regel­mä­ßig Fut­ter bekom­men.

Ark­tis unter Segeln 2019: Spitz­ber­gen und Grön­land

Die Ter­mi­ne und Beschrei­bun­gen für unse­re Rei­sen „Ark­tis unter Segeln 2019“ sind nun ver­füg­bar. Natür­lich ist Spitz­ber­gen über den gan­zen Polar­som­mer 2019 hin­weg mehr­fach im Pro­gramm, aber es geht auch nach Grön­land, genau­er mit SY Anne-Mar­ga­re­tha nach Ost­grön­land, in den Score­s­by­sund (25.08.-09.09.2019).

Gleich drei­mal wer­den wir mit dem belieb­ten Drei­mas­ter SV Anti­gua in Spitz­ber­gen unter­wegs sein. Natür­lich ist unse­re lan­ge, inten­si­ve 18-Tage-Fahrt wie­der dabei (25.06.-12.07.2019), genau­so wie die Fahrt ins spät­som­mer­li­che Licht im Sep­tem­ber 2019. Die­ses Mal liegt der Ter­min etwas spä­ter (19.-29.09.2019), so dass wir unter ande­rem wirk­lich gute Chan­cen für schö­ne Nord­lich­ter haben!

Neu im Pro­gramm für 2019 ist eine früh­som­mer­li­che Fahrt mit der Anti­gua, bei der das Eis, mit dem wir zu die­ser recht frü­hen Zeit noch rech­nen kön­nen, und die Tie­re im Vor­der­grund ste­hen sol­len (01.-09.06.2019). Die­se Fahrt ist mit 9 Tagen kür­zer als die ande­ren Rei­sen, bie­tet aber immer noch reich­lich Zeit für vie­le schö­ne Erleb­nis­se und Ein­drü­cke und die Rei­se­dau­er wird man­chem ent­ge­gen­kom­men, für den oder die eine drei­wö­chi­ge Rei­se im Som­mer orga­ni­sa­to­risch nicht zu bewäl­ti­gen ist. Die genaue Beschrei­bung für die­se Fahrt wird dem­nächst fol­gen, Inter­es­sen­ten kön­nen sich natür­lich den­noch schon vor­mer­ken las­sen.

Antigua an der Eiskante, Spitzbergen

Ark­tis-Eis unter Segeln: neue Fahrt mit der Anti­gua, 01.-09. Juni 2019! Genaue Beschrei­bung folgt.

Auch unse­re inten­si­ve und immer erleb­nis­rei­che Fahrt „Spitz­ber­gen für Fort­ge­schrit­te­ne“ mit SY Arc­ti­ca II ist 2019 natür­lich wie­der dabei (04.-22. August 2019).

Bei Fra­gen oder Inter­es­se neh­men Sie bit­te ein­fach Kon­takt auf. Fra­gen zu den Rei­sen, Rou­ten und Schif­fen beant­wor­tet Rolf Stan­ge, unver­bind­li­che Reser­vie­run­gen und Buchun­gen nimmt Uwe Maaß (Geo­gra­phi­sche Rei­se­ge­sell­schaft) ger­ne ent­ge­gen.

Eis­bär bei Lon­gye­ar­by­en gese­hen

Eine knap­pe Woche nach dem Eis­bä­ren­be­such bei Kapp Lin­né, der weit durch die Medi­en ging, ist wie­der ein Eis­bär in Sied­lungs­nä­he gesich­tet wor­den. Am Frei­tag Abend war ein Eis­bär in der Nähe des alten Flug­plat­zes im Advent­da­len unter­wegs in Rich­tung Lon­gye­ar­by­en.

Bald dar­auf war der Sys­sel­man­nen mit dem Hub­schrau­ber vor Ort; der Eis­bär befand sich bereits in der Nähe des Advent­fjord, also dicht bei Lon­gye­ar­by­en. Vom Moto­ren­ge­räusch zunächst ver­trie­ben, ver­zog der Eis­bär sich nach Hior­th­hamn, gegen­über von Lon­gye­ar­by­en. Als der Eis­bär sich spä­ter schwim­mend im Fjord befand, wur­de sicher­heits­hal­ber eine Lager­feu­er­par­ty am Ufer eva­ku­iert, ohne dass der Bär sich jedoch in der Nähe bli­cken ließ, eine Vor­sichts­maß­nah­me ohne jede Dra­ma­tik.

Eisbär, Adventfjord

Eis­bär im Advent­fjord, nicht weit von Lon­gye­ar­by­en (Archiv­bild, 2014).

Zuletzt wur­de der Eis­bär Sams­tag Mit­tag auf dem Weg in den Sas­senfjord gese­hen. Seit­dem ist sein Auf­ent­halts­ort nicht mehr bekannt, und die Behör­den legen den „Fall“ zu den Akten, bis es even­tu­ell neue Beob­ach­tun­gen gibt.

Bei dem Eis­bä­ren han­del­te sich sich wahr­schein­lich um ein gro­ßes Männ­chen. Zu gefähr­li­chen Situa­tio­nen für Mensch oder Tier kam es nicht.

Der Fall zeigt, wie wich­tig es ist, auch ganz in der Nähe von Lon­gye­ar­by­en umsich­tig und vor­be­rei­tet zu sein.

Zwei Plät­ze auf der Anti­gua (12.-29.07.2018) wie­der frei gewor­den!

Spitz­ber­gen unter Segeln mit SV Anti­gua, 18 inten­si­ve Tage lang – eine Traum­rei­se für Ark­tis­freun­de! Nun besteht die Chan­ce dazu kurz­fris­tig wie­der auf der eigent­lich längst aus­ge­buch­ten Rei­se im Juli 2018, da nach einer Stor­nie­rung eine Dop­pel­ka­bi­ne frei­ge­wor­den ist.

Spitzbergen unter Segeln, SV Antigua Juli 2018

Spitz­ber­gen unter Segeln auf der Anti­gua im Juli 2018: Zwei Plät­ze wie­der ver­füg­bar.

Also – nur zu und Will­kom­mem an Bord! Kli­cken Sie hier für wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu die­ser Rei­se.

Inter­es­sen­ten kön­nen sich für Fra­gen zur Rei­se, zur Anti­gua, zu Spitz­ber­gen, zur Aus­rüs­tung etc. an Rolf Stan­ge wen­den und für Reser­vie­rung und Buchung an die Geo­gra­phi­sche Rei­se­ge­sell­schaft.

Stö­run­gen in sen­si­blen Tun­d­ra­ge­bie­ten in der Brut­sai­son ver­mei­den!

Auf Spitz­ber­gen hat die Som­mer­sai­son begon­nen. Sowohl die Schif­fe, die mit Tou­ris­ten in ent­le­ge­ne Fjor­de fah­ren, als auch die Vögel, die nun ihr Brut­ge­schäft begin­nen, sind zurück.

Der Früh­som­mer ist in der Ark­tis eine sehr leben­di­ge Zeit: in den Vogel­fel­sen brummt es, auch in der Tun­dra tobt das Leben. Gän­se stär­ken sich nach dem Früh­jahrs­zug für die Brut­sai­son, eben­so Eide­r­en­ten und vie­le ande­re Boden- und Kliff­brü­ter, See- und Tun­dra­vö­gel.

Der Sys­sel­man­nen (Gou­ver­neur) hat nun dar­an erin­nert, sich ent­spre­chend rück­sichts­voll im Gelän­de zu ver­hal­ten. Eine Rei­he beson­ders sen­si­bler Orte, über­wie­gend klei­ne Insel­chen, sind ohne­hin als Vogel­re­ser­va­te spe­zi­ell geschützt. Aber auch andern­orts sind vie­le Vögel unter­wegs und sind jetzt für Stö­run­gen beson­ders anfäl­lig.

Midterhuken

Tun­dra am Mid­ter­hu­ken: lässt man im Früh­som­mer bes­ser in Ruhe.

Expli­zit wur­de vom Sys­sel­man­nen dazu auf­ge­ru­fen, auf Lan­dun­gen am Midterhuken/Gåsbergkilen im Bell­sund zu ver­zich­ten. Auch andern­orts soll­te man ent­we­der gar nicht anlan­den oder sich beson­ders vor­sich­tig und rück­sichts­voll bewe­gen, wenn vie­le Gän­se, Eide­r­en­ten und ande­re Vögel die Tun­dra besie­deln.

Gute Fahrt!

Eis­bär im Gebäu­de auf Kapp Lin­né (Isfjord Radio)

Auf Kapp Linné/Isfjord Radio ist ein Eis­bär in die Gebäu­de ein­ge­drun­gen.

Die alte Radio­sta­ti­on dien­te ehe­mals dem Funk­ver­kehr zwi­schen den Sied­lun­gen Spitz­ber­gens und dem Fest­land, ist tech­nisch aber obso­let, seit der Daten­ver­kehr über ein Glas­fa­ser­ka­bel läuft. Seit Ende der 1990er Jah­re dient Kapp Lin­né als klei­nes Wild­nis­ho­tel an der West­küs­te Spitz­ber­gens.

Aktu­ell befin­den sich 5 Ange­stell­te und 9 Gäs­te auf Kapp Lin­né. Am Sonn­tag mor­gen um 7 Uhr früh ent­deck­te die Che­fin, Malin Stark, dass eine Tür auf­ge­bro­chen war, kurz dar­auf hör­te sie Geräusch aus einem Lager­raum, wie die Sval­bard­pos­ten berich­tet.

Um 9 Uhr befand der Eis­bär sich immer noch im Gebäu­de. Sys­sel­mann­nen und nor­we­gi­sches Polar­in­sti­tut sind unter­wegs, um den Bären mög­lichst zu ver­trei­ben oder zu betäu­ben. Nur im Not­fall wür­de man den Eis­bä­ren erschie­ßen („lethal ent­neh­men“, wie der deut­sche Amts­schim­mel sagen wür­de).

Eisbär Kapp Linné (Isfjord Radio)

Eis­bär bei Kapp Lin­né (Isfjord Radio). Archiv­bild Ver­fas­ser.

Per­so­nen waren, soweit bekannt, nicht unmit­tel­bar in Gefahr. Mög­li­cher­wei­se steht der Bär, ver­mut­lich ein gro­ßes Männ­chen, aber unter Stress: Es ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass er sich ver­letzt hat oder den Weg nach drau­ßen nicht mehr fin­det.

Eis­bä­ren­be­such auf Kapp Lin­né ist nicht unbe­dingt all­täg­lich, kommt aber immer wie­der mal vor. Auch die­ser Autor, der in grau­er Vor­zeit mal auf Kapp Lin­né gear­bei­tet hat, kann von ent­spre­chen­den Erleb­nis­sen berich­ten. Dass ein Eis­bär aller­dings in eines der Gebäu­de ein­dringt, gehört aber defi­ni­tiv zu den Sel­ten­hei­ten.

Ergän­zung: Sonn­tag Vor­mit­tag gegen 11 Uhr kam vom Sys­sel­man­nen die Mel­dung, dass der Eis­bär Kapp Lin­né ver­las­sen habe und auf dem Weg nach Nor­den sei.

12.000 Tei­le Mikro­plas­tik in einem Liter Meer­eis …

Das Eis der Ark­tis ist deut­lich stär­ker mit Mikro­plas­tik ver­un­rei­nigt als bis­her ange­nom­men. Das stell­ten For­sche­rin­nen und For­scher des Alfred-Wege­ner-Insti­tu­tes in Bre­mer­ha­ven in einer Stu­die fest, die Ende April ver­öf­fent­licht wur­de.

Unter­sucht wur­den Pro­ben aus drei Expe­di­tio­nen von 2014 und 2015. Durch eine ver­bes­ser­te Unter­su­chungs­me­tho­de mit­hil­fe von Infra­rot­licht konn­ten mehr und auch deut­lich klei­ne­re Tei­le iden­ti­fi­ziert wer­den als bei frü­he­ren Unter­su­chun­gen.

Ver­mut­lich stammt das Mikro­plas­tik aus den Müll­stru­deln im Atlan­tik und im Pazi­fi­schen Oze­an zwi­schen Hawaii und Nord­ame­ri­ka. Aber auch loka­le Ver­ur­sa­cher der Ver­schmut­zung wur­den aus­ge­macht, zum Bei­spiel beim Fund von Lack­par­ti­keln aus Schiffs­an­stri­chen oder Nylon­res­ten von Fischer­net­zen.

Mikro­plas­tik sind win­zi­ge Plas­tik­teil­chen, die klei­ner als fünf Mil­li­me­ter groß sind. Es ent­steht beim Zer­fall grö­ße­rer Plas­tik­tei­le, bei der Wäsche syn­the­ti­scher Fasern, ist aber auch in vie­len Rei­ni­gungs­mit­teln und Kos­me­tik­pro­duk­ten ent­hal­ten.

Über die Fol­gen der Ver­un­rei­ni­gung mit Mikro­plas­tik für Umwelt und Mensch ist noch wenig bekannt. In Labor­stu­di­en zeig­ten Muscheln jedoch Ent­zün­dungs­re­ak­tio­nen und Fische Ver­hal­tens­än­de­run­gen.

Auch Plas­tik­müll aus Deutsch­land lan­det in der Ark­tis. So wur­de bei der Unter­su­chung von Plas­tik­müll, der an Spitz­ber­gens Strän­den gesam­melt wur­de und den man noch geo­gra­fisch zuord­nen konn­te, fest­ge­stellt, dass sie­ben Pro­zent davon aus Deutsch­land stamm­ten!

Tou­ris­tin­nen und Tou­ris­ten auf Spitz­ber­gen sam­meln jedes Jahr in pri­va­ten und öffent­li­chen Initia­ti­ven ton­nen­wei­se Plas­tik­müll von den Strän­den. Übri­gens auch auf den Spitz­ber­gen Segel­rei­sen mit der Anti­gua :-).

Plastikmüll auf Spitzbergen

Plas­tik­müll, gesam­melt am Strand der Hin­lo­pen­stra­ße im Nord­os­ten Spitz­ber­gens

An die­ser Stel­le soll auch der Hin­weis auf zwei unter­stüt­zens­wer­te Pro­jek­te nicht feh­len:
The Oce­an Cle­a­nup ent­wi­ckelt tech­ni­sche Sys­te­me mit dem Ziel, einen rie­si­gen Plas­tik­stru­del im Pazi­fik in fünf Jah­ren um 50% zu redu­zie­ren und das gefil­ter­te Plas­tik am Ende Recy­cling­sys­te­men zuzu­füh­ren.
Oce­an Care führt Schutz- und For­schungs­pro­jek­te durch, orga­ni­siert Kam­pa­gnen und Bil­dungs­pro­jek­te und enga­giert sich in inter­na­tio­na­len Gre­mi­en, zum Bei­spiel als UN Son­der­be­ra­te­rin für Fra­gen im Mee­res­schutz.

Quel­le: Natu­re Com­mu­ni­ca­ti­ons

Eis­bä­ren auf Hopen aus der Nähe bei der Paa­rung beob­ach­tet

Die klei­ne Insel Hopen macht schon wie­der durch eine denk­wür­di­ge Tier­be­ob­ach­tung von sich reden: nach­dem Ende April dort ein Eis­fuchs mit Toll­wut auf­ge­taucht ist, bekam die Besat­zung der Wet­ter­sta­ti­on auf Hopen am 04. Mai eine Beob­ach­tung der Jahr­hun­dert­klas­se. Eis­bä­ren­sich­tun­gen sind auf Hopen grund­sätz­lich nichts unge­wöhn­li­ches. Im Win­ter­halb­jahr kommt es in man­chen Jah­ren zu meh­re­ren hun­dert Eis­bä­ren­sich­tun­gen in der Nähe der Wet­ter­sta­ti­on! Was am 04. Mai geschah, war aber mehr als außer­ge­wöhn­lich.

Zunächst gin­gen die 4 Wet­ter­frö­sche davon aus, dass es sich bei den bei­den Eis­bä­ren, die in der unmit­tel­ba­ren Nähe der Sta­ti­on umein­an­der schli­chen und sich immer wie­der anbrüll­ten, um eine Mut­ter mit einem etwas unge­zo­ge­nen „Teen­ager“ han­deln wür­de.

Eisbären Paarung, Hopen

Hier weiß man noch nicht so recht, was folgt. Foto © Ted Tor­foss.

Rou­ti­ge­mä­ßig ver­such­te die Besat­zung der Wet­ter­sta­ti­on Hopen Meteo zunächst, die Eis­bä­ren mit Lärm zu ver­scheu­chen. Die bei­den ver­zo­gen sich aufs Eis, kamen aber spä­ter wie­der; offen­sicht­lich hat­ten sie zwi­schen­durch Jagd­er­folg gehabt, wie die blu­ti­ge Nase zeig­te.

Dann wur­de aber klar, was im Gan­ge war: es han­del­te sich um ein Männ­chen und ein Weib­chen im Paa­rungs­ri­tu­al. Nach einer Wei­le kamen die bei­den zur Sache und die Paa­rung begann.

Eisbären Paarung, Hopen

Hier ist der Fall klar: Eis­bä­ren bei der Paa­rung. Foto © Ted Tor­foss

Die bei­den lie­ßen sich von der Wet­ter­sta­ti­on über­haupt nicht stö­ren, son­dern voll­zo­gen ihre Paa­rung mit Aus­dau­er und, wie die Fotos nahe­le­gen, mit Genuss. Der Akt dau­er­te eine gute Stun­de! Damit bekam die vier­köp­fi­ge Mann­schaft von Hopen Meteo die Gele­gen­heit zu einer Eis­bä­ren­be­ob­ach­tung von höchs­tem Sel­ten­heits­wert und natür­lich auch die Mög­lich­keit, ein­zig­ar­ti­ge Fotos zu machen. Von die­ser Mög­lich­keit mach­te Ted Tor­foss, Meteo­ro­lo­ge und eif­ri­ger Foto­graf, flei­ßig Gebrauch. Ein paar sei­ner Bil­der dür­fen wir hier mit Teds freund­li­cher Geneh­mi­gung zei­gen, wer mehr sehen will, sei auf die Web­sei­te der Sta­ti­on ver­wie­sen. Vie­len Dank, Ted Tor­foss, für die Geneh­mi­gung, die Fotos auf die­ser Sei­te zei­gen zu dür­fen! Viel­leicht war das ein­zig­ar­ti­ge Erleb­nis ein Geburts­tags­ge­schenk der Natur? Bald dar­auf konn­te Ted auf Hopen näm­lich sei­nen 60. Geburts­tag fei­ern. Herz­li­chen Glück­wunsch! 🙂

Eisbären Paarung, Hopen

Hier ist der Fall klar: Eis­bä­ren bei der Paa­rung. Foto © Ted Tor­foss

Natür­lich sind Paa­run­gen bei Eis­bä­ren in der Natur im Früh­jahr ein regel­mä­ßig vor­kom­men­des Ereig­nis, das aber nur äußerst sel­ten beob­ach­tet wird. Es gibt nur weni­ge Film­auf­nah­men und Fotos. Frü­he­re Beob­ach­tun­gen die­ser Art sind von Hopen nicht bekannt, und die­ses von Men­schen bewohn­te Eis­bä­ren­nest ist sicher der Ort, wo die Chan­cen noch am bes­ten sind.

Vor ein paar Wochen konn­te eine glück­li­che Tou­ris­ten­grup­pe im Tem­pel­fjord eben­falls eine Eis­bä­ren­paa­rung beob­ach­ten. Die Bil­der des Gui­des Yann Ras­hid zir­ku­lier­ten im Inter­net und haben ohne Zwei­fel eben­falls Sel­ten­heits­wert, sind auf­grund der deut­lich grö­ße­ren Ent­fer­nung aber nicht mit den Fotos ver­gleich­bar, die Ted Tor­foss vor ein paar Tagen auf Hopen machen konn­te.

Fuchs mit Toll­wut auf Hopen

Auf der zu Sval­bard (Insel­grup­pe Spitz­ber­gen) gehö­ren­den Insel Hopen ist ein Eis­fuchs mit Toll­wut gefun­den wor­den, wie der Sys­sel­man­nen mit­teilt. Am 26. April griff der Fuchs die zur Wet­ter­sta­ti­on Hopen Meteo gehö­ren­den Hun­de an und wur­de von die­sen getö­tet. Rou­ti­ne­mä­ßig wur­de der tote Fuchs nach Oslo gebracht und dort tier­me­di­zi­nisch unter­sucht, wobei Toll­wut nach­ge­wie­sen wur­de.

Hopen liegt fern im Süd­os­ten von Sval­bard, 90 Kilo­me­ter von der nächs­ten grö­ße­ren Insel ent­fernt, der Edgeøya, 200 Kilo­me­ter von der Haupt­in­sel Spitz­ber­gen und fast 300 Kilo­me­ter von Lon­gye­ar­by­en. Es ist aber nicht aus­zu­schlie­ßen, dass wei­te­re, toll­wut­in­fi­zier­te Eis­füch­se sich schon wei­ter west­lich befin­den oder bald dort­hin gelan­gen, wo Men­schen woh­nen und Tou­ris­ten häu­fi­ger unter­wegs sind: Der­zeit steckt der Osten von Sval­bard über­wie­gend noch in dich­tem Treib­eis, über das Füch­se schnell gro­ße Ent­fer­nun­gen zurück­le­gen kön­nen. Auf die­sem Weg ist der Toll­wut­er­re­ger nun auch mit größ­ter Wahr­schein­lich­keit aus der rus­si­schen Ark­tis nach Hopen gelangt. Dies pas­siert lang­fris­tig mehr oder weni­ger regel­mä­ßig: Seit 1980 gab es sie­ben Toll­wut­epi­so­den auf Sval­bard, den aktu­el­len Nach­weis ein­ge­schlos­sen. 2011 wur­de das Virus bei Ren­tie­ren und Eis­füch­sen auf Hopen, im Horn­sund und um Lon­gye­ar­by­en nach­ge­wie­sen.

Tollwut Spitzbergen: Eisfuchs

Eis­fuchs auf der Edgeøya: Neu­gier ist ein völ­lig nor­ma­les Ver­hal­ten, Aggres­si­vi­tät ein Toll­wut-Warn­si­gnal.

Das Toll­wut­vi­rus kann für Men­schen sehr gefähr­lich sein: „Man soll­te nie­mals Füch­se berüh­ren, ins­be­son­de­re kei­ne toten Füch­se, auch kei­nen Kot. … Bei ver­se­hent­li­chem oder unver­meid­ba­rem Umgang mit poten­zi­ell betrof­fe­nen Tie­ren sind Gum­mi­hand­schu­he und anschlie­ßen­de, gründ­li­che Hand­hy­gie­ne (mög­lichst Des­in­fek­ti­on) wich­tig. Eine Über­tra­gung des Virus durch blo­ßen Haut­kon­takt ist sehr unwahr­schein­lich, gefähr­lich wird es bei Biss­wun­den. Bei Toll­wut­ver­dacht ist der Sys­sel­mann umge­hend zu benach­rich­ti­gen, betrof­fe­ne Per­so­nen kön­nen zeit­nah auch nach Kon­takt mit even­tu­ell infi­zier­ten Tie­ren oder Tier­lei­chen durch nach­träg­li­che Imp­fung noch Schutz erhal­ten. Toll­wut­in­fek­tio­nen enden für Men­schen fast immer töd­lich!“ (Zitat aus dem Spitz­ber­gen-Rei­se­füh­rer).

Unge­wöhn­li­ches Ver­hal­ten von Eis­füch­sen wie Aggres­si­vi­tät gegen­über Men­schen oder grö­ße­ren Tie­ren ist ein deut­li­ches Hin­weis auf eine wahr­schein­li­che Infek­ti­on mit Toll­wut.

Das tat­säch­li­che Risi­ko einer Infek­ti­on ist für Men­schen äußerst gering, solan­ge man sich nicht grob fahr­läs­sig ver­hält, und die aktu­el­le Epi­so­de bedeu­tet kei­ne all­ge­mei­ne Gefahr für Rei­sen nach Spitz­ber­gen. Aber man soll­te die­se Infor­ma­ti­on im Hin­ter­kopf haben, falls man auf Tie­re mit auf­fäl­li­gem Ver­hal­ten oder tote Tie­re stößt.

Ark­tis-Unfug: das angeb­li­che Ver­bot, in Lon­gye­ar­by­en zu ster­ben, gebo­ren zu wer­den und die Waf­fen­tra­ge­pflicht

Es ist unglaub­lich, wie hart­nä­ckig sich man­che Gerüch­te hal­ten. Sie sind so zäh, dass sie nicht nur stän­dig von schlecht recher­chie­ren­den Medi­en wie­der her­vor­ge­kramt wer­den, son­dern man bekommt sie mit­un­ter sogar von eben­so schlecht infor­mier­ten Gui­des in Spitz­ber­gen zu hören.

Dadurch steigt der Wahr­heits­ge­halt aller­dings nicht.

Wer die­se Sei­te besucht, soll in Sachen Spitz­ber­gen bes­ser infor­miert sein, und des­we­gen wird hier in Bezug auf ein paar der blö­des­ten, stän­dig wie­der­keh­ren­den Quatsch-Behaup­tun­gen auf­ge­räumt.

Ers­tens: Immer wie­der ist zu hören, es sei in Lon­gye­ar­by­en oder wahl­wei­se in ganz Spitz­ber­gen ver­bo­ten, zu ster­ben. Zunächst fragt man sich, wie so ein Ver­bot durch­zu­set­zen wäre. Was pas­siert denn, wenn man in Lon­gye­ar­by­en stirbt? Bekommt man dann eine Geld­stra­fe oder muss man gar ins Gefäng­nis statt ins Grab? Spaß bei­sei­te: irgend­wo haben sol­che Behaup­tun­gen natür­lich ihren Ursprung. Der liegt ein­mal dar­in, dass Lon­gye­ar­by­en über lan­ge Zei­ten sei­ner bis 1906 zurück­rei­chen­den Geschich­te eine „com­pa­ny town“ war, also Betriebs­ge­län­de eines pro­du­zie­ren­den Koh­le­berg­werks und nichts ande­res. Es gab kei­nen frei­en Woh­nungs­markt, son­dern nur fir­men­ei­ge­ne Unter­künf­te für Ange­stell­te. Wer das Arbeits­ver­hält­nis been­de­te, muss­te auto­ma­tisch abrei­sen. Das galt natür­lich auch für ein Arbeits­en­de aus Alters­grün­den. Schon aus die­sem ein­fa­chen Grund war es nicht mög­lich, in Lon­gye­ar­by­en sei­nen Lebens­abend zu genie­ßen und daher starb zumin­dest aus Alters­grün­den dort nie­mand. Auch heu­te kommt man aufs Fest­land, wenn man für grö­ße­re medi­zi­ni­sche Pro­ble­me Behand­lung braucht oder gesund­heit­lich oder durch Alter beding­te Pfle­ge, ein­fach weil es die ent­spre­chen­den Ein­rich­tun­gen in Lon­gye­ar­by­en nicht gibt. Das Kran­ken­haus ist klein und wäre für vie­le Spe­zi­al­fäl­le nicht aus­ge­stat­tet, Alters- oder Pfle­ge­hei­me gibt es nicht. Des­halb fliegt man bei Bedarf logi­scher­wei­se zum Fest­land.

Leben und kein Sterbeverbot in Longyearbyen: Sonnenfest

In Lon­gye­ar­by­en wird vor allem flei­ßig gelebt …

Stirbt ein Bewoh­ner von Lon­gye­ar­by­en, dann besteht meis­tens der Wunsch nach einem Grab in der Hei­mat­ge­mein­de auf dem Fest­land. Die wenigs­ten leben mit ihrer Fami­lie über Gene­ra­tio­nen in Lon­gye­ar­by­en, statt­des­sen haben die meis­ten eine star­ke Anbin­dung an einen Ort anders­wo und wol­len dort begra­ben wer­den. Wenn jemand sei­ne letz­te Ruhe­stät­te auf dem Fried­hof in Lon­gye­ar­by­en haben will, so geht auch dies. Ein­zi­ge Ein­schrän­kung: nur als Urnen­be­gräb­nis. Die bis­lang letz­ten Begräb­nis­se in Lon­gye­ar­by­en gab es 2014, wei­te­re wird es über kurz oder lang sicher geben.

Das und sonst nichts steckt hin­ter die­ser blöd­sin­ni­gen Behaup­tung eines Ster­be­ver­bots, das es tat­säch­lich nie gege­ben hat.

Leben und kein Sterbeverbot in Longyearbyen: Sonnenfest

… und manch­mal, wenn auch sel­ten, wird dort auch gestor­ben. Ein „Ster­be­ver­bot“ hat es nie gege­ben! Der Fried­hof in Lon­gye­ar­by­en.

War­um wer­den sol­che Behaup­tun­gen eigent­lich immer wie­der auf­ge­stellt? Ist das der Ver­such, Lon­gye­ar­by­en irgend­wie noch span­nen­der, noch exo­ti­scher dar­zu­stel­len? Ist doch gar nicht nötig, Lon­gye­ar­by­en ist schon inter­es­sant genug, so wie es tat­säch­lich ist. Viel­leicht ist es auch ein­fach zu müh­sam, tat­säch­lich ein wenig zu recher­chie­ren, und viel­leicht wird ver­mu­tet, in Zei­ten von „fake news“ spiel­ten die tat­säch­li­chen fak­ti­schen Hin­ter­grün­de auch gar kei­ne Rol­le mehr. Dem muss man ent­ge­gen­tre­ten und laut sagen: Unfug! Das tat unter ande­rem Leif-Magne Hel­ge­sen, Pries­ter in Lon­gye­ar­by­en, vor ein paar Jah­ren in einem deut­li­chen Leser­brief an die Sval­bard­pos­ten.

Wo wir schon dabei sind, ein kur­zer Blick auf das ande­re, erfreu­li­che­re Ende des Lebens, näm­lich den Anfang: Meis­tens wird im glei­chen Atem­zug behaup­tet, es wäre auch ver­bo­ten, in Lon­gye­ar­by­en gebo­ren zu wer­den. Das ist natür­lich genau­so Quatsch. Nur ist es aus den erwähn­ten prak­ti­schen Grün­den – man­geln­de medi­zi­ni­sche Mög­lich­kei­ten für den Fall von Kom­pli­ka­tio­nen – siche­rer, die Geburt in einem grö­ße­ren Kran­ken­haus oder zumin­dest in der Nähe eines sol­chen statt­fin­den zu las­sen. Daher flie­gen schwan­ge­re Frau­en ein paar Wochen vor Geburt aufs Fest­land, nach Trom­sø oder zu einem Ort ihrer Wahl. Ein gesetz­li­ches Ver­bot, auf Spitz­ber­gen gebo­ren zu wer­den, gibt es natür­lich nicht, wie man sich eigent­lich den­ken kann.

Ande­re Bau­stel­le, ähn­li­ches Quat­sch­ni­veau: immer wie­der bekommt man zu hören, man sei auf Spitz­ber­gen „gesetz­lich ver­pflich­tet, eine Waf­fe zu tra­gen“. Auch das ist ech­ter ark­ti­scher Quatsch. Hat jemals jemand so ein Gesetz gese­hen? Nein, denn so etwas hat es nie gege­ben. Der gesun­de Men­schen­ver­stand for­dert das Tra­gen einer geei­ge­ne­ten Waf­fe außer­halb bewohn­ter Sied­lun­gen im Eis­bä­ren­ge­biet und das ist auch abso­lut üblich, das Gesetz for­dert aber nur ein „geeig­ne­tes Abschreck­mit­tel“, wozu meist eine Signal­pis­to­le mit spe­zi­el­ler Muni­ti­on getra­gen wird. Die Behör­den (Sys­sel­man­nen) for­dern zwar zur Ertei­lung einer Geneh­mi­gung für Tou­ren in ent­le­ge­nen Gebie­ten, dass eine Waf­fe mit­ge­führt wird, aber nur aus Ver­nunft­grün­den und nicht weil das gesetz­lich vor­ge­schrie­ben ist (und so eine Geneh­mi­gung braucht man ohne­hin nur in abge­le­ge­ne­ren Gebie­ten, außer­halb des soge­nann­ten Ver­wal­tungs­ge­bie­tes 10). Wer ohne Gewehr außer­halb von Lon­gye­ar­by­en spa­zie­ren­geht, ist viel­leicht etwas lebens­mü­de, tut aber nichts Ille­ga­les. Ein Gesetz, dass zum Tra­gen einer Waf­fe ver­pflich­tet, gibt es nicht!

Pflicht zum Waffentragen auf Spitzbergen: gibt es nicht

Genau­so­we­nig wie ein Ster­be­ver­bot gibt es eine gesetz­li­che Pflicht, auf Spitz­ber­gen eine Waf­fe zu tra­gen. Wer im Eis­bä­ren­land kei­ne dabei hat, ist aller­dings lebens­ge­fähr­lich unter­wegs.

So, jetzt haben wir einen ark­ti­schen Unfug auf­ge­räumt. Bis dem­nächst!

Motor­schlit­ten an der Ost­küs­te im Eis ein­ge­bro­chen

In der Mohn­buk­ta an der Ost­küs­te Spitz­ber­gens sind zwei Motor­schlit­ten im Eis ein­ge­bro­chen. Ver­letzt wur­de nie­mand. Die bei­den gehör­ten zu einer Grup­pe mit neun Motor­schlit­ten, alle­samt Ein­woh­ner aus Lon­gye­ar­by­en, auf pri­va­ter Tour. Nach offi­zi­el­len Anga­ben hat­te die Grup­pe alles rich­tig gemacht und sich kurz zuvor noch von der Mäch­tig­keit („Dicke“) der Eis­schicht über­zeugt und dabei soli­de 70 Zen­tim­ter gemes­sen, ein Wert, bei dem man davon aus­geht, ent­spannt Gas geben zu kön­nen. Kurz dar­auf bra­chen jedoch zwei Motor­schlit­ten durch die Ober­flä­che.

Da die ein­zel­nen Fahr­zeu­ge rich­ti­ger­wei­se einen aus­rei­chend gro­ßen Abstand zuein­an­der gehal­ten hat­ten, wur­den nicht noch mehr Motor­schlit­ten in die jewei­li­gen Hava­rien mit ein­be­zo­gen. Die Fah­rer konn­ten sich jeweils selbst schnell auf trag­fä­hi­ges Eis zurück­zie­hen, und mit ver­ein­ten Kräf­ten gelang es der Grup­pe, die noch an der Ober­flä­che befind­li­chen Motor­schlit­ten zu ber­gen. Den­noch infor­mier­te die Grup­pe anschlie­ßend unmit­tel­bar den Sys­sel­man­nen, für den Fall, dass ande­re den Vor­fall beob­ach­tet hat­ten und Alarm geschla­gen hat­ten.

Motorschlittentour Mohnbukta, Ostküste Spitzbergens

Unter­wegs auf dem Eis in der Mohn­buk­ta an der Ost­küs­te Spitz­ber­gens: schön, aber nie ganz risi­ko­frei.

Der Vor­fall, der sich bereits Sams­tag ereig­ne­te, zeigt, dass das Fjord­eis auch bei umsich­ti­ger Vor­ge­hens­wei­se gefähr­lich ist und bleibt. Vor­sicht und die rich­ti­ge Aus­rüs­tung für den Fall der Fäl­le wie Sei­le und „Eis­nä­gel“ oder brauch­ba­re Mes­ser o.ä., die einem im schlimms­ten Fall dabei hel­fen, sich selbst aus dem Was­ser aufs Eis zu zie­hen, kön­nen Leben und Mate­ri­al ret­ten.

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Fahr­ver­bo­te in Tem­pel­fjord, Bil­lefjord und Rin­ders­buk­ta

Mit­ten in der win­ter­li­chen Hoch­sai­son hat der Sys­sel­man­nen den moto­ri­sier­ten Ver­kehr, sprich Motor­schlit­ten, weit­ge­hend vom Fjord­eis in Tem­pel­fjord (inne­rer Isfjord), Bil­lefjord (bei Pyra­mi­den) und Rin­ders­buk­ta (Van Mijenfjord) ver­bannt. Hin­ter­grund der Fahr­ver­bo­te sind nicht etwa Stick­oxi­de oder Fein­staub, son­dern die ver­mu­te­te Belas­tung für Tie­re. Rin­gel­rob­ben sind auf das Fjord­eis ange­wie­sen, um dort ihren Nach­wuchs zur Welt zu brin­gen, was der­zeit geschieht. Eis­bä­ren sind in den letz­ten Wochen in allen die­sen Buch­ten regel­mä­ßig beob­ach­tet wor­den. Nach Ein­schät­zung des Sys­sel­man­nen wird die Gesamt­be­las­tung durch den Motor­schlit­ten­ver­kehr zu hoch für die­se Tie­re in einer wich­ti­gen Zeit des Jah­res zur Repro­duk­ti­on (Rin­gel­rob­ben) und Jagd (Eis­bä­ren).

Bis zum ers­ten Juni – also über das nicht genau abseh­ba­re Ende der lau­fen­den Sai­son hin­aus – darf in den genann­ten Fjor­den nicht mehr moto­ri­siert auf dem Fjord­eis gefah­ren wer­den. Klein­räu­mi­ge Aus­nah­men bestehen im Bil­lefjord, wo man auf kür­zes­ter, siche­rer Stre­cke auf der übli­chen Rou­te vom Nor­dens­ki­öld­breen nach Pyra­mi­den fah­ren darf. Auch der Tem­pel­fjord darf auf kür­zes­ter, siche­rer Stre­cke von der Süd­sei­te west­lich von Kapp Schoultz zum Kapp Mur­doch befah­ren wer­den; die­se Stre­cke gehört zur übli­chen Rou­te nach Pyra­mi­den. Detail­kar­ten gibt es auf der Sei­te vom Sys­sel­man­nen.

Nicht­mo­to­ri­sier­ter Ver­kehr ist nicht betrof­fen.

In die­sem Früh­jahr hat sich das Fjord­eis bes­ser als in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt. Erst­mals seit meh­re­ren Jah­ren ist der Tem­pel­fjord über­haupt wie­der regel­mä­ßig befahr­bar.

Augen­schein­lich tra­gen gut geführ­te Grup­pen und Motor­schlit­ten­fah­rer in Eigen­re­gie bei gutem Beneh­men wenig zur Stö­rung besag­ter Tie­re bei, die rück­sichts­vol­len Ver­kehr offen­kun­dig tole­rie­ren, wie die Erfah­rung zeigt. Pro­ble­ma­tisch kann aller­dings das schwer kon­trol­lier­ba­re Fehl­ver­hal­ten rück­sichts­lo­ser Ein­zel­ner sein.

Der Sys­sel­man­nen erin­nert dar­an, dass jeder selbst ver­ant­wort­lich ist für die Ein­schät­zung, ob das Eis sicher ist.

Fahrverbot Tempelfjord

Glet­scher­front im Tem­pel­fjord: belieb­tes Tou­ren­ziel, aber nun für Motor­schlit­ten gesperrt.

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News-Auflistung generiert am 24. Juli 2024 um 13:06:44 Uhr (GMT+1)
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