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Jahres-Archiv: 2015 − News & Stories


Lars­breen

Der Lars­breen ist direkt bei Lon­gye­ar­by­en, sozu­sa­gen der Stadt­park oder das Nah­erho­lungs­ge­biet. Kurz hin­ter Nyby­en steigt man auf und hat die ark­ti­sche Stil­le direkt um sich. Das ist näm­lich motor­schlit­ten­frei­es Gebiet.

Auch der Lars­breen ver­än­dert sich, der Auf­stieg sieht anders aus als frü­her. Wir sind durch den zen­tra­len Schmelz­was­ser­ab­lauf gegan­gen, was land­schaft­lich sehr span­nend war. Ein klei­ner Can­yon im Eis, steil ein­ge­schnit­ten in den Glet­scher, mit diver­sen Morä­nen­ab­la­ge­run­gen schön sicht­bar im Glet­scher­eis. Ein Quer­schnitt durch einen akti­ven Glet­scher. Hat man auch nicht alle Tage!

Oben wird der Glet­scher wei­ter, und dane­ben steht der Troll­stei­nen. Wun­der­ba­re Aus­sicht über das Nor­dens­kiöld Land, gekrönt von einem recht kräf­ti­gen Halo, einer Art Regen­bo­gen, der aber auf Eis­kris­tal­len beruht und nicht auf Was­ser­tröpf­chen.

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Schö­ne Abfahrt anschlie­ßend ins Tal, und zugu­ter­letzt ein wohl­ver­dien­ter Besuch im Coal Miners’ Grill, der neu­en Fut­ter­stel­le in Nyby­en. Was will man mehr von einem schö­nen Tag in der Ark­tis ☺

Tem­pel­fjord

Mit dem Tem­pel­fjord ist das nun so eine Art Glücks­spiel. Es ist gar nicht so lan­ge her, da war der Fall klar: man kam bequem und sicher – so sicher, wie Fjor­deis nur sein kann – bei Fred­heim vom Sas­senda­len in den Tem­pel­fjord. Bis 2013 war das so. Nun plät­scher­ten 2014 den gan­zen Win­ter über bei Fred­heim mun­ter die Wel­len. Die­ses Jahr war es, nun, nicht gera­de per­fekt, aber immer­hin bes­ser. Man kam bei Fred­heim aufs Eis, wenn das auch nicht immer so sta­bil und soli­de erschien, wie man sich das gewünscht hät­te. Aber es ging. Klar, dass wir uns die Chan­ce nicht ent­ge­hen lie­ßen, den schö­nen Glet­schern hin­ten im Tem­pel­fjord bei Bom­ben­wet­ter einen Besuch abzu­stat­ten.

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Spitzbergen.de Oster­rät­sel: Ant­wor­ten

Das Spitzbergen.de-Osterrätsel – was zeigt das Foto unten? – hat vie­le schö­ne Ant­wor­ten bekom­men. Zunächst eine Aus­wahl der ein­ge­schick­ten Ant­wor­ten:

  • Nah­auf­nah­me der Haut eines Buckel­wals
  • Nah­auf­nah­me von der Haut eines Wal­ros­ses in SW
  • Ice sur­face. It loo­ks like some­thing has ground it (like the sur­face at a cur­ling court (Swe­den beco­me world champs yes­ter­day!)). So that has to be my guess. Not a cur­ling court, but a ice cove­r­ed sur­face that been groun­ded in some way. May­be from dog sledge skids?
  • Eis­struk­tu­ren
  • Is it fro­zen water from below with trap­ped air bub­bles?
  • Sau­sch­we­res Foto­r­ät­sel! Ich wage es mal-
    Evtl. enstand das Foto durch fol­gen­den Effekt:
    einen wär­me­ren Gegen­stand (z.b. war­men Topf) auf gefro­re­nes Was­ser gestellt.
  • An aeri­al pho­to of fro­zen mud flats at low tide.
  • I thought fro­zen water at first, but I don’t think that’s right.
  • Not polis­hed con­cre­te?
  • Über­eis­te Stroma­to­li­then, die gla­zi­al­fri­sörolo­gisch über­prägt wur­den
  • Ein Abdruck von einem Farn – nich der posi­ti­ve, son­dern der nega­ti­ve
  • think it is water over some fro­zen soil or some­thing….
    actual­ly i have no clue even after sta­ring for 30 minu­tes at the pic­tu­re!
    in any case: it is beau­ti­ful! 🙂
  • Ist das viel­leicht eine klei­ne Flü­gel­schne­cke im fla­chen Was­ser?
  • Viel­leicht eine Schu­soh­le
  • Eine eher sel­ten zu fin­den­de eisen­struk­tur auf ner Geo­de (oder alter­na­tiv ein Anschnitt sel­bi­ger)
  • Pro­fil vom Motor­schlit­ten­an­trieb
  • Eis-Struk­tur als Makro­auf­nah­me?
  • Ein Hund in einem Flussbett/Eisfläche

Ein Hau­fen inter­es­san­ter und erstaun­lich ver­schie­de­ner Ant­wor­ten! Es scheint schwie­ri­ger gewe­sen zu sein als gedacht, und das zeigt, wie sehr Kame­ra und Objek­tiv hel­fen kön­nen, Din­ge zu sehen, die sonst ver­bor­gen blei­ben oder die wir sonst, wenn über­haupt, ganz anders wahr­neh­men, denn tat­säch­lich haben alle, die schon ein­mal Glet­scher­eis gese­hen haben, die­ses Phä­no­men in der einen oder ande­ren Form vor sich gehabt (aber nicht unbe­dingt wahr­ge­nom­men).

So ist das Bild ent­stan­den:

Was ist das? Glet­scher­eis!

Spitzbergen.de Osterrätsel: Was ist das? Gletschereis

Ein Makro­fo­to von Glet­scher­eis, in einer klei­nen Glet­scher­höh­le mit Sta­tiv und Makro­ob­jek­tiv, um klei­ne Details sicht­bar zu machen. Das Rät­sel­fo­to zeigt klei­ne Luft­bläs­chen im Glet­scher­eis. Die ein­zel­nen Bläs­chen und Luft­kam­mern sind klei­ner als 1 mm groß. Der Aus­schnitt auf dem Foto ist in der Rea­li­tät geschätzt 4×6 mm groß. Die­ses Netz­werk aus win­zi­gen Hohl­räu­men war in einer Ebe­ne ange­ord­net, par­al­lel zur blan­ken Ober­flä­che, 2-3 cm tief in glas­kla­rem Eis und daher halb­wegs foto­gra­fier­bar. Wie genau die Ent­ste­hung die­ser Luft­käm­mer­chen abläuft, weiß ich nicht. Wenn es jemand weiß – ger­ne mit­tei­len 🙂

Den ers­ten Preis gibt es für „Eis-Struk­tur als Makro­auf­nah­me“ und der geht an Ste­pha­nie nach Schott­land – herz­li­chen Glück­wunsch! Ste­pha­nie, die Wahl ist Dei­ne!

Der zwei­te Platz geht nach Leip­zig und die Ant­wort auf dem drit­ten Platz kam aus Schwe­den. Allen Gewin­nern herz­li­chen Glück­wunsch! Und allen, die Ant­wor­ten geschickt haben, vie­len Dank! Es hat Spaß gemacht, und dar­um ging es.

Was ist das? Kleins­te, luft­ge­füll­te Bla­sen und Kanä­le in Glet­scher­eis.

Spitzbergen.de Osterrätsel: Was ist das?

Bjørn­da­len

Wie gesagt, ins Bjørn­da­len muss­te wir aus gutem Grund noch ein­mal. Die Bil­der zei­gen war­um ☺

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Mohn­buk­ta

Es ist erstaun­lich, was für eine Wir­kung die Ost­küs­te Spitz­ber­gens auf einen aus­üben kann. Klar, für vie­le ist Küs­te gleich Küs­te. Ost, West, egal. Für man­che aber ist die Ost­küs­te ein Inbe­griff der Abge­le­gen­heit. Dabei hilft sicher, wenn der ers­te Besuch dort zu Fuß statt­ge­fun­den hat. Dann misst die Weg­stre­cke sich näm­lich in Tagen und nicht in Stun­den. Wo man im Win­ter schnell lang­flit­zen kann, erstreckt sich im Som­mer wei­te, wei­che Tun­dra, die die Kraft aus den Bei­nen saugt. Sumpf­stel­len, Morä­nen, Glet­scher, Flüs­se … das vol­le Pro­gramm. Man muss nur mal Mar­tin Conway’s „First Cros­sing of Spits­ber­gen“ lesen. Emp­feh­lens­wer­ter Stoff!

Und wenn die­se Ost­küs­te dann mal recht schnell und bequem zugäng­lich ist, dann ver­liert sie dadurch nicht unbe­dingt ihren Charme. Ganz im Gegen­teil ist es schön, die­sem Charme dann umso öfter zu erlie­gen. Eis, Wei­te, Stil­le …

Genug geschrie­ben für heu­te. Den Rest machen die Bil­der schon ganz von allei­ne.

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Advent­top­pen

Der Advent­top­pen stand ja schon lan­ge auf der Wunsch­lis­te. Das Pro­blem: er steht auf der Nord­sei­te des Advent­fjord. Nur weni­ge Kilo­me­ter von Lon­gye­ar­by­en ent­fernt, nur ein­mal übers Was­ser – ja, ein­mal übers Was­ser, genau das ist das Pro­blem.

Wie so oft in der Ark­tis, macht der Win­ter das Leben auch hier ein­fa­cher. Wo im Som­mer die brei­ten, fjord­nah kaum über­wind­li­chen Fluss­ar­me des Adven­tel­va zopf­ar­tig mäan­drie­ren, hat man im Win­ter freie Bahn, tro­cken und eben.

Ein wenig Lehr­geld war beim ers­ten Ver­such zu bezah­len. Der obe­re Hang ist ziem­lich steil und der Schnee dar­auf beton­hart. Da mach­ten sich die schön war­men, aber wei­chen Stie­fel so über­haupt nicht gut, irgend­wann wur­de die Abrutschs­ge­fahr zu hoch und es blieb nur die Umkehr.

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Also im zwei­ten Anlauf. Mit leich­ten Steig­ei­sen unter den Hufen alles kein Ding. Und so war dann am Diens­tag der Advent­top­pen fäl­lig. Mit 786 m nicht der höchs­te Berg in der Nähe von Lon­gye­ar­by­en, aber dar­auf kommt es ja nicht an. Die Aus­sicht, das ist der Punkt! Und die ist gran­di­os. Auch, weil der Advent­top­pen näm­lich einer der weni­gen Ber­ge in die­ser Gegend ist, die nicht oben von einem ewig wei­ten Pla­teau gekrönt sind, son­dern wirk­lich von einem klein­flä­chi­gen Gip­fel. Also 360 Grad Aus­sicht von einem Stand­ort ☺ kei­ne Fra­ge, das muss­te auch mit Pan­ora­ma­tech­nik ver­ewigt wer­den. Und da die­ser Blog der Rea­li­tät ja gera­de etwas hin­ter­her­hinkt, ist das Ergeb­nis auch schon online: Hier gehts zur Pano-Tour.

Spitzbergen.de Oster­rät­sel

Ergän­zung: Eine Ant­wort, die es wirk­lich trifft, ist bis­her noch nicht ein­ge­gan­gen. Die Fra­ge bleibt zunächst offen und Ant­wor­ten kön­nen ein­ge­schickt wer­den, bis eine neue Spitzbergen.de-Nachricht das Rät­sel auf­löst. Also nur zu!

Ein Oster­rät­sel bei Spitzbergen.de? Ja, war­um nicht mal. Das unten­ste­hen­de Foto ent­stand vor nicht all­zu lan­ger Zeit hier auf Spitz­ber­gen. Und wer mir als Ers­ter (oder ger­ne auch als Ers­te) mit­teilt, was zu sehen ist, hat freie Aus­wahl für ein Buch (oder Kalen­der oder Post­kar­ten­satz) aus dem Ange­bot hier bei Spitzbergen.de 🙂 (sie­he rech­te Spal­te oder hier kli­cken). Die rich­ti­gen Ant­wor­ten Nr. 2 und 3 dür­fen ganz nach Wahl bei den Post­kar­ten­sät­zen oder dem Kalen­der zugrei­fen. Ein­sen­dun­gen per Email (Kon­takt­sei­te).

Eigent­lich gar nicht so schwer … oder?

Die Ant­wort muss rich­tig und kon­kret sein. Was rich­tig ist, ist rich­tig, alles ande­re ist falsch. Was kon­kret ist, ent­schei­de ich (= Rolf Stan­ge. Irgend­wer muss das ja machen). Es reicht nicht, zu schrei­ben, dass das ein Stück­chen Spitz­ber­gen ist, obwohl das rich­tig ist. Der Rechts­weg ist aus­ge­schlos­sen. Der Links­weg auch.

Als Hil­fe gibt es hier eine grö­ße­re Ver­si­on die­ses Fotos zum Her­un­ter­la­den.

Viel Spaß & Erfolg – und fro­he Ostern!

Was ist das?

Spitzbergen.de Osterrätsel: Was ist das?

Ostern im Bjørn­da­len

(4./5. April 2015) Nach einem ruhi­gen Start in den April wird es Zeit, sich zu Ostern loka­ler Tra­di­ti­on ent­spre­chend wie­der auf Tour zu machen. Alles, was mobil ist und viel­leicht sogar Zugang zu einer der jetzt heiß­be­gehr­ten Hüt­ten hat, ent­flieht ja an die­sem lan­gen Wochen­en­de der Zivi­li­sa­ti­on, und da rei­he ich mich ger­ne ein. Wobei es gar nicht weit weg und sehr aben­teu­er­lich sein muss. Das gehört ja zu den schö­nen Sei­ten von Lon­gye­ar­by­en: Man muss nicht weit weg, die ark­ti­sche Wild­nis beginnt gleich hin­ter dem letz­ten Haus.

Das Bjørn­da­len ist für man­che so etwas wie ein erwei­ter­ter Stadt­park. Man kommt schnell und bequem mit Auto oder Motor­schlit­ten hin, an der Isfjord-Küs­te ste­hen dort so eini­ge Frei­zeit­hüt­ten von Sval­bar­dia­nern. Dort ver­brin­ge ich das Wochen­en­de, und zwar mit allem drum und dran. Wun­der­ba­re Aus­bli­cke über den Fjord, lecke­res Essen in gemüt­li­cher Run­de, und Klei­nig­kei­ten wer­den gesucht von denen, die noch an den Oster­ha­sen glau­ben, und ver­steckt von denen, die es an die­ser Stel­le wirk­lich mal bes­ser wis­sen.

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Tat­säch­lich aber gibt es hier Eis­füch­se und Schnee­hüh­ner (jetzt hät­te ich doch bei­na­he Schnee­ha­sen geschrie­ben). Hier muss ich noch mal in Ruhe hin.

Per­ma­cul­tu­re: Gemü­se, frisch und lecker aus der Ark­tis

Das moder­ne Leben in der Ark­tis ist res­sour­cen­auf­wän­dig. Lebens­mit­tel wer­den von weit­her impor­tiert, was viel Treib­stoff ver­braucht. Mit­tel­eu­ro­pä­er fal­len bei den im hohen Nor­den übli­chen Prei­sen schon mal aus den Stie­feln, und was frisch sein soll, ist es auch nicht unbe­dingt immer.

Lebens­mit­tel­res­te wer­den dage­gen geschred­dert und gehen mit dem Abwas­ser direkt in den Fjord. Ins­ge­samt ein gewal­ti­ge Ver­schwen­dung. Eine ande­re Lösung wäre sowohl öko­lo­gisch als auch öko­no­misch hoch­gra­dig sinn­voll.

Bei Lebens­mit­teln aus loka­ler Her­kunft denkt man in der Ark­tis zunächst an Ren­tier­steaks, was offen­sicht­lich nicht die Lösung ist. Pflanz­li­che Pro­duk­ti­on? Fehl­an­zei­ge. Da waren die rus­si­schen Sied­lun­gen Pyra­mi­den und Bar­ents­burg, in denen es Gewächs­häu­ser und Stäl­le gab, frü­her schon wei­ter.

Aber krea­ti­ve Köp­fe arbei­ten an inno­va­ti­ven Lösun­gen, um lokal Gemü­se zu zie­hen, frisch und umwelt­freund­lich. Ein start up pro­ject namens Polar Per­ma­cul­tu­re Solu­ti­ons ent­wi­ckelt in Lon­gye­ar­by­en Tech­ni­ken, die es ermög­li­chen, in hoch­ark­ti­schen Per­ma­frost­ge­bie­ten in Gewächs­häu­sern zu pro­du­zie­ren, ohne exor­bi­tant Ener­gie oder Was­ser zu ver­brau­chen. Ers­te Ver­su­che sind erfolg­reich: Es wur­den schon Peter­si­lie, Kür­bis, Baby­mais, Salat, Papri­ka und Toma­ten gezüch­tet. Dabei wer­den aus Essens­res­ten mit bio­lo­gi­schen Tech­ni­ken (hört sich bes­ser an als Wür­mer, aber dar­um geht es) Boden und Dün­ger pro­du­ziert.

Frisch, lecker, lokal und umwelt­freund­lich pro­du­ziert – man darf gespannt sein!

Fri­sches Gemü­se aus loka­lem Anbau in Lon­gye­ar­by­en: bis­lang Zukunfts­mu­sik, künf­tig viel­leicht umwelt­freund­li­che und öko­no­misch sinn­vol­le Rea­li­tät.

Polar Permaculture

Quel­le: Polar Per­ma­cul­tu­re

Gerin­ge Aus­deh­nung des Win­ter­meer­ei­ses in der Ark­tis

In der lau­fen­den Win­ter­sai­son 2014/2015 hat sich das Meer­eis in der Ark­tis weit­aus weni­ger stark aus­ge­dehnt, als dies bis­lang üblich war.

Wie das ame­ri­ka­ni­sche Natio­nal Snow and Ice Data Cen­ter an der Uni­ver­si­tät von Colo­ra­do berich­tet, hat­te das Eis sei­ne maxi­ma­le Aus­deh­nung in die­sem Win­ter aller Wahr­schein­lich­keit nach bereits am 25. Febru­ar erreicht. Dies ist 15 Tage frü­her, als im Durch­schnitt der Jah­re 1981 bis 2010, die als Refe­renz­zeit­raum die­nen.

Ent­schei­den­der ist aller­dings, dass die Aus­deh­nung des Meer­ei­ses bis zu die­sem Zeit­punkt noch nicht sehr weit fort­ge­schrit­ten war. In der Tat war seit Beginn der Satel­li­ten­auf­zeich­nun­gen die maxi­ma­le Aus­deh­nung des ark­ti­schen Meer­ei­ses noch nie so gering wie in die­sem Win­ter. Die gesam­te Flä­che betrug am 25. Febru­ar 14,54 Mio. km². Das sind 1,1 Mio. km² weni­ger, als im lang­jäh­ri­gen Durch­schnitt und 130.000 km² weni­ger, als beim bis­he­ri­gen Nega­tiv­re­kord von 2011. Betrof­fen waren alle Gebie­te abge­se­hen von der Labra­dor­see und der Davis­stra­ße zwi­schen Grön­land und Kana­da. Beson­ders wenig Eis gab es auf der Pazi­fik­sei­te der Ark­tis und in der Barents­see west­lich von Nowa­ja Seml­ja und süd­west­lich von Spitz­ber­gen.

Nach dem nied­ri­gen Maxi­mum am 25. Febru­ar ging das Meer­eis zunächst (mit regio­na­len Abwei­chun­gen) deut­lich zurück und dehn­te sich dann in der zwei­ten März­hälf­te wie­der etwas aus. Ein neu­es Maxi­mum konn­te jedoch nicht mehr erreicht wer­den. Aktu­ell ist das Eis, der Jah­res­zeit ent­spre­chend, wie­der auf dem Rück­marsch.

Es steht zu befürch­ten, dass die gerin­ge Aus­deh­nung des Meer­ei­ses im Win­ter auch zu weni­ger Eis im Som­mer füh­ren wird. Ver­stär­kend wirkt dabei der Effekt, dass offe­ne Was­ser­flä­chen mehr Son­nen­en­er­gie absor­bie­ren und sich dadurch stär­ker erwär­men, als Eis­flä­chen, die das Son­nen­licht fast voll­stän­dig reflek­tie­ren (sie­he auch Spitzbergen.de-Nachricht: Rück­gang des ark­ti­schen Meer­ei­ses beschleu­nigt die Erd­er­wär­mung vom Febru­ar 2014).

Treib­eis im Nor­den von Spitz­ber­gen.

Treibeis bei Spitzbergen

Quel­le: Natio­nal Snow and Ice Data Cen­ter

Neu­es vom Rat­ten­aus­rot­tungs­pro­jekt in Süd­ge­or­gi­en

Erfreu­li­che Neu­ig­kei­ten vom Rat­ten­aus­rot­tungs­pro­jekt in Süd­ge­or­gi­en gibt es in den Nach­rich­ten der Ant­ark­tis-Sei­te (hier kli­cken).

See­vö­gel vor Süd­ge­or­gi­en: Dank des Habi­tat Res­to­ra­ti­on Pro­ject wer­den vor allem die Popu­la­tio­nen der klei­ne­ren Arten dem­nächst wie­der kräf­tig wach­sen.

Seevögel bei Südgeorgien

Lon­gye­ar­by­en

Der Wind, der ges­tern Abend schon so kräf­tig gepus­tet hat, hat sich über Nacht zu einem ordent­li­chen Stürm­chen gemau­sert. Wet­ter­mä­ßig eine ziem­lich insta­bi­le Sai­son, vom kla­ren, kal­ten, stil­len Win­ter­wet­ter über Schnee­stür­me bis zu gele­gent­li­chen Warm­luft­ein­brü­chen mit Plus­gra­den ist im Wochen­rhyth­mus alles dabei. Godt inne­vær, wie die Nor­we­ger sagen, gutes Wet­ter, um es sich drin­nen gemüt­lich zu machen! Was auch pri­ma ist. Man muss auch zwi­schen­durch mal wie­der Bücher schrei­ben (ja, mache ich auch noch). Und wenn man zwi­schen­durch noch so net­ten Besuch kriegt, wird es ja auch nicht lang­wei­lig 🙂

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Motor­schlit­ten­fahrt Bar­ents­burg, Cole­s­buk­ta

Die Motor­schlit­ten­fahrt nach Bar­ents­burg dau­ert gut 3 Stun­den. Wir nut­zen das gute Wet­ter zu ein paar Foto­s­tops.

Dem rus­si­schen Berg­bau­ort Bar­ents­burg sieht man mitt­ler­wei­le deut­lich an, dass die Zei­ten sich hier ändern. Die Koh­le bringt kei­ne Koh­le mehr, die letz­ten Jah­re haben in den Schäch­ten Schwie­rig­kei­ten und Unglü­cke gebracht. Nun wird zwar geför­dert, aber auf nied­ri­gem Niveau. Den­noch wur­de sicht­bar inves­tiert: Gebäu­de haben neue Fas­sa­den bekom­men, Rui­nen wur­den abge­ris­sen. Es gibt eine Braue­rei mit Restau­rant und neue, schö­ne Zim­mer im Hotel. Zwei wei­te­re Über­nach­tungs­an­ge­bo­te sind gepant. Schon jetzt zieht Bar­ents­burg eine gan­ze Men­ge Tou­ris­ten an. Nicht nur Tages­gäs­te mit geführ­ten Tou­ren, son­dern auch Ein­hei­mi­sche aus Lon­gye­ar­by­en, die die Mög­lich­keit zum durch­aus kom­for­ta­blen Kurz­ur­laub übers Wochen­en­de nut­zen. Essen, Zim­mer und Ser­vice wer­den regel­mä­ßig gelobt. In der Sval­bard­pos­ten wur­de die Berg­bau- und Orts­be­trei­ber­ge­sell­schaft Trust Ark­ti­ku­gol schon as Turist Ark­ti­ku­gol bezeich­net …

Nun, wir genie­ßen die Pau­se in Bar­ents­burg, auch wenn für den Moment nicht all­zu­viel Zeit bleibt, sich umzu­schau­en. Wir haben einen Foto-Auf­trag, der uns an eine Grup­pe mit Zeit­plan bin­det.

Aber bald ist der Auf­trag erle­digt und wir hän­gen noch einen lan­gen Abend in Cole­s­buk­ta an den Tag dran. Sku­ri­le Bau­ten einer seit über einem hal­ben Jahr­hun­dert auf­ge­ge­be­nen rus­si­schen Sied­lung. Von hier wur­de die Koh­le ver­schifft, die im Nach­bart Grum­ant­by­en, der am Fuß einer Steil­küs­te liegt, abge­baut wur­de. Schö­ne Ein­drü­cke im schö­nen Abend­licht. Wir strei­fen um die und in den alten Gebäu­den her­um, bestau­nen altes, schwe­res Gerät, geo­lo­gi­sche Pro­ben und stum­me Zeu­gen eines einst leben­di­gen All­tags. Pure Foto-Freu­de! Am Ufer leis­ten uns Eis­mö­wen Gesell­schaft, wäh­rend wir in den end­lo­sen Son­nen­un­ter­gang schau­en.

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Schließ­lich nimmt der Wind zu, und es wird Zeit, nach Lon­gye­ar­by­en zurück­zu­fah­ren. Auf dem über 700 m hohen Pass zum Lon­gye­arglet­scher ist die Sicht wegen des wir­beln­den Schnees so schlecht, dass wir ganz froh sind, schließ­lich wie­der unten im Tal zu sein, wobei wir nur bekann­ten Rou­ten fol­gen und somit auf der siche­ren Sei­te blei­ben. Wie wir spä­ter hören, fährt am glei­chen Abend ein jun­ger Ein­hei­mi­scher anders­wo in ein meter­tie­fes Schnee­loch und ver­letzt sich dabei so schwer, dass er mit Ambu­lanz­flie­ger in die Uni-Kli­nik in Trom­sø geflo­gen wird, wo er in ein künst­li­ches Koma ver­setzt wer­den muss …

Hiorthfjel­let

Noch gibt es Son­nen­un­ter­gän­ge, noch zu einer fast „nor­ma­len“ Zeit, näm­lich abends. Unauf­halt­sam und unglaub­lich schnell rücken die Son­nen­un­ter­gän­ge gegen Mit­ter­nacht vor. Bald wer­den sie mit den Son­nen­auf­gän­gen ver­schmel­zen und gemein­sam die Mit­ter­nachts­son­ne her­vor­brin­gen. Zwi­schen Polar­nacht und Polar­tag (Mit­ter­nachts­son­ne) lie­gen gera­de 2 Mona­te. Die Mit­ter­nachts­son­ne wird das gesam­te Leben hier ver­än­dern, Tier und Mensch wer­den weni­ger schla­fen, mehr aktiv sein, ihren Rhyth­mus umstel­len.

Und natür­lich wird das Licht sich ändern. Für ein paar Wochen bringt der April nachts noch blau­ro­te Far­ben, die im Mai der dann auch nachts schon recht hoch ste­hen­den Son­ne wei­chen wer­den.

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Und des­we­gen sind wir jetzt hier, Ende März, eini­ge hun­dert Meter über Hior­th­hamn, an einem der schöns­ten Aus­sichts­punk­te, um den Blick auf Advent­fjord und Lon­gye­ar­by­en im Licht eines abend­li­chen Son­nen­un­ter­gan­ges zu genie­ßen. Bis Sep­tem­ber wird es nicht mehr vie­le davon geben.

Sas­senda­len

Das Sas­senda­len ist eines der größ­ten Täler Spitz­ber­gens: 30 km lang vom Rabot­breen bis zum Tem­pel­fjord und 5 km breit, bringt es einen ziem­lich erschla­gen­den Ein­druck von Wei­te, dort zu ste­hen, wo im Som­mer ein mäch­ti­ger Fluss rauscht.

Mit span­nen­den Details war­ten aber meh­re­re klei­ne Neben­tä­ler auf, dar­un­ter der Was­ser­fall im Eskerda­len – der­zeit natür­lich gefro­ren – und die Klamm im Bratt­li­da­len mit hohen Fels­wän­den, die man stel­len­wei­se mit aus­ge­streck­ten Armen berüh­ren kann.

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Fred­heim, die berühm­te Hüt­te von Hil­mar Nøis, ist bereit zum Umzie­hen. Die drei alten Hüt­ten, dar­un­ter die schö­ne dop­pel­stö­cki­ge, deren Bau Nøis 1924 begann und die er bis 1963 bewohn­te, waren von Küs­ten­ero­si­on bedroht und hät­ten die nächs­ten Jah­re wohl nicht am alten Stand­ort über­lebt. Nun ste­hen sie auf Stahl­trä­gern und sind mit Bal­ken abge­stützt, so dass man sie dem­nächst auf eine höher gele­ge­ne Ter­ras­se zie­hen kann (Anmer­kung: das ist mitt­ler­wei­le erfolg­reich gesche­hen).

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News-Auflistung generiert am 02. Dezember 2021 um 17:52:34 Uhr (GMT+1)
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