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Jahres-Archiv: 2018 − News & Stories


Spitzbergen-Frühstücksbrettchen erstmals außerhalb von Longyearbyen erhältlich

Woran merkt man, dass die Antigua nach beendeter Nordfahrt wieder den Heimathafen in Franeker erreicht hat? Genau: bei Spitzbergen.de brennt die Kunsthandwerk-Hütte 🙂 nachdem die Serie „Spitzbergen-Kunsthandwerk“ vor einem Jahr mit den Treibholz-Bilderrahmen erfolgreich begann, kommen aktuell die bereits vorgestellte Spitzbergen-Keramik in Form der weitgereisten Becher von Claus Wöckener ins Programm – und nun hiermit auch die Frühstücksbrettchen von Schreinermeister Wolfgang Zach, dem Hersteller der erwähnten Treibholz-Bilderrahmen.

Spitzbergen-Frühstücksbrettchen, was soll das? Nun, ganz einfach: Die sind vor Ort in Longyearbyen der Hit, im Svalbardmuseum, im Svalbardbutikken und sonstwo in Longyearbyen und Ny-Ålesund gehen sie weg wie warme Rentierbuletten. Kein Wunder, man muss sie einfach mögen – in der Gestaltung zeigen sie verspielt arktische Tiere von Rentier und Eisbär über Bartrobbe und Walross bis hin zum Wal.

Spitzbergen-Frühstücksbrettchen

Spitzbergen-Frühstücksbrettchen: Bartrobbe, Rentier und Eisbär sind Publikumslieblinge, nicht nur im echten Leben.

Die Brettchen werden in Longyearbyen aus kräftigem Eichenholz in Handarbeit hergestellt. Aufgrund der sehr begrenzten logistischen Möglichkeiten gibt es vorerst nur eine sehr kleine Anzahl hier auf Spitzbergen.de.

Rocklegende Robert Plant kommt nach Longyearbyen

Es gibt immer noch Leute, die meinen, Longyearbyen sei der Ort, wo Eisbär und Rentier sich gute Nacht sagen. Dabei hat sich schon seit Jahren eine vibrante Kulturszene etabliert. Neben einem sehr aktiven lokalen Verein- und Kulturleben gibt es schon länger eine Reihe von Veranstaltungen, die sich auch international einen guten Ruf erworben haben. So ziehen das Jazzfestival und das Dark Seasons Bluesfestival, die traditionell zu Beginn der Polarnacht stattfinden, sowohl Gäste aus aller Welt als auch internationale Künstler von bestem Ruf an. Auch Sportereignisse wie der Skimarathon und der Spitzbergen Marathon sprengen Jahr für Jahr Rekorde.

Rocklegenden, die sonst in Stadien spielen, haben Longyearbyen bislang nicht auf dem Tourneeplan. Das ändert sich im Juni 2019, wenn Robert Plant für zwei Auftritte nach Longyearbyen kommt. Plant erwarb sich als Sänger von Led Zeppelin einen unbestrittenen Status als Rocklegende, bis zur Auflösung 1980 füllte die Band Stadien überall auf der Welt. Später blieb Plant mit verschiedenen Soloprojekten musikalisch aktiv.

Am 27. und am 29. Juni kann man Robert Plant und seine Band Sensational Space Shifters im Kulturhaus von Longyearbyen live erleben, wie die Svalbardposten berichtet. Dazu kommt es nach einjähriger Vorarbeit des Veranstalters Jim Johansen (Walrus AS), wobei die Neugier des Sängers auf eine der nördlichsten Bühnen der Welt ausschlaggebend sein soll für das Zustandekommen der Konzerte.

Dieser Rekord der nördlichsten Bühne für Rocklegenden ließe sich natürlich schnell brechen: Wer weiß, vielleicht kommen die Rolling Stones dann mal ins Kulturhaus von Pyramiden? 🙂

Neu: Spitzbergen-Becher

In der Abteilung „Spitzbergen-Kunsthandwerk“ tut sich was!

Rolf Stange und Claus Wöckener haben sich 1997 auf Spitzbergen kennengelernt. Auch der gelernte Töpfer Claus Wöckener ist Spitzbergen bis heute verbunden, hat „sein Spitzbergen“ in gemäßigten Breiten aber auch in seiner eigenen Keramikwerkstatt „Woeckworx“ in Hitzacker an der Elbe (Niedersachsen), bekannt durch die Erfindung der originalen Fahrradvase.

Rolf Stange, Claus Wöckener, Spitzbergen

Rolf Stange und Claus Wöckener in Spitzbergen. Nicht 1997.

Nach Ewigkeiten des Rumträumens und Überlegens, wie man die Schönheit der Arktis und der Keramik miteinander verbindet, haben wir 2018 endlich ein erstes Projekt in die Welt gebracht. 20 Becher, in der Gestaltung und Farbgebung von Spitzbergen inspiriert, sind bei Claus in der Werkstatt entstanden und mit Rolf mehrfach um Spitzbergen gereist. Jeder Becher hat dabei einen Landgang mitgemacht, wurde in der Landschaft fotografiert und damit eine ideelle Bindung an einen schönen Ort im hohen Norden bekommen.

Spitzbergen Becher

Spitzbergen-Becher: 20 arktisch weitgereiste Unikate,
hier auf dem Solanderfjellet im Raudfjord.

Gestern (09. Dezember) ging für die Becher die lange Reise zu Ende, nun sind sie hier verfügbar, bereit, das letzte Stück der Reise hin zu ihren endgültigen (?) Besitzerinnen und Besitzern anzutreten. Von 20 existierenden Unikaten sind zur Zeit des Schreibens noch 13 verfügbar.

Bechergalerie

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Übrigens kommt bald noch mehr in der Abteilung „Spitzbergen Kunsthandwerk“! Sowohl die in Longyearbyen bereits berühmten Frühstücksbrettchen von Alt i 3 (Wolfgang Zach) als auch die letztes Jahr erstmalig vorgestellten und sehr erfolgreichen Bilderrahmen aus Spitzbergen-Treibholz sind bald hier verfügbar. Die Bilderrahmen sehen etwas anders als als letztes Jahr und sind dieses Mal in 2 Größen verfügbar – Sie dürfen gespannt sein, bald folgt mehr Information an dieser Stelle.

Buch „Arktische Weihnachten“: signierte Exemplare in limitierter Anzahl

Im September 2017 erschien das Buch „Arktische Weihnachten“ von Rolf Stange (Idee, Text, Auswahl) und Norbert Wachter (Zeichnungen). Pünktlich zu Weihnachten 2018 haben wir nun 20 Exemplare, die beide Autoren signiert haben!

Buch: Arktische Weihnachten

Arktische Weihnachten: das Weihnachtsbuch von Rolf Stange und Norbert Wachter.
Passend zum Fest 2018 haben wir 20 Exemplare, die von beiden Autoren signiert wurden.

Das Buch „Arktische Weihnachten“ schildert das Weihnachtsfest im Dunkel der Polarnacht in hohen Breiten. Zu Wort kommen vor allem die Polarpioniere aus alter Zeit selbst mit Texten aus ihren Tagebüchern und Reiseschilderungen aus Spitzbergen, aber auch von Grönland, Jan Mayen, Franz Josef Land und der Bäreninsel. Bekannte Persönlichkeiten der Polargeschichte sind ebenso vertreten wie weitgehend unbekannte Jäger und Trapper.

Rolf Stange rückt sämtliche Kapitel mit einer Einleitung ins rechte historische Licht, und Norbert Wachter sorgt mit seinen schönen Zeichnungen für guten illustrativen Gehalt.

Arktische Weihnachten: Rolf Stange, Norbert Wachter

Die Macher hinter dem Buch „Arktische Weihnachten“: Rolf Stange und Norbert Wachter, ganz im Norden von Spitzbergen, auf der Phippsøya.

Das Buch „Arktische Weihnachten“ ist auf Amazon erhältlich und natürlich auch direkt beim Autor auf dieser Webseite. Signierte Exemplare gibt es nur hier auf spitzbergen.de! Bei Interesse einfach beim Bestellvorgang einen Vermerk („signiert“ o.ä.) im Kommentarfeld machen. Nur solange der Vorrat reicht!

Arktische Weihnachten: Weyprecht und Payer mit dem Tegethoff in Franz Josef Land

Weihnachten 1872: Weyprecht und Payer mit dem Tegethoff vor Franz Josef Land im Eis.

Longyearbyen: Bald der teuerste Hafen der Welt?

Ab 2019 müssen große Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Longyearbyen doppelt so viel Hafengebühr zahlen wie noch in diesem Jahr. Die Preiserhöhung sei ein Werkzeug, um den Massentourismus zu regulieren und gleichzeitig höhere Einnahmen zu generieren, hat vor wenigen Tagen Longyearbyens Hafenmeister Kjetil Bråten verkündet. Er wünscht sich sogar, dass Longyearbyen aufgrund seiner besonderen Lage und der damit verbundenen außergewöhnlichen Betriebskosten „der teuerste Hafen der Welt“ werde. Der Schiffstourismus nach Spitzbergen nimmt zu: 2016 gingen 75.000 Touristen von Kreuzfahrtschiffen in Longyearbyen an Land, 2010 waren es noch 15.000.

Der Preis für einen Liegeplatz im Hafen von Longyearbyen wird sich in Zukunft an der Größe der Schiffe bemessen. Schiffe mit über 100.000 Bruttoregistertonnen müssen doppelt so viel bezahlen, nämlich 1,68 NOK (rund 17 Cent) statt bisher 0,84 NOK pro Tonne. Zusätzlich wird vom Hafen eine Gebühr von 25 NOK (ca. 2,60 Euro) pro Passagier erhoben statt bisher 23 NOK.

Antigua vs Kreuzfahrtschiff

Große Schiffe, kleine Schiffe: Antigua vs. Kreuzfahrtdampfer

Das betrifft zum Beispiel das Kreuzfahrtschiff MSC Preziosa, das seine 3500 Passagiere laut eigener Homepage mit von „Swarovski Kristallen besetzten Treppenaufgängen“ erfreut. Die MSC Preziosa hat sich für 2019 in Longyearbyen angekündigt und wird dann insgesamt 940.000 NOK (rund 96.000 Euro) mehr bezahlen müssen als 2018.

Auch kleinere Boote sind von den höheren Gebühren betroffen. Da sich die Gebühr nach der Größe der Boote richtet, ist der Preisanstieg aber für die großen Kreuzfahrtschiffe am höchsten. Außerdem sollen Schiffe bevorzugt werden, deren Passagiere auf Landgängen möglichst die lokale Wirtschaft ankurbeln.

Hafenmeister Kjetil Bråten geht aber davon aus, dass die großen Luxusschiffe sich von den höheren Gebühren nicht unbedingt abschrecken lassen. Das ist auch nicht das vorrangige Ziel. Es gehe vielmehr darum, eine Balance zu finden zwischen der Regulierung des Massentourismus und den notwendigen Einnahmen zum Ausbau der Hafeninfrastruktur und der Förderung der lokalen Wirtschaft.

Wer weiß, vielleicht kratzt man auf der MSC Preziosa ja in Zukunft ein paar Diamanten vom Treppengeländer, um die Hafengebühr in Longyearbyen zahlen zu können …

Interessant dazu am Rande: Nach eine Umfrage der Zeitung Svalbardposten unter 739 Leserinnen und Lesern stimmen immerhin 60 Prozent der Aussage zu, dass gar keine Kreuzfahrtschiffe mehr Longyearbyen besuchen sollten.

Quelle: Svalbardposten

Wohngebiete in Longyearbyen wegen Lawinengefahr evakuiert

Es ist schon beinahe eine schmerzliche Tradition: die Räumung von Wohnhäusern in ganzen Straßenzügen in Longyearbyen in Zeiten von Lawinengefährdung. Die für zwei Menschen tödliche Lawine vom Dezember 2015 brachte die weiße Gefahr, die nicht nur unterwegs auf Tour, sondern auch in Teilen von Longyearbyen droht, auf tragische Art wieder ins öffentliche Bewusstsein zurück. Im Februar 2017 wurden bei einer Lawine ebenfalls Wohnhäuser stark beschädigt; nur mit Glück kamen keine Personen zu Schaden.

Seitdem werden teilsweise drastische Maßnahmen ergriffen, um weitere Unglücke zu verhindern. Mittlerweile wurden am Hang des Sukkertoppen Lawinenschutzvorrichtungen gebaut. Die zerstörten Wohnhäuser wurden nicht wieder aufgebaut, im Gegenteil werden gefährdete Bereiche seitdem großzügig präventiv evakuiert. Je nach Gefährdung werden manche Häuser nur bei akutem Lawinenrisiko geräumt, während andere Bereiche den ganzen Winter über gesperrt werden.

Am vergangenen Donnerstag (29.11.) hat der Sysselmannen nun erstmalig für diesen Winter wieder Evakuierungen wegen Lawinengefahr verhängt, nachdem die Wetterfrösche kräftigen Schneefall versprochen hatten und die zuständige Behörde NVE (Norges vassdrags- og energidirektorat, norwegische Behörde für Gewässer und Energie) auf varsom.no vor hoher Lawinengefahr im Nordenskiöld Land (Longyearbyens weiter Umgebung) gewarnt hatte.

Longyearbyen Lawine Evakuierungskarte

Evakuierungskarte von Dezember 2017. Die kürzlich geräumten Bereich liegen ebenfalls in diesem Gebiet.

Nach einer neuen Gefahreneinschätzung durch NVE sind die Evakuierungen teilweise bereits wieder aufgehoben worden. Besonders gefährdete Häuser in den Wegen 222 und 226 werden aber von nun an über den gesamten Winter gesperrt bleiben. Genaue Informationen zu den betroffenen Adressen gibt es beim Sysselmannen.

Es liegt bei den Bewohnern, sich selbst um eine neue Unterkunft zu bemühen – nicht unbedingt leicht angesichts der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt in Longyearbyen.

Grube 7 macht Kohle

Nach 52 Jahren im Betrieb erlebt die Grube 7, im Adventdalen bei Longyearbyen, 2018 aller Voraussicht nach ihr bestes Betriebsjahr. Das liegt an zwei jeweils einfachen Umständen: die Menge der geförderten Kohle liegt deutlich über der Erwartung (man könnte von Planübererfüllung reden) und die Kohlepreise auf dem Weltmarkt haben deutlich angezogen.

Grube 7

Tagesanlage der Grube 7 im Adventdalen, 12 km südöstlich von Longyearbyen.

Die für 2018 geplante Produktion sollte bei 130.000 Tonnen Steinkohle liegen. Diese Mange war aber bereits im Oktober erreicht, so dass die tatsächliche Produktion bis Ende des Jahres 150.000 Tonnen umfassen könnte, wie Svalbardposten berichtet.

Noch wichtiger für den wirtschaftlichen Erfolg der Grube 7 ist aber die Entwicklung der Weltmarktpreise. Im Frühjahr 2016 waren mit einer Tonne Steinkohle nicht mal 40 US-$ zu erzielen. Derzeit liegt der Preis zwischen 95 und gut 100 US-$, hat sich also mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung beschert dem letzten, noch aktiven, norwegischen Kohlebergwerk Spitzbergens aktuell goldene Zeiten, worüber die 40 Grubenarbeiter sich natürlich freuen. Demnächst wird deren Zahl sogar auf 44 erweitert.

Die Hauptkunden für die Kohle der Grube 7 sind das Kohlekraftwerk in Longyearbyen und die deutsche Firma Clariant, die 60.000 Tonnen im Jahr abnimmt. Für beide wird der Preis auf der Grundlage des Durchschnittspreises über die letzten 3 Jahre berechnet, was sowohl dem Produzenten, der Store Norske Spitsbergen Kullkompani, als auch den Abnehmern Planungssicherheit bringen soll.

Svea Nord bei Sveagruva

Die Kohlegrube Svea Nord bei Sveagruva: 2016 aufgegeben. Derzeit könnte die Store Norske dort wohl noch mal ordentlich Kohle machen.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung verleiht der Entscheidung der norwegischen Regierung, den Bergbau im Lunckefjellet bei Sveagruva nicht fortzusetzen, aus der Perspektive der Bergbaugesellschaft Store Norske Spitsbergen Kullkompani und deren Angestellter, von denen viele infolge der Schließung von Svea ihren Helm an den Haken hängen mussten, im Nachgang noch einmal einen weiteren bitteren Nachgeschmack.

Nordlicht über dem Adventdalen

Der Himmel zeigt sich derzeit meistens bewölkt, und wenn mal die Sterne sichtbar werden, ist die zeitliche Koordination mit Solar-Aktivität in der Magnetosphäre – sprich:

Nordlicht – irgendwie nicht ganz perfekt.

Nordlicht Adventdalen

Nordlicht über dem Adventdalen.

Beim Nordlicht helfen eben nur, wie so oft im Leben, Geduld und Glück. Immer wieder mal rausschauen. Mittlerweile gibt es ja auch diverse moderne Helferchen: Wettervorhersagen, Nordlicht-Apps, Webcams. Manchmal funktioniert das sogar. Und ansonsten, immerhin nettes Spielzeug 🙂

Longyearbyen in der Polarnacht

Longyearbyen in der Polarnacht.

Aber egal – schön ist es ja auch ohne Nordlicht. Das Leben geht etwas gemütlicher, man schaltet gerne einen kleinen Gang zurück. Man nimmt sich mehr Zeit, Freunde zu treffen, macht kleine Touren in der Umgebung. Ja, natürlich geht auch alles andere weiter, man kann neue Panoramen zusammenschrauben oder an einem neuen Buch basteln 🙂 solche Dinge eben.

Nordlicht Adventdalen

Nordlicht über Lindholmhøgda und Gruvedalen.

Trotzdem, das Nordlicht ist und bleibt ein großer Zauber, dem man doch immer wieder zu gerne erliegt. Also hält man Augen und Ohren offen und macht sich gerne abends noch einmal auf den Weg, um einen freien Blick nach oben und in möglichst viele Richtungen zu haben.

Und irgendwann ist man dann eben mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort 🙂 ein klein wenig wolkenfreier hätte es noch sein können, aber ein paar Zierwölkchen können ja durchaus auch dekorativ sein … ein schönes Nordlicht ist es, das über dem Adventdalen tanzt, und es tanzt wirklich, mehrfach zeigt es schnelle Bewegungen, wie eine Gardine, die sich girlandenartig windet. Auch ein Hauch Violett ist am unteren Rand des ansonsten grünen Schleiers zu sehen.

Nordlicht Adventdalen

Und eines, weil es so schön ist: Nordlicht im Adventdalen.

Nun kann dieses Arktis-Jahr in Ruhe seinem Ende zugehen. Bald lassen wir die hohen Breiten hinter uns – schon bald rufen Vortragstermine (Potsdam, Braunschweig, Hannover, ab 29.11., Klicken für mehr Info) mit frischen Bildern aus dem Norden, vielleicht bis dahin?

Spitzbergen – Polarnacht

Am 26. Oktober gab es in Longyearbyen den letzten Sonnenaufgang im Jahr 2018, also vor 13 Tagen, um 12.07 Uhr. Um 13.14 Uhr ging sie an jenem Tag unter. Erst gegen Ende Februar wird sie sich in Spitzbergen wieder blicken lassen.
(mehr dazu: Mitternachtssonne-Polarnacht)
 

Polarnacht im Adventdalen: Wanderung mit Hunden

Unterwegs mit Hunden in der Polarnacht im Adventdalen.

Heute, am 08. November, schafft die Sonne es zur Mittagszeit bis auf 5 Grad unter den Horizont. Das reicht immerhin für mehrere Stunden sogenannter bürgerlicher Dämmerung, mehr als ausreichend, um sich bei klarem Wetter im Gelände zu orientieren. Die Zeit des „blauen Lichts“, wie das hier genannt wird, blålyset.

Polarnacht im Adventdalen: Wanderung mit Hunden - Glatteis

Vorsicht, Glatteis!

So macht es viel Freude, draußen unterwegs zu sein. Es ist so völlig anders als ncoh vor ein paar Monaten! Natürlich sind die Touren nicht mehr so weit und so lang wie im Sommer, nun heißt es Adventdalen statt Edgeøya. Was nicht weniger schön ist. Und als Begleiter sind ein paar Hunde natürlich ganz hervorragend!

Polarnacht im Adventdalen: Helvetiafjellet

Blick aufs Helvetiafjellet.

Auch das Fotografieren ändert sich deutlich. Man holt nicht mal eben die Kamera heraus, schraubt am Zoom und macht ein paar schnelle Bilder. Die flexiblen Zoom-Objektive bleiben nun zu Hause in der Kiste, jetzt kommen die sehr lichtstarken Festbrennweiten wieder zu ihrem Recht. 20 mm und 50 mm feste Brennweite, mehr habe ich jetzt gar nicht mehr dabei (hier weitere Infos zum Thema Fotoausrüstung). Dafür das Stativ, das auch regelmäßig zum Einsatz kommt, freihand sind ordentliche Bilder ohne künstliches Licht höchstens um die Mittagszeit noch möglich, und auch das nur eingeschränkt. Und natürlich freut man sich derzeit über einen ordentlichen Vollformat-Sensor 🙂 Pflicht sind nun hingegen Reflexweste o.ä. auf befahrenen Wegen sowie Stirnlampe und Spikes. Warme Klamotten schaden auch nicht.

Die meisten Polarnacht-Bilder sehen heller aus als die Realität, so viel Licht fangen die modernen Objektive und Kameras ein. Die Bilder hier sind da keine Ausnahme. Zur Illustration hier der Direktvergleich, die jeweils dunkle Variante stellt die tatsächlichen Verhältnisse realistisch dar, würde ich sagen.

Galerie hell – dunkel

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Ein paar Kilometer über das Adventdalen führen uns zum Operafjellet. Im Sommer hätte uns unterwegs eine recht heftige Flussquerung aufgehalten, nun müssen wir höchstens auf Glatteis aufpassen.

Denkmal Flugzeugabsturz Operafjellet

Denkmal für den Flugzeugabsturz am Operafjellet 1996.

Am Operafjellet zerschellte am 29. August 1996 ein russisches Flugzeug mit Bergarbeitern, Angestellten und Angehörigen und natürlich der Besatzung an Bord, die auf dem Weg nach Barentsburg waren. Alle 141 Menschen waren sofort tot. Das war die größte Katastrophe, die sich auf Spitzbergen in Friedenszeiten je ereignet hat. Am Operafjellet steht ein kleines Denkmal für die Toten.

Vorträge von Rolf Stange 2018: Potsdam, Braunschweig, Hannover

Ende November ist es wieder soweit: Rolf Stange und die Geographische Reisegesellschaft sind mit einer kleinen Vortragsreihe auf Tour. Unter dem Titel „Norwegens arktischer Norden“ wird es beeindruckende und spannende Bilder geben und natürlich live dazu Kommentare und Erzählungen von Rolf. Es geht zu den Lofoten, zur Bäreninsel und natürlich nach Spitzbergen … sind Sie dabei?

Vortrag Rolf Stange: Norwegens arktischer Norden - Tiere und Landschaften, Spitzbergen

Vortrag „Norwegens arktischer Norden“ von und mit Rolf Stange: Spitzbergen-Landschaften, wunderschön und für die meisten unerreichbar.

Nachdem wir in den letzten Jahren in Sachen Vorträge tendenziell eher in Süddeutschland unterwegs waren, sind wir dieses Mal in Potsdam, Braunschweig und Hannover. Die Termine und Veranstaltungsorte:

  • Donnerstag, 29.11. in Potsdam: Aula des Hannah Arend Gymnasiums (Haeckelstraße 72)
  • Freitag, 30.11. in Braunschweig: Kulturhaus Brunsviga, Karlstraße 35
  • Samstag, 01.12. in Hannover: Stadtteilzentrum KroKuS, Thie 6

Beginn ist jeweils 19.30 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.

Vortrag Rolf Stange: Norwegens arktischer Norden - Tiere und Landschaften, Spitzbergen

Vortrag „Norwegens arktischer Norden“ von und mit Rolf Stange: keine Sorge, Tiere gibt es auch 🙂

Veranstalter ist die Geographische Reisegesellschaft, die auch gerne Vorbestellungen entgegennimmt. Ansonsten gibt es natürlich auch die Abendkasse.

Willkommen an Bord! 🙂

Vortrag Rolf Stange: Norwegens arktischer Norden - Tiere und Landschaften, Spitzbergen

Vortrag „Norwegens arktischer Norden“ von und mit Rolf Stange: ich komme, Sie auch?

Barentsburg-Panoramen: neu sortiert mit Karte

Die dunkle Zeit im Norden kann man gut nutzen, um sich Schreibtischprojekten zu widmen, die schon lange warten: Die Sammlung der 360-Grad Panoramen der russischen Siedlung Barentsburg war bisher unübersichtlich auf einer Seite zusammengefasst. Nun sind sie schön sortiert, jeder Ort für sich hat eine Seite: die Brauerei, das Hotel, die Lenin-Statue, das alte Museum im Kulturhaus, die Kapelle und weitere. Das wird mittelfristig noch ergänzt, aber die touristisch wichtigsten Orte sind nun erfasst und über eine Karte schnell und übersichtlich zugänglich, so dass man jederzeit die Orientierung hat und weiß, wo man sich befindet.

Barentsburg Panorama

Barentsburg im Panorama: hier steht Lenin im Zentrum.

Viel Spaß beim virtuellen Rundgang in Barentsburg! Hier klicken, um zur Karte mit den Barentsburg-Panoramen zu kommen.

Strom und Wärme in Longyearbyen: Heizen wie Hölle

Der Energieverbrauch in Longyearbyen liegt deutlich über dem Schnitt, den die Bewohner des norwegischen Festlandes erreichen.

In Longyearbyen wird mit Fernwärme aus dem Kohlekraftwerk geheizt, und die Bewohner gehen mit der kostbaren Wärme großzügig um. Das hat wenig mit den vermeintlich knackig-kalten arktischen Temperaturen zu tun, die im maritim geprägten Spitzbergen im Winter oft höher liegen als in kontinental-klimatischen Bereichen Skandinaviens. Zu den Gründen zählt eher vor allem die schlechte Isolierung vieler Gebäude. Longyearbyen wurde bekanntermaßen als Bergbauort gegründet, und das zeigt sich immer noch in Teilen der Baumasse, die nicht für den langfristigen Gebrauch durch eine mehr oder weniger permanente Wohnbevölkerung konzipiert waren. Im Gegenteil handelt es sich teilweise um eine schlecht isolierte Barackenbauweise. Auch bei neueren Gebäuden bleibt die Isolierung oft deutlich hinter den bautechnischen Möglichkeiten zurück, auch da die Bauschriften des Festlandes in Longyearbyen erst seit 2012 gelten. Über die Hälfte der Baumasse in Longyearbyen ist älter als 1970. Hier ist derzeit allerdings vieles in Bewegung, nicht zuletzt wegen der zwangsweisen Aufgabe ganzer Straßenzüge wegen Lawinengefahr wird nun viel gebaut.

Auch die Heizgewohnheiten vieler Bewohner sind nicht gerade von Ehrgeiz in Sachen Energiesparen geprägt. So soll mancher eher das Fenster öffnen, anstatt die Heizung herunterzudrehen. Thermostate an Heizungen sind die Ausnahme. Dazu trägt sicher bei, dass die Rechnung für die Fernwärme auf der Wohnfläche basiert und nicht auf dem tatsächlichen Verbrauch. Dass viele in vom Arbeitgeber gestellten Wohnungen wohnen und ihre Nebenkosten ebenfalls vom Arbeitgeber gezahlt bekommen, wird die Situation kaum besser machen.

Energie und Wärme in Longyearbyen

Heizen in Spitzbergen: großer Ofen, schlechte Isolierung.

Generell halten die meisten in Longyearbyen sich für umweltfreundlich, aber diese Selbstwahrnehmung dürfte eher trügen mit Blick auf Energie- und Wärmeverbrauch sowie Verkehrsverhalten. Würden die Einwohner auf Festlandsniveau heizen, würde der Energieverbrauch durch Fernwärme flächenbezogen um 40 % fallen. Im Winterhalbjahr ist das Sparpotenzial sogar noch höher, wie das Teknisk Ukeblad berichtet.

Auch beim Stromverbrauch würde ein Angleichen des lokalen Verhaltens an sonstiges norwegisches Niveau bereits zu einer Ersparnis von 15 % führen. Passivhäuser würden den Verbrauch gar um geschätzte 25 % reduzieren.

Da derzeit ohnehin viel gebaut wird, könnten die nächsten Jahre deutliche Verbesserungen bringen. Auch an technischen Möglichkeiten zur kostengünstigen energetischen Sanierung des Bestandes wird gearbeitet.

Auch die Art der Energieproduktion in Longyearbyen wird schon lange diskutiert. Klar ist nur eines: das existierende Kohlekraftwerk wird nicht mehr ewig in Betrieb sein. Was aber danach kommt, weiß bislang noch niemand. Diskutiert wurden schon so ziemlich alle Varianten, von einem moderneren Kohlekraftwerk über Gas, eventuell in Kombination mit erneuerbaren Energien (Wind? Sonne? ..?) bis hin zu einem Stromkabel zum Festland. Man darf gespannt sein.

Nusfjord: Abschied von den Lofoten

Frühmorgens ging es schon los, aus dem Hafen von Skrova heraus und hinaus auf den großen Vestfjord, immer entlang der beeindruckenden Bergwand der Lofoten, bekannt als „Lofotveggen“, die Lofotenwand. Ein beeindruckender Anblick, der durch die Morgensonne sicher nicht schlechter wird. Zwischendurch kreiste ein Seeadler über dem Schiff, der Seegang war deutlich moderater als gedacht … so kann man schon mal in den Tag starten!

Sonnenaufgang Vestfjord

Sonnenaufgang über dem Vestfjord.

Lofotveggen: Anblick Lofoten

Lofotveggen: der Anblick der Lofoten vom Vestfjord.

Dann legten wir in Nusfjord an, einem sehr malerischen, alten Fischerdörfchen mit den berühmten Rorbuer, den traditionellen Behausungen, in denen früher Fischer untergebracht wurden. Das waren saisonale Gastarbeiter, die aus weiter südlich gelegenen Teilen Norwegens kamen, um in der winterlichen Kabeljausaison (Lofotfiske) Geld zu verdienen. Damals wurden sie in den Rorbuer unter ärmlichen Bedingungen eingepfercht, heute sind das schicke und entsprechend teure Unterkünfte für Touristen. So ändern sich die Zeiten.

Nusfjord

Nusfjord.

Hier in diesem wunderschönen Ort, in dem sich Sonne und Regen gerade wechselweise die Klinke in die Hand geben, kommt fast etwas Wehmut auf. Es ist der letzte Halt unserer Reise vor Bodø und der letzte schöne Ausflug von der Antigua in dieser Saison. Umso mehr noch einmal die schönen Blicke über Nusfjord genießen …

Nusfjord

SV Antigua in Nusfjord.

Dann wird es Zeit, Kurs über den Vestfjord zu setzen. Je früher wir in Bodø ankommen, desto besser; heute Nacht wird es hier recht stürmisch werden. So aber kommen wir ziemlich angenehm über den Vestfjord, der mehr ein kleines Meer ist als ein Fjord.

Gefängnisstrafe für Störung von Eisbären im Billefjord durch Autofahren

Im Fall eines Mannes, der im Frühjahr mit einem Auto zwei Eisbären auf dem Eis im Billefjord bei der Paarung gestört hatte, wurde vom Gericht in Nordnorwegen nun eine Gefängisstrafe verhängt.

Der Fall hatte einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Der 58 Jahre alte und zu dieser Zweit in Pyramiden ansässige Ukrainer war mit einem Auto auf dem Fjordeis unterwegs gewesen, um zwei Kollegen abzuholen, die dort eine Tour gemacht hatten. Anstatt auf direktem Weg nach Pyramiden zurückzukehren, waren sie noch in die benachbarte Petuniabukta gefahren, um nach dem Zustand einer Hütte zu sehen. Nach eigener Aussage hatte der Fahrer zunächst nicht bemerkt, dass sich zwei Eisbären in der Nähe befanden. Erst in einer Entfernung von 50 Metern sah der Fahrer die Eisbären und bremste ab, woraufhin die Eisbären die Paarung abbrachen.

Eisbären auf Fjordeis

Eisbärenfamilie auf Fjordeis im Isfjord.

Der Fahrer hatte schon vorher von den norwegischen Behörden wegen Verkehrsdelikten den Führerschein entzogen bekommen und hätte daher gar nicht fahren dürfen. Dies trug zur aktuellen Gefängnisstrafe bei; nach Angaben der norwegischen Behörden hätte die Störung der Eisbären alleine dazu wohl nicht ausgereicht. Hinzu kommt, dass Autofahren auf Fjordeis nicht erlaubt ist.

Insgesamt hielt der Richter eine Gefängnisstrafe von 30 Tagen für angemessen, die nicht zur Bewährung ausgesetzt wird.

Lofoten, jetzt wirklich! Trollfjord & Skrova

Dank einem frühen Start in Svolvær waren wir vormittags zu bester Zeit im Trollfjord, landschaftlich bekanntermaßen eines der schönsten Stückchen Lofoten. Hier hat die Natur sich während der Eiszeit offensichtlich mit viel guter Laune ausgetobt.

Trollfjord

Einfahrt in den Trollfjord.

Genau das tun wir jetzt auch. Besser könnte es nicht sein, windstill, klare Sicht auf die höchsten Berge, trocken. Schnell gehen die Zodiacs aufs Wasser und wir genießen die wunderbare Landschaft von mittendrin aus.

Trollfjord

SV Antigua im Trollfjord.

Noch schöner wird es, als auf der Antigua die Segel hochgehen, und dann: Mannschaftsfoto auf dem Klüverbaum! Herrlich!

Trollfjord

Die Mannschaft der SV Antigua im Trollfjord. Danke für die guten Zeiten im Norden!

Kapitän Mario nutzte die guten Bedingungen noch, um sich den Traum vom Wakeboarding im Norden zu erfüllen, sehr zur Freude aller Anwesenden.

Mario, Wakeboarding Raftsund

Kapitän Mario beim Wakeboarding im Raftsund.

Wir schaffen es noch bei gutem Tageslicht nach Skrova und verlieren keine Zeit. Die Berge, Hügel und Strände rufen, und wir nutzen den schönen Tag, bevor das Licht geht und der Regen kommt. Uns stört das nicht, wir hatten einen großartigen Tag und lassen es uns jetzt drinnen gut gehen.

Skrovafjellet

Anstieg aufs Skrovafjellet.

Skrova

Aussicht über Skrova und umliegende Inseln.

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News-Auflistung generiert am 15. Dezember 2018 um 21:41:23 Uhr (GMT+1)
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