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Jahres-Archiv: 2016 − Reiseblog


Kongsfjord – 21. Sep­tem­ber 2016

Der Tag fing span­nend an. Der kräf­ti­ge Wind ver­an­lass­te uns dazu, geschützt in Peirs­son­ham­na zu ankern, wo eine Lan­dung erst mal ganz unpro­ble­ma­tisch war. Laut Wet­ter­be­richt soll­te der Wind ja auch abneh­men und in eine güns­ti­ge Rich­tung dre­hen, so dass die Bucht wei­ter­hin vol­len Schutz gewäh­ren wür­de. Nach einer Wei­le an Land –end­lich mit ein paar Strah­len jenes gol­de­nen Lich­tes, das man sich in die­sen Brei­ten im Sep­tem­ber wünscht – trat aller­dings genau das Gegen­teil ein, der Wind frisch­te auf und dreh­te voll in die Bucht hin­ein. Also Abmarsch, zurück zur Lan­de­stel­le und dort erst mal schön Zodiacma­nö­ver mit Bran­dung, fast wie in Süd­ge­or­gi­en. Aber wozu hat man sein Hand­werk gelernt ja, da kommt schon ein wenig Freu­de auf.

Nach einem aus­gie­bi­gen Halt vor der Abbruch­kan­te des Kong­s­ve­gen haben wir dann noch die Lové­nøya­ne erkun­det. Sig­rid­hol­men lag so schön vor uns, und da war ich noch nicht. Ein guter Grund, die­ses Insel­chen ein­mal anzu­lau­fen, wenn schon sonst nichts wäre. Über­haupt sind die­se klei­nen Inseln ja eine sel­te­ne Gele­gen­heit, wenn man sie denn ein­mal hat, da sie wäh­rend der Brut­sai­son ver­bo­te­nes Gelän­de sind. Nur die letz­ten Mohi­ka­ner der Sai­son haben die Chan­ce, die­se Eilan­de mal aus der Nähe zu sehen.

Ja, was erwar­tet man? 600 Meter Vogel­ka­cke, sonst viel­leicht nichts. Aber weit gefehlt. Eben­so wie die mir bereits bekann­ten Nach­bar­in­seln ist auch Sig­rid­hol­men ein Über­ra­schungs­ei vol­ler Schön­heit. Ange­fan­gen mit der Land­schaft drum­her­um, in sanf­tem, kon­trast­rei­chem Licht, über die extrem rei­che Tun­dra, eine struk­tur­rei­che Küs­ten­li­nie bis hin zu dem Glet­scher­eis, das ein paar klei­ne Buch­ten am süd­li­chen Ende füll­te. Die trau­ri­ge Schön­heit einer ein­sa­men Weiß­wan­gen­gans, die den Abflug ihrer Art­ge­nos­sen ver­passt hat­te und Gesell­schaft such­te – bei uns. Sie pickt immer noch Wur­zeln aus dem Moos, wird aber kei­ne Chan­ce haben, auch nur den Beginn des ark­ti­schen Win­ters zu über­le­ben. Und der ist nicht fern.

Gale­rie Kongsfjord – 21. Sep­tem­ber 2016

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Erstaun­lich also, wie­viel Zeit man auf 600 Metern ver­brin­gen kann, was wir still und genuss­voll taten. Man könn­te allei­ne die­se Lan­dung meh­re­re Tage lang vor- und nach­be­rei­ten, dazu etwa Alex­an­der Koenigs Avifau­na Spitz­ber­gen­sis lesen (wenn jemand davon mal ein Exem­plar übrig hat – bit­te Bescheid sagen … ) und sich dann voll und ganz auf den klei­nen Sig­rid­hol­men ein­las­sen. Das wäre bereits eine Rei­se wert.

Krossfjord – 20. Sep­tem­ber 2016

Mit dem Fjor­ten­de Juli­breen vor der Nase auf­zu­wa­chen, ist schon ein mehr als guter Start in den Tag. In Signe­ham­na ging es dann an Land, zu den Res­ten einer deut­schen Kriegs­wet­ter­sta­ti­on und natür­lich in die Natur, Ren­tie­re, ein Fuchs und der Blick über Fjord und Glet­scher.

Gale­rie Krossfjord – 20. Sep­tem­ber 2016

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Nach einem Besuch beim stei­len Tinay­re­breen, von dem immer wie­der mäch­ti­ge Eis­la­wi­nen in den Fjord stürz­ten, woll­te eine wei­te­re Lan­dung zunächst eis­bä­ren­be­dingt nichts wer­den, aber dann fan­den wir ein klei­nes, „unbe­kann­tes“ Tal im Krossfjord und wis­sen jetzt auch, wo sich die gan­zen Ren­tie­re der wei­te­ren Umge­bung ver­ste­cken J die Ren­tier­dich­te dort war für Spitz­ber­gen-Ver­hält­nis­se tat­säch­lich sehr beein­dru­ckend.

Virgo­ham­na – 19. Sep­tem­ber 2016

Die Kaprio­len des Luft­drucks in den letz­ten Tagen sind schon spek­ta­ku­lär. Über 30 Hek­to­pas­cal Druck­ver­lust in 48 Stun­den, dann wie­der 16 hoch in 12 Stun­den. Das ist eine gan­ze Men­ge.

Virgo­ham­na ist bei einem Schlecht­wet­ter­tag gar nicht schlecht: es macht nichts, wenn man nicht weit schau­en kann. Alles, was man in ers­ter Linie sehen will, ist ganz in der Nähe. Sowohl die ros­ti­gen Andenken an die Expe­di­tio­nen von Andrée und Well­man als auch die See­hun­de, die immer­hin an die­sem trü­ben Mon­tag Vor­mit­tag präch­tig gelaunt waren.

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Der tote Pott­wal von neu­lich ist lei­der wie­der abge­trie­ben, scha­de, es wäre viel­leicht zu schön gewe­sen. Ande­rer­seits hät­ten wir in dem dich­ten Schnee­trei­ben ohne­hin nicht all­zu viel sehen kön­nen.

80 Grad Nord – 18. Sep­tem­ber 2016

Nach einem schö­nen Mor­gen mit ver­schie­de­nen Wan­de­run­gen im Woodfjord pas­sier­ten wir das nörd­li­che Andrée Land mit der Rit­ter­hüt­te bei Gråhu­ken, wäh­rend eine öst­li­che Bri­se auf­frisch­te. Die Que­rung des 80. Brei­ten­gra­des unter Segeln wird unver­gess­lich blei­ben, Segel­ma­nö­ver direkt vor Mof­fen und dann natür­lich den obli­ga­to­ri­schen Tri­but an die berühm­te Linie und König Nep­tun in der Hoff­nung, dass er uns in den nächs­ten Tagen ordent­li­ches Wet­ter schi­cken wür­de.

Gale­rie 80 Grad Nord – 18. Sep­tem­ber 2016

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Lief­defjord – 17. Sep­tem­ber 2016

Nach schö­nen Tou­ren im Lief­defjord und einem zugi­gen Besuch beim Mona­co­breen, der nun end­gül­tig den Kon­takt zu sei­nem Nach­barn ver­lo­ren hat, gin­gen die Segel hoch. Rich­tig zur Sache ging es unter­halb des Roosfjel­la: Wind­stär­ke 8, in Böen 10. Im Woodfjord wur­de der Wind immer­hin von der Rich­tung her auch nutz­bar, so dass wir bald unter Segeln in ein dra­ma­ti­sches Abend­licht und schließ­lich in die gut geschütz­te Bucht Mus­ham­na hin­ein­fuh­ren.

Foto Lief­defjord – 17. Sep­tem­ber 2016

160917d_woodfjord_15

Smee­ren­burgfjord – 16. Sep­tem­ber 2016

Der Tag fing schon gut an. Dem glü­hend­ro­ten Son­nen­un­ter­gang von ges­tern Abend folg­te heu­te früh ein eben­so schö­ner Son­nen­auf­gang über den Ber­gen mit Spie­gel­bil­dern auf dem Was­ser.

Hier im Nord­wes­ten lohnt es sich ja immer, nach Tie­ren Aus­schau zu hal­ten. Gesagt, getan, gefun­den. Und kei­ne Klei­nig­keit! Ein Pott­wal, tot am Ufer lie­gend. Wie, wann und wo auch immer er gestor­ben sein mag, kann man nicht sagen, aber nun ist er hier, an die­ser stei­ni­gen Küs­te. Und nicht allei­ne. In der Nähe hin­gen zwei Eis­bä­ren her­um, offen­sicht­lich voll­ge­fres­sen, wenig moti­viert zu sport­li­chem Ver­hal­ten. Sie lagen, dann stand einer auf, schau­te sich lan­ge um, mach­te ein paar Schrit­te, leg­te sich wie­der hin, dann tat der ande­re Ähn­li­ches … wir ver­brach­ten einen guten Teil des Tages damit, das zu beob­ach­ten. Irgend­wann stat­te­ten sie auch dem toten Wal einen lang­sa­men Besuch ab, aber ohne all­zu viel Appe­tit.

Gal­le­ry Smee­ren­burgfjord – 16. Sep­tem­ber 2016

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Schließ­lich über­lie­ßen wir die Eis­bä­ren wie­der sich selbst, um am spä­ten Nach­mit­tag noch in Smee­ren­burg einen Fuß an Land zu set­zen. Wal­fän­ger­ge­schich­te, und … noch nicht genug von gro­ßen Tie­ren für heu­te, eine gro­ße Her­de Wal­ros­se an Land. Jawoll! Was für ein Tag!

Mag­da­le­n­efjord – 15. Sep­tem­ber 2016

Ein paar Tage spä­ter – schon sind wir wie­der auf der Anti­gua, schon sind wir wie­der weit im Nor­den. Die Zeit in Lon­gye­ar­by­en war wie immer viel zu kurz, viel zu viel zu erle­di­gen, viel zu wenig Zeit für Freun­de, fürs Aus­span­nen. Der Nor­den ruft.
Der ers­te Tag der Fahrt – nun, sagen wir, dra­ma­tur­gisch gelun­gen in der Hin­sicht, dass es nur bes­ser wer­den konn­te, eine Stei­ge­rung soll­te unpro­ble­ma­tisch sein. Ny Åle­sund im strö­men­den Regen, was soll ich noch mehr sagen. Habe ich vor­her über­haupt schon mal an den ers­ten bei­den Tagen eine Rei­se über­haupt nicht foto­gra­fiert? Immer­hin konn­ten wir die nächs­te Stre­cke von dort unter Segeln zurück­le­gen.

Aber dann, aber dann. Dann erwach­ten wir im Mag­da­le­n­efjord. Immer noch bedeckt, aber die Wol­ken weit­ge­hend über den mit Neu­schnee bedeck­ten Berg­spit­zen. Ers­te Ein­drü­cke von der schrof­fen Schön­heit die­ser Land­schaft. Ber­ge, Glet­scher, Wal­fän­ger­grä­ber, bun­te Stei­ne. Gleich die ers­te Tier­sich­tung eine Sel­ten­heit (ein Stein­sch­mät­zer), ein Eis­fuchs war nicht weit, ließ sich aber nicht wei­ter bli­cken.

Gale­rie Mag­da­le­n­efjord – 15. Sep­tem­ber 2016

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Nach einem Besuch am Wag­gon­way­breen und der der alten Trap­per­hüt­te in Bjørn­ham­na fiel der Anker für die Nacht vor dem Smee­ren­burg­breen. Gigan­tisch schö­nes Abend­licht auf gran­dio­ser Land­schaft! Ein Traum von einem Sep­tem­be­r­abend auf 79 Grad Nord.

Pyra­mi­den – 10. Sep­tem­ber 2016

Das Wet­ter war und blieb schön, schon fast schmerz­haft schön. Blau­er Him­mel, strah­len­de, war­me Son­ne. Wir saßen im Hemd in der Wär­me, wäh­rend im Schat­ten hin­ter den Gebäu­den der Boden gefro­ren war.

Von den alten Berg­bau­an­la­gen geht eine ein­zig­ar­ti­ge Fas­zi­na­ti­on aus, und vom Aus­blick aus 500 Metern Höhe auf Pyra­mi­den sowie­so.

Gale­rie Pyra­mi­den – 10. Sep­tem­ber 2016

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Gegend Abend war es lei­der Zeit, die schö­nen Zim­mer (Sov­jet Style) im Hotel Tuli­pan in Pyra­mi­den zu räu­men. Im Affen­zahn ging es auf dem Kata­r­amt­am­tam (ich habe gedank­lich Tage damit ver­bracht, die Buch­sta­ben im Wort „Kata­ma­ran“ zu ver­dre­hen) zurück nach Lon­gye­ar­by­en.

Pyra­mi­den­berg – 09. Sep­tem­ber 2016

Das Wet­ter war und blieb wun­der­bar schön über die­se gol­de­nen Sep­tem­ber­ta­ge, Genuss pur unter blau­em Him­mel und war­mer Son­ne! Heu­te war es Zeit, mal aus Pyra­mi­den her­aus­zu­kom­men und die Umge­bung ken­nen­zu­ler­nen. Immer­hin ste­hen um den nörd­li­chen Bill­efjord her­um eini­ge der schöns­ten Ber­ge Spitz­ber­gens. Ech­te Cha­rak­ter­köp­fe!

Was soll man sagen, es war herr­lich, Genuss pur, in die Höhe zu wan­dern und bei aus­gie­bi­gen Pau­sen die Aus­bli­cke zu genie­ßen.

Gale­rie Pyra­mi­den­berg – 09. Sep­tem­ber 2016

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Pyra­mi­den – 06./07. Sep­tem­ber 2016

06./07. Sep­tem­ber 2016 – Pyra­mi­den war für uns doch ein wenig das Herz­stück die­ser Rei­se, und so haben wir uns alle auf die­sen Tag gefreut, der uns dort­hin brin­gen soll­te. Unter­wegs haben wir in der Nähe des Nor­dens­kiöld­breen sogar noch einen Eis­bä­ren gese­hen, in eini­ger Ent­fer­nung faul auf der Tun­dra lie­gend, aber auch nicht gera­de all­täg­lich auf einer Fahrt nach Pyra­mi­den.

Die Lan­dung fand mit dem Zodiac statt, da der Anle­ger belegt war. Das Anlan­de­ma­nö­ver war ein wah­res Meis­ter­werk der Kunst, einen Zodiac zu rui­nie­ren, aber kamen doch alle gut ans Ufer, wo bald die Stadt­füh­rung mit Sascha los­ging – eben­falls ein Meis­ter­werk – und die war für uns die idea­le Auf­wärm­übung. Mit dem klei­nen Unter­schied, dass Pyra­mi­den für uns erst danach so recht begann, wo ande­re schon wie­der auf­hör­ten. Eine klei­ner Rund­gang zur Besich­ti­gung eini­ger Ecken abseits der übli­chen Run­de, bewusst ohne Kame­ra, war der Auf­takt, bevor es an eine abend­li­che low light ses­si­on ging und dann in Rich­tung alter Berg­bau­an­la­gen am Fuß des Pyra­mi­den­ber­ges.

Gale­rie Pyra­mi­den – 06./07. Sep­tem­ber 2016

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Sar­ko­fa­gen – 04. Sep­tem­ber 2016

Das Wet­ter war wei­ter­hin gut, und so haben wir die Chan­ce genutzt, uns bei Lon­gye­ar­by­en auf Tour zu machen. Aus­ge­hend von der Unter­kunft der Grup­pe in Nyby­en, ging es durch das stei­ni­ge Fluss­bett des Lon­gyea­rel­va zur Morä­ne des Lon­gyear­breen und schließ­lich zum Glet­scher. Am Rand ent­deck­ten wir zunächst eine klei­ne, aber fei­ne Glet­scher­höh­le, leicht zu betre­ten, bevor es mit den Steig­ei­sen auf den Glet­scher ging. Der Sar­ko­fa­gen bie­tet einen der schöns­ten Aus­bli­cke auf das Lon­gye­arda­len und Lon­gye­ar­by­en!

Gale­rie Sar­ko­fa­gen – 04. Sep­tem­ber 2016

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Über Lars­breen und Gru­ve­f­jel­let mit wei­te­ren schö­nen Aus­bli­cken in wär­men­der Sep­tem­ber­son­ne ging der wei­te­re Weg halb um Lon­gye­ar­by­en her­um und dann durch das enge, stei­ni­ge Vann­led­nings­da­len wie­der hin­ab in die Zivi­li­sa­ti­on.

Bol­terda­len – 03. Sep­tem­ber 2016

Die Wet­ter­vor­her­sa­ge vor heu­te war äußerst viel­ver­spre­chend, also haben wir uns gleich auf eine ordent­li­che Tour auf­ge­macht. Schö­ne herbst­li­che Tun­dra unter blau­em Him­mel im Bol­terda­len. Die Son­ne strahlt durch ver­blüh­te Sil­ber­wurz und Woll­gras, bevor es über stei­ni­ges, unweg­sa­mes Morä­nen­ge­län­de in die Höhe geht, wo Schnee der Land­schaft schon einen Hauch von Win­ter ver­leiht.

Gale­rie – Bol­terda­len – 03. Sep­tem­ber 2016

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Lon­gye­ar­by­en – 02. Sep­tem­ber 2016

Die Tage waren viel zu lang, um groß­ar­tig Blog zu schrei­ben. Auch im Jahr 2016 fin­det das Leben in der Ark­tis zunächst mal reell statt, das Vir­tu­el­le muss im Zwei­fel auch mal war­ten.

Man kann hier auch ohne Schiff unter­wegs sein, so haben wir das in den letz­ten Tagen gemacht. Los ging es Anfang Sep­tem­ber in Lon­gye­ar­by­en, wie soll­te es anders sein. Ein klei­ner Bum­mel das Lon­gye­arda­len her­un­ter, ers­te Ein­drü­cke vom Ort, von der Land­schaft, von der fri­schen Luft (im Ver­gleich zur mit­tel­eu­ro­päi­schen Affen­hit­ze die­ser Tage!) und von den 9 Men­schen, die die nächs­ten 9 Tage mit­ein­an­der ver­brin­gen wer­den.

Es müs­sen nicht immer kal­ben­de Glet­scher oder Eis­bä­ren sein. Man kann auch ein­fach in Lon­gye­ar­by­en in die Kir­che schau­en, um sich über­ra­schen zu las­sen. Wel­che Kir­che begrüßt einen schon mit Leih­schlap­pen, Waf­fen­schrank, einer Emp­feh­lung auf Tri­pad­vi­sor und dem Hin­weis, dass Kre­dit­kar­ten akzep­tiert wer­den?

Gale­rie Lon­gye­ar­by­en – 02. Sep­tem­ber 2016

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Ande­re über­ra­schen einen mit ihrem idio­ti­schen Drang, ihre Lei­den­schaf­ten für alle sicht­bar doku­men­tie­ren zu müs­sen. Lei­der hat es nicht nur ein paar klei­ne Neben­ge­bäu­de ent­lang der Stra­ße hoch nach Nyby­en getrof­fen, son­dern auch die schö­ne, alte Gru­be 2b, wo der Scha­den kaum zu behe­ben sein wird. Immer­hin war bekannt, wo der Täter her­kam und wann er wo gewohnt hat. Man muss für eine sol­che Dep­pen­jagd nicht Sher­lock Hol­mes sein. Der Mann ist nun poli­zei­be­kannt und wird einen net­ten Brief von einem nor­we­gi­schen Gericht bekom­men. Man hat hier schon dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Zusam­men­ar­beit mit deut­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den gut sei.

Bellsund, Isfjord – 17.-19. August 2016

17.-19. August 2016 – Mit gro­ßen Schrit­ten näher­ten wir uns dem qua­si hei­mat­li­chen Isfjord, aber im Bellsund hat­ten wir noch eini­ges vor. Zunächst haben wir aber einen gemüt­li­chen Nach­mit­tag in der Pan­ora­ma­lounge der Arc­ti­ca II ein­ge­legt und zuge­schaut, wie Wind, tie­fe Wol­ken und Regen aus der schö­nen Ark­tis etwas sehr Grau­es gemacht haben. Irgend­wann wur­de es doch noch bes­ser, und wir haben uns für eine klei­ne Tour im Recher­chefjord auf­ge­macht.

Dafür haben wir am Tag dar­auf umso mehr Punk­te gesam­melt. Es war Zeit für eine schö­ne, etwas län­ge­re Wan­de­rung, und die Mög­lich­keit dazu gab es im Van Keu­len­fjord. Gleich nach weni­gen hun­dert Metern über alte Strand­wäl­le wur­den wir von einem kräf­ti­gen Ren­tier­bul­len begrüßt. Wun­der­bar, wenn man so gar nicht auf die Uhr schau­en muss, son­dern sol­chen Begeg­nun­gen und allem ande­ren, was sich unter­wegs ereig­net, ein­fach soviel Zeit geben kann, wie man will! Noch wird es hier ja nicht dun­kel. Nach einer Wei­le war das Ren­tier neu­gie­rig dicht zu uns her­an­ge­kom­men, bevor es dann wie­der sei­ner Wege zog. Schö­ner geht’s nicht.

Ent­lang eines Flüss­chens mit ein paar klei­nen, aber fei­nen Was­ser­fäl­len sind wir zu der Glet­scher­höh­le gezo­gen, die wir im Juli wäh­rend der Fahrt mit der Anti­gua zufäl­lig ent­deckt hat­ten. Wenn wir schon das Glück hat­ten, sowas ent­deckt zu haben, muss man das Eisen schließ­lich auch schmie­den! Das haben wir getan, wir sind in die Wun­der­welt des Eises hin­ein­ge­gan­gen und haben uns davon aus­gie­big ver­zau­bern las­sen (das geht mitt­ler­wei­le auch vir­tu­ell im Pan­ora­ma­blick, ganz ein­fach mit­tels Klick auf die­sen Link).

Schließ­lich war es Zeit, die letz­te offe­ne Pas­sa­ge Rich­tung Isfjord zurück­zu­le­gen. Die hat­te es in sich, da außer­halb der Fjor­de eine stei­fe Bri­se stand. Die füll­te immer­hin kräf­tig das Segel, so dass es mit rekord­ver­däch­ti­ger Geschwin­dig­keit nach Nor­den ging. So kamen die Segel­freun­de auf ihre Kos­ten, was auch im Schiff nicht unbe­merkt blieb, da die eine oder ande­re hef­ti­ge Böe für ordent­lich Schräg­la­ge sorg­te, bis wir in den Grønfjord hin­ein­tu­cker­ten und uns dort einen geschütz­ten Anker­platz such­ten.

Gale­rie Bellsund, Isfjord – 17.-19. August 2016

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Da der Wind im Isfjord immer noch stand, ver­brach­ten wir auch den letz­ten Tag der Fahrt im Grønfjord. Aber wer dach­te, dort gibt es kei­ne schö­nen Land­schaf­ten, sah sich wäh­rend einer klei­nen Berg­tour oder wahl­wei­se einer klei­nen Tund­ra­tour kräf­tig getäuscht, aber kei­nes­falls ent­täuscht. Abschlie­ßend wur­de in Bar­ents­burg die Begeg­nung mit der Zivi­li­sa­ti­on ein­ge­läu­tet, bevor wir noch ein­mal köst­lich schmaus­ten und dann die letz­ten Mei­len (von ins­ge­samt 1192 See­mei­len) zurück nach Lon­gye­ar­by­en fuh­ren.

Horn­sund – 16. August 2016

Auch die ers­te Lan­dung im Horn­sund ver­pas­se ich wegen der nächt­li­chen Wache am Steu­er, aber ich höre von einer klei­nen Wan­de­rung, Ren­tie­ren, Schma­rot­zer­raub­mö­wen, einem Glet­scher, als ich mit­tags wie­der ins all­ge­mei­ne Leben ein­stei­ge.

Rich­tig gut geschla­fen hat wegen des Rol­lens letz­te Nacht wohl kei­ner, und so ist der klei­ne Spa­zier­gang am Gnå­lod­den genau das rich­ti­ge. Genuss pur, unter dem Vogel­fel­sen – die Drei­ze­hen­mö­wen sind noch lan­ge da und machen viel Geschrei – in der tro­cke­nen Tun­dra zu lie­gen und den Blick aus­gie­big schwei­fen zu las­sen.

Was für ein Leben, was für ein Land!

Die Wohn­statt von Wan­ny Wold­stad, die den letz­ten Satz über ihr Leben im Horn­sund geschrie­ben hat, liegt in Hyt­tevi­ka. 1907 gebaut, brauch­te die über 100 Jah­re alte Hüt­te nicht nur ein klein wenig Pfle­ge, und die hat sie die­sen Som­mer bekom­men. Gute Arbeit, so kann sie den nächs­ten 100 Jah­ren ent­ge­gen­se­hen. (Es gibt eine Pan­ora­ma-Tour von die­ser Hüt­te auf die­ser Web­sei­te.)

Gale­rie – Horn­sund – 16. August 2016

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Auch dort sehen wir uns also noch in Ruhe um und freu­en uns dann auf eine ruhi­ge Nacht vor Anker. Aller­dings rollt sogar hier ein Rest der Dünung noch hin­ein, so dass die Nacht nicht ganz so ruhig wird wie erhofft. Als auch noch Wind auf­kommt und der Anke­ralarm sich zum drit­ten Mal zu Wort mel­det, lich­tet Hein­rich in frü­her Mor­gen­stun­de den Anker.

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