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Jahres-Archiv: 2017 − News & Stories


Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018: ein gefro­re­ner Was­ser­fall

Der Jah­res­be­ginn ist in der Hoch­ark­tis eisig kalt, wenn nicht gera­de ein Warm­luft­ein­bruch Tem­pe­ra­tu­ren um den Gefrier­punkt und Regen bringt – das hat es übri­gens auch schon frü­her gege­ben, aber der Kli­ma­wan­del lässt sol­che unan­ge­neh­men Wet­ter­la­gen in jün­ge­ren Jah­ren merk­lich häu­fi­ger wer­den. Aber nor­ma­ler­wei­se ist es kna­ckig kalt! Da friert jeder Fluss und jeder Was­ser­fall.

Das Januar­bild aus dem Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018 zeigt den Hyperitt­fos­sen im De Geerd­a­len, Luft­li­nie 20 Kilo­me­ter nord­öst­lich von Lon­gye­ar­by­en. Wo im Som­mer ein kräf­ti­ger Was­ser­fall über basalt­ar­ti­ge Fel­sen her­ab­stürzt, ist das Was­ser nun zu orgel­pfei­fen­ähn­li­chen Struk­tu­ren gefro­ren. Für die Per­spek­ti­ve habe ich ein extre­mes 11 mm Weit­win­kel­ob­jek­tiv ein­ge­setzt. Nicht jedes Jahr ist der gefro­re­ne Hyperitt­fos­sen so ein­drück­lich: als 2013 das hier ver­link­te Pan­ora­ma ent­stand, waren die Eis­säu­len mit ihren schö­nen Struk­tu­ren größ­ten­teils hin­ter Schnee ver­bor­gen.

Spitzbergen-Kalender 2018: Januar. Gefrorener Wasserfall

Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018: Janu­ar. Gefro­re­ner Was­ser­fall.

Neue Info­sei­ten: Aus­rüs­tung, Gelän­de, See­krank­heit

Man­che Fra­gen stel­len sich im Zusam­men­hang mit der Vor­be­rei­tung auf Rei­sen in unge­wohn­ten Regio­nen und mit unge­wohn­ten Fort­be­we­gungs­mit­teln immer wie­der, so dass es sich lohnt, sie auf spe­zi­el­len Info­sei­ten zu beant­wor­ten – soweit mög­lich. Die schlech­te Nach­richt vor­weg: die ent­schei­den­den Fra­gen las­sen sich nicht abschlie­ßend beant­wor­ten. Die immer wie­der belieb­te Stie­fel­dis­kus­si­on wird nie end­gül­tig zu klä­ren sein, denn es wird immer über­zeug­te Gum­mi­stie­fel­trä­ger wie auch Wan­der­stie­fel­fa­na­ti­ker geben. Und das soll natür­lich auch nie­man­dem genom­men wer­den, denn jeder ist ja selbst der Eig­ner der eige­nen Füße. War­um wir auf den Ark­tis-Segel­rei­sen den­noch stark zu guten (!) Gum­mi­stie­feln raten, wird auf der Info­sei­te Aus­rüs­tung dar­ge­legt und auch noch ein­mal auf der Info­sei­te ark­ti­sches Gelän­de, denn es hat ja mit bei­dem zu tun. Natür­lich geht es nicht nur um Stie­fel, son­dern auch um Beklei­dung, eben­falls ein sehr wich­ti­ges The­ma, und noch um diver­se Klei­nig­kei­ten, die, wenn man sie braucht und nicht hat, mit­un­ter schmerz­lich feh­len kön­nen.

Jeder, der eine Ark­tis-Rei­se plant, bei der „Wan­dern“ eine Rol­le spie­len soll, soll­te sich die Info­sei­te ark­ti­sches Gelän­de anschau­en, denn ark­ti­sches Gelän­de ist etwas ande­res als ein Wan­der­weg im Mit­tel­ge­bir­ge. Die Stich­wor­te „Gesteins­schutt“ und „Näs­se“ neh­men die ent­schei­den­den Fak­to­ren vor­weg. Was das kon­kret bedeu­tet, beschreibt die neue Info­sei­te ark­ti­sches Gelän­de in Wort und Bild.

Zuschlech­ter­letzt fehl­te noch der herr­li­che The­men­kom­plex See­gang & See­krank­heit. Die Fra­ge wird immer wie­der gestellt: wer­de ich see­krank? Ob Sie see­krank wer­den, weiß ich nicht wirk­lich. War­um das so ist und was dabei eine Rol­le spielt, steht wort­reich auf der neu­en Info­sei­te See­gang & See­krank­heit.

Gute Gum­mi­stie­fel gehö­ren auf Ark­tis-Segel­rei­sen ins Gepäck. Mehr dazu und viel Wis­sens­wer­tes dar­über hin­aus steht auf den neu­en Info­sei­ten (Links oben im Text).

Gummstiefel sind Teil der Ausrüstung bei einer Arktis-Segelreise.

Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018: Dezem­ber vor­ge­stellt

Was dem ark­ti­schen Som­mer die Eis­bä­ren sind, sind der Polar­nacht die Nord­lich­ter: jeder will sie sie­hen. Das Nord­licht, auch Auro­ra borea­lis genannt, ist ja auch eine majes­tä­ti­sche Erschei­nung! Wer ein­mal ein Nord­licht gese­hen hat, wird das sicher nicht wie­der ver­ges­sen. Dem Nord­licht und der Nord­licht-Foto­gra­fie ist übri­gens auf spitzbergen.de eine eige­ne Info­sei­te gewid­met, bald fängt die Sai­son ja wie­der an.

Eigent­lich ist Lon­gye­ar­by­en gar nicht unbe­dingt der bes­te Ort, um Nord­lich­ter zu sehen. Wer rich­tig Nord­licht-Safa­ri machen will, ist in Nord­skan­di­na­vi­en min­des­tens so gut unter­wegs. Aber natür­lich kann man in Spitz­ber­gen mit etwas Glück fan­tas­ti­sche Nord­lich­ter zu sehen bekom­men! Und zwar auch, im Gegen­satz etwa zu den Lofo­ten, mit­ten am Tag. Die „Day­si­de Auro­ra“, wie das mit­täg­li­che Nord­licht genannt wird, ist zwar eher sel­ten, aber es gibt sie. Kaum vor­stell­bar! Das erfor­dert natür­lich ech­te Dun­kel­heit rund um die Uhr.

Das Dezem­ber-Bild für den Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018 ist am frü­hen Abend ent­stan­den. Wir waren mit einem Fern­seh­team in Lon­gye­ar­by­en unter­wegs, und Nord­lich­ter stan­den hoch oben auf der Wunsch­lis­te. Ein ris­kan­tes Unter­fan­gen, wenn man nur weni­ge Tage vor Ort ist! Kann klap­pen, muss nicht … sowohl das Wet­ter als auch die Akti­vi­tät der Son­ne müs­sen zum rich­ti­gen Zeit­punkt mit­spie­len, sonst wird es nichts. Am Abend zuvor hat­ten wir schon schwar­ze Wol­ken gefilmt und nichts ande­res. Einen Tag spä­ter waren die Ver­hält­nis­se aber viel­ver­spre­chend. Und auf ein­mal explo­dier­te der Him­mel über Lon­gye­ar­by­en! Es war wirk­lich eines unse­rer schöns­ten Nord­licht-Erleb­nis­se in Spitz­ber­gen. Das Foto zeigt nicht den Augen­blick der kräf­tigs­ten Licht­erschei­nung, aber dafür tanz­te Lady Auro­ra in die­sem Augen­blick genau an der rich­ti­gen Stel­le, damit ich sie zusam­men mit dem Stän­der der iko­ni­schen Koh­le-Seil­bahn und dem Pla­tå­berg, Lon­gye­ar­by­ens Haus­berg, foto­gra­fie­ren konn­te.

Spitzbergen-Kalender 2018: Dezember. Nordlicht über Longyearbyen

Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018: Dezem­ber. Nord­licht über Lon­gye­ar­by­en.

Born in Sau­na: Aus­stel­lung von Alex­an­der Lembke in Finn­land

Alex­an­der Lembke ist vie­len Anti­gua­nern und Pyra­mi­dis­ten der letz­ten Jah­re wohl­be­kannt. Von sei­ner inten­si­ven For­schungs- und Pra­xi­s­tä­tig­keit rund um die Kul­tur und Geschich­te der fin­ni­schen Sau­na haben vie­le gehört.

Nun ist es nach lan­ger Arbeit end­lich soweit: Die Aus­stel­lung „Sau­na Syn­ty­neet (Born in Sau­na)“ wur­de am Frei­tag, dem 13. Okto­ber, in Tam­pe­re in Finn­land fei­er­lich eröff­net. Die Aus­stel­lung wur­de durch eine Rei­he von Orga­ni­sa­tio­nen wie das Goe­the-Insti­tut, die Stadt Tam­pe­re und die Fin­nish Sau­na Socie­ty geför­dert, deren Ver­tre­ter bei Eröff­nung zuge­gen waren und Reden hiel­ten.

Den inhalt­li­chen Hin­ter­grund der Aus­stel­lung spielt die gro­ße Rol­le der Sau­na in der fin­ni­schen Kul­tur und Gesell­schaft. Kon­kret geht es bei „Born in Sau­na“ um Men­schen, die tat­säch­lich in der Sau­na gebo­ren wur­den. Als regel­mä­ßig auf­ge­heiz­ter, gerei­nig­ter und spi­ri­tu­ell hoch­ge­schätz­ter Ort galt und gilt die Sau­na als gut geeig­net für wich­ti­ge Ereig­nis­se wie Gebur­ten. Auch heu­te noch kommt es vor, dass Men­schen in Finn­land in der Sau­na gebo­ren wer­den. Die Aus­stel­lung zeigt groß­for­ma­ti­ge Por­traits von Men­schen, die in der Sau­na zur Welt kamen. In poe­tisch illus­trier­ten Fil­men erzäh­len die­se Men­schen, die mit ihren Gebur­ten einen zeit­li­chen Bogen von fast 100 Jah­ren span­nen, ihre Geschich­ten und beschrei­ben ihr Ver­hält­nis zur Sau­na und ihre indi­vi­du­el­len Sau­na-Ritua­le. Die jüngs­te Sau­na-Gebo­re­ne unter den por­trai­tier­ten Per­so­nen ist heu­te fünf Jah­re alt, die ältes­te ist 102! Eini­ge der gezeig­ten Men­schen waren bei der Eröff­nung auch anwe­send.

Wer in Tam­pe­re vor­bei­kommt, hat noch bis zum 24.11.2017 die Mög­lich­keit, die Aus­stel­lung „Sau­na­s­sa Syn­ty­neet (Born in Sau­na)“ zu sehen.

Alex­an­der Lembke bei der Eröff­nung der Aus­stel­lung „Sau­na­s­sa Syn­ty­neet (Born in Sau­na)“ am Frei­tag in Tam­pe­re.

Ausstellung Saunassa Syntyneet (Born in Sauna) von Alexander Lembke, Tampere.

Tam­pe­re – 13. Okto­ber 2017

Dem auf­merk­sa­men Leser wird nicht ent­gan­gen sein: Tam­pe­re, das ist doch gar nicht Spitz­ber­gen! Das ist doch in Finn­land! Weit im Süden!

Ja, so ist es. Den­noch: Von Finn­land war immer wie­der mal die Rede, wie die meis­ten wis­sen wer­den, die in den letz­ten Jah­ren Rolf Stan­ge und Alex­an­der Lembke in Spitz­ber­gen unter­wegs gewe­sen sind, mit der Anti­gua oder in Pyra­mi­den. Wer gemüt­lich mit Alex auf der Tun­dra eine Scho­ko­la­de teilt oder abends beim Bier sitzt, kommt irgend­wann mal auf das The­ma Sau­na und Finn­land.

Jah­re­lang schon betreibt Alex inten­siv sei­ne Arbeit mit der fin­ni­schen Sau­na. Natür­lich auch mit ihren ange­neh­men, prak­ti­schen Aspek­ten, aber vor allem mit ihrer Kul­tur und Geschich­te. Als ein vor­läu­fi­ges Ergeb­nis stand nun die Eröff­nung sei­ner Aus­stel­lung in Tam­pe­re an, und das konn­te ich mir natür­lich nicht ent­ge­hen las­sen. (Zur Eröff­nung der Aus­stel­lung sie­he „Born in Sau­na“).

Gale­rie – Tam­pe­re – 13. Okto­ber 2017

Kli­cken Sie auf die Bil­der, um eine ver­grö­ßer­te Dar­stel­lung des Bil­des zu erhal­ten.

Vor dem offi­zi­el­len Teil blieb mir aber noch etwas Zeit für einen klei­nen Aus­flug in die fin­ni­sche Wald- und Seen­land­schaft. Die ist ja aus bes­ten Grün­den bekannt für ihre Schön­heit. Nach Mona­ten in Spitz­ber­gen war es schon etwas unge­wohnt, dass dort über­all Bäu­me her­um­ste­hen, aber das ist ja nicht schlecht. Im Gegen­teil, das ist sehr schön! Bevor wir also zur Aus­stel­lungs­er­öff­nung kom­men, gibt es hier zunächst ein paar Ein­drü­cke aus dem fin­ni­schen Wald. Für lan­ge Tou­ren war lei­der kei­ne Zeit, das ist alles aus Tam­pe­res nächs­ter Umge­bung.

Sau­na Syn­ty­neet – Born in Sau­na – 13. Okto­ber 2017

Wir sind noch in Tam­pe­re in Finn­land und kom­men zu des Pudels Kern der Rei­se in das Land der Wäl­der, der Seen – und der Sau­na, und dar­um soll­te es gehen. Nach lan­ger Zeit inten­si­ver Vor­be­rei­tun­gen hat Alex­an­der Lembke heu­te, am Frei­tag, dem 13. (wenn das kein Glück bringt!), sei­ne Aus­stel­lung eröff­net.

Nun muss man den Fin­nen nicht zei­gen, wie eine Sau­na aus­sieht. Den etwa 5,5 Mil­lio­nen Fin­nen ste­hen meh­re­re Mil­lio­nen pri­va­te und öffent­li­che Sau­na zur Ver­fü­gung. Wer in Finn­land lebt, weiß wie eine Sau­na aus­sieht. Man hat ja auch schon mal das Meer gese­hen, wenn man auf Hel­go­land auf­ge­wach­sen ist.

So konn­te Alex sich auch bild­lich auf das Mot­to der Aus­stel­lung kon­zen­trie­ren: Sau­na Syn­ty­neet – Born in Sau­na, gebo­ren in der Sau­na. Groß­for­ma­ti­ge Por­traits span­nen einen Bogen von fast 100 Jah­ren mit Men­schen, die in einer Sau­na zur Welt kamen. Natür­lich nicht zufäl­lig und unge­plant, son­dern weil man die Sau­na aus prak­ti­schen und kul­tu­rel­len Erwä­gun­gen her­aus für einen pas­sen­den Ort dafür hielt und immer noch hält. Natür­lich kom­men die meis­ten Fin­nen heut­zu­ta­ge in Kran­ken­häu­sern zur Welt, aber immer noch gibt es Haus­ge­bur­ten in der eige­nen Sau­na, die dann meist schon über Gene­ra­tio­nen im Besitz der Fami­lie ist (wer eine frisch auf­ge­stell­te Well­ness-Hit­ze­kam­mer aus dem Bau­markt hat, wird wohl kaum auf die Idee kom­men, dort den Nach­wuchs zur Welt zu brin­gen … aber nach meh­re­ren Selbst­ver­su­chen – nor­ma­le Sau­ne­be­su­che ohne Gebur­ten – kann ich nur sagen: die fin­ni­sche Sau­na ist wirk­lich etwas ande­res!). Insti­tu­tio­nen wie das Goe­the-Insti­tut, die Stadt Tam­pe­re und die Fin­ni­sche Sau­na­ge­sell­schaft haben die Aus­stel­lung unter­stützt und gaben der Eröff­nung mit Rede­bei­trä­gen den ange­mes­se­nen Rah­men. Eini­ge der Por­trai­tier­ten hat­ten dem Abend eben­falls mit ihrer Anwe­sen­heit die Ehre gege­ben.

Gale­rie – Sau­na Syn­ty­neet – Born in Sau­na – 13. Okto­ber 2017

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Natür­lich gab es am spä­te­ren Abend noch eine Exkur­si­on zum Objekt der Wis­sen- und Lei­den­schaft, näm­lich in Finn­lands ältes­te öffent­li­che Sau­na. Da habe ich nicht foto­gra­fiert, das tut man natür­lich nicht (es sei denn, man ist Alex und hat sich das Ver­trau­en der Betei­lig­ten über lan­ge Zeit erwor­ben). Des­halb kann ich allen nur emp­feh­len, nach Finn­land zu rei­sen und zu erle­ben, was eine ech­te Sau­na ist! Es lohnt sich!

Koh­le­berg­bau in Sveagru­va ist Geschich­te

Die Regie­rung in Oslo hat gespro­chen: Der in Sveagru­va ist Geschich­te. Die erst 2014 eröff­ne­te, seit­dem aber nur im Stand­by-Betrieb erhal­te­ne Gru­be Lun­ckef­jel­let wird nicht in den pro­duk­ti­ven Betrieb über­führt.

Die Berg­bau­ge­sell­schaft hat­te seit Jah­ren mit erheb­li­chen wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten zu kämp­fen, da die Welt­markt­prei­se nicht für einen loh­nen­den Betrieb aus­reich­ten (sie­he bei­spiels­wei­se Store Nor­ske: Koh­le für die Koh­le, Mai 2015). Etwa 300 Ange­stell­te muss­ten den Hut bezie­hungs­wei­se den Helm neh­men, die Beleg­schaft ist auf etwa 100 Per­so­nen redu­ziert.

Auch die­se wer­den sich nicht mehr ewig über ihre Jobs freu­en kön­nen, seit die nor­we­gi­sche Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Moni­ca Mæland am 12.10.2017 ver­kün­de­te, dass die Regie­rung eine Auf­fah­rung des pro­duk­ti­ven Betriebs im Lun­ckef­jel­let nicht stüt­zen will. Ohne finan­zi­el­le Unter­stüt­zung der Regie­rung, die auch der Eig­ner der Betrei­ber­ge­sell­schaft Store Nor­ske ist, ist ein Betrieb aber nicht mög­lich. Eine Fort­füh­rung des der­zeit herr­schen­den Ruhe­be­triebs will weder die Regie­rung noch die Store Nor­ske.

Somit wer­den in den nächs­ten Jah­ren die Abwick­lung des Berg­baus bei Sveagru­va und das Auf­räu­men im Vor­der­grund ste­hen, was den ver­blie­be­nen Ange­stell­ten immer­hin noch ein paar Jah­re lang ihre Stel­len über­wie­gend sichern wird.

Eine lang­fris­ti­ge Ver­wen­dung des Ortes Sveagru­va im grö­ße­ren Stil, etwa im Tou­ris­mus, soll es nicht geben. Der Ver­wen­dung ein­zel­ner Gebäu­de für der­ar­ti­ge Zwe­cke steht aber prin­zi­pi­ell nichts ent­ge­gen.

Unbe­rührt hier­von bleibt der Abbau in der Gru­be 7 bei Lon­gye­ar­by­en, die im Zwei­schicht­be­trieb das loka­le Kraft­werk ver­sorgt und über­schau­ba­re Men­gen für den Export pro­du­ziert.

Bald Geschich­te: nor­we­gi­scher Koh­le­berg­bau auf Spitz­ber­gen.

Kohlebergbau Spitzbergen.

Quel­le: NRK

Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018: Novem­ber vor­ge­stellt

Das nächs­te Kalen­der­blatt aus dem Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018, für den Monat Novem­ber, zeigt eine Grup­pe Spitz­ber­gen-Ren­tie­re. Die­se wer­fen ihre Gewei­he bekann­ter­ma­ßen ein­mal jähr­lich ab. Der Zeit­punkt des Abwur­fes unter­schei­det sich sowohl nach Geschlecht als auch indi­vi­du­ell.

Die­se klei­ne Ren­tier­her­de zeigt alle mög­li­chen Geweih-Vari­an­ten: eines hat gar kein Geweih, eines hat nur eine Geweih­stan­ge und eines hat ein vol­les Geweih, wenn auch ein klei­nes.

Das Foto zeigt die Ren­tie­re in win­ter­li­cher Umge­bung am Dia­ba­sod­den im Sas­senfjord. Im frü­hen Win­ter zeh­ren Ren­tie­re neben der mage­ren, unter dem Schnee ver­steck­ten Vege­ta­ti­on von ihren Fett­re­ser­ven. Im spä­ten Win­ter, wenn die Fett­re­ser­ven auf­ge­braucht sind und die Tun­dra immer noch unter Schnee und Eis ver­bor­gen ist, steigt die Gefahr durch Nah­rungs­man­gel stark an.

Spitzbergen-Kalender 2018: November. Rentiere

Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018: Novem­ber. Eine Grup­pe Ren­tie­re mit ver­schie­de­nen Geweih-Vari­an­ten.

Fried­hof von Lon­gye­ar­by­en wird mög­li­cher­wei­se ver­legt

Der Fried­hof von Lon­gye­ar­by­en liegt seit über 100 Jah­ren in einem ruhi­gen Teil des Lon­gyear-Tals, zwi­schen Kir­chen und dem alten Ver­samm­lungs­haus Huset. Ent­ge­gen oft anders­lau­ten­der Berich­te wird er immer noch aktiv als Fried­hof genutzt. Aller­dings sind nur Urnen­be­gräb­nis­se zuge­las­sen. Die letz­ten Urnen­be­stat­tun­gen hat es 2013 gege­ben, wei­te­re sind aber mög­lich.

Nun liegt der Fried­hof zwar in einem sehr ruhi­gen Teil des Tals, aber den­noch ist die Toten­ru­he bedroht: Von den Berg­hän­gen unmit­tel­bar um den Fried­hof sind in den letz­ten Jah­ren mehr­fach Lawi­nen abge­gan­gen. Dabei han­del­te es sich meis­tens um Erd­rut­sche nach Regen­ta­gen, die das Gelän­de um den Fried­hof erreich­ten. Das führ­te im ver­gan­ge­nen Som­mer bei­spiels­wei­se zu lang­an­dau­e­r­en­den Sper­run­gen der Stra­ße unter­halb des Fried­hofs. Es ist wohl nur eine Fra­ge der Zeit, bis auch der Fried­hof selbst von einem Erd­rutsch getrof­fen und stark beschä­digt oder gar zer­stört wird.

Nun hat die Kir­che Lon­gye­ar­by­en mit Pfar­rer Leif Magne Hel­ge­sen Initia­ti­ve ergrif­fen, um den Fried­hof an einen siche­ren Ort zu ver­le­gen. Der Fried­hof sei ein Ort des Frie­dens, mit dem vie­le Men­schen star­ke Gefüh­le ver­bän­den, so Hel­ge­sen. Es sei sowohl den Ver­stor­be­nen als auch den Ange­hö­ri­gen gegen­über ver­ant­wor­tungs­los, eine Gefähr­dung hin­zu­neh­men.

Ers­te Gesprä­che mit zustän­di­gen Stel­len wie dem für Denk­mal­schutz ver­ant­wort­li­chen Sys­sel­man­nen und der Gemein­de­ver­wal­tung hat es nun gege­ben. Im Zusam­men­hang mit von Ero­si­on bedroh­ten Wal­fän­ger­grä­bern gibt es in Lon­gye­ar­by­en immer­hin Erfah­run­gen mit der Ver­la­ge­rung und Siche­rung von ein­zel­nen Grä­bern. Ein Umzug des Fried­ho­fes wäre ein Pro­jekt von einer ganz ande­ren Grö­ßen­örd­nung, in das auch die Ange­hö­ri­gen der dort ruhen­den Ver­stor­be­nen mit ein­be­zo­gen wer­den müss­ten. Als neu­er Ort kämen Flä­chen in der Nähe der Kir­che infra­ge.

Der Fried­hof von Lon­gye­ar­by­en wird mög­li­cher­wei­se wegen Lawi­nen- und Erd­rutsch­ge­fähr­dung ver­legt.

Friedhof Longyearbyen.

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018: 2 Mona­te vor­ge­stellt

Das Sep­tem­ber-Bild aus dem Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018

Spitzbergen-Kalender 2018: September. Walrosse und Eisfuchs

Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018: Sep­tem­ber. Wal­ros­se und Eis­fuchs.

… zeigt eine Grup­pe Wal­ros­se, die am Strand bei Smee­ren­burg auf der Ams­ter­damøya das tun, was sie am liebs­ten tun: faul her­um­lie­gen und Muscheln ver­dau­en. Wäh­rend wir Tou­ris­ten respekt­voll gut 30 m Abstand hal­ten, um die Wal­ros­se nicht etwa bei ihrem Mit­tags­schläf­chen zu stö­ren, inter­es­siert sich ein fre­cher Eis­fuchs über­haupt nicht für die Tier­schutz­re­geln und läuft direkt vor den Wal­ros­sen her­um! Was die natür­lich über­haupt nicht wei­ter inter­es­siert.

Der Eis­fuchs kam schnell und uner­war­tet, und genau­so schnell ver­schwand er auch wie­der. Von der sel­te­nen Begeg­nung blieb nur die­ser Schnapp­schuss.

Und auf dem Okto­ber-Bild …

Spitzbergen-Kalender 2018: Oktober. Der Bråsvellbreen aus der Vogelperspektive.

Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018: Okto­ber. Der Brås­vell­breen aus der Vogel­per­spek­ti­ve.

… sehen wir den Brås­vell­breen. Die­ser gehört zur Eis­kap­pe Aus­t­fon­na auf dem Nord­aus­t­land. Die Dimen­sio­nen sind gewal­tig, die Eis­kap­pe hat eine Flä­che von etwa 8500 Qua­drat­ki­lo­me­tern! Der Brås­vell­breen ist nur ein klei­ner Teil davon. Er ist berühmt für die Was­ser­fäl­le, die in der Schmelz­sai­son über sei­ne Eis­kan­te her­ab­stür­zen. Hier sehen wir ihn aus der Vogel­per­spek­ti­ve!

Der Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018 ist in 2 For­ma­ten erhält­lich, A3 und A5. Hier kli­cken für mehr Infor­ma­tio­nen zum Spitz­ber­gen-Kalen­der 2018 ein­schließ­lich Bestell­mög­lich­keit.

Wei­ßer Buckel­wal bei Spitz­ber­gen erneut gesich­tet

Wei­ße Buckel­wa­le sind ein sehr sel­te­nes Phä­no­men. Die Zahl der wei­ßen Buckel­wa­le ist auch glo­bal sehr über­schau­bar, man schätzt sie auf drei Indi­vi­du­en. Zwei davon sol­len sich im Pazi­fik rund um Aus­tra­li­en bewe­gen, ein wei­te­rer schwimmt im Nord­at­lan­tik her­um. Letz­te­rer ist nun erst­ma­lig seit eini­gen Jah­ren wie­der beob­ach­tet wor­den. 2004 und 2006 hat es bereits Sich­tun­gen vor Nord­nor­we­gen gege­ben, und 2012 wur­de erneut ein wei­ßer Buckel­wal – mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit das­sel­be Tier – mehr­fach im Osten Spitz­ber­gens gese­hen. Dabei wur­den Fotos mit Sel­ten­heits­wert gemacht. Vor allem die Bil­der, die Steu­er­mann Dan Fisher auf der Anti­gua vom Mast aus mach­te, sind auf­grund der erhöh­ten Per­spek­ti­ve sehr aus­sa­ge­kräf­tig und beein­dru­ckend.

Buckel­wa­le kom­men in allen Ozea­nen der Erde vor. Fast immer sind sie aber über­wie­gend dun­kel­grau bis schwarz. Die Unter­sei­te und Tei­le der Flos­sen sind teil­wei­se weiß, das genaue Mus­ter kann zur Iden­ti­fi­zie­rung von ein­zel­nen Tie­ren her­an­ge­zo­gen wer­den, so wie der Fin­ger­ab­druck eines Men­schen.

Voll­stän­dig wei­ße Buckel­wa­le sind sehr sel­ten. Hier­bei han­delt es sich meist um eine Pig­ment­stö­rung wie der unter vie­len Tie­ren weit ver­brei­te­te Leu­zis­mus. Nur bei einem der bei­den wei­ßen Buckel­wa­le bei Aus­tra­li­en han­delt es sich tat­säch­lich um ein Albi­no.

Nun hat es erst­ma­lig seit 2012 wie­der eine Sich­tung gege­ben. Der wei­ße Buckel­wal aus dem Nord­at­lan­tik ist Ende Sep­tem­ber von Wis­sen­schaft­lern auf dem nor­we­gi­schen For­schungs­schiff Johan Hjort beob­ach­tet wor­den. Er hielt sich im Osten von Spitz­ber­gen auf, was zu den übli­chen sai­so­na­len Wan­de­run­gen von Buckel­wa­len im Nord­at­lan­tik passt.

Der sei­ner­zeit berühm­te Wei­ße Buckel­wal in der Hin­lo­pen­stra­ße, foto­gra­fiert am 11. August 2012 von Dan Fisher.

Weißer Buckelwal.

Quel­le: Hav­forsk­nings­in­sti­tuttet

Lon­gye­ar­breen – 29. Sep­tem­ber 2017

Dem Lon­gye­ar­breen stat­ten wir noch einen wei­te­ren, klei­nen Besuch ab. Wie herr­lich ist das, so einen Spiel­platz als Nah­erho­lungs­ge­biet direkt hin­ter dem Ort zu haben? Rau­schen­de Schmelz­was­ser­bä­che, eine Morä­ne, in der es sich lohnt, nach Fos­si­li­en zu schau­en, und natür­lich Eis, Eis, Eis. Durch gewun­de­ne Kanä­le glu­ckert das hier kris­tall­kla­re Was­ser über den Glet­scher, um in dunk­len Löchern zu ver­schwin­den. Die blank gewa­sche­ne Ober­flä­che des Eises zeigt immer wie­der in geo­me­tri­schen Mus­tern den Wech­sel aus blan­kem Eis und dunk­len, stein­hal­ti­gen Lagen.

Gale­rie – Lon­gye­ar­breen – 29. Sep­tem­ber 2017

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Ein schö­ner Abschluss der Zeit, die wir im wei­te­ren Sin­ne noch als ark­ti­schen Som­mer bezeich­nen kön­nen. Nun wer­den die Polar­fahr­ten für ein paar Wochen am Schreib­tisch statt­fin­den. Auch dort erhe­ben sich jetzt die schöns­ten Ber­ge 🙂

End­a­len – 27. Sep­tem­ber 2017

Die fol­gen­den Tage in und um Lon­gye­ar­by­en zei­gen zunächst, wie viel Glück wir doch auf der Anti­gua-Fahrt neu­lich gehabt haben: Tage­lang sehen wir nicht das kleins­te Stück­chen blau­en Him­mel und von den schö­nen Ber­gen um den Ort her­um meis­tens auch nur die unte­re Hälf­te. Die Son­ne steigt nicht mehr hoch an den Him­mel, und von ihrem gedämpf­ten Licht schlu­cken die Wol­ken eine gan­ze Men­ge, so dass es nun schon nahe­zu düs­ter wirkt, jeden­falls im Ver­gleich zu den Zei­ten der hell leuch­ten­den Mit­ter­nachts­son­ne, die vor gut 4 Wochen zu Ende gin­gen. Und in noch ein­mal 4 Wochen wird die Polar­nacht begin­nen!

Unterm Strich sind es gute Tage, um alles Mög­li­che zu machen, was eher drin­nen als drau­ßen pas­siert. Es ist ja nicht so, dass das Leben da nicht auch eine Men­ge zu bie­ten hät­te 🙂 und trotz­dem müs­sen wir natür­lich mal für eine län­ge­re Tour raus, die Tun­dra lockt, die ein­sa­men Täler rufen. Man muss auch gar nicht all­zu weit von Lon­gye­ar­by­en weg, um schö­ne Natur und Stil­le zu fin­den, es muss gar nicht immer die Hin­lo­pen­stra­ße sein. Auch das End­a­len und das Fard­a­len haben ihre Rei­ze.

Das es der­zeit recht mild ist, eini­ge Gra­de über dem Gefrier­punkt, füh­ren die Bäche immer noch ziem­lich viel Was­ser. Mit­un­ter kann man sonst auch grö­ße­re Flüs­se Ende Sep­tem­ber in Wan­der­stie­feln tro­cken­den Fußes que­ren, aber nicht die­ses Jahr. So müs­sen wir unse­ren Weg fin­den, den einen oder ande­ren Bach que­ren und dem Was­ser­fall hin­ten im End­a­len aus­wei­chen, indem wir die Boger­breen-Morä­ne hin­auf­krab­beln. Ein Meer aus Schutt, Schlamm und Eis – eine wirk­lich eis­zeit­lich erschei­nen­de Welt. Hier könn­te man sich mit Zeit umschau­en und sicher vie­le span­nen­de Din­ge ent­de­cken, Struk­tu­ren im Eis, Fos­si­li­en und so wei­ter, aber die Tage sind nicht mehr all­zu lang, aber die Stre­cke wird ja nicht kür­zer. Über 20 Kilo­me­ter wol­len heu­te erwan­dert wer­den.

Gale­rie – End­a­len – 27. Sep­tem­ber 2017

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Die meis­ten ken­nen den Lon­gye­ar­pass mit dem stei­len Hang, der vom obe­ren Lon­gye­ar­breen hin­ab ins Fard­a­len führt, aus dem Win­ter, wenn dort vie­le Motor­schlit­ten auf- und abfah­ren, etwa auf dem Weg nach Barents­burg. Bei wei­chem Schnee und schlech­ter Sicht hat der Hang schon so man­chen ver­zwei­feln las­sen, wie auch der eine oder ande­re zer­fetz­te Keil­rie­men und manch ande­rer Schrott ver­rät, acht­los lie­gen­ge­las­sen. Im Win­ter mag das wenig auf­fal­len, wenn man mit hoher Geschwin­dig­keit dar­an vor­bei­knallt, aber im Som­mer wirkt jedes Stück Plas­tik in der ark­ti­schen Natur sehr befremd­lich und absto­ßend. Im Som­mer kom­men aber auch viel weni­ger Leu­te hier ent­lang, obwohl das Fard­a­len ja gera­de mal 6 km von Nyby­en ent­fernt ist, dem nächs­ten Teil von Lon­gye­ar­by­en.

Zwi­schen Fard­a­len und Lon­gye­ar­by­en liegt noch der Lon­gye­ar­breen, des­sen eisi­ge Ober­flä­che nach dem Regen der letz­ten Tage glatt ist wie ein Spie­gel. Wehe dem, der sich hier ohne Steig­ei­sen ver­sucht! Mit Steig­ei­sen macht die Tour über den Glet­scher aber rich­tig Spaß. Auf den letz­ten Metern kommt zur fort­schrei­ten­den Dun­kel­heit noch der Nebel der sich sen­ken­den Wol­ken dazu, so dass die Morä­ne mit ihren Schmelz­was­ser­bä­chen schon fast bedroh­lich wirkt. Es ist gut, den Weg zu ken­nen. Der aller­letz­te Bach kurz vor Nyby­en ist bei die­sem Wet­ter so stark ange­schwol­len, dass es bei­na­he für ein Fuß­bad in den Wan­der­stie­feln reicht, aber dann ist die Stra­ße erreicht und bald steht die Pfan­ne auf dem Herd …

Meh­re­re Eis­bä­ren nahe Sied­lun­gen beob­ach­tet

Meh­re­re Eis­bä­ren wur­den in den letz­ten Wochen in der Nähe von Lon­gye­ar­by­en und ande­ren Sied­lun­gen gese­hen und lie­ßen sich teil­wei­se nur schwer ver­trei­ben.

Sehen put­zig aus, sind auf der Suche nach Nah­rung aber nicht zim­per­lich

Eisbären Longyearbyen

Einer der Bären – ein 17 Jah­re altes Männ­chen – muss­te betäubt und mit dem Hub­schrau­ber nach Nord­aus­t­lan­det in den Nord­os­ten Spitz­ber­gens ver­frach­tet wer­den, nach­dem er am 15. Sep­tem­ber am Kap Lai­la zwi­schen Lon­gye­ar­by­en und Barents­burg meh­re­re Hüt­ten ver­wüs­tet hat­te. Dass dies schon sein zwei­ter Flug mit dem Heli­ko­pter war, konn­te Eis­bä­ren­ex­per­te Jon Aars vom Nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tut bestä­ti­gen. Der Eis­bär wur­de als Jun­ges mar­kiert und bereits 2001 bei einem gemein­sam mit Bären­bru­der und Bären­mut­ter ver­üb­ten Hüt­ten­ein­bruch regis­triert. Die Mut­ter wur­de im Übri­gen auch spä­ter noch häu­fi­ger bei ähn­li­chen Ein­brü­chen obser­viert.

Ein aus mensch­li­cher Sicht zwar unge­bühr­li­ches, jedoch kei­nes­wegs unge­wöhn­li­ches Ver­hal­ten für einen Eis­bä­ren, kon­sta­tiert Jon Aars. Eini­ge Eis­bä­ren schei­nen sich gera­de­zu auf Ein­brü­che in Hüt­ten spe­zia­li­siert zu haben. Die Eis­bä­ren zu betäu­ben und aus­zu­flie­gen ist indes nur eine kurz­fris­ti­ge Lösung. Letz­tes Jahr im April wur­de ein Eis­bär von Lon­gye­ar­by­en auf die meh­re­re hun­dert Kilo­me­ter ent­fern­te Insel Nord­aus­t­land geflo­gen – nur ein Jahr spä­ter war er wie­der zurück am Isfjor­den.

Anfang Sep­tem­ber wur­de eine Eis­bä­rin mit zwei Jun­gen am Rev­ne­set, weni­ge Kilo­me­ter nörd­lich von Lon­gye­ar­by­en, beob­ach­tet. Drei­mal wur­de bereits ver­sucht, sie mit­hil­fe eines Hub­schrau­bers aus der Hüt­ten­sied­lung zu ver­ja­gen, zwei Mal kehr­ten die drei Bären nach weni­gen Tagen zurück und tauch­ten erneut in der Nähe von Lon­gye­ar­by­en auf. Nach dem drit­ten Ver­such ist sie bis­her noch nicht wie­der gese­hen wor­den.

Ein ande­res Eis­bä­ren­weib­chen mit zwei Jun­gen hielt sich zuletzt in der Nähe von Svea auf, außer­dem wur­den meh­re­re Bären in der Nähe von Isfjord Radio am Kapp Lin­né gesich­tet.

Dass in so kur­zer Zeit so vie­le Eis­bä­ren in der Nähe mensch­li­cher Sied­lun­gen auf­tau­chen, kommt nicht all­zu häu­fig vor, ist aber wahr­schein­lich Zufall. Jon Aars meint jedoch, dass sol­che Besu­che sich in Zukunft häu­fen könn­ten, da Eis­bä­ren nun schon vie­le Jah­re unter Schutz ste­hen. Gene­ti­sche Unter­su­chun­gen zei­gen, dass Eis­bä­ren sich ger­ne über meh­re­re Gene­ra­tio­nen in ähn­li­chen Gebie­ten auf­hal­ten. Die Men­schen in Lon­gye­ar­by­en wer­den sich womög­lich an häu­fi­ge­re Besu­che von Eis­bä­ren gewöh­nen müs­sen. Oder umge­kehrt.

Eis­bär­mut­ter mit Jun­gem

Eisbären Longyearbyen

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

Ita­lie­ner gesucht und gefun­den

Nach der Segel­boot­su­che von letz­ter Woche hat nun schon wie­der eine grö­ße­re SAR (search and res­cue) Akti­on Sys­sel­man­nen und Rotes Kreuz beschäf­tigt. Am Sams­tag Nach­mit­tag um 16.20 Uhr erhielt das Kran­ken­haus in Lon­gye­ar­by­en einen Anruf von einem Ita­lie­ner, der sich an einem stei­len Berg­hang befand und nicht in der Lage war, sich von die­ser pre­kä­ren Stel­le weg­zu­be­we­gen. Der Mann gab an, von den Flug­ha­fen sehen zu kön­nen. Genaue­re Anga­ben zu sei­ner Posi­ti­on mach­te er nicht, wobei neben man­geln­der Orts­kennt­nis auch Sprach­schwie­rig­kei­ten eine Rol­le gespielt haben kön­nen. Er been­de­te das Gespräch, ohne eine Tele­fon­num­mer zu hin­ter­las­sen, so dass es spä­ter nicht mög­lich war, ihn wie­der zu kon­tak­tie­ren.

Daher muss­ten wie­der ein­mal Ret­tungs­kräf­te bei star­kem Wind und Dun­kel­heit aus­rü­cken. Das Rote Kreuz such­te mit etwa 30 Per­so­nen den ober­halb des Flug­ha­fens gele­ge­nen Pla­tå­berg auf gro­ßer Flä­che ab. Schließ­lich wur­de am Fuglef­jel­la, west­lich vom Bjørn­da­len, im Steil­hang über dem Meer ein Licht­si­gnal gese­hen. Wegen des star­ken Win­des war eine Ber­gung des Gesuch­ten mit Hub­schrau­ber nicht mög­lich, so dass Ret­tungs­kräf­te des Roten Kreu­zes zu Fuß zum Ber­gungs­ort gelan­gen und die Ret­tung durch­füh­ren muss­ten. Die Ret­tung erfolg­te kurz nach 5 Uhr früh; der Mann hat­te bis dahin schon gut 13 Stun­den in sei­ner Posi­ti­on aus­ge­harrt. Alle Betei­lig­ten gelang­ten bald dar­auf unver­sehrt wie­der in Lon­gye­ar­by­en.

Der Vor­fall zeigt, wie wich­tig grund­le­gen­de Orts­kennt­nis und Ori­en­tie­rungs­mög­lich­kei­ten sind sowie im Not­fall ein ordent­li­cher Not­ruf u.a. mit rich­ti­gem Ansprech­part­ner (Not­ruf­num­mer Sys­sel­man­nen, nicht Kran­ken­haus) einer genau­en Posi­ti­ons­an­ga­be, Name und Rück­ruf­num­mer. Der Mann befand sich ohne Orts­kennt­nis und Ori­en­tie­rung bei Dun­kel­heit und star­kem Wind in sehr stei­lem Gelän­de. Der Fall kann in meh­re­rer Hin­sicht als Nega­tiv­bei­spiel die­nen.

Der Steil­hang des Fuglef­jel­la zwi­schen Bjørn­da­len und Lit­le Gru­mant­da­len an einem schö­nen Som­mer­tag, wo in der Nacht zum Sonn­tag ein ita­lie­ni­scher Tou­rist bei Wind und Dun­kel­heit geret­tet wur­de.

Italiener Rettung Fuglefjella

Quel­le: Sval­bard­pos­ten

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