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Jahres-Archiv: 2020 − News & Stories


Im Norden nix Neues, aber auf spitzbergen.de geht es weiter

Im Norden nix Neues? Also …

“Im Norden nix Neues” stimmt natürlich nicht ganz, aber es ist eine Zeit ohne Schlagzeilen aus Spitzbergen, die international Aufmerksamkeit erregen. Immer noch kann man sich in Longyearbyen darüber freuen, dass es lokal bislang keinen positiven Corona-Nachweis gegeben hat. Hurtigruten Svalbard erwägt, den im Firmeneigentum befindlichen Grundbesitz in Longyearbyen an einen “seriösen” Investor zu verkaufen, um die Hotels und andere Infrastruktur dann langfristig wieder zu mieten. Um diese Art von Geschäftsmodell zu verstehen, muss man wohl etwas anderes als Geographie studiert haben. Beim Sysselmannen werden dieses Jahr 18 Beamte ihre Stellungen verlassen, überwiegend weil sie in ihre langfristigen Positionen auf dem Festland zurückkehren müssen, wenn sie diese nicht verlieren wollen; natürlich ist man bei insgesamt 45 Angestellten über eine so große Fluktuation, die eigentlich niemand will, unglücklich.

Menschen und Eisbären haben es in den letzten Wochen erfolgreich geschafft, sich aus dem Weg zu gehen. Glücklicherweise.

So Sachen halt. Alles natürlich wichtig, nichts wirklich weltbewegend.

Neue Bücher unterwegs, dauert aber noch

Das Corona-Jahr zwingt zu mehr Arbeit am Schreibtisch als an der frischen Luft. Ein neues Buchprojekt hat mittlerweile schon über 300 Seiten Text, ein weiteres hat ebenfalls an Text gewonnen, aber es werden jeweils noch viele Seiten mehr werden müssen, bis eines davon mal auf Papier gedruckt das Licht der Welt erblicken kann.

Alles neu macht der Rolf. Nun, fast alles.

Blick vom Yggdrasilkampen ins Munindalen

Blick vom Yggdrasilkampen über das Dickson Land
Viele schöne Blicke dieser und anderer Art gibt es auf den neuen und erneuerten Seiten.

Auch fast alles ist übertrieben, aber einiges habe ich tatsächlich neu gemacht. Was vor 10 Jahren gut war, ist mittlerweile teilweise deutlich überarbeitungsbedürftig – daher sind etliche Seiten auf Spitzbergen.de in den letzten Monaten und Wochen deutlich überarbeitet worden, haben mehr und bessere Bilder bekommen, neue Karten, und wo nötig auch neuen beziehungsweise überarbeiteten Text. Darunter sind Seiten über einige schöne Fjorde, die viele LeserInnen von Spitzbergen.de sicher kennen werden, und wer Lust hat, Spitzbergen online zu bereisen, schöne Landschaften im Bild zu sehen, interessante Hintergrundinformationen und ein paar spannende Geschichten zu lesen, wird hier einigen Stoff für verregnete Herbsttage und dunkle Abende finden:

  • Die Dickson Land-Billefjord-Seite ist weitgehend überarbeitet. Die alte Seite war ja mittlerweile fast schon etwas peinlich.
  • Das gleiche gilt für die Seite über Kapp Linné und die Isfjord-Küste bis Festningen.
  • Die Seite über den Kongsfjord hat ebenfalls ganz, ganz deutlich gewonnen …
  • … und der Krossfjord erst mal! Herrlich! 🙂
  • Natürlich sind auch einige Panoramen-Seiten entstanden, teilweise mit viel Text und vielen hintergründigen Informationen. Sehr schön ist die Seite vom Svenskehuset, mit vielen Details zu einer spannenden Geschichte.
  • Mit der Brucebyen-Seite habe ich einem schönen Ort ein kleines, digitales Denkmal gesetzt, mit dem ich viele schöne Erinnerunge verknüpfe. Natürlich geht es auf der Seite nicht um meine persönlichen Geschichten, sondern um die Geschichte des Schotten William S. Bruce und seines Scottish Spitsbergen Syndicate.
  • Was haben wir noch? Ach ja: der Collinsodden am Eingang zum Krossfjord. Da kommt man ja auch nicht jeden Tag vorbei. Hier ist die Gelegenheit für einen kleinen Ausflug dahin.
  • Der Wigdehlpynten im Woodfjord. Farben, Farben … das ist Christiane Ritters Wüstensand.

… wird fortgesetzt.

Das sollte genug Lesestoff sein für ein Weilchen. Übrigens weiterhin absolut umsonst und ohne die übliche, nervige Online-Werbung, die einen sonst überall im Internet anspringt. Damit verdienen andere Webseiten Geld. Auf Spitzbergen.de mache ich solche klassisch-landeskundlichen und sonstigen Seiten aus Spaß an der Freude und um Spitzbergen für viele zugänglich zu machen. Schaut mal rein, es lohnt sich, ich habe viel Freude damit gehabt und Zeit mit diesen Seiten verbracht, und ich freue mich über Besuch, auch online.

Spitzbergen-Svalbard: der Reiseführer – niederländisch

Der Spitzbergen-Reiseführer ist auf niederländisch übersetzt und gedruckt, bald geht er in den Verkauf 🙂 damit findet nun wieder ein großes Projekt seinen vorläufigen Abschluss. Mehr darüber demnächst.

Und sonst ..?

… gehöre ich zu der überwältigenden Mehrheit derer, die jubeln werden, sobald das Corona-Virus … nun, Geschichte wird wohl es nie werden, aber die aktuelle Krise wird irgendwann Geschichte sein. Hoffentlich rechtzeitig, damit wir 2021 wieder unter Segeln in Spitzbergen unterwegs sein können. Daumen drücken.

Bis dahin gilt es, durchzuhalten. Das ist nicht einfach für jemanden, der von und für Reisen lebt. Wirtschaftlich … also, nicht schön. Weitere Details und Gejammer erspare ich Ihnen und mir. Aber ich erlaube mir den Hinweis, dass der Spitzbergen.de-Webshop durchgehend geöffnet hat und die meisten würden überrascht sein, wie viele tolle Bücher und andere schöne Dinge es dort gibt, die man sich selbst und anderen schenken kann 🙂 (übrigens hat es auch dieses Jahr neue Spitzbergen-Treibholz-Bilderrahmen gegeben, fünf Stück, von denen bereits zwei ein neues Zuhause haben. Dafür werde ich auch bald noch mal separat etwas trommeln, aber wer sich einen sichern will, hat jederzeit die Gelegenheit dazu).

Staatshaushalt 2021 mit neuen Svalbard-Millionen

Die norwegische Regierung hat ihre Haushaltspläne für 2021 vorgestellt. Auch nach Spitzbergen sollen viele Millionen norwegische Kronen fließen:

  • Die Gewerbeaufsicht/Amt für Arbeitsschutz (Arbeitstilsynet) wird mit einer Million Kronen gestärkt.
  • Die Bergbaugesellschaft Store Norske soll 40 Millionen Kronen bekommen, um die erwarteten Verluste in der Grube 7 auszugleichen, wo neben den allgemein hohen Kosten und Korona auch ein Wassereinbruch während der warmen Tage im Juli zu erhöhten Kosten und Produktionsausfällen führen. Hauptziel ist es, die Versorgung des Kraftwerks in Longyearbyen mit lokaler Kohle zu sichern.
  • 61,1 Millionen gehen in den Ausbau der Lawinensicherung und den Hochwasserschutz; beides – vor allem die Lawinensicherung – sind für Longyearbyen große und wichtige Themen.
  • Weitere 412,8 Millionen gehen in den Rückbau von Sveagruva und der umliegenden Gruben, Lunckefjellet und Svea Nord.
  • Das Svalbardmuseum bekommt 1,5 Millionen Kronen, um “das Museum zu stärken und zu mehr Aktivität anzuregen”, auch vor dem Hintergrund der Koronakrise.
  • Mehr Geld geht auch an den Sysselmannen, unter anderem zur Einrichtung einer Stelle für einen Juristen.
Kohlekraftwerk, Longyearbyen

Longyearbyen hat viele Zukunftsprojekte, die man mit den Millionen aus Oslo angehen kann. Eine neue Stromversorgung, um das alte, teure und klimaschädliche Kohlekraftwerk zu ersetzen, wäre zweifellos sinnvoll, um nur ein Beispiel zu nennen.

Enttäuscht äußerte sich der lokale Tourismusverband Visit Svalbard, der mit 3,15 Millionen Kronen nur 100.000 Kronen mehr erhalten soll als im laufenden Jahr. Visit Svalbard vertritt viele lokale Betriebe, die hart von der Koronakrise getroffen werden.

Ansonsten zeigt die Gemeinde sich insgesamt zufrieden. Unter anderem bekommt Longyearbyen nun die Möglichkeit, Mittel für Klimaschutzprojekte (“Klimasats”) zu beantragen. Festlandsgemeinden können das bereits seit 2016. Mit einem hohen C02-Ausstoß pro Kopf ist Longyearbyen bislang alles andere als eine klimafreundliche Stadt. Hier ist noch viel Potenzial, unter anderem mit einer neuen Lösung zum Ersatz für das ohnehin in die Jahre geratene Kohlekraftwerk – ein schon lange diskutiertes, großes Zukunftsthema für Longyearbyen. Aktuell wird eine Lösung auf Wasserstoffbasis diskutiert, ein Energieträger, der aus Nordnorwegen geliefert werden könnte und dem das Potenzial zugesprochen wird, sowohl den C02-Ausstoß als auch die hohen Strompreise erheblich zu senken.

Das Parlament muss noch zustimmen.

Der Isfjord ist wieder ein arktischer Fjord. Vorerst.

Weniger und dünneres Eis im Winter in den hintersten Armen des Isfjord wie dem Tempelfjord und Billefjord, und von einer soliden Eisdecke im weiten Isfjord selbst wagt man kaum noch zu träumen – das war über Jahre hinweg die ozeanographisch-klimatische Entwicklung in Spitzbergens größtem Fjord, der seinem Namen, “Eisfjord”, kaum noch gerecht wird.

Blauwal, Isfjord

Der Isfjord hat sich in den letzten Jahren hin zu einem subarktischen Fjord entwickelt,
was unter anderem zu häufigeren Walsichtungen führte.
Im Bild ein Blauwal im Isfjord, September 2018.

Vielleicht wendet sich das Blatt derzeit – wenn auch aller Wahrscheinlichkeit nach wohl kaum langfristig, aber immerhin vorübergehend, besser als gar nichts. Darauf deuten ozeanographische Daten aus dem Isfjord hin, die UNIS diesen Sommer gemessen hat. Die Messungen sind Teil einer langfristigen Datenbasis, mit der Forscher die Entwicklung im Isfjord verfolgen. Vorläufige Ergebnisse haben Frank Nilsen, Professor für Ozeanographie bei UNIS in Longyearbyen, und Mitarbeiter jetzt in einem Beitrag in der Svalbardposten veröffentlicht.

Demnach befindet sich nun deutlich weniger mildes, salzreiches Atlantikwasser im Isfjord und die Reste solchen Wassers, die es dort noch gibt, sind in Tiefen unterhalb von 150 Meter verbannt und mischen sich dort mit kaltem Wasser. In vergangenen Jahren hatte das wärmere Atlantikwasser, das mit dem Golfstrom nach Norden kommt und als Westspitzbergenstrom entlang der Westküste Spitzbergens streicht, in den dortigen Fjorden stark an Einfluss gewonnen. Diese hatten in der Folge ihren ozeanographisch-biologisch hocharktischen Charakter weitgehend verloren und sich hin zu subarktischen Fjorden entwickelt. Wichtige Indikatoren hierfür sind die Wassertemperaturen, Salzgehalt und Artenzusammensetzung des Zooplanktons.

Petuniabukta

In den innersten Buchten, wie hier in der Petuniabukta,
hatte der Isfjord sich seinen hocharktischen Charakter bislang bewahrt.

Die Klimaentwicklung der letzten Jahre hat für diese Entwicklung gesorgt: Tiefdruckgebiete, die nicht mehr wie früher über die Barentssee nach Osten abziehen, sondern zwischen Grönland und Spitzbergen nach Norden ziehen, haben das warme Wasser kraftvoll in die Fjorde gedrückt – ein Effekt, der sich über Jahre hinweg auswirken kann, auch wenn das ursächliche Tiefdruckgebiet schon nach ein paar Tagen verschwunden ist.

Die Witterung dieses Jahres ist hingegen insgesamt eher so, wie man es von früher kennt. Positiv aufgefallen ist bereits, dass es im Winter und Frühjahr kaum Tauwettereinbrüche gegeben hat, die in den Wintern der Jahre davor häufiger und kräftiger geworden sind. Das hat möglicherweise mit atmosphärischen Strömungen zu tun, die eher an die klassisch-arktischen Muster um Spitzbergen erinnern und die aktuell dazu führen, dass das wärmere Atlantikwasser derzeit im Isfjord an Einfluss verloren hat. Auch das starke Schmelzen der Gletscher Spitzbergens während der extrem warmen Sommertage hat möglicherweise dazu beigetragen, dem Oberflächenwasser in den Fjorden kaltes, salzarmes Frischwasser zuzuführen.

Das macht sich auch in der Zusammensetzung des Zooplanktons bemerkbar, das von Ruderfußkrebsen (Copepoda) dominiert wird. In jüngeren Jahren hat sich mehr und mehr die subarktische Art Calanus finmarchicus im Isfjord ausgebreitet, aber aktuell dominiert wieder die hocharktische Art Calanus glacialis.

Äußerer Isfjord

Derzeit haben auch die zentralen, weitläufigen Bereiche des Isfjord ozeanographisch wieder einen eher hocharktischen Charakter.

Wenn die Entwicklung nicht durch starke Stürme aus der falschen Richtung gestört wird, darf man für den kommenden Winter auf eine schöne Eisdecke zumindest in den Nebenarmen des Isfjord hoffen. Sollte die Entwicklung zumindest eine Weile anhalten, könnten weniger Wale und weniger Fisch wie Dorsch im Isfjord die Folge sein.

Wer aber nun hofft, dass die Klimaänderung in der Arktis damit abgesagt ist, befindet sich leider mit Sicherheit auf dem Holzweg: Wie Nilsen in seinem Beitrag schreibt, handelt es sich dabei nicht um eine stabile Situation, sondern “mehr um ein lokales Aufbäumen einer sich erwärmenden Arktis.”

Rekordwenig Eis bei Spitzbergen im September

Der September ist der Monat mit der geringsten Treibeisdecke in der Arktis: Der lange Sommer hat viel Eis schmelzen lassen, und die Kälte des Winters steht erst noch vor der Tür. Insofern ist im September immer mit wenig Eis etwa rund um Spitzbergen zu rechnen.

Wenn man aber die Septemberwerte über einen längeren Zeitraum vergleicht, ergibt sich ein klarer Trend hin zu weniger Eis. Die Treibeisfläche wird seit 1979 beobachtet, und noch nie ist so wenig Eis festgestellt worden wie in diesem September, nach einem Sommer, der Spitzbergen im Juli Rekordtemperaturen gebracht hat und auch in Sibirien und sonstwo mal wieder Wärme brachte, die nicht weit von hitzigen Rekorden entfernt war.

Eiskarte Spitzbergen, 1. Oktober 2020

Die Eiskarte von Nord-Spitzbergen vom 1. Oktober: die “kalte Küste” (Svalbard) ist derzeit völlig eisfrei.
© Norwegisches Meteorologisches Institut.

Das norwegische meteorologische Institut teilt in einer Pressemeldung mit, dass die durchschnittliche Temperatur für den September, gemittelt über alle Messstationen in der Arktis, 2,9 Grad über dem langjährigen Mittel lag. Als Referenz dient bei klimatischen Betrachtungen immer ein Zeitraum von 30 Jahren; derzeit dienen die Mittelwerte aus der Zeit von 1961 bis 1990 als Vergleichswert. Wenn ab 2021 die Mittelwerte der Zeit 1991-2020 als neue Vergleichsbasis dienen, werden die Temperaturvergleiche weniger dramatisch erscheinen. Dabei wird es sich aber mitnichten um eine Abschwächung der zu beobachtenden, bereits jetzt dramatischen Erwärmung handeln, sondern um ein statistisches Artefakt.

Treibeisausbreitung um Spitzbergen 1979-2020

Trend der Treibeisausbreitung um Spitzbergen von 1979 bis 2020.
Noch nie wurde so wenig Eis beobachtet wie in diesem September.
© Norwegisches Meteorologisches Institut.

Signe Aaboe, Forscherin beim norwegischen meteorologischen Institut, hat keine Zweifel, dass auch die aktuellen Rekordwerte von Temperatur und Eis im September dem vom Menschen gemachten Klimawandel geschuldet sind.

Waldspaziergang bei Pyramiden

Wieder zurück zu Spitzbergens schönen Seiten, die dieses Jahr noch ferner und unerreichbarer liegen als sonst. Für dieses Tour nach Pyramiden hat es mehrere Anläufe gebraucht. Auf Spitzbergen ist ja fast alles wetterabhängig. Nach Pyramiden sind es auf dem Seeweg über 50 Kilometer, und unser Boot war ja nun nicht die Antigua. Da sollte das Wetter schon passen. Aber das tat es dann auch und mit einer kleinen Pause in der Skansbukta ging es in den Billefjord.

Pyramiden

Dort konnten wir die Gastfreundlichkeit im Hotel Tulipan in Pyramiden genießen. In Pyramiden hat sich in jüngerer Zeit ja einiges getan, das Hotel wurde aufgeputzt – die neue Bar ist sehr schön und die Küche hervorragend; dass die alten Zimmer nicht zumindest wahlweise noch verfügbar sind, ist etwas schade – und ins Kulturhaus ist mittlerweile auch wieder Leben eingezogen. Und es wird weiter gebaut und gemacht. Wir dürfen gespannt sein und freuen uns schon auf künftige Besuche.

Pyramiden: Kantine

In Pyramiden wird fleißig renoviert, oder zumindest erhalten. Hier die alte Kantine.

Devonische Wälder im Munindalen

Aber uns hat dieses Mal mehr die Natur gelockt. Und zwar wollten wir einen Waldspaziergang machen. Das kann man bei Pyramiden tatsächlich machen. Im Munindalen, genauer gesagt. Man kann zwar nicht im Wald spazieren, aber immerhin zum Wald. Dieser wuchs im Devon, vor über 350 Millionen Jahren, wahrscheinlich in einer Flussaue. Dann wurden die Schuppenbäume bei einem Hochwasser vom Schlamm bedeckt … und versteinerten. So sind sie noch heute zu sehen, senkrecht stehend, so wie sie einst wuchsen (“in situ”, wie der Geologe sagt). Einer der ältesten Wälder der Welt.

Schuppenbaum Devon Munindalen

Abdruck eines Schuppenbaums aus dem Devon im Munindalen.

Vor dem Devon war nicht viel mit Bäumen auf Erden. (Falls jemand ähnliche Fossilien in Pyramiden selbst gefunden hat: die sind aus dem Karbon, wie auch die Kohle, also deutlich jünger als die devonischen Bäume im Munindalen). Das ist es schon wert, sich nasskalte Füße zu holen, um einen Blick auf die Abdrücke zu werfen (oder nicht, wie wir, die Gummistiefel vergessen …) – mit Glück sieht man auch Positive; der Aufschluss besteht aus einer kleinen Steilwand direkt am Fluss und verändert sich daher immer wieder.

Pyramiden: Mimerdalen, Pferde

Sogar die Rentiere waren früher in Pyramiden größer als sonstwo 😉
Ernsthaft: hier grasten früher Pferde.

Schließlich kam der Nebel, der Longyearbyen mehrere Tage lang von der Außenwelt abschnitt (bei dichtem Nebel landen Flugzeuge dort nicht). Die Rückfahrt nach Longyearbyen verlief über weite Strecken mit dem GPS in der Hand 🙂

Wer Lust hat, mal wenigstens digital einen Ausflug nach Pyramiden zu machen, bis Spitzbergen wieder reell besser zugänglich wird – es gibt ja eine ausführliche Panorama-Seite zu Pyramiden.

Galerie: Pyramiden und Munindalen

Ein paar Eindrücke von der Fahrt ab Longyearbyen via Skansbukta, von Pyramiden und aus dem Munindalen.

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Longyearbyen schrumpft. Und: Die Bank gewinnt doch nicht immer

Longyearbyen verändert sich während der Corona-Krise: Seit Anfang März sind laut amtlicher Statistik 273 Personen abgewandert. Dazu kommt eine Dunkelziffer in naturgemäß unbekannter Höhe, da manche sich nicht abmelden oder sich auch vielleicht gar nicht erst angemeldet haben.

Wegen der fehlenden sozialen Absicherung von öffentlicher Seite und der im Frühjahr drastisch gestiegenden Arbeitslosigkeit können viele sich die hohen Lebenshaltungskosten in Longyearbyen nicht mehr leisten und sind in ihre Heimatländer gezogen. Der Spitzbergenvertrag sichert Bürgern vieler Staaten zwar freien Zugang, aber daher bietet Norwegen Spitzbergens Bewohnern keine Unterstützung etwa im Fall von Arbeitslosigkeit. Nach Auslaufen einer einmaligen staatlichen Unterstützung im Frühjahr standen Menschen ohne Einkommen oder finanzielle Reserven daher schutzlos im Regen.

Zu den Verlierern gehört wohl auch Longyearbyens Bank: die SpareBank Nordnorwegen schließt 16 Filialen im Norden des Landes, darunter auch die in Longyearbyen, die einzige Bank im Ort. Das soll allerdings nichts mit Corona zu tun haben, sondern mit verändertem Verbraucherverhalten: Laut SpareBank mache die Digitalisierung den direkten Kontakt mit einer Bankfiliale überflüssig, wie die Svalbardposten erfahren hat. Wie man sich denken kann, stößt die Ankündigung in Longyearbyen gerade in Krisenzeiten auf starke Kritik.

Post und Bank, Longyearbyen

Post und Bank in Longyearbyen: die Post bleibt, die Bank geht.

Glück gehabt hat hingegen die Post: Während in Norwegen die meisten Postfilialen geschlossen werden und Postdienste in großen Teilen des Landes künftig nur noch in Geschäften und Supermärkten zu finden sein werden, bleibt die Post in Longyearbyen erhalten. Darüber hinaus wird es nur noch Filialen in Oslo geben.

Eisbär beim Markieren umgekommen

Die Serie trauriger Nachrichten aus Spitzbergen will nicht abreißen. Am Mittwoch kam ein Eisbär im Zusammenhang mit einer Betäubung und Markierung durch Wissenschaftler ums Leben, wie der Sysselmannen bestätigte.

Der Vorfall ereignete sich im Wijdefjord in der routinemäßigen Herbstkampagne zum Markieren von Eisbären. Dabei werden Eisbären vom Hubschrauber aus betäubt und anschließend gewogen, markiert und es werden üblicherweise Proben genommen. Das Tier war der “30. oder 31.” Bär der aktuellen Kampgne.

Bekannt ist zunächst nur, dass der Bär die Prozedur nicht überlebte. Wann und warum er genau starb, ist bislang nicht veröffentlicht. Routinemäßig wurde beim Sysselmannen ein Verfahren eröffnet. Daher wurden bislang keine weiteren Details mitgeteilt, etwa ob ein Tierarzt anwesend war.

An dem Verfahren, regelmäßig eine große Anzahl von Eisbären vom Hubschrauber aus zu betäuben, was für die Tiere mit erheblichem Stress verbunden ist, wurde schon mehrfach substanzielle Kritik laut. Laut Jon Aars, dem führenden Eisbärenforscher des Norwegischen Polarinstituts, “verliere” man bei 1000 Betäubungen üblicherweise 2 bis 4 Eisbären. Ihm selbst (Aars) sei dies nun seit 2003 zum dritten Mal passiert. Der Svalbardposten teilte Aars mit, dass das “Markieren dadurch gerechtfertigt wird, dass wir als Wissenschaftler meinen, dass die Informationen, die wir erhalten, wertvoll sind”.

Eisbärenschädel

Begegnungen zwischen Mensch und Eisbär haben dieses Jahr auf Spitzbergen bereits vier Bären und einen Menschen das Leben gekostet
(Symbolbild: harmloser Fund eines Eiesbärenschädels in der Hinlopenstraße).

Es ist bereits der vierte Vorfall dieses Jahr, bei dem ein Eisbär auf Spitzbergen durch Menschenhand ums Leben kommt. Vor dem tödlichen Angriff Ende August, bei dem ein Mensch starb, war schon Anfang Januar ein Eisbär von der Polizei erschossen worden, ohne dass eine unmittelbare Gefahrensituation vorlag, und Ende Januar starb ein betäubter Eisbär, der aus der Umgebung Longyearbyens ausgeflogen werden sollte, im Hubschrauber, wobei mutmaßlich erhebliche Fehler gemacht worden sind. Beide Fälle, vor allem jedoch die tödliche Betäubung von Ende Januar, zogen starke Kritik auf sich, wobei es auch darum ging, ob das Polarinstitut die Kompetenz zum Betäuben von Eisbären hat oder ob dabei ein Tierarzt anwesend sein sollte. Man darf auch daher gespannt sein, welche Details im aktuellen Fall noch ans Licht kommen werden, etwa ob ein Tierarzt anwesend war.

Ausflug zum Svenskehuset am Kapp Thordsen

Bei all den schlechten Nachrichten der letzten Wochen wie Reisehindernissen wegen potenziell tödlicher Viren und dem Angriff eines absolut tödlichen Eisbären fällt es mitunter schwer, den Blick für die schönen Seiten Spitzbergens, wenn schon nicht des Lebens, zu verlieren. Es wird Zeit für ein paar Bilder, die genau diese schönen Seiten in Erinnerung rufen sollen.

Es ist mittlerweile schon wieder einige Wochen her, aber das macht ja nichts. Der Isfjord lag glatt wie ein Spiegel und die Fahrt von Longyearbyen zum Kapp Thordsen im kleine Zodiac lief wie im Tiefflug.

Galerie: Svenskehuset

Klicken Sie auf die Bilder, um eine vergrößerte Darstellung des Bildes zu erhalten.

Die dramatische Geschichte des Svenskehuset am Kapp Thordsen, des ältesten Hauses von Spitzbergen, und warum es auch als “Gespensterhaus” bekannt ist, werde ich hier nicht erzählen. Das habe ich nämlich gerade auf einer neuen Pano-Seite über das Svenskehuset getan, wer interessiert ist, kann dort alles nachlesen. Ich kann es nur empfehlen. Diese Aufnahmen machen zu können, war einer von mehreren Gründen dafür, die erste sich bietende Gelegenheit zu nutzen, die Fahrt über den Isfjord zu machen.

Und ansonsten sind es die weiten Blicke über Fjord und Berge wie auch die kleinen Eindrücke der Tundra, die einen Schönwettertag mit viel Zeit an so einem schönen Ort zu einem Erlebnis machen, wie man sie nicht genug haben kann.

Apropos “kleine Eindrücke der Tundra”: die winzigen Blümchen zu fotografieren, fand ich immer etwas unbefriedigend, da wegen der geringen Tiefenschärfe von Nah- und Makroaufnahmen immer nur ein sehr kleiner Teil einer Blüte oder einer Blume scharf wird. Mittlerweile ermöglicht die Fototechnik, zumindest bei guten Bedingungen, einige Schritte weiter zu gehen. “Focus stacking” heißt das Zauberwort. Es erfordert etwas Aufwand in Bezug auf Technik, Vorbereitung, Aufnahme und Nachbearbeitung, aber ich finde, es lohnt sich:

Vierkantiges Heidekraut, Svenskehuset

Vierkantiges Heidekraut beim Svenskehuset.
Durch Fokus-Stacking wird fast die ganze Blüte scharf darstellbar.

Phippsøya-Eisbär (MS Bremen, 2018): Verfahren eingestellt

Das Verfahren in dem Fall des Eisbären, der 2018 von Mitarbeitern des deutschen Kreuzfahrtschiffes Bremen auf der Phippsøya erschossen wurde, wurde nun eingestellt, wie der Sysselmannen am Freitag mitteilte.

Eisbär, Phippsøya

Eisbär auf der Phippsøya, an einem Tierkadaver nagend.
Wahrscheinlich war es genau dieser Eisbär, der 11 Tage später am gleichen Ort
von Mitarbeitern der MS Bremen erschossen wurde.

Zu dem Fall war es am 28. Juli 2018 gekommen, als insgesamt 14 Mannschaftsmitglieder der MS Bremen auf der Phippsøya, die zu den Sjuøyane gehört, an Land gingen, um einen Landgang für die Passagiere vorzubereiten. Unter den 14 Personen befanden sich der Expeditionsleiter, vier Eisbärenwächter, ein Fotograf und weitere Mannschaftsmitglieder. Als zwei der Eisbärenwächter losgeschickt wurden, um nicht einsehbares Gelände zu kontrollieren, begegneten sie dem Eisbären, der eine der beiden Personen angriff und am Kopf verletzte. Auch Schreckschüsse brachten den Bären nicht dazu, den Angriff zu unterbrechen, so dass zwei Personen insgesamt drei Schüsse abfeuerten und den Bären damit töteten. Der angegriffene Mann überlebte leicht verletzt.

Der Vorfall wurde von dem anwesenden Fotografen dokumentiert, so dass sich das Geschehen gut und unzweifelhaft rekonstruieren ließ.

Nach einer Entscheidung der Staatsanwaltschaft Troms und Finnmark (Nordnorwegen) wurde das Verfahren nun eingestellt. Einen Eisbären zu erschießen ist grundsätzlich verboten und strafbar, im vorliegenden Fall wurde aber Notwehr festgestellt.

Auch das Verfahren gegen die Firma wurde eingestellt. Hier war untersucht worden, ob die Sicherheitsroutinen ausreichend waren.

Die Untersuchung des Vorfalls war im November 2019 abgeschlossen, das Verfahren wurde danach jedoch noch wegen unklarer Zuständigkeiten und dann wegen der Corona-Krise verzögert.

Mehrtägige Kreuzfahrten in Spitzbergen nur noch mit 30 Personen an Bord

Die norwegische Regierung hat beschlossen, mehrtägige Schiffsreisen in Spitzbergen noch weiter einzuschränken: Nun dürfen sich nur noch insgesamt – also Passagiere und Mannschaft zusammen – 30 Personen an Bord befinden. Ausgenommen sind Tagesfahrten ohne Übernachtung an Bord.

Die Regierung begründet dies mit den Schwierigkeiten, die ein Covid-19-Ausbruch an Bord eines größeren Schiffes in Spitzbergen mit sich bringen würde.

Le Boreal, Spitsbergen

Die Le Boreal (hier 2015 im Liefdefjord) war eines der wenigen Schiffe, die diesen Sommer überhaupt in Spitzbergen mehrtägige Reisen durchgeführt haben.

Im Juni wurde die Tür für Expeditionskreuzfahrten einen Spalt weit geöffnet. Allerdings hielten die Auflagen wie etwa die Halbierung der Passagierkapazität viele Veranstalter und Reedereien davon ab, ihre Schiffe überhaupt nach Spitzbergen zu bringen. Nach einem Corona-Ausbruch auf der MS Roald Amundsen hat Hurtigruten die Expeditionsreisen vor ein paar Wochen bereits wieder eingestellt. Darüber hinaus war an größeren Expeditionskreuzfahrtschiffen nur noch die Le Boreal in Spitzbergen unterwegs, neben ein paar deutlich kleineren Schiffen: Der Origo gelangen ein paar Fahrten. Auch die Cape Race hat aktuell eine Reise gemacht, musste die weiteren, geplanten Reisen in Spitzbergen wegen der kürzlich eingeführten Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland aber bereits wieder absagen und wird nun versuchen, alternativ Reisen in Schottland anzubieten. Viel Glück!

Spätestens zum 1. November soll diese neue Regel wieder geprüft werden. Hier besteht kein Grund zur Eile: Für Anbieter mehrtägiger Schiffsreisen ist die Saison in Spitzbergen bis dahin ohnehin längst gelaufen – soweit sie 2020 überhaupt stattgefunden hat.

Wrack der Northguider entfernt

Das Wrack des Fischtrawlers Northguider ist nun vollständig entfernt.

Der Krabbentrawler war Ende Dezember 2018 in der Hinlopenstraße dicht vor dem Nordaustland auf Grund gelaufen. Die Mannschaft konnte bei schlechtem Wetter und Dunkelheit in einer dramatischen Aktion mit Hubschraubern gerettet werden. In der folgenden Zeit konnten zunächst auch Treibstoffe, Öle und auch andere umweltschädliche Materialien wie Elektrik, Farben und Fischereiausrüstung geborgen werden.

Wrack Northguider

Das Wrack des Krabbentrawlers Northguider und Bergungsschiffe
im August 2019 vor dem Nordaustland in der Hinlopenstraße.

Die für 2019 geplante Bergung des Schiffes scheiterte aber zunächst. Erst verzögerte Treibeis die Arbeiten, und dann zeigte sich, dass das Wrack zu stark beschädigt war, um, wie zunächst geplant, in einem Stück entfernt zu werden.

Nun wurde die Northguider vor Ort in kleinere Teile zerlegt, die nach Norwegen gebracht wurden. Taucher bestätigten, dass sich vor Ort auch am Meeresboden keine Reste des Wracks mehr befinden, wie der Sysselmannen in einer Pressemeldung mitteilt.

Identität des getöteten Mannes wurde bekannt gegeben

Der Sysselmannen hat die Identität des Mannes, der heute Nacht auf dem Campingplatz von einem Eisbären getötet wurde, bekannt gegeben.

Es handelt sich um den Niederländer Johan Jacobus “Job” Kootte. Er wurde 38 Jahre alt.

Mann von Eisbär beim Longyearbyen Campingplatz getötet

Der Ort des tragischen Geschehens der letzten Nacht: Longyearbyen Campingplatz.

Job war diesen Sommer auf dem Campingplatz angestellt. Es war seine zweite Saison auf dem Campingplatz.

Weiterhin wurde offiziell mitgeteilt, dass Job in seinem Zelt lag, als er angegriffen wurde. Weitere Details zum Geschehen wurden noch nicht mitgeteilt, die offiziellen Untersuchungen laufen noch.

Von den übrigen Personen, die sich auf dem Campingplatz aufhielten, wurde keiner körperlich verletzt. Sie wurden von medizinischem Personal und einem “psychosozialen Krisenteam” betreut und werden nun vom Sysselmannen zum Geschehen befragt.

Viele, darunter dieser Autor, sind schockiert und in Gedanken bei Job und seinen Angehörigen und Nahestehenden.

Mann bei Longyearbyen von Eisbär getötet

Gegen 4 Uhr früh ging beim Sysselmannen ein Notruf ein: Beim Campingplatz bei Longyearbyen war ein Mann von einem Eisbären angegriffen und verletzt worden. Die Einsatzkräfte brachten den Mann ins Krankenhaus, wo nur noch der Tod festgestellt werden konnte.

Offiziell ist der Mann noch nicht identifiziert, wie der Sysselmannen angibt.

Andere Anwesende feuerten zwei Schüsse auf den Eisbären ab. Dieser wurde etwas später tot am Parkplatz des Flughafens gefunden.

Mann von Eisbär beim Longyearbyen Campingplatz getötet

Der Ort des tragischen Geschehens der letzten Nacht: Longyearbyen Campingplatz.

Alle anderen Personen, die am Campingplatz anwesend waren, sind nun in einem Hotel in Longyearbyen untergebracht. Die Untersuchungen des Sysselmannen laufen.

In den letzten Tagen waren mehrfach Eisbären in der Umgebung von Longyearbyen gesehen worden: bei Hiorthhamn und beim Todalen (im Adventdalen). Eine Eisbärin mit Kind war am Mittwoch betäubt und per Hubschrauber auf die Isfjord-Nordseite verbracht worden. Zusätzlich war ein einzelner Bär mehrfach über mehrere Tage hinweg in Hiorthhamn und im Adventdalen gesehen worden.

Quarantänepflicht bei Einreise in Norwegen aus Deutschland ab Samstag

Gestern war es zunächst noch eine Vermutung aufgrund einer entsprechenden Empfehlung des norwegischen Gesundheitsamtes (Folkehelseinstitutt, FHI), dann wurde es nach einem Beschluss der norwegischen Regierung amtlich: ab Samstag gilt für Einreisende aus Deutschland in Norwegen eine zehntägige Quarantänepflicht. Diese wird zeitgleich auch für Liechtenstein in Kraft gesestzt, für eine Reihe weiterer europäischer Länder gilt sie bereits.

Corona: Einreisebeschränkungen Norwegen

“Gilt in ganz Europa” – Warnung vor dem Corona-Virus
(Bildmontage. Das ist natürlich in Wirklichkeit das berühmte Eisbärenwarnschild, dass tatsächlich vor Eisbären “in ganz Svalbard” warnt).

Die Quarantäne muss an einer “geeigneten” Adresse auf dem Festland “abgesessen” werden. Wechselnde Adressen sind nicht zulässig, Campingplätze gelten als nicht geeignet und die Quarantäne muss vor einer eventuellen Weiterreise nach Spitzbergen beendet werden, Quarantäne auf Spitzbergen geht also nicht. Bei der Einreise kann eine entsprechende Buchung oder Einladung verlangt werden.

Kriterium für die Einführung der Quarantänepflicht in Norwegen sind 20 oder mehr Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 14 Tagen.

Quarantänepflicht bald wahrscheinlich auch für Touristen aus Deutschland

Das norwegische Gesundheitsamt (Folkehelseinstitutt, FHI) hat sich aufgrund steigender Infektionszahlen in Deutschland dafür ausgesprochen, dass auch die Bundesrepublik auf die Liste “roter” Länder soll. Touristen aus diesen Ländern unterliegen bei der Einreise nach Norwegen einer zehntägigen Quarantänepflicht. Auch für Liechtenstein empfiehlt das FHI eine solche Einstufung.

Corona: Einreisebeschränkungen Norwegen

“Gilt in ganz Europa” – Warnung vor dem Corona-Virus
(Bildmontage. Das ist natürlich in Wirklichkeit das berühmte Eisbärenwarnschild, dass tatsächlich vor Eisbären “in ganz Svalbard” warnt).

Die Entscheidung liegt nun bei der norwegischen Regierung, aber es ist wahrscheinlich, dass diese dem Rat des FHI folgen wird. Möglicherweise wird man in Oslo aber zunächst auch die aktuellen Zahlen weiter beobachten, denn die Grenze liegt bei 20 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von 14 Tagen. Das Robert Koch Institut gab diese Zahl am Dienstag (25.8.) im bundesweiten Mittel mit 10,2 innerhalb der letzten Woche (7 Tage) an, und regional liegt sie deutlich höher (die unterschiedlichen Betrachtungszeiträume – 14 Tage als Grundlage für die norwegische Einschätzung der Entwicklung, 7 Tage für die Angaben des RKI, sind in der ersten Fassung dieses Beitrags untergegangen, jetzt ist der Fehler korrigiert). Unterscheidungen auf regionaler Basis hat die norwegische Regierung bislang nur für skandinavische Länder getroffen.

Sollte die Regierung in Oslo diese Woche die Quarantänepflicht für Touristen aus Deutschland und Liechtenstein verhängen, würde diese in der Nacht zu Samstag in Kraft treten. Das norwegische Gesundheitsamt hat bereits vorsorglich Textnachrichten an norwegische Mobilnummern in Deutschland verschickt und vor einer möglichen Quarantänepflicht bei Einreise ab Samstag gewarnt.

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News-Auflistung generiert am 20. Oktober 2020 um 11:30:37 Uhr (GMT+1)
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