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Jahres-Archiv: 2015 − News & Stories


Kongsfjord – 21. Juli 2015

Was für ein Tag. Lang, voll und schön. Und da es Zeit wird, den Tag zu been­den, wird die­ser Blog­bei­trag wohl auch nicht all­zu lang.

Der Ort des Gesche­hens ist in die­sem Fall ja auch nicht unbe­kannt. Der Kongsfjord ist ein Klas­si­ker, Ny Åle­sund ganz vor­ne­weg. Weni­ger klas­sisch ist, den Ort nach Osten zu ver­las­sen. Man kann schön in den Kongsfjord hin­ein­wan­dern.

Foto Kongsfjord – 21. Juli 2015

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Die Glet­scher im Kongsfjord müs­sen sehr aktiv gewe­sen sein in den letz­ten Tagen, die ja ziem­lich warm gewe­sen sind. Im Was­ser treibt sehr viel Eis. Min­des­tens so span­nend war nach der Wan­de­rung aller­dings der rie­si­ge Hau­fen fri­scher Waf­feln.

Foto Ossi­an Sarsfjel­let – 21. Juli 2015 – 1/2

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Die Blüm­chen sind nun auf dem Höhe­punkt ihres Som­mers. Hoch und kräf­tig ste­hen sie, mit Blü­ten, die in allen Far­ben weit­hin leuch­ten. Und wo in Spitz­ber­gen wach­sen sie schö­ner als im inne­ren Kongsfjord?

Foto Ossi­an Sarsfjel­let – 21. Juli 2015 – 2/2

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Auch die See­vö­gel sind auf dem Schei­tel ihrer Brut­sai­son. Dick­schna­bel­lum­men und Drei­ze­hen­mö­wen hüten und füt­tern ihre Küken. Ein reges Trei­ben in den Brut­fel­sen.

Nun lie­gen wir vor Anker und las­sen den Tag gemüt­lich aus­klin­gen, wäh­rend die Abend­son­ne ihr mitt­ler­wei­le wie­der warm wer­den­des Licht über Fjord und Land wirft.

Prins Karls For­land – 20. Juli 2015

Klei­ne Schif­fe und Boo­te fah­ren nor­ma­ler­wei­se durch den bes­ser geschütz­ten For­landsund und nicht ent­lang der expo­nier­ten West­sei­te von Prins Karls For­land, wo die See oft unan­ge­nehm hoch geht. Wer kann, fährt innen, und wer außen fährt, tut es, weil er muss. Das sind die grö­ße­ren Schif­fe, die zuviel Tief­gang haben für die Untie­fe im nörd­li­chen For­landsund.

Wir sind ganz frei­wil­lig und ziem­lich spon­tan auf die West­sei­te des Prins Karls For­land gefah­ren. Das Wet­ter war ges­tern Abend so gut, die See so ruhig, dass wir die Chan­ce wahr­neh­men woll­ten, der Außen­küs­te einen nähe­ren Besuch abzu­stat­ten. Als der Anker ges­tern Nacht gefal­len war, war es zunächst Zeit, etwas zu schla­fen, bevor wir am Ait­kenod­den an Land gin­gen. Prak­tisch unbe­rühr­te Natur, dort geht kaum ein Mensch je hin. Die meis­ten haben sowie­so kei­ne Zeit, son­dern fah­ren direkt Rich­tung Kongsfjord. Und wer Zeit hat, schaut sich übli­cher­wei­se im For­landsund um. Gute Grün­de, es mal anders zu machen, wenn die Gele­gen­heit da ist. Und heu­te war sie da. Spitz­ber­gen für Fort­ge­schrit­te­ne, abseits der aus­ge­tre­te­nen Pfa­de.

Am Ait­kenod­den steht eine ziem­lich alte Trap­per­hüt­te, bei einem klei­nen See namens Nesun­gen. Die Hüt­te stammt aus dem Jahr 1909 und ist rui­nös, aber male­risch gele­gen an einer fla­chen, weit­läu­fi­gen Küs­te mit schö­nen Küs­ten­fel­sen und klei­nen Buch­ten.

Foto Ves­t­flya – 20. Juli 2015

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Nach aus­gie­bi­gem Umschau­en in die­ser schö­nen Umge­bung ging es über die fla­che Küs­ten­ebe­ne ins Land hin­ein. Tro­cke­ne Moos- und Flech­tentun­dra über­all, fla­che Fels­rü­cken aus schief­ri­gem Gestein. Eine Ren­tier­mut­ter mit Kalb umrun­de­te uns in vor­sich­ti­gem Abstand. Nach einer Pau­se stie­gen wir hin­auf zum Per­sis­kam­men, ein lan­ger Rücken, der sich bis 334 Meter Höhe erhebt. Bei einem Stein­mann genos­sen wir die herr­li­che Aus­sicht auf den fla­chen, aber an Struk­tu­ren und Details sehr rei­chen mitt­le­ren Teil von Prins Karls For­land und den Blick über den For­landsund auf Spitz­ber­gen. Die Son­ne brut­zel­te kräf­tig vom blau­en Him­mel her­un­ter, aber eine leich­te Bri­se kühl­te ange­nehm, bes­te Bedin­gun­gen für eine aus­gie­bi­ge Genuss­pau­se vor dem Abstieg zur Küs­ten­ebe­ne auf der Ost­sei­te der Insel. Inzwi­schen hat­te Pål mit der Arc­ti­ca II die Süd­spit­ze der Insel umrun­det und war in der Sand­buk­ta vor Anker gegan­gen, wo sich alle nach einer schö­nen, lan­gen Tour wie­der tra­fen. Eine sehr schö­ne Wan­de­rung, mit der sel­te­nen Gele­gen­heit, den süd­li­chen Berg­rü­cken vom Prins Karls For­land zu erstei­gen und die Insel dabei auch noch zu que­ren!

Foto Per­sis­kam­men – 20. Juli 2015

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Nach einem abküh­len­den Sprung in den For­landsund ging es wei­ter nach Nor­den. Bei der Pas­sa­ge von Poole­pyn­ten zeig­te sich, dass dort etwa 10 Wal­ros­se faul in der Son­ne lagen. Nun damp­fen wir Rich­tung Kongsfjord und genie­ßen dabei die son­ni­ge Aus­sicht auf die Ber­ge und Glet­scher bei­der­seits des For­land­un­des.

Spitz­ber­gen für Fort­ge­schrit­te­ne: Arc­ti­ca II

Bis­lang ist die Sai­son ja gran­di­os gut gelau­fen, und es geht nun direkt auf hohem Niveau wei­ter. Vor­hin sind wir mit der Arc­ti­ca II aus dem Advent­fjord aus­ge­lau­fen. 12 Leu­te ein­schließ­lich Skip­per Pål aus Lon­gye­ar­by­en und mir auf einem robus­ten 60 Fuß Segel­boot, um abge­le­ge­ne Ecken Spitz­ber­gens ken­nen­zu­ler­nen. Alle sind sehr gespannt, was die nächs­ten 18 Tage brin­gen. Mit leich­ter öst­li­cher Bri­se fah­ren wir durch den Isfjord Rich­tung West­küs­te, um uns dort ein schö­nes, ers­tes Anker­plätz­chen für die Nacht zu suchen.

Foto Advent­fjord – 19. Juli 2015

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Pyra­mi­den – 16. Juli 2015

Kei­ne Spitz­ber­gen-Fahrt ist voll­stän­dig ohne einen Ein­druck von einer der rus­si­schen Sied­lun­gen, und so waren wir heu­te Vor­mit­tag in Pyra­mi­den. Wie­der ein­mal Glück gehabt mit dem Wet­ter – ges­tern Abend ging es gegen star­ken Wind den Bill­efjord hin­auf, nachts gab es Schnee­re­gen, und als wir heu­te früh los­gin­gen – schien die Son­ne. Unglaub­lich! Irgend­wer in die­ser Grup­pe muss einen sehr guten Draht nach GANZ oben haben.

So konn­ten wir aufs Ange­nehms­te abwechs­lungs­rei­che Ein­drü­cke in der alten Geis­ter­sied­lung sam­meln. Und als es gegen Mit­tag wie­der grau, trü­be und feucht wur­de, schmeck­ten Tee und rus­si­sches Gebäck in der Bar im Hotel Tuli­pan umso bes­ser.

Der Wind im Bill­efjord war nicht mehr ganz so hef­tig wie ges­tern, aber noch mehr als aus­rei­chend, um uns unter Segeln bis fast in den Hafen von Lon­gye­ar­by­en zu tra­gen. Ein schö­ner, ruhi­ger Abschluss für eine an schö­nen Erleb­nis­sen äußerst rei­chen, lan­gen, inten­si­ven Spitz­ber­gen-Rei­se, die ein ein­drück­li­cher Beleg ist dafür, dass es nicht scha­det, wenn man die Insel nicht umrun­den kann, son­dern irgend­wo die „Wei­ter­rei­se in Gegen­rich­tung“ beginnt. Was die meis­ten als Umkehr bezeich­nen wür­den. Halb­vol­les oder halb lee­res Glas Was­ser? Die Ein­drü­cke und Erleb­nis­se zäh­len, und die gab es reich­lich, gute Stim­mung dazu, man könn­te ein­fach wei­ter­fah­ren …

Aber zum Zeit­punkt des Schrei­bens ist die Anti­gua schon wie­der mit der nächs­ten Grup­pe unter­wegs, ges­tern Abend fuhr sie – wie­der unter Segeln – aus dem Advent­fjord hin­aus. Und wir stei­gen heu­te mit einer klei­nen Grup­pe auf die klei­ne, kräf­ti­ge Arc­ti­ca II: Spitz­ber­gen für Fort­ge­schrit­te­ne 2015. Da wird’s auch genug Stoff für den Blog geben.

Gale­rie Pyra­mi­den – 16. Juli 2015

Kli­cken Sie auf die Bil­der, um eine ver­grö­ßer­te Dar­stel­lung des Bil­des zu erhal­ten.

An alle Teil­neh­mer der Anti­gua-Rei­se und natür­lich die Mann­schaft von Kapi­tän Joa­chim noch ein­mal ein ganz herz­li­cher Dank für eine wun­der­bar schö­ne Tour in sehr ange­neh­mer Stim­mung!

Ekmanfjord – 15. Juli 2015

Der Isfjord ist Spitz­ber­gens größ­ter Fjord, eigent­lich soll­te man mal eine Fahrt nur dort machen. Eine Woche wäre über­haupt kein Pro­blem. Es gibt dort fast alles, was man sich von Spitz­ber­gen erhof­fen könn­te, ver­schie­de­ne Land­schafts- und Vege­ta­ti­ons­ty­pen, fla­che Tun­dra, schö­ne Ber­ge, Glet­scher, Tie­re, diver­se Tei­le der Polar­ge­schich­te sind dort ver­tre­ten …

Unser Ziel war der Ekmanfjord. Eine wei­te Tund­ra­flä­che bot belie­big viel Platz für Tou­ren, und so teil­ten wir uns auf in die Freun­de der Bota­nik („Krab­bel­grup­pe“), mitt­le­re und län­ge­re Tour. Die Tun­dra? Ein Meer an Blu­men: Roter Stein­brech, Sil­ber­wurz, Sten­gel­lo­ses Leim­kraut auf wei­ten Flä­chen in Blü­te, um nur die augen­fäl­ligs­ten Arten zu nen­nen. Die Ber­ge? Tief­ro­te, geschwun­ge­ne Hän­ge aus Old Red im Nor­den, fes­tungs­ar­ti­ge Ero­si­ons­tür­me an den mar­kan­ten Mas­si­ven Kolos­se­um und Kapi­tol in der Umge­bung. Herr­lich ließ die Son­ne die Far­ben leuch­ten, und der Wind spiel­te ange­nehm um die Nase und ver­trieb die Mücken, die sich in die­ser als „Inne­re Fjor­dzo­ne“ bezeich­ne­ten Tun­dra sonst an war­men Som­mer­ta­gen schon mal her­um­trei­ben kön­nen.

Gale­rie Ekmanfjord – 15. Juli 2015

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Ein Besuch am spä­ten Nach­mit­tag in der Skans­buk­ta brach­te wei­te­re bota­ni­sche Höhe­punk­te, ins­be­son­de­re die präch­ti­ge Nörd­li­che Him­mels­lei­ter, ein Grup­pen­fo­to und ein paar Leu­te waren soweit vom Polar­kol­ler befal­len, dass sie sich sogar ins kal­te Fjor­d­was­ser gestürzt haben sol­len. Anschlie­ßend zog die Ser­vice­ab­tei­lung an Bord, also Smut­je Sascha, Jana, Nadia and Cla­ra, alle Regis­ter, um der mor­gen zu Ende gehen­den Fahrt einen wür­di­gen Abschluss zu ver­lei­hen.

Recher­chefjord – 14. Juli 2015

Man kann so viel ent­de­cken, wenn man sich nur mal rich­tig Zeit nimmt und sich auf eine Gegend ein­lässt. Mit einer Klein­grup­pe mach­ten wir eine Zodiac-Rund­tour Recher­chefjord par excel­lence. Die pol­ni­schen Wis­sen­schaft­ler in Calypso­by­en mit ihrem Chef Pio­tr Zagór­ski erwie­sen sich als sehr gast­freund­li­che Men­schen und erklär­ten uns bei Kaf­fee und Tee ihre Arbeit, geo­mor­pho­lo­gi­sche Feld­for­schung mit Erfas­sung lang­fris­ti­gen Daten­rei­hen. Die Glet­scher in der Umge­bung wer­den jedes Jahr etwa 10 Meter kür­zer, was für auf Land enden­de Glet­scher eine gan­ze Men­ge ist, sam­meln im Nähr­ge­biet aller­dings Mas­se an, viel­leicht gibt das mal einen Sur­ge? Der som­mer­li­che Auf­tau­bo­den ist schon 1,40 Meter tief, nor­mal sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren 1,20 Meter gewe­sen. Der Som­mer ist im Bellsund bis­lang sehr warm gewe­sen. Auf jeden Fall hat die Son­ne Blü­ten auf eine gro­ße Zahl Pols­ter des Sten­gel­lo­sen Leim­krauts gezau­bert und die Tun­dra dadurch zart vio­lett gefärbt.

Foto Recher­che­breen – 14. Juli 2015

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Nach einem gemüt­li­chen Pick­nick auf einem Morä­nen­hü­gel vor dem Renard­breen (Fuchs­glet­scher), wo bun­te Til­li­te von der weit­ge­hen­den Ver­glet­scherung der Erde vor über 600 Mil­lio­nen Jah­re Zeug­nis geben, lock­te die Lagu­ne vor dem Recher­che­breen – die Gele­gen­heit war güns­tig, es gab gera­de Hoch­was­ser, so dass der Ein­gang gut zu befah­ren ist. Die kräf­ti­ge Strö­mung ließ die Eis­ber­ge mit beacht­li­cher Geschwin­dig­keit durch den natür­li­chen Kanal drif­ten, und dann genos­sen wir den Blick auf trei­ben­de Eis­stü­cke und die Abbruch­kan­te des Glet­schers in Ruhe. Die zwei­te Grup­pe, die zu Fuß unter­wegs war, hat­te an glei­cher Stel­le etwas spä­ter sogar das Glück, Weiß­wa­le zu sehen.

Foto Calypso­by­en – 14. Juli 2015

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Eine sehr wind­schie­fe Hüt­te zeugt am Ost­ufer des Recher­chefjord noch von den Ver­su­chen der Nort­hern Explo­ra­ti­on Com­pa­ny von Ernest Mans­field, den „Berg aus Eisen“ in klin­gen­de Mün­ze zu ver­wan­deln. Aller­dings stell­te sich her­aus, dass der Berg doch aus Fels besteht und nicht aus Eisen. Schlecht für Mans­field und sei­ne Nort­hern Explo­ra­ti­on Com­pa­ny, die dort 1918-19 viel Geld ver­lor. Gut für die Tun­dra, die hin­ter der Hüt­te in den schöns­ten Far­ben blüht und nicht vom Berg­bau umge­gra­ben wur­de.

Horn­sund – 13. Juli 2015

Der Horn­sund kann ein sehr unge­müt­li­cher Ort sein, und er kann wun­der­bar sein. Heu­te war er wun­der­bar. Stil­les, kla­res Wet­ter, ruhi­ges Was­ser mit Spie­gel­bil­dern der umge­ben­den Ber­ge. Und es gibt ja ein­ma­li­ge Ber­ge rund um die­sen Fjord. Ech­te Cha­rak­ter­köp­fe, Ber­ge mit Wie­der­erken­nungs­wert, die es auf die­sem Glo­bus nur ein ein­zi­ges Mal gibt. Das Hyrn­ef­jel­let mit sei­ner schön geschwun­ge­nen, rie­si­gen Fal­te. Der schrof­fe Horn­sund­tind mit sei­ner mar­kan­ten Dop­pel­spit­ze. Der zacki­ge Grat des Lucia­kam­men. Der nadel­spitz erschei­nen­de Bau­ta­en.

Die Tour über den Rücken der Halb­in­sel Tres­ke­len belohn­te uns mit gran­dio­sen Rund­um­bli­cken auf die­ses Pan­ora­ma und inter­es­san­ten Ein­bli­cken in die Erd­ge­schich­te, die die­ses land­schaft­li­che Spek­ta­kel her­vor­ge­bracht hat. Devo­ni­sches Old Red, per­mo­kar­bo­ne gelb­brau­ne Kar­bo­na­te, dunk­les, ver­stei­ner­tes Wat­ten­meer aus der Tri­as. In die­ser Rei­hen­fol­ge von unten nach oben, ele­gant nach oben gebo­gen. Unse­re Lan­de­stel­le wur­de von den schön geschwun­ge­nen Ufer­fel­sen als Fal­te­n­ach­se mar­kiert. Am Ende der Tour hat­ten alle den Über­blick, wie der Autor annimmt. Und wer nicht dem Rücken folg­te, genoss Ren­tie­re und eine Fami­lie Weiß­wan­gen­gän­se, die von einer Schma­rot­zer­raub­mö­we atta­ckiert wur­de, in nächs­ter Nähe.

Foto Tres­ke­len – 13. Juli 2015

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Das Glet­scher-Ron­dell Bre­pol­len erfreu­te uns nicht nur mit sei­nen kilo­me­ter­wei­ten Abbruch­kan­ten, son­dern auch mit einer Eis­bä­ren mit erst­jäh­ri­gem Jung­tier, das es sich auf Mamas Rücken gemüt­lich gemacht hat­te.

Foto Stor­breen – 13. Juli 2015

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In der Bur­ger­buk­ta trieb so viel Glet­scher­eis, dass wir uns einen klei­nen, spät­nach­mit­täg­li­chen Zodiac-Aus­flug ent­lang die­ser Eis­berg-Allee nicht ver­knei­fen konn­ten. Als abschlie­ßen­den Höhe­punkt gab es Bar­t­ro­bbe auf Eis.

Die süd­li­che West­küs­te – 12. Juli 2015

Der Tag begann heu­te genau so wie ges­tern: stil­les, spie­gel­glat­tes Was­ser, aber dich­ter Nebel. Von der schlech­ten Sicht abge­se­hen, idea­le Bedin­gun­gen für Lan­dun­gen an unge­wöhn­li­chen Plät­zen an der äuße­ren West­küs­te, sehr expo­niert und oft unmög­lich zu errei­chen, sobald Wind und See­gang die Bran­dung hoch gehen las­sen. Aber so ruhig wie es heu­te war, soll­te doch eini­ges mög­lich sein.

Nur die Sicht schien zunächst Land­gän­ge zu ver­bie­ten, aber nach anfäng­li­chen Erkun­dun­gen ver­zog sich der Nebel am Kapp Bort­hen, so dass sich dort bald alle in einem kar­gen Schwemm­land wie­der­fan­den, wo gekräu­sel­te Algen­mat­ten ehe­ma­li­ge fla­che Schmelz­was­ser­rin­nen bedeck­ten. Inmit­ten die­ses merk­wür­di­gen Lan­des liegt das Wrack einer Ju 88, ein deut­sches Kampf­flug­zeug, das im Sep­tem­ber 1942 bei einem Angriff auf einen alli­ier­ten Kon­voi beschä­digt wor­den war und am Kapp Bort­hen not­lan­den muss­te. Ein sehr sku­ri­ler Anblick, die­se Ver­nich­tungs­ma­schi­ne mit ver­bli­che­nem Haken­kreuz inmit­ten der ark­ti­schen Tun­dra.

Foto Kapp Bort­hen – 12. Juli 2015

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Das Wet­ter­glück funk­tio­nier­te genau so erfreu­lich ein paar wei­ter süd­lich, in Hyt­tevi­ka, bei Wan­ny Wold­sta­ds berühm­ter alter Hüt­te, die so schön zwi­schen den Ufer­stei­nen liegt. Die Son­ne wärm­te auf der Tun­dra, die dort so grün ist, dass es bei­na­he kit­schig erscheint. Und weni­ge Meter wei­ter zehn­tau­sen­de von Krab­ben­tau­chern. Ein Rie­sen­spek­ta­kel, auf den Fel­sen, in der Luft.

Foto Hyt­tevi­ka – 12. Juli 2015

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Wäh­rend wir nun in den Horn­sund ein­lau­fen, hat der Nebel sich kom­plett ver­zo­gen. Die glei­ßen­de Abend­son­ne leuch­tet die schö­nen Ber­ge um den Fjord an, Horn­sund­tind, Lucia­kam­men, Hyrn­ef­jel­let und wie sie alle hei­ßen. Im Was­ser glit­zern über­all klei­ne­re und mit­tel­gro­ße Eis­ber­ge. Gleich fällt der Anker in der Adria­buk­ta.

For­landsund & Wale – 11. Juli 2015

Das Was­ser war spie­gel­glatt, der Wind irgend­wo anders auf die­sem Pla­ne­ten, nur nicht hier. Eine güns­ti­ge Gele­gen­heit, Plät­ze anzu­lau­fen, die expo­niert sind, wo man sonst eigent­lich nicht hin­fährt. So wie die West­küs­te Spitz­ber­gens direkt nörd­lich vom Isfjord.
 
 

Foto Daud­man­nen – 11. Juli 2015

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Der Nebel hat­te sich fest über die gan­ze Gegend gelegt, wir muss­ten sehen, wo wir brauch­ba­re Bedin­gun­gen fin­den konn­ten und ver­mut­lich wür­den die Tou­ren etwas kür­zer. Die ers­te Bucht brach­te nichts Brauch­ba­res, nur eine unver­mes­se­ne Untie­fe direkt neben der Anker­stel­le (wir ent­deck­ten sie vom Zodiac aus, ganz harm­los). Um die Ecke war aber eine wun­der­ba­re Bucht, schmal und tief ein­ge­schnit­ten in ein fel­si­ges Ufer, und dahin­ter wei­te Tun­dra mit klei­nen Hügeln und einem stil­len See.

Foto Wha­le­watching – 11. Juli 2015

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Vor dem Nebel flo­hen wir nach Süden und aufs offe­ne Meer, von der Küs­te war nichts zu sehen. So hat­ten wir Zeit, bis zum Kon­ti­nen­tal­ab­hang zu fah­ren, über die 500 Meter Tie­fen­li­nie, über 30 Mei­len vor der Küs­te. Und rich­tig, dort bra­chen die Rücken von Weiß­schnau­zen­del­fi­nen, Finn­wa­len und Buckel­wa­len durch die stil­le Was­ser­ober­flä­che. Es wur­de ein lan­ger, unver­gess­li­cher Abend mit fut­tern­den Buckel­wa­len, die immer wie­der auf­tauch­ten, mit­un­ter nahe beim Schiff.

Unter Segeln an der Nord­küs­te & Virgo­ham­na – 09./10. Juli 2015

Zuge­ge­ben, ges­tern Abend war das Segeln zunächst seeeeehr gemüt­lich. Aber immer­hin, es ging unter Segeln vor­wärts. Lang­sam, aber wenigs­tens in die rich­ti­ge Rich­tung, jeden­falls halb­wegs. Das änder­te sich am nächs­ten Mor­gen. Zunächst ging es lang­sam in die fal­sche Rich­tung, so grob Rich­tung Nord­grön­land. Auch inter­es­sant, aber da wol­len wir gera­de nicht hin. Aber dann, dann kam Wind. Mit bis zu 10 Kno­ten unter Segeln hin­ein in den Smee­ren­burgfjord, mit schön Schräg­la­ge.

Foto Ver­le­gen­hu­ken – 09. Juli 2015

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Auf wun­der­sa­me Wei­se ließ der Wind zum rich­ti­gen Zeit­punkt nach, als es näm­lich nach­mit­tags an Land gehen soll­te. Virgo­ham­na, das ark­ti­sche Cape Cana­veral, Frei­licht­mu­se­um aero­nau­ti­scher Nord­pol­ex­pe­di­tio­nen.

Foto Virgo­ham­na – 10. Juli 2015

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See­hun­de ver­bin­det man ja nicht gera­de mit der hohen Ark­tis. Die­se hier, die sind hier sozu­sa­gen hän­gen­ge­blie­ben. Als es vor ein paar tau­send Jah­ren hier mal etwas wär­mer war, haben sie sich hier wohl­ge­fühlt und eta­bliert. Als es dann wie­der küh­ler wur­de, sind sie geblie­ben, wahr­schein­lich man­gels bes­se­ren Wis­sens. Ein unge­wöhn­li­cher Anblick in Spitz­ber­gen. Scheu gegen­über Fuß­gän­gern, aber erstaun­lich gleich­gül­tig gegen­über Zodiacs, so konn­ten wir, von Was­ser kom­mend, den See­hun­den einen schö­nen Besuch abstat­ten. Lus­tig sieht es aus, wie sie auf ihren Stei­nen lie­gen, gespannt wie Flit­ze­bö­gen, bequem kann das eigent­lich nicht sein …

UN-Gene­ral­se­kre­tär Ban Ki-moon besucht Spitz­ber­gen

Der UN-Gene­ral­se­kre­tär Ban Ki-moon ist zur­zeit auf Dienst­rei­se in Spitz­ber­gen. Der Besuch steht in Zusam­men­hang mit den Vor­be­rei­tun­gen zur UN-Kli­ma­kon­fe­renz in Paris im Dezem­ber die­ses Jah­res. Ban möch­te sich vor Ort ein Bild von den Aus­wir­kun­gen der glo­ba­len Erwär­mung in der Ark­tis machen und medi­en­wirk­sam vor allem auf das Abschmel­zen der Glet­scher hin­wei­sen.

Am Diens­tag kam Ban in Beglei­tung des nor­we­gi­schen Außen­mi­nis­ters Bør­ge Bren­de am Flug­ha­fen in Lon­gye­ar­by­en an und wur­de direkt zum nor­we­gi­schen For­schungs­schiff „Lan­ce“ gebracht, das kürz­lich von sei­nem For­schungs­ein­satz im Eis zurück­ge­kehrt war. Mit der „Lan­ce“ ging es dann nach Ny-Åle­sund. Dort wur­de der Gene­ral­se­kre­tär von For­schern des nor­we­gi­schen Polar­in­sti­tuts über die Situa­ti­on in Spitz­ber­gen infor­miert. Es folg­te eine Fahrt im Schlauch­boot zur Abbruch­kan­te des Blom­strand­breen, der seit Bans letz­tem Besuch 2009 durch Abschmel­zen stark an Mas­se ver­lo­ren hat. Nächs­te Etap­pe der Rei­se ist wie­der Lon­gye­ar­by­en.

Ban Ki-moon,
CC BY-SA 2.0 by
Minis­te­rie van Bui­ten­land­se Zaken

Ban-Ki-moon-CC-BY-SA-2_0

Quel­le: Ver­ein­te Natio­nen

Sorgfjord – 9. Juli 2015

Der Fjord der Sor­ge war heu­te ein Fjord der Freu­de, unter strah­len­der Son­ne am 80. Brei­ten­grad. Wo 40 nie­der­län­di­sche Wal­fän­ger 1693 von drei fran­zö­si­schen Kriegs­schif­fen zusam­men­ge­schos­sen wur­den, genos­sen wir gemüt­li­che Spa­zier­gän­ge und län­ge­re Wan­de­run­gen. Die Berg­zie­gen sind ins Hin­ter­land und in die Höhe gezo­gen, um herr­li­che Aus­bli­cke zu genie­ßen. Die Freun­de des gemüt­li­chen Ark­tis-Genus­ses und Con­nois­seu­re der Polar­ge­schich­te beob­ach­te­ten Stern­tau­cher in erstaun­li­cher Anzahl und Eisen­ten, pau­sier­ten neben ver­fal­len­den Trap­per­hüt­ten, streif­ten über einen alten Wal­fän­ger­fried­hof, erkun­de­ten die Res­te einer schwe­di­schen Polar­sta­ti­on, die dazu bei­getra­gen hat­te, die Form der Erde zu mes­sen, und hör­ten Geschich­ten vor über hun­dert Jah­ren dra­ma­tisch geschei­ter­ter Ark­tis-Expe­di­tio­nen.

Foto Sorgfjord – 9. Juli 2015

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Nörd­lich von Ver­le­gen­hu­ken wur­de die Nach­bar­schaft zum nur 1103 Kilo­me­ter ent­fern­ten Nord­pol gefei­ert, und dann ging es unter Segeln nach Wes­ten.

Hin­lo­pen – 07. Juli 2015

Süd­lich der Hin­lo­pen­stra­ße ist alles voll mit Eis, kein Gedan­ke an ein Durch­kom­men. Eis, Eis, Eis! Dar­un­ter jede Men­ge Eis­ber­ge, der süd­li­che Teil von Aus­t­fon­na, die gro­ße Eis­kap­pe auf dem Nord­aus­t­land, hat in den letz­ten Jah­ren einen kräf­ti­gen Vor­stoß gemacht und gro­ße Men­gen Eis­ber­ge ins Meer gescho­ben.

Hin­lo­pen – 07. Juli 2015 – Foto Vibe­buk­ta – 1/2

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Auf drei Eis­schol­len lie­gen zusam­men fast 80 Wal­ros­se, die meis­ten Jung­tie­re, ein paar gera­de ein­mal über das Baby­al­ter hin­aus. Die größ­te Grup­pe umfasst 50 Tie­re auf einer völ­lig über­völ­ker­ten Eis­schol­le. Ein Wun­der, dass sie nicht längst zer­bro­chen ist. Die Wal­ros­se sind unab­läs­sig mit sich selbst beschäf­tigt, sehr aktiv, behar­ken sich gegen­sei­tig, gehen hier ins Was­ser und stei­gen dort wie­der aufs Eis. Vor­sich­tig schau­en wir uns das Schau­spiel eine Wei­le an und ent­fer­nen uns dann wie­der.

Die wei­te Abbruch­kan­te der Eis­kap­pe Aus­t­fon­na liegt uner­reich­bar im Eis. Kapi­tän Joa­chim manö­vriert die Anti­gua ein Stück weit ins Treib­eis hin­ein, soweit es geht, und stoppt dann die Maschi­ne für eine Wei­le. Eis, Eis, Eis über­all. Pack­eis, Eis­ber­ge, Glet­scher. Hohe Ark­tis.

Hin­lo­pen – 07. Juli 2015 – Foto Vibe­buk­ta – 2/2

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Ein abend­li­cher Besuch bei einer Grup­pe Wal­ros­se an Land run­det einen wun­der­ba­ren Tag in der Hin­lo­pen­stra­ße ab.

Lomfjord – 07. Juli 2015

Nach dem lan­gen Abend ges­tern mit Finn­wa­len und zig­tau­sen­den Dick­schna­bel­lum­men begann der Tag heu­te etwas spä­ter. Der berühm­te Find­ling im Lomfjord, einst von Glet­schern gut 330 Meter hoch mit unver­gleich­li­cher Prä­zi­si­on auf einem schma­len Berg­rü­cken plat­ziert, schwamm zunächst wie ein Stück Kar­tof­fel in dicker Erb­sen­sup­pe. Aber der Wind ließ den Nebel auf­rei­ßen und gab so den Blick frei auf Hin­lo­pen­stra­ße und Lomfjord und die die eis­zeit­li­chen Land­schaf­ten in den benach­bar­ten Tälern mit gro­ßen Glet­schern und wei­ten Morä­nen.

Lomfjord – 07. Juli 2015 – Foto Faks­eva­gen

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Alkef­jel­let – 06. Juli 2015

Ein paar hun­dert­tau­send Dick­schna­bel­lum­men, ser­viert auf Basalt als Nach­tisch.
 
 
 

Alkef­jel­let – 06. Juli 2015 – Foto Alkef­jel­let

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