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Jahres-Archiv: 2016 − News & Stories


Jah­res­rück­blick 2015 – Sep­tem­ber

Eine Spei­cher­kar­te, die seit 2009 in der ark­ti­schen Wild­nis gele­gen hat, fand nach sechs Jah­ren ihre Besit­ze­rin wie­der, zu deren gro­ßer Freu­de.

Unter­des­sen hat­te ich das Ver­gnü­gen, mit den Islän­dern auf ihrer Ópal durch den Scores­by­sund in Ost­grön­land zu fah­ren. Was soll man sagen. Far­ben­pracht der Super­la­ti­ve, eine Land­schaft, die in ihrer Dimen­si­on ihres­glei­chen sucht. Ein Sturm, der sich drau­ßen auf dem Meer aus­tob­te und gera­de recht­zei­tig nach­ließ, um uns anschlie­ßend ohne Pro­ble­me nach Island flie­gen zu las­sen – ja, etwas Glück gehört dazu (und ein Reser­ve­tag vor dem Heim­flug kann auch nicht scha­den, sicher­heits­hal­ber – ich sag’s nur mal wie­der …)

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Auch in Spitz­ber­gen zieht im Sep­tem­ber wie­der der viel­fach unter­schätz­te Zau­ber des Wech­sels von Tag und Nacht ein. Son­nen­un­ter­gan­ge und … natür­lich, Nord­licht. Gab es auch. Und es gab seit meh­re­ren Jah­ren end­lich auch mal wie­der eine Lan­dung auf Mof­fen, im Som­mer eine ver­bo­te­ne Insel. Die Wal­ros­se freu­ten sich offen­sicht­lich über den Besuch. So vie­le Leu­te bekom­men sie dort ja nicht zu sehen.

Jah­res­rück­blick 2015 – August

Auf dem klei­nen Segel­boot Arc­ti­ca II ging es in den August hin­ein. Der Som­mer war unge­wöhn­lich eis­reich, so dass wir sogar jetzt damit rech­ne­ten, Spitz­ber­gen nicht umrun­den zu kön­nen, was zu die­ser Zeit seit etli­chen Jah­ren nicht vor­ge­kom­men war. Aber wer wür­de sich dar­über beschwe­ren wol­len, dass es in der Ark­tis Eis gibt? Meis­tens kla­gen wir heu­te über das Gegen­teil.

Eine Que­rung des Prins Karls For­land von West nach Ost ist kei­ne Que­rung von Grön­land. Man kann das an einem Tag pri­ma machen, das ist eine schö­ne, lan­ge Wan­de­rung. Aber wie oft hat man die Mög­lich­keit dazu? Die See ruhig genug, um an der völ­lig expo­nier­ten Außen­küs­te zu lan­den? Das Wet­ter gut genug, damit die Tour so rich­tig Freu­de macht? Alles pass­te, alles funk­tio­nier­te, alle hat­ten ihre Freu­de an den wei­ten Bli­cken über Ber­ge, Tun­dra und Meer rund um das süd­li­che For­land.

Was mir unter den vie­len Erleb­nis­sen die­ser Fahrt spon­tan ins Gedächt­nis kommt, sind die Tage, die wir im Süd­os­ten im Eis ver­brach­ten. Die Kom­bi­na­ti­on aus Eis und Strö­mung im Heley­sund war spek­ta­ku­lär, und man muss das auch nicht unbe­dingt jeden Tag so machen. Da hiel­ten wir die Umrun­dung schon für eine Tat­sa­che und ich freu­te mich dar­über, wider Erwar­ten doch auch die­ses Jahr zur Bar­entsøya und zur Edgeøya zu kom­men. Ohne die­se Insel im Süd­os­ten Spitz­ber­gens wäre so ein Ark­tis-Jahr doch nicht ganz voll­stän­dig!

Nicht ganz voll­stän­dig war auch unse­re Umrun­dung, und das Eis im süd­li­chen Storfjord ließ uns schon an der Voll­endung zwei­feln, aber nach lan­ger Suche nach einer Pas­sa­ge tauch­te auf ein­mal die Fram auf, und Hur­tig­ru­ten erwies sich als will­kom­me­ner Freund und Hel­fer.

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Wäh­rend wir so mit eini­ger Mühe Spitz­ber­gen umrun­de­ten, umrun­de­ten muti­ge Aben­teu­rern erst­mals das Nord­aus­t­land. Genau genom­men, gelang dies zwei Teams gleich­zei­tig, von denen eines die wei­te Rei­se von Lon­gye­ar­by­en bis Lon­gye­ar­by­en ums Nord­aus­t­land her­um ange­tre­ten hat­te und bra­vou­rös been­den konn­te. Vie­le gro­ße „firsts“ gibt es damit in Spitz­ber­gen nicht mehr. Glück­wunsch!

Lawi­ne in Lon­gye­ar­by­en: Eva­ku­ie­rung auf­ge­ho­ben

Nach­dem sich in Lon­gye­ar­by­en end­lich mit Minus­gra­den und Wind­stil­le die Wet­ter­la­ge beru­higt hat, konn­ten die Behör­den nun auch die Gefahr wei­te­rer Lawi­nen zunächst aus­schlie­ßen. Die Eva­ku­ie­run­gen und das Ver­bot, bestimm­te Gebie­te am öst­li­chen Orts­rand über­haupt zu betre­ten, sind seit Diens­tag Abend 20 Uhr auf­ge­ho­ben.

Infol­ge der kata­stro­pha­len Lawi­ne vor Weih­nach­ten, die elf Häu­ser zer­stör­te und zwei Men­schen­le­ben kos­te­te, waren am 19. Dezem­ber Wohn­ge­bie­te mit ins­ge­samt 114 Woh­nun­gen eva­ku­iert wor­den. Schät­zungs­wei­se 200 Men­schen muss­ten ihre Woh­nun­gen ver­las­sen. Die genaue Zahl ist nicht bekannt, da sich nicht alle gemel­det haben. Eini­ge Ein­woh­ner Lon­gye­ar­by­ens tan­ken der­zeit auch Son­ne und Wär­me an einem Strand im Süden und haben das gesam­te Gesche­hen aus der Fer­ne ver­folgt.

Gleich­zei­tig wird auf die lawi­nen­ex­po­nier­te Lage man­cher Orts­tei­le hin­ge­wie­sen, die auch vor der aktu­el­len Lawi­ne eigent­lich schon bekannt war, aber spä­tes­tens jetzt im öffent­li­chen Bewusst­sein ange­kom­men ist. Vor­läu­fig gibt es regel­mä­ßig aktu­el­le Ein­schät­zun­gen der Lawi­nen­ge­fahr auf varsom.no, wie es für betrof­fe­ne Fest­lands­ge­bie­te längst eta­bliert ist. Eine dau­er­haf­te Lösung soll fol­gen. Auch der Umgang mit der Gefahr vor Ort soll nun dis­ku­tiert wer­den. Die gefähr­de­ten Gebie­te sol­len erfasst und bewer­tet wer­den, und dann wird über Siche­rungs­maß­nah­men ent­schie­den. Das kön­nen tech­ni­sche Siche­run­gen oder auch dau­er­haf­te Räu­mung sein. Die Zustän­dig­keit liegt bei der Stadt­ver­wal­tung (Lokals­ty­re) vor Ort, in Zusam­men­ar­beit mit Fach­be­hör­den.

Es wird kri­ti­siert, dass der­ar­ti­ge Maß­nah­men nicht schon längst ergrif­fen wor­den sind, da die Lawi­nen­ge­fähr­dung schon lan­ge bekannt war. Lon­gye­ar­by­en wird sich wohl auch auf eine Debat­te über Ver­ant­wor­tung ein­stel­len müs­sen.

Das von der Lawi­ne getrof­fe­ne Wohn­ge­biet, wie es frü­her aus­ge­se­hen hat (Foto © Nor­we­gi­sches Polar­in­sti­tut).

Longyearbyen Lawine Wohngebiet

Das von der Lawi­ne getrof­fe­ne Wohn­ge­biet nach der Lawi­ne. Anhand der Num­mern lässt sich nach­voll­zie­hen, wie die ein­zel­nen Gebäu­de ver­scho­ben wur­den (Foto © Geir Barstein/Svalbardposten).

Longyearbyen Lawine Wohngebiet

Quel­le: Sys­sel­man­nen

Jah­res­rück­blick 2015 – Juli

Die lan­ge Spitz­ber­gen-Umrun­dung mit der Anti­gua ist immer ein wich­ti­ger Kern­punkt der Sai­son. Das ist auch dann so, wenn die Umrun­dung gar kei­ne Umrun­dung wird, son­dern von einem bestimm­ten Punkt an eine Wei­ter­rei­se in Gegen­rich­tung, näm­lich dann, wenn das Schiff in der süd­li­chen Hin­lo­pen so viel Eis vor dem Bug hat, dass wirk­lich jedem klar wird, dass die wei­te­re Fahrt nicht in die­se Rich­tung füh­ren kann. Das war nicht nur für ein rela­tiv klei­nes Segel­schiff so. Aber was wäre uns alles ent­gan­gen, wenn wir wei­ter nach Süden gefah­ren wären! Die Wale auf offe­nem Meer weit vor der West­küs­te, die Krab­ben­tau­cher in Hyt­tevi­ka … um nur zwei Erleb­nis­se zu nen­nen, die mir spon­tan in den Kopf kom­men.

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Der Eis­bär, der im Raudfjord plötz­lich genau dort auf­tauch­te, wo wir kurz zuvor noch an Land unter­wegs gewe­sen waren. Die Far­ben der Tun­dra, voll mit vie­len klei­nen Blü­ten, Vogel­fel­sen, Füch­se, Begeg­nung mit For­schern … ganz abge­se­hen von den drei Eis­bä­ren, die sich auf dem Eis in der Lagu­ne von Mus­ham­na begeg­ne­ten, dort stun­den­lang ihre Krei­se zogen und sich miss­trau­isch beäug­ten. Kein Mensch weiß, wie ein Eis­bär den ande­ren sieht. Sie begeg­nen sich meis­tens mit Respekt, gehen sich aus dem Weg. Das durf­ten wir aus­gie­big beob­ach­ten.

Jah­res­rück­blick 2015 – Juni

Pünkt­lich mit Beginn des Monats Juni kamen wir mit der Anti­gua, aus Nor­we­gen über die Bären­in­sel kom­mend, im Süd­wes­ten Spitz­ber­gens an. Und im Jah­res­rück­blick darf defi­ni­tiv die Begeg­nung mit der Eis­bä­ren­fa­mi­lie im Van Keu­len­fjord nicht feh­len. Die wer­den wir nie ver­ges­sen! Die Anti­gua lag an der Fest­eis­kan­te hin­ten im Fjord fest­ge­macht, still und ruhig, bis zu frü­her Mor­gen­stun­de die Wache von der Brü­cke alle weck­te. Die Eis­bä­ren­fa­mi­lie, die schon am Tag zuvor meh­re­re Kilo­me­ter ent­fernt über das Eis spa­ziert war, war neu­gie­rig zum Schiff gekom­men. Die Mut­ter hielt sich etwas zurück, hat­te aber nichts dage­gen, dass ihr Nach­wuchs den unge­wohn­ten Anblick eines Drei­mas­ters von allen Sei­ten begut­ach­te­te. So könn­ten die Tage ger­ne öfters anfan­gen!

Für Betrof­fe­ne ein Ärger­nis, im Nach­hin­ein ein Ereig­nis mit Unter­hal­tungs- und Erkennt­nis­wert: Der Flug­ha­fen saß auf dem Tro­cke­nen. Sprit alle! Da merkt man doch mal, dass die Ark­tis auch im durch­glo­ba­li­sier­ten Jahr 2015 noch ein abge­le­ge­ner Win­kel fern am Ran­de des Pla­ne­ten ist, da klappt es schon mal nicht mit dem Nach­schub. So muss­ten auch Direkt­flie­ger nach Oslo mit­un­ter in Trom­sø her­un­ter, um nach­zu­tan­ken.

Unter­des­sen wun­der­ten vie­le sich, ob Eis­bä­ren nun auf ein­mal Del­fi­ne fres­sen. So gesche­hen und foto­gra­fiert im Jahr zuvor, aber nun mach­ten die Bil­der in den Medi­en die Run­de. Etwas schrä­ge Sache. Wie soll­te denn bit­te ein Eis­bär einen Del­fin fres­sen? Wenn man ihm einen vor die Pfo­ten legt, so wie die Natur es aus­nahms­wei­se tat, wird er ihn nicht ver­schmä­hen. Aber das ist nun wirk­lich nichts Neu­es.

In der zwei­ten Monats­hälf­te kam ein wei­te­res Erleb­nis zur bereits jetzt lan­gen Lis­te her­aus­ra­gen­der Ereig­nis­se hin­zu, das Teil mei­ner lie­ben und teu­ren Erin­ne­run­gen blei­ben wird, solan­ge mein Kopf sie fest­zu­hal­ten ver­mag: Der Blick auf Jan May­en vom Gip­fel des Bee­ren­berg. Ein über Jah­re geheg­ter und vor­be­rei­te­ter Traum, nun ermög­licht von einem freund­li­chen Wet­ter­gott und mit eini­ger Anstren­gung erkauft, jeden Atem­zug wert (und es waren vie­le!).

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Unter­des­sen kam vom Spitz­ber­gen-Rei­se­füh­rer die fünf­te Auf­la­ge her­aus. Die­ses Mal waren die Ver­än­de­run­gen umfang­rei­cher gewe­sen: Der ark­ti­sche Win­ter nimmt nun deut­lich grö­ße­ren Raum ein, wie auch Wan­der- und Trek­king­tou­ren sowie die belieb­ten Schiffs­aus­flü­ge. So wie es sich für einen Rei­se­füh­rer gehört, ori­en­tiert sich das Buch nun deut­lich mehr als frü­her an der heu­ti­gen tou­ris­ti­schen Rea­li­tät auf Spitz­ber­gen. Defi­ni­tiv ein Mei­len­stein im Spitzbergen.de-Jahr.

Jah­res­rück­blick 2015 – Mai

Im Mai geht die Schnee­schmel­ze los. Zeit, Ski und Motor­schlit­ten ein­zu­m­ot­ten und Segel zu set­zen! Tra­di­tio­nell ging es mit der Anti­gua zur Ark­tis-Som­mer­sai­son-Eröff­nungs­tour Ende Mai in Bodø los. Die Lofo­ten sind ein schö­ner Ein­stieg in die som­mer­li­che (Sub)Arktis. Kei­ne Eis­bä­ren, kei­ne Zodiacs, sozu­sa­gen eine ent­spann­te Auf­wärm­übung, ohne dass es an land­schaft­li­cher Schön­heit man­geln wür­de. Und dann die Bären­in­sel. Immer etwas Beson­de­res!

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Geman­gelt hat es ganz woan­ders. Store Nor­ske kriegt kei­ne Koh­le für die Koh­le. Das schwar­ze Gold, das auch in Lon­gye­ar­by­en und Sveagru­va geför­dert wird, ist auf dem Welt­markt viel zu wenig wert, um den teu­ren Abbau in der Ark­tis wirt­schaft­lich zu tra­gen. Berg­mann ist in Spitz­ber­gen der­zeit kein guter Job und der­zeit ver­bun­den mit einem hohen Risi­ko, die Kün­di­gung in den Brief­kas­ten zu bekom­men, wie eine gro­ße Zahl von Ange­stell­ten schmerz­haft fest­stel­len muss­te.

Jah­res­rück­blick 2015 – April

Die­se Zeit gehört zu den schöns­ten in Spitz­ber­gen. Das Wet­ter sta­bi­li­siert sich, das im Som­mer ziem­lich unweg­sa­me Inland lädt zu lan­gen Tou­ren ein. Wir haben uns nicht lan­ge bit­ten las­sen und waren viel unter­wegs, nicht zuletzt an unse­rer gelieb­ten Ost­küs­te. Man muss sich gar nicht an einem spek­ta­ku­lä­ren Ein­zel­er­leb­nis fest­hal­ten, es ist die Sum­me der vie­len klei­nen Erleb­nis­se, die vie­len Stun­den und Tage unter frei­em Polar­him­mel, das täg­lich wech­seln­de Licht, die Begeg­nun­gen mit Eis­füch­sen und Ren­tie­ren in der wei­ßen Wild­nis und natür­lich die Tref­fen mit lie­ben Freun­den, mit ande­ren net­ten und inter­es­san­ten Men­schen in Lon­gye­ar­by­en. All das lässt die Zeit viel zu schnell ver­ge­hen. Bald frisst die Mit­ter­nachts­son­ne die kur­zen Näch­te.

Und wenn es doch ein unver­gess­li­ches, ein­zel­nes Erleb­nis sein soll, dann ist es wohl die Beob­ach­tung einer Eis­bä­ren­fa­mi­lie im Bill­efjord, die mit Sicher­heit unver­ges­sen blei­ben wird. Damit war auch das Pro­blem mit dem Titel­bild für unse­ren Spitz­ber­gen-Kalen­der 2016 schlag­ar­tig gelöst.

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In die Schlag­zei­len kam Spitz­ber­gen durch den unan­ge­kün­dig­ten Besuch des rus­si­schen Vize­pre­miers Rogosin. Die­ser ist in Nor­we­gen und EU wegen des Kon­flikts in der Ukrai­ne per­so­na non gra­ta. Und so kam die Fra­ge auf, wie Nor­we­gen die Gren­zen Spitz­ber­gens bes­ser schüt­zen kann (die Dis­kus­si­on kommt uns bekannt vor, nicht?). Ob Nor­we­gen einem Bür­ger eines Spitz­ber­gen­ver­trag-Unter­zeich­ner­lan­des die Ein­rei­se über­haupt ver­wei­gern darf, dar­über mögen sich die Juris­ten strei­ten.

Jah­res­rück­blick 2015 – März

Im März kam Spitz­ber­gen erneut in die Schlag­zei­len. Ein Eis­bär war erschos­sen wor­den, nach­dem er ein Zelt­la­ger von tsche­chi­schen Ski­tou­ris­ten besucht und dabei eine Per­son leicht ver­letzt hat­te. Das Gan­ze hät­te wohl ver­mie­den wer­den kön­nen, was trau­rig ist. Und noch trau­ri­ger ist es für uns, weil wir recht sicher sind, dass es sich um eines der bei­den klei­nen, süßen Eis­bär­chen han­del­te, die wir Anfang Mai 2013 so wun­der­bar im Tem­pel­fjord mit ihrer Mut­ter hat­ten spie­len sehen. Ein wun­der­schö­nes Erleb­nis, das uns für immer in Erin­ne­rung blei­ben wird – ich wei­che ab, das war ja 2013. Aber nun sind sie tot … der ers­te kam wohl schon im April 2014 im Bill­efjord ums Leben, kurz nach einer Betäu­bung zu wis­sen­schaft­li­chen Zwe­cken. Ein Zusam­men­hang? Den gibt es offi­zi­ell natür­lich nicht.

Nun aber fort von den Kata­stro­phen. Am 20. März, kurz nach 11 Uhr vor­mit­tags, durf­te man auf Spitz­ber­gen eine tota­le Son­nen­fins­ter­nis erle­ben, kurz „SoFi“ (oder bes­ser „toSo­Fi“?). Immer­hin hat­te ich mal eine par­ti­el­le SoFi (paSofi?) erlebt, das war schon beein­dru­ckend. Nun hat­ten vie­le Leu­te gesagt, eine toSo­fi sei noch mal was ganz ande­res als eine paSoFi. Jaja, natür­lich. Es ist immer toll, jeman­dem zu sagen, du weißt ja gar nicht, wo der Ham­mer hängt. Der wah­re Jacob, den hast du noch gar nicht gese­hen. Pure Ange­be­rei, oder?

Nein, es stimm­te. Eine toSo­Fi ist ein unwirk­li­ches, außer­ir­di­sches (stimmt sogar), fast beängs­ti­gend schö­nes Erleb­nis. Und das über den schnee­be­deck­ten Ber­gen im win­ter­li­chen Spitz­ber­gen! Von den diver­sen Licht­erschei­nun­gen über die Stim­mung, die sich über Täler und Ber­ge leg­te, bis hin zu den augen­blick­lich kräf­tig fal­len­den Tem­pe­ra­tu­ren: äußerst ein­drück­lich. Unver­gess­lich.

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Und die vie­len SoFi-Tou­ris­ten, die extra von weit­her ange­reist kamen, hat­ten mehr Schwein mit dem Wet­ter, als den meis­ten klar gewe­sen sein dürf­te. Bis dahin hat­te es weni­ge wol­ken­lo­se Tage in Spitz­ber­gen gege­ben. Aber die­ser Frei­tag war makel­los schön gewe­sen.

Stra­ße im Advent­da­len über­flu­tet

Das Extrem­wet­ter im Nord­at­lan­tik hat die Medi­en auch inter­na­tio­nal beschäf­tigt, dar­un­ter die FAZ und Spie­gel online. Ein star­kes Tief­druck­ge­biet hat gro­ße Men­gen mil­der Luft nach Nor­den gesaugt und so für Plus­gra­de in wei­ten Gebie­ten im Nord­at­lan­tik gesorgt. In Lon­gye­ar­by­en war es vor dem Jah­res­wech­sel mit bis zu fast 9 Grad (ja, plus) mit­un­ter deut­lich wär­mer als in Mit­tel­eu­ro­pa. Dazu kam kräf­ti­ger Regen, in Ny Åle­sund fie­len am Mitt­woch und Don­ners­tag zusam­men etwa 50 Mil­li­me­ter.

Warm­luft­ein­brü­che im Win­ter sind im mari­tim gepräg­ten Kli­ma Spitz­ber­gens schon immer vor­ge­kom­men, aber das der­zei­ti­ge Ereig­nis ist außer­ge­wöhn­lich stark aus­ge­prägt.

Die Kom­bi­na­ti­on aus Wär­me und Regen lässt den Schnee schmel­zen und die Flüs­se anstei­gen. In Lon­gye­ar­by­en ist eine klei­ne Brü­cke („Per­le­por­ten“) über das Vann­le­dings­da­len gesperrt. His­to­risch hat das Vann­led­nings­da­len, auf der Ost­sei­te von Lon­gye­ar­by­en gele­gen, unter sol­chen Bedin­gun­gen schon mehr­fach gefähr­li­che Schmelz­was­ser­la­wi­nen her­vor­ge­bracht, im Juni 1953 wur­den meh­re­re Gebäu­de beschä­digt, dar­un­ter das alte Kran­ken­haus. Drei Men­schen star­ben damals.

Aktu­ell über­flu­ten meh­re­re Neben­flüs­se im Advent­da­len die Stra­ße, die dadurch unpas­sier­bar gewor­den ist. Es wird dazu auf­ge­ru­fen, von jedem ver­meid­ba­rem Ver­kehr im Advent­da­len abzu­se­hen.

Der Fluss im Bol­terda­len ist im Win­ter nor­ma­ler­wei­se tro­cken­ge­fal­len und gefro­ren. Jetzt über­flu­tet er nach win­ter­li­chem Tau­wet­ter und Regen die Stra­ße im Advent­da­len.

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Quel­le: loka­le sozia­le Netz­wer­ke

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News-Auflistung generiert am 19. August 2022 um 20:42:24 Uhr (GMT+1)
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