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Monats-Archiv: Juli 2015 − News & Stories


Horn­sund – 13. Juli 2015

Der Horn­sund kann ein sehr unge­müt­li­cher Ort sein, und er kann wun­der­bar sein. Heu­te war er wun­der­bar. Stil­les, kla­res Wet­ter, ruhi­ges Was­ser mit Spie­gel­bil­dern der umge­ben­den Ber­ge. Und es gibt ja ein­ma­li­ge Ber­ge rund um die­sen Fjord. Ech­te Cha­rak­ter­köp­fe, Ber­ge mit Wie­der­erken­nungs­wert, die es auf die­sem Glo­bus nur ein ein­zi­ges Mal gibt. Das Hyrn­ef­jel­let mit sei­ner schön geschwun­ge­nen, rie­si­gen Fal­te. Der schrof­fe Horn­sund­tind mit sei­ner mar­kan­ten Dop­pel­spit­ze. Der zacki­ge Grat des Lucia­kam­men. Der nadel­spitz erschei­nen­de Bau­ta­en.

Die Tour über den Rücken der Halb­in­sel Tres­ke­len belohn­te uns mit gran­dio­sen Rund­um­bli­cken auf die­ses Pan­ora­ma und inter­es­san­ten Ein­bli­cken in die Erd­ge­schich­te, die die­ses land­schaft­li­che Spek­ta­kel her­vor­ge­bracht hat. Devo­ni­sches Old Red, per­mo­kar­bo­ne gelb­brau­ne Kar­bo­na­te, dunk­les, ver­stei­ner­tes Wat­ten­meer aus der Tri­as. In die­ser Rei­hen­fol­ge von unten nach oben, ele­gant nach oben gebo­gen. Unse­re Lan­de­stel­le wur­de von den schön geschwun­ge­nen Ufer­fel­sen als Fal­te­n­ach­se mar­kiert. Am Ende der Tour hat­ten alle den Über­blick, wie der Autor annimmt. Und wer nicht dem Rücken folg­te, genoss Ren­tie­re und eine Fami­lie Weiß­wan­gen­gän­se, die von einer Schma­rot­zer­raub­mö­we atta­ckiert wur­de, in nächs­ter Nähe.

Foto Tres­ke­len – 13. Juli 2015

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Das Glet­scher-Ron­dell Bre­pol­len erfreu­te uns nicht nur mit sei­nen kilo­me­ter­wei­ten Abbruch­kan­ten, son­dern auch mit einer Eis­bä­ren mit erst­jäh­ri­gem Jung­tier, das es sich auf Mamas Rücken gemüt­lich gemacht hat­te.

Foto Stor­breen – 13. Juli 2015

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In der Bur­ger­buk­ta trieb so viel Glet­scher­eis, dass wir uns einen klei­nen, spät­nach­mit­täg­li­chen Zodiac-Aus­flug ent­lang die­ser Eis­berg-Allee nicht ver­knei­fen konn­ten. Als abschlie­ßen­den Höhe­punkt gab es Bar­t­ro­bbe auf Eis.

Die süd­li­che West­küs­te – 12. Juli 2015

Der Tag begann heu­te genau so wie ges­tern: stil­les, spie­gel­glat­tes Was­ser, aber dich­ter Nebel. Von der schlech­ten Sicht abge­se­hen, idea­le Bedin­gun­gen für Lan­dun­gen an unge­wöhn­li­chen Plät­zen an der äuße­ren West­küs­te, sehr expo­niert und oft unmög­lich zu errei­chen, sobald Wind und See­gang die Bran­dung hoch gehen las­sen. Aber so ruhig wie es heu­te war, soll­te doch eini­ges mög­lich sein.

Nur die Sicht schien zunächst Land­gän­ge zu ver­bie­ten, aber nach anfäng­li­chen Erkun­dun­gen ver­zog sich der Nebel am Kapp Bort­hen, so dass sich dort bald alle in einem kar­gen Schwemm­land wie­der­fan­den, wo gekräu­sel­te Algen­mat­ten ehe­ma­li­ge fla­che Schmelz­was­ser­rin­nen bedeck­ten. Inmit­ten die­ses merk­wür­di­gen Lan­des liegt das Wrack einer Ju 88, ein deut­sches Kampf­flug­zeug, das im Sep­tem­ber 1942 bei einem Angriff auf einen alli­ier­ten Kon­voi beschä­digt wor­den war und am Kapp Bort­hen not­lan­den muss­te. Ein sehr sku­ri­ler Anblick, die­se Ver­nich­tungs­ma­schi­ne mit ver­bli­che­nem Haken­kreuz inmit­ten der ark­ti­schen Tun­dra.

Foto Kapp Bort­hen – 12. Juli 2015

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Das Wet­ter­glück funk­tio­nier­te genau so erfreu­lich ein paar wei­ter süd­lich, in Hyt­tevi­ka, bei Wan­ny Wold­sta­ds berühm­ter alter Hüt­te, die so schön zwi­schen den Ufer­stei­nen liegt. Die Son­ne wärm­te auf der Tun­dra, die dort so grün ist, dass es bei­na­he kit­schig erscheint. Und weni­ge Meter wei­ter zehn­tau­sen­de von Krab­ben­tau­chern. Ein Rie­sen­spek­ta­kel, auf den Fel­sen, in der Luft.

Foto Hyt­tevi­ka – 12. Juli 2015

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Wäh­rend wir nun in den Horn­sund ein­lau­fen, hat der Nebel sich kom­plett ver­zo­gen. Die glei­ßen­de Abend­son­ne leuch­tet die schö­nen Ber­ge um den Fjord an, Horn­sund­tind, Lucia­kam­men, Hyrn­ef­jel­let und wie sie alle hei­ßen. Im Was­ser glit­zern über­all klei­ne­re und mit­tel­gro­ße Eis­ber­ge. Gleich fällt der Anker in der Adria­buk­ta.

For­landsund & Wale – 11. Juli 2015

Das Was­ser war spie­gel­glatt, der Wind irgend­wo anders auf die­sem Pla­ne­ten, nur nicht hier. Eine güns­ti­ge Gele­gen­heit, Plät­ze anzu­lau­fen, die expo­niert sind, wo man sonst eigent­lich nicht hin­fährt. So wie die West­küs­te Spitz­ber­gens direkt nörd­lich vom Isfjord.
 
 

Foto Daud­man­nen – 11. Juli 2015

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Der Nebel hat­te sich fest über die gan­ze Gegend gelegt, wir muss­ten sehen, wo wir brauch­ba­re Bedin­gun­gen fin­den konn­ten und ver­mut­lich wür­den die Tou­ren etwas kür­zer. Die ers­te Bucht brach­te nichts Brauch­ba­res, nur eine unver­mes­se­ne Untie­fe direkt neben der Anker­stel­le (wir ent­deck­ten sie vom Zodiac aus, ganz harm­los). Um die Ecke war aber eine wun­der­ba­re Bucht, schmal und tief ein­ge­schnit­ten in ein fel­si­ges Ufer, und dahin­ter wei­te Tun­dra mit klei­nen Hügeln und einem stil­len See.

Foto Wha­le­watching – 11. Juli 2015

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Vor dem Nebel flo­hen wir nach Süden und aufs offe­ne Meer, von der Küs­te war nichts zu sehen. So hat­ten wir Zeit, bis zum Kon­ti­nen­tal­ab­hang zu fah­ren, über die 500 Meter Tie­fen­li­nie, über 30 Mei­len vor der Küs­te. Und rich­tig, dort bra­chen die Rücken von Weiß­schnau­zen­del­fi­nen, Finn­wa­len und Buckel­wa­len durch die stil­le Was­ser­ober­flä­che. Es wur­de ein lan­ger, unver­gess­li­cher Abend mit fut­tern­den Buckel­wa­len, die immer wie­der auf­tauch­ten, mit­un­ter nahe beim Schiff.

Unter Segeln an der Nord­küs­te & Virgo­ham­na – 09./10. Juli 2015

Zuge­ge­ben, ges­tern Abend war das Segeln zunächst seeeeehr gemüt­lich. Aber immer­hin, es ging unter Segeln vor­wärts. Lang­sam, aber wenigs­tens in die rich­ti­ge Rich­tung, jeden­falls halb­wegs. Das änder­te sich am nächs­ten Mor­gen. Zunächst ging es lang­sam in die fal­sche Rich­tung, so grob Rich­tung Nord­grön­land. Auch inter­es­sant, aber da wol­len wir gera­de nicht hin. Aber dann, dann kam Wind. Mit bis zu 10 Kno­ten unter Segeln hin­ein in den Smee­ren­burgfjord, mit schön Schräg­la­ge.

Foto Ver­le­gen­hu­ken – 09. Juli 2015

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Auf wun­der­sa­me Wei­se ließ der Wind zum rich­ti­gen Zeit­punkt nach, als es näm­lich nach­mit­tags an Land gehen soll­te. Virgo­ham­na, das ark­ti­sche Cape Cana­veral, Frei­licht­mu­se­um aero­nau­ti­scher Nord­pol­ex­pe­di­tio­nen.

Foto Virgo­ham­na – 10. Juli 2015

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See­hun­de ver­bin­det man ja nicht gera­de mit der hohen Ark­tis. Die­se hier, die sind hier sozu­sa­gen hän­gen­ge­blie­ben. Als es vor ein paar tau­send Jah­ren hier mal etwas wär­mer war, haben sie sich hier wohl­ge­fühlt und eta­bliert. Als es dann wie­der küh­ler wur­de, sind sie geblie­ben, wahr­schein­lich man­gels bes­se­ren Wis­sens. Ein unge­wöhn­li­cher Anblick in Spitz­ber­gen. Scheu gegen­über Fuß­gän­gern, aber erstaun­lich gleich­gül­tig gegen­über Zodiacs, so konn­ten wir, von Was­ser kom­mend, den See­hun­den einen schö­nen Besuch abstat­ten. Lus­tig sieht es aus, wie sie auf ihren Stei­nen lie­gen, gespannt wie Flit­ze­bö­gen, bequem kann das eigent­lich nicht sein …

UN-Gene­ral­se­kre­tär Ban Ki-moon besucht Spitz­ber­gen

Der UN-Gene­ral­se­kre­tär Ban Ki-moon ist zur­zeit auf Dienst­rei­se in Spitz­ber­gen. Der Besuch steht in Zusam­men­hang mit den Vor­be­rei­tun­gen zur UN-Kli­ma­kon­fe­renz in Paris im Dezem­ber die­ses Jah­res. Ban möch­te sich vor Ort ein Bild von den Aus­wir­kun­gen der glo­ba­len Erwär­mung in der Ark­tis machen und medi­en­wirk­sam vor allem auf das Abschmel­zen der Glet­scher hin­wei­sen.

Am Diens­tag kam Ban in Beglei­tung des nor­we­gi­schen Außen­mi­nis­ters Bør­ge Bren­de am Flug­ha­fen in Lon­gye­ar­by­en an und wur­de direkt zum nor­we­gi­schen For­schungs­schiff „Lan­ce“ gebracht, das kürz­lich von sei­nem For­schungs­ein­satz im Eis zurück­ge­kehrt war. Mit der „Lan­ce“ ging es dann nach Ny-Åle­sund. Dort wur­de der Gene­ral­se­kre­tär von For­schern des nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tuts über die Situa­ti­on in Spitz­ber­gen infor­miert. Es folg­te eine Fahrt im Schlauch­boot zur Abbruch­kan­te des Blom­strand­breen, der seit Bans letz­tem Besuch 2009 durch Abschmel­zen stark an Mas­se ver­lo­ren hat. Nächs­te Etap­pe der Rei­se ist wie­der Lon­gye­ar­by­en.

Ban Ki-moon,
CC BY-SA 2.0 by
Minis­te­rie van Bui­ten­land­se Zaken

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Quel­le: Ver­ein­te Natio­nen

Sorgfjord – 9. Juli 2015

Der Fjord der Sor­ge war heu­te ein Fjord der Freu­de, unter strah­len­der Son­ne am 80. Brei­ten­grad. Wo 40 nie­der­län­di­sche Wal­fän­ger 1693 von drei fran­zö­si­schen Kriegs­schif­fen zusam­men­ge­schos­sen wur­den, genos­sen wir gemüt­li­che Spa­zier­gän­ge und län­ge­re Wan­de­run­gen. Die Berg­zie­gen sind ins Hin­ter­land und in die Höhe gezo­gen, um herr­li­che Aus­bli­cke zu genie­ßen. Die Freun­de des gemüt­li­chen Ark­tis-Genus­ses und Con­nois­seu­re der Polar­ge­schich­te beob­ach­te­ten Stern­tau­cher in erstaun­li­cher Anzahl und Eisen­ten, pau­sier­ten neben ver­fal­len­den Trap­per­hüt­ten, streif­ten über einen alten Wal­fän­ger­fried­hof, erkun­de­ten die Res­te einer schwe­di­schen Polar­sta­ti­on, die dazu bei­getra­gen hat­te, die Form der Erde zu mes­sen, und hör­ten Geschich­ten vor über hun­dert Jah­ren dra­ma­tisch geschei­ter­ter Ark­tis-Expe­di­tio­nen.

Foto Sorgfjord – 9. Juli 2015

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Nörd­lich von Ver­le­gen­hu­ken wur­de die Nach­bar­schaft zum nur 1103 Kilo­me­ter ent­fern­ten Nord­pol gefei­ert, und dann ging es unter Segeln nach Wes­ten.

Hin­lo­pen – 07. Juli 2015

Süd­lich der Hin­lo­pen­stra­ße ist alles voll mit Eis, kein Gedan­ke an ein Durch­kom­men. Eis, Eis, Eis! Dar­un­ter jede Men­ge Eis­ber­ge, der süd­li­che Teil von Aus­t­fon­na, die gro­ße Eis­kap­pe auf dem Nord­aus­t­land, hat in den letz­ten Jah­ren einen kräf­ti­gen Vor­stoß gemacht und gro­ße Men­gen Eis­ber­ge ins Meer gescho­ben.

Hin­lo­pen – 07. Juli 2015 – Foto Vibe­buk­ta – 1/2

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Auf drei Eis­schol­len lie­gen zusam­men fast 80 Wal­ros­se, die meis­ten Jung­tie­re, ein paar gera­de ein­mal über das Baby­al­ter hin­aus. Die größ­te Grup­pe umfasst 50 Tie­re auf einer völ­lig über­völ­ker­ten Eis­schol­le. Ein Wun­der, dass sie nicht längst zer­bro­chen ist. Die Wal­ros­se sind unab­läs­sig mit sich selbst beschäf­tigt, sehr aktiv, behar­ken sich gegen­sei­tig, gehen hier ins Was­ser und stei­gen dort wie­der aufs Eis. Vor­sich­tig schau­en wir uns das Schau­spiel eine Wei­le an und ent­fer­nen uns dann wie­der.

Die wei­te Abbruch­kan­te der Eis­kap­pe Aus­t­fon­na liegt uner­reich­bar im Eis. Kapi­tän Joa­chim manö­vriert die Anti­gua ein Stück weit ins Treib­eis hin­ein, soweit es geht, und stoppt dann die Maschi­ne für eine Wei­le. Eis, Eis, Eis über­all. Pack­eis, Eis­ber­ge, Glet­scher. Hohe Ark­tis.

Hin­lo­pen – 07. Juli 2015 – Foto Vibe­buk­ta – 2/2

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Ein abend­li­cher Besuch bei einer Grup­pe Wal­ros­se an Land run­det einen wun­der­ba­ren Tag in der Hin­lo­pen­stra­ße ab.

Lomfjord – 07. Juli 2015

Nach dem lan­gen Abend ges­tern mit Finn­wa­len und zig­tau­sen­den Dick­schna­bel­lum­men begann der Tag heu­te etwas spä­ter. Der berühm­te Find­ling im Lomfjord, einst von Glet­schern gut 330 Meter hoch mit unver­gleich­li­cher Prä­zi­si­on auf einem schma­len Berg­rü­cken plat­ziert, schwamm zunächst wie ein Stück Kar­tof­fel in dicker Erb­sen­sup­pe. Aber der Wind ließ den Nebel auf­rei­ßen und gab so den Blick frei auf Hin­lo­pen­stra­ße und Lomfjord und die die eis­zeit­li­chen Land­schaf­ten in den benach­bar­ten Tälern mit gro­ßen Glet­schern und wei­ten Morä­nen.

Lomfjord – 07. Juli 2015 – Foto Faks­eva­gen

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Alkef­jel­let – 06. Juli 2015

Ein paar hun­dert­tau­send Dick­schna­bel­lum­men, ser­viert auf Basalt als Nach­tisch.
 
 
 

Alkef­jel­let – 06. Juli 2015 – Foto Alkef­jel­let

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Nord­aus­t­land – 06. Juli 2015

Das Nord­aus­t­land: kar­ge Polar­wüs­te, stei­ni­ge Tun­dra mit Detail­reich­tum im gro­ßen Nichts. Ein­sa­me Blü­ten in pola­rer Stein­wüs­te. Pro­ter­o­zoi­sche Sauer­stoff­pro­du­zen­ten, schein­bar auf ewig im Kalk­stein kon­ser­viert wie ver­stei­ner­te Zwie­beln. Wal­ros­se (holo­zän) auf Eis (dito).

Nord­aus­t­land – 06. Juli 2015 – Foto Sore Rus­seoya

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Woodfjord – 05. July 2015

Die Lagu­ne in Mus­ham­na ist ein Kunst­werk der Natur. Eine schön geschwun­ge­ne, schma­le Neh­rung trennt sie vom Fjord. Der Ein­gang über 10 Meter tief und kaum brei­ter. Ide­al, um eine ruhi­ge Nacht vor Anker zu ver­brin­gen.

Und um bei fast jedem Wet­ter zu lan­den. Heu­te, bei Wind­stil­le, sowie­so über­haupt kein Pro­blem. Es liegt noch viel Schnee, aber das Land lockt zu Tou­ren.

Trotz­dem ist die Lan­dung nach weni­gen Minu­ten zu Ende. Die Land­zun­ge war ein­fach schon belegt. Die­ser Eis­bär, der da plötz­lich aus dem Nichts kam und ein paar hun­dert Meter ent­fernt am Ufer lag, der hat­te Vor­fahrt.

Der gesam­te Tag war dann unglaub­lich. Wir ver­brach­ten ihn zu gro­ßen Tei­len in der Lagu­ne auf dem Schiff, fuh­ren mal weni­ge hun­dert Meter hier­hin und dahin. Der Eis­bär – eine Bären­da­me, mit Satel­li­ten­sen­der am Hals­band – spa­zier­te umher und ließ sich auf dem Eis nie­der. Dann kam ein zwei­ter Eis­bär über die Land­zun­ge mar­schiert, lief übers Eis und erschreck­te die Eis­bä­rin fast zu Tode, so dass die­se Fer­sen­geld gab und über das in der Son­ne weich wer­den­de Eis weg­rann­te, dass das Was­ser spritz­te.

Woodfjord – 05. July 2015 – Foto Mus­ham­na

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Spä­ter kam ein drit­ter Eis­bär um den Berg im Süden her­um her­an­spa­ziert, ein statt­li­ches Männ­chen. Die­ser begeg­ne­te Eis­bär Nr. 2 auf dem Eis der Lagu­ne, ohne dass die bei­den sich nen­nens­wer­te Beach­tung schenk­ten. Eis­bä­ren Nr. 1 hat­te sich mitt­ler­wei­le nach Süden ver­krü­melt. Die Bären 2 und 3 mar­schier­ten hier­hin und dort­hin am Ufer ent­lang, sehr zur Freu­de aller an Bord. So ver­ging eine son­ni­ge Stun­de nach der ande­ren.

Vel­komstpyn­ten – 04. Juli 2015

Wie oft lässt das Wet­ter einem die Mög­lich­keit, an der Nord­küs­te Spitz­ber­gens an Land zu gehen? Nicht in einer geschütz­ten Bucht, in einem Fjord, son­dern an einem Ufer, des­sen nächs­ter nörd­li­cher Nach­bar der Nord­pol ist? Genau, nicht oft. Und wenn man die Mög­lich­keit hat, muss man sie nut­zen.

Das haben schon die Wal­fän­ger getan und von die­sen Hügeln Aus­schau gehal­ten nach Walen und nach Eis. An alten Stein­män­nern lie­gen Bruch­stü­cke von Kera­mik­pfei­fen, wahr­schein­lich aus nie­der­län­di­scher Pro­duk­ti­on, 17. Jahr­hun­dert. Das Land, noch auf wei­ter Flä­che schnee­be­deckt. Nas­ser, schwe­rer Schnee, sul­zi­ge Schnee­fel­der, die man am bes­ten weit­läu­fig umgeht. So kam ein Kilo­me­ter zum nächs­ten.

Foto Vel­komstpyn­ten – 04. Juli 2015

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Die Ufer­fel­sen zwi­schen den klei­nen Buch­ten, die Hügel, das Land – alles rot. Wüs­ten­sand, über 350 Mil­lio­nen Jah­re alt. Abtra­gungs­schutt eines längst ver­gan­ge­nen Gebir­ges.

Raudfjord – 03. Juli 2015

Raudfjord: Nebel Vor­trag Eis­bär Vogel­fel­sen Eis­fuchs Hüt­te Schnee Ren­tier Grä­ber Son­ne Strand Treib­holz Stil­le Scho­ko­rie­gel Eis­bär Eis Nebel
 
 

Raudfjord – 03. Juli 2015 – Foto Alice­ham­na

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Der Nord­wes­ten: Eis­bä­ren­land – 02.07.2015

Wie ges­tern, sit­ze ich spät am Abend, um mei­nen klei­nen Blog zu schrei­ben. Die­se Tage sind voll, die Land­schaft im Nord­wes­ten Spitz­ber­gens ist so dicht, so klein­räu­mig. So vie­le Inseln, wo man mal schau­en könn­te, was es dort so gibt. Und stän­dig klebt man am Fern­glas. Hin­ter jeder Land­zun­ge, auf jedem Hang könn­te ein Eis­bär lie­gen. Auf einem Hang lag auch tat­säch­lich einer, auf einem Schnee­feld, und räkel­te sich faul. An eini­gen Strän­den könn­ten Wal­ros­se lie­gen. Auf einem Stein lagen tat­säch­lich zwei Wal­ros­se. Was ziem­lich unge­wöhn­lich ist, Wal­ros­se lie­gen nor­ma­ler­wei­se auf Strän­den oder Eis­schol­len, aber nicht auf Stei­nen. Jemand mein­te, die­se sei­en wahr­schein­lich bei See­hun­den auf­ge­wach­sen. Die machen das öfter.

Es war schon ein wenig Wal­fän­ger­wet­ter in die­sen alten Wal­fän­gerfjor­den. Grau, etwas win­dig, mit­un­ter eine Mischung aus Schnee und Regen in der Luft. Am spä­ten Nach­mit­tag kam zur rich­ti­gen Zeit aber bei­na­he die Son­ne her­aus, dort wo Wal­de­mar und Sal­ly vor lan­ger, lan­ger Zeit ein paar Jah­re in ihrer ein­sa­men Hüt­te gelebt hat­ten, die sie einst auf einem Wal­fän­ger­grab gebaut hat­ten.

Gale­rie – Der Nord­wes­ten: Eis­bä­ren­land – 02.07.2015

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Gleich zwei wei­te­re Eis­bä­ren sich­te­ten wir im Lauf des spä­ter wer­den­den Abends noch, bei­de unter­wegs auf stei­len, stei­ni­gen Hän­gen. Der ers­te, aus­ge­stat­tet mit einem dicken Hals­band mit Satel­li­ten­sen­der vom Nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tut und somit offen­sicht­lich eine Dame, mach­te sich auf einer Insel bei den Besit­zern diver­ser Vogel­nes­ter unbe­liebt. Der zwei­te ver­such­te tat­säch­lich, im Raudfjord ein Ren­tier zu erja­gen, ließ nach einer Ver­fol­gungs­jagd von fast einem Kilo­me­ter aber ab.

Kongsfjord – 01.07.2015

Spät am Abend nach einem lan­gen Tag, da wird der heu­ti­ge Ein­trag wohl nicht mehr lang wer­den, obwohl ich Bän­de schrei­ben könn­te. Dabei ist es doch erst der ers­te vol­le Tag, nach einem schö­nen Start ges­tern, mit einer son­ni­gen, stil­len Aus­fahrt aus dem Isfjord.

Ny Åle­sund mach­te den Anfang, mit allem Drum und Dran, die Geschichte(n), die vie­len jetzt im Ort wei­den­den Weiß­wan­gen­gän­se, die jetzt Küken haben, ein vol­ler Mor­gen. Nach­mit­tags ers­tes Ein­tau­chen in die Wild­nis abseits der Zivi­li­sa­ti­on. Dick­schna­bel­lum­men und Drei­ze­hen­mö­wen brü­tend vor der Nase, umge­ben von Blü­ten. Die Fami­li­en Fin­ger­kraut, Fel­sen­blüm­chen, Stein­brech, Hah­nen­fuß alle anwe­send mit Nich­ten und Nef­fen, Onkel und Tan­te.

Der Kong­s­ve­gen-Glet­scher hat dem namens­glei­chen Fjord flei­ßig Eis­ber­ge spen­diert, dar­un­ter ein paar wah­re Pracht­ex­em­pla­re. Und ein ganz beson­de­res Pracht­ex­em­plar von Wal zeigt sich in der Nähe von Ny Åle­sund im Kongsfjord. Ein Blau­wal zieht gemüt­lich fut­ternd sei­ne Run­den. Alle vier bis fünf Minu­ten taucht er drei oder vier mal auf – man könn­te die Uhr danach stel­len – und zeigt die mäch­ti­ge Flu­ke. Im Was­ser ist der Tisch gedeckt, die Anzei­ge des Tie­fen­mes­sers leuch­tet bunt in allen Far­ben in der Was­ser­säu­le.

Gale­rie – Kongsfjord – 01.07.2015

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Reich­lich Nah­rung also über den Tag für ark­tis­hung­ri­ge Polar­freun­de.

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